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"Was ist schön?" In diesem Blog machen wir uns auf die Suche nach einer Antwort auf diese Frage, die so alt ist wie die Menschheit.
Welche Schönheitsideale prägten die Antike? Wie verändern sich die Vorstellungen von dem, was als schön gilt? Gibt es Konstanten, die unser ästhetisches Urteil bestimmen? Und wie erklärt die moderne Wissenschaft, weshalb es so menschlich ist, nach Schönheit zu streben?
Am Ende werden wir vermutlich nicht eine, sondern viele Antworten haben...
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Archiv Juli 2010
30. Juli 2010
Schönheit in Ägyptens eigenen Worten
Kategorie: Kultur · Kommentare: 2
Man kann lange über Schönheit philosophieren. Ob es so etwas wie eine universelle Schönheit gibt, Gesetze, Regeln, Moden, all das. Doch es bleibt immer nur ein philosophieren. Dass es aber so etwas wie einen roten Faden des Schönen gibt, der sich durch die Jahrtausende zieht, das verdeutlichen vielleicht am besten die folgenden Zeilen eines alten ägyptischen Liebesliedes.
Autor: Marcus Anhäuser· 30.07.10 · 09:45 Uhr· 2 Kommentare
27. Juli 2010
Göttliche Schönheit: Zeuxis von Herakleia auf der Suche nach einem Ideal
Kategorie: Kultur · Kommentare: 4
Sprache ist verräterisch. Auch dann, wenn es um Schönheit geht und die Frage, was das eigentlich ist. Denn ist es nicht bemerkenswert, dass das Wort "Schönheitsfehler" so einen festen Platz in unserem Wortschatz hat? Wir sprechen ganz selbstverständlich von den Schönheitsfehlern, die irgendeine Sache, ein Objekt, vielleicht sogar eine Person hat. Und ohne großartig darüber nachzudenken, stehen wir damit inmitten einer Tradition, die vor mehr als 2000 Jahren begann.
Was lernen wir über uns (und unsere Vorstellung von Schönheit), wenn wir von "Schönheitsfehlern" sprechen?
Denn wenn wir von Schönheitsfehlern sprechen, dann bringen wir damit ja (vermutlich meist unbewußt) zum Ausdruck, dass wirkliche, ungetrübte Schönheit möglicherweise nur ohne Fehler denkbar ist. Schönheit wird - gemäß dieser impliziten Vorstellung - gleichgesetzt mit Perfektion. Mit Makellosigkeit. Und einer Annäherung an ein fehlerfreies Ideal.
Dass eine solche (naive?) Schönheitsvorstellung nicht kompatibel mit unserer Lebenswirklichkeit ist oder zumindest immer eine letzte Differenz zwischen Ideal und Realität bestehen bleibt, wusste auch Joachim Ringelnatz. Denn wer ist schon perfekt? Zumindest, wenn man sich die schönen Objekte ganz genau besieht:
Genau besehn (J. Ringelnatz)
Wenn man das zierlichste Näschen
Von seiner liebsten Braut
Durch ein Vergrößerungsgläschen
Näher beschaut,
Dann zeigen sich haarige Berge,
Daß einem graut.
Autor: Marc Scheloske· 27.07.10 · 15:00 Uhr· 4 Kommentare
22. Juli 2010
Die Weisheit des alternden Models
Kategorie: Kultur · Kommentare: 3
Diese Erkenntnis wollte ich Euch nicht vorenthalten. Helena Christensen, die 41-jährige Dänin, die in den 90ern eines der Super- oder Topmodels war (nicht die von Pro 7, sondern die Echten), findet es ganz leicht erklärbar, warum heutzutage auch "ältere" Models noch modeln können:
"Es überrascht mich überhaupt nicht, wenn Frauen über 40 in unserem Business sind", sagte das Model in einem Interview mit Welt Online. "Ich meine, da beginnt doch erst die Schönheit, dieses Dreidimensionale - Ursprung, Reife, Sehnsucht. Das findet man in keinem jungen Gesicht.
Weiter im Programm.
Quelle: sueddeutsch.de
Autor: Marcus Anhäuser· 22.07.10 · 12:55 Uhr· 3 Kommentare
21. Juli 2010
Im Auge des Ägypters
Kategorie: Medizin · Kommentare: 19
Kann man sich einen "alten Ägypter" ohne schwarze Augenringe vorstellen. Das Schwarze im Auge der Ägypter sollte nicht nur die Augen schöner machen, sondern auch gleich gegen eine Menge Unbill schützen. Nil, Sand und Sonne können schön sein, aber auch ziemlich lästig und gefährlich ...
Wir haben die Steinzeit/Eiszeit hinter uns gelassen und landen mitten im alten Ägypten. Wie kam der Mensch dahin: Die große kreative Revolution begann vor etwa 30.000 Jahren, vielleicht früher, der Mensch war nicht nicht sesshaft und hatte die Landwirtschaft noch nicht entwickelt, in manchen kleineren Ecken begegnete er den letzten Neandertalern. Vor zehntausend Jahren dann begann der Mensch sich niederzulassen, die ersten Siedlungen entstanden, daraus gingen schließlich die ersten großen Kulturen hervor. Und eine dieser alten Kulturen sind die der Ägypter, dir vor rund 3000 Jahren ihr Zeitalter der Dynastien begann und rund 300 Jahre allmählich ausklang.
Im Gegensatz zur Steinzeit bieten die großen Kulturen den Archäologen einen entscheidenden Vorteil. Eine Schrift war bekannt und so besteht heute für Forscher die Chance aus erster Hand zu erfahren, was die Ägypter schön und ästhetisch ansprechend fanden. Und dann gibts natürlich noch all die Gemälde, Reliefs und Büsten der Ägypter, die man vor allem in den Gräbern der Könige und Adligen findet.
Wenn ich mir Bilder aus dem Alten Ägypten ansehe, dann gibt eines, das zumindest mir immer sofort ins Auge springt (Achtung Wortwitz ;-): Das schwarz umrandete Auge. Das erscheint schlicht ubiquitär. Ich wüsste nicht, ob es ein vergleichbares Merkmal in unserer Zeit gibt, das so konstant vorhanden war, wie das in Schwarz (oder Grün) gefasste Auge der Ägypter (wem spontan für die letzten 1000/2000 Jahre etwas einfällt, bitte schön ...).
Autor: Marcus Anhäuser· 21.07.10 · 10:53 Uhr· 19 Kommentare
16. Juli 2010
Dresscode: Was geht bei Springer?
Kategorie: Kultur · Kommentare: 6
Ein etwas eigenartiges Video zum Dresscode in der Welt-Kompakt-Redaktion, einer Springer-Redaktion: Kurze Hosen? Eigentlich nicht, außer mit gebräunten Beinen. Hemden mit kurzen Armen? Besser nicht, aber T-Shirts gehen offenbar.
Was soll man davon halten? Zum Glück arbeite ich im Heimbüro. Ihr ahnt nicht wie ich hier sitze ... ;-)
Autor: Marcus Anhäuser· 16.07.10 · 09:44 Uhr· 6 Kommentare
14. Juli 2010
Lesetipp: Männer haben doch Stil - in Berlin
Kategorie: Kultur · Kommentare: 1
Es gibt auch noch was anderes als Wissenschaftsblogger ;-). Man kann zum Beispiel über Mode bloggen. Doch. Die taz hat letztens eine Modebloggerin aus Berlin interviewt. Was macht man so als Modebloggerin: Man fotografiert Menschen auf der Straße, die gut aussehen.
Autor: Marcus Anhäuser· 14.07.10 · 11:00 Uhr· 1 Kommentar
12. Juli 2010
Die Schönheit des Neandertalers (Nachtrag 13.7.)
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 2
Bevor wir die Steinzeit verlassen will ich einmal kurz die Perspektive wechseln. Finden wir eigentlich irgendetwas Schönes im oder am Neandertaler? Das ist eigentlich nur eine Frage der Zeit, in der er rekonstruiert wurde. Ein Lachen macht auch den den finstersten Gesellen sympathisch.
Autor: Marcus Anhäuser· 12.07.10 · 12:47 Uhr· 2 Kommentare
08. Juli 2010
Der Faustkeil muss schön sein, Teil 2
Kategorie: Kultur · Kommentare: 7
Mit Faustkeilen haben unsere Vorfahren Tiere zerlegt. Aber mussten die Werkzeuge dafür symmetrisch sein? Eine nicht unbedeutende Frage in der Archäologie. Wer könnte darüber besser Auskunft geben als - ein Metzger.
Autor: Marcus Anhäuser· 08.07.10 · 10:35 Uhr· 7 Kommentare
06. Juli 2010
Ein Faustkeil muss schön sein
Kategorie: Kultur · Kommentare: 17
Der Sinn für Schönes war wahrscheinlich keine ‚Erfindung' des Homo sapiens. Es mehren sich die Hinweise, dass Ästhetik und Symbolik auch bei den evolutionären Vorfahren und Vettern eine Rolle spielten - beim Behauen der Faustkeile etwa.
Vor 30.000 Jahren war klar: Der Mensch macht sich die Welt wie sie ihm gefällt - um es mal salopp zu sagen. Es begann die große Zeit des Gestaltens und 'Verschönerns' meist aus religiös-mystischen Gründen, vielleicht aber immer wieder auch aus ästhetischen Erwägungen.
Autor: Marcus Anhäuser· 06.07.10 · 11:20 Uhr· 17 Kommentare
02. Juli 2010
Lesetipps: Steinzeit-Kino, Ware Schönheit, Frauenzeitschriften
Kategorie: Kultur · Kommentare: 4
Zum Wochenende drei Hinweise auf Beiträge, die irgendwie in diesen Blog passen: Zwei Mal über die Welt der Models und einen über Höhlenmalerei. Außerdem einen Blogtipp für einen kritischen Blick auf Frauenzeitschriften.
Autor: Marcus Anhäuser· 02.07.10 · 09:54 Uhr· 4 Kommentare
01. Juli 2010
Schmuck: Mehr als nur Zierwerk
Kategorie: Kultur · Kommentare: 6
Schmuck ist eine durch und durch moderne Erfindung. Es ist sicherlich kein Zufall, dass die Herstellung von Schmuck ausgerechnet am Ende der Altsteinzeit immer populärer wurde und sich weiter ausbreitete. Wenn wir verstehen wollen, worin sich vormoderne und moderne Menschen und Kulturen unterscheiden, dann lohnt es sich, die Bedeutung des Schmucks näher in den Blick zu nehmen. Denn der moderne Mensch - so ließe sich pointiert zusammenfassen - , ist der Mensch, der sich schmückt.
Wir haben in den letzten Texten hier im Blog bereits gesehen, dass (menschheits-geschichtlich betrachtet) die Herstellung von Schmuck eine späte, aber umso erfolg- und folgenreichere Errrungenschaft ist. Erste Schmuckformen sind wohl knapp über 70.000 Jahre alt, dann vor etwa 40.000 Jahren werden dann offenbar erstmals ganz gezielt Schmuckstücke hergestellt. Es ist die Zeitspanne, in der Neandertaler und die zugewanderten Gruppen des modernen Menschen parallel in Europa leben und die Zeit, in der sich so etwas wie eine "kreative Explosion" vollzieht. Über Jahrmillionen hatten sich die technischen Fertigkeiten und kulturellen Muster allerhöchstens in Zeitlupe gewandelt. Jetzt aber werden neue Werkzeuge entwickelt, erste Kunstobjekte entstehen und der Mensch beginnt auch seine Verstorbenen zu bestatten.
Autor: Marc Scheloske· 01.07.10 · 15:15 Uhr· 6 Kommentare
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