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"Was ist schön?" In diesem Blog machen wir uns auf die Suche nach einer Antwort auf diese Frage, die so alt ist wie die Menschheit.
Welche Schönheitsideale prägten die Antike? Wie verändern sich die Vorstellungen von dem, was als schön gilt? Gibt es Konstanten, die unser ästhetisches Urteil bestimmen? Und wie erklärt die moderne Wissenschaft, weshalb es so menschlich ist, nach Schönheit zu streben?
Am Ende werden wir vermutlich nicht eine, sondern viele Antworten haben...
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13.01.11 · 14:40 Uhr
Hennamalerei - Körperschmuck mit langer Tradition
Kategorie: Kultur · Kommentare: 3
Seit Jahrtausenden wird Henna zum Schminken der Haut und zum Färben der Haare benutzt. Vor allem bei Frauen wird rotfärbendes Henna zur Körperverzierung verwendet. Schon im alten Ägypten wurden Haare, Finger, Zehen sowie Hand- und Fußsohlen mit Henna bemalt, wie Grabfunde belegen.
Im Islam geht der Überlieferung zufolge diese Arte der Körperbemalung auf den Propheten Mohammed zurück. Die Frauen in seiner Umgebung pflegten sich mit goldenen Ohrringen, Armreifen und Ketten zu schmücken, um sich attraktiver zu machen und ihren Wohlstand zu zeigen. Mohammeds Tochter bestaunte den Schmuck der Frauen und bat ihren Vater, ihr ebenfalls Schmuck zu schenken.
Doch Mohammed besaß nicht genügend Geld, um seiner Tochter diesen Wunsch zu erfüllen. Da gab ihm eine alte Frau eine Schale mit getrockneten und gestampften Henna und sagte zu ihm: "Male deiner Tochter Blumen aus Henna auf die Hände und Füße und sie wird von Schönheit strahlen wie die Frauen mit ihrem Goldschmuck."
Schmuck und Schutzschild
Im 16. Jahrhundert gelangte die Hennamalerei vom islamischen Raum nach Indien. Dort werden die kunstvollen Verzierungen als Mehndi bezeichnet und sind bis heute Teil ritueller Zeremonien. Traditionell sind die Bemalungen auf gesellschaftliche und religiöse Feste beschränkt. Vor allem bei einer Hochzeit ist die kunstvolle Bemalung fester Bestandteil der Feierlichkeiten.
Feine Linien und blumige Muster
Die kunstvollen Bemalungen und Muster im indischen, orientalischen und afrikanischen Raum sind dabei äußerst verschieden. Die indische Hennamalerei bedient sich besonders feiner Linien und zarter Muster, die Hände, Handgelenke und Füße fast vollständig bedecken. Arabische Frauen bevorzugen dagegen eher große und blumige Bemalungen und die Berberinnen Nordafrikas schmücken sich vorwiegend mit geometrischen Mustern.
Die Entwürfe und Techniken wurden über Jahrtausende stückchenweise weiterentwickelt. Aline Tauzin, vom National Scientific Research Centre, berichtet in ihrem Artikel "Henna, the tree of paradise" (100.000 Years of Beauty ) von einer speziellen Technik, die darin besteht, die Muster mit einem Stock und einer Mischung aus Asche und dem milchigen Saft der Euphorbia peplus (Gartenwolfsmilch) auf die Haut zu zeichnen. Sobald die Mischung getrocknet ist, werden die Muster mit Hennapaste nachgezogen. Anschließend werden Handflächen und Fußsohlen gleichmäßig mit Henna bedeckt, wobei die Gelenke der Finger und Zehen jeweils mit einem roten Punkt verziert werden.
Zeitaufwendige VerschönerungGewonnen wird die Farbe aus den getrockneten und zu Pulver verarbeiteten Blättern des Hennastrauchs. Mit lauwarmen Wasser zu einer Paste vermischt und direkt auf die Haut aufgetragen, hinterlässt es nach einigen Stunden auf der Haut einen rötlichen Farbton. Die Farbschattierungen, die bei der Bemalung erzielt werden können, reichen über verschiedene Rottöne bis zu einem dunklen Lila, je nachdem wie häufig die Muster nachgezogen werden und wie lange die Paste einwirkt.
Die Anbringung des Schmucks ist sehr zeitaufwendig und dauert oft mehrere Stunden. Die Muster werden teils mit Schablonen, teils freihändig aufgezeichnet und die Farbe muss mehrere Stunden auf dem Körper bleiben, bevor sie auf der Haut ihre volle Intensität entfaltet hat und abgerieben werden darf. Die Bemalung hält in ihrer vollen Pracht etwa einen Monat, nach ungefähr zwei Monaten ist die Farbe wieder vollständig verschwunden.
Quellen:
- Huse, B.: Von Kopf bis Fuß: Ein Handbuch rund um Körper, Kleidung und Schmuck für die interkulturelle Unterrichtspraxis. Waxmann, Münster 2004
- Azoulay , E.: 100.000 Years of Beauty. Gallimard, Paris 2009
Autor: Liane Vorwerk-Gundermann· 3 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (3)
Hallo, also zuerstmal ein sehr schöner (und informativer) Artikel :).
Ich will jetzt auch nicht rummeckern aber vllt. wäre es auch ganz gut wenn du in einem kleine Absatz darauf aufmerksam machst das sich das alles nur auf die original rote Henna-Farbe bezieht, und das es mit der schwarze Henna-Farbe etwas anderes ist. Sie kann nämlich Gesundheitschäden wie z.b. Allergien herforufen weil sie PPD enthält.
Ich schreib das auch nur weil auf manchen der Fotos die Farbe braun bzw fast schwarz ausieht.
Ein paar Infos dazu findet man auch im Deutschen Ärzteblatt
http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=27955
@Streunerin: Du hast recht, Henna färbt immer orange bis rot. Allerdings bin ich der Meinung, daß auf den unteren Fotos die angemischte Hennapaste zu sehen ist und diese ist grün-braun-schwärzlich.
Schwarze Hennapaste (Henna + PDD) ist in Deutschland verboten und nicht mehr erhältlich. Als Teenager hab ich mich geärgert, als ich sie von einem Jahr zum anderen nicht mehr bekam, heute bin ich froh darüber.
Allerdings gibt es auch "Schwarzes Henna" zu kaufen, ein Pulver aus der getrockneten Indigopflanze (Indigofera tinctoria). Leider ist Henna zum Oberbegriff für färbende Pflanzen geworden, das führt immer mal wieder zu Verwirrung.
@ Streunerin & binE
Danke für die Ergänzungen bzw. Hinweise! Kann diesbezüglich nur zustimmen. Bei dem "schwarzen Henna" handelt es sich aber wohl nicht immer um ein Pulver der getrockneten Indigopflanze. Häufig werden hier anscheinend auch andere Stoffe untergemischt, wie beispielsweise Para-Phenylendiamin. Dabei handelt es sich um ein Kontaktallergen, das strake allergische Reaktionen hervorrufen kann.