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"Was ist schön?" In diesem Blog machen wir uns auf die Suche nach einer Antwort auf diese Frage, die so alt ist wie die Menschheit.
Welche Schönheitsideale prägten die Antike? Wie verändern sich die Vorstellungen von dem, was als schön gilt? Gibt es Konstanten, die unser ästhetisches Urteil bestimmen? Und wie erklärt die moderne Wissenschaft, weshalb es so menschlich ist, nach Schönheit zu streben?
Am Ende werden wir vermutlich nicht eine, sondern viele Antworten haben...
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Archiv Juni 2010
30. Juni 2010
Deutsche Männer und ihr Sinn für Mode
Kategorie: Kultur · Kommentare: 49
Vor etwa 30.000 Jahren legten wir die Felle ab und begannen Kleidung aus anderen Materialien anzuziehen. Das wäre deutschen Männern nie passiert. Im SZ Magazin beschreibt eine Journalistin ihr Leid über den deutschen Mann (vor allem) und sein Missverhältnis zur Mode. Ich kann beide verstehen.
Autor: Marcus Anhäuser· 30.06.10 · 10:00 Uhr· 49 Kommentare
24. Juni 2010
Als die Kreativität explodierte
Kategorie: Kultur · Kommentare: 3
Wenn man weiß, das man die älteste Venusfigur der Menschheit in Händen hält, hat das sicher etwas Erhabenes (auch wenn man immer im Hinterkopf behalten muss, dass es sich ‚nur' um die älteste bisher entdeckte Venusfigur handelt). Die Schlagzeilen sind einem sicher.
So aufregend diese Funde sind, wissenschaftlich betrachtet, erzählen sie immer nur einen Teil der Geschichte (wie ich zuletzt schon geschrieben hatte). Sie setzen so etwas wie ein Grenze, sie erweitern den Raum, nach dem Motto: „Ah, vor so langer Zeit konnte ein Mensch das schon." Aber wenn dieser Funde die einzige Venusfigur weit und breit ist (und das ist räumlich wie zeitlich gemeint), dann hilft uns das nicht besonders weiter, wenn wir eigentlich wissen wollen, wie es um den Sinn für Symbole und Ästhetik der ganzen Art stand. Vielleicht war es nur ein lokaler Geistesblitz, den sonst niemand verstanden hat.
Wenn es aber der älteste Fund in einer ganzen Reihe von Artefakten ist, die vielleicht nur über ein paar Tausend Jahre über eine bestimmte Region verteilt sind, dann erzählt das schon eine ganze Menge mehr.
Autor: Marcus Anhäuser· 24.06.10 · 13:00 Uhr· 3 Kommentare
23. Juni 2010
Eiszeitschmuck - Jenseits der Notwendigkeit
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Kultur
Ein Armband, einen Ring an der Hand, eine Kette um den Hals - für uns ist Schmuck alltäglich. Doch wann begannen Menschen eigentlich damit sich zu schmücken? Und, diese Frage ist noch viel schwerer zu beantworten, was war der Grund? Welchen Zweck erfüllt die Schmuckherstellung, welche Motive haben Menschen, wenn sie Schmuck anlegen und sich auf diese Weise 'schön machen'? Eine kleine Spurensuche...
Wie weit die ersten Anfänge der Schmuckherstellung zurückreichen, ist umstritten. Marcus hat in diesem Artikel bereits die 75.000 Jahre alten durchbohrten Schneckenhäuser aus Afrika (Blombos-Höhle nahe der südafrikanischen Ostküste) erwähnt.
Ein weiteres Indiz, dass die Wiege der Schmuckherstellung in Afrika lag, liefert ein hochinteressanter Fund in der Grotte des Pigeons bei Taforalt in Marokko. Archäologen der Unis Oxford und Rabat fanden dort im Jahr 2007 fingernagelgroße, perforierte und mit Ocker verzierte Nassarius-Muscheln (vgl. Foto rechts). Die Datierung der Muscheln ergab ein Alter von etwa 82.000 Jahren,
Doch die Belege dafür, dass diese Schneckenhäuser oder Muscheln tatsächlich jemals an einer Schnur aufgereiht waren und als Schmuckstück dienten, sind ebenso löchrig wie die Schneckenhäuser selbst. Es ist natürlich vorstellbar, dass die Löcher ganz gezielt gebohrt wurden, um sie aufzufädeln, aber wie belastbar sind die Funde wirklich?
Autor: Marc Scheloske· 23.06.10 · 08:00 Uhr· 0 Kommentare
21. Juni 2010
Oder Farbe doch als Schutz vor Sonne und Mücken?
Kategorie: Kultur · Kommentare: 1
Warum rote Farbe auf die Haut schmieren? Ich hatte hier ein wenig die Menstruationsblut-These erklärt. Es könnte natürlich auch viel simpler und nicht so bedeutungsaufgeladen gewesen sein. Pacal Picq vom Collège de France in Paris beschreibt das in wenigen Sätzen in seinem Beitrag "Der Ursprung der Schönheit" in Band 1 von 100.000 Jahre Schönheit (dem Werk auf das wir uns hier immer wieder beziehen).
Er bezieht seine Aussage allerdings nicht auf Homo sapiens, sondern auf unseren afrikanischen Vorfahren Homo erectus:
"Wenn seine Haut, wie man annimmt, verhältnismäßig haarlos war, hat er sich vielleicht die Haut mit Asche und Ocker eingeschmiert, um sich gegen Insektenstiche und Sonnenbrand zu schützen. Warum sollte man da nicht ein paar Muster mit dem Finger oder eine Art von Stift reinmalen?"
Autor: Marcus Anhäuser· 21.06.10 · 18:11 Uhr· 1 Kommentar
18. Juni 2010
Ausgestellte Schönheit
Kategorie: Kultur
Aus aktuellem Anlass wieder zurück in die Gegenwart: In Dresden gibt es derzeit einen Ausstellung zur Frage: "Was ist schön?" Ein Rundumschlag zum Thema, ich war schon drin ....
Autor: Marcus Anhäuser· 18.06.10 · 12:23 Uhr· 0 Kommentare
16. Juni 2010
Den Sinn für Schönheit in der Zeit festzurren
Kategorie: Kultur · Kommentare: 2
Wann stellte der Mensch oder seine Vorfahren den ersten Schmuck her? Wann die erste menschliche Figur? Und wann bemalte er zum ersten Mal die Höhlenwände. Eine Zusammenstellung der ältesten Artefakte menschlicher Kreativität ... natürlich ohne Gewähr.
Autor: Marcus Anhäuser· 16.06.10 · 10:49 Uhr· 2 Kommentare
14. Juni 2010
Der Körper als Baustelle
Kategorie: Medizin · Kommentare: 8
Ein kurzer Einschub zum Thema, der uns aus der Frühzeit in die Gegenwart katapultiert. Während der frühe Mensch vor hunderttausenden von Jahren ganz langsam zu begreifen begann, wie er seinen Körper verändern, verzieren, verschönern kann, hat er heute ganz andere Probleme. Weil alles möglich scheint, versuchen manche Menschen alles Mögliche. Die dunkle Seite des Schönheitssinns, dem sich eine Psychotherapeutin widmet.
Autor: Marcus Anhäuser· 14.06.10 · 09:05 Uhr· 8 Kommentare
13. Juni 2010
Welcher ist der schönere Cup?
Kategorie: Technik · Kommentare: 6
Apropos schön: Welcher ist der schönere Pokal?
Der alte Weltmeisterschaftspokal (links) wurde zur WM 1930 in Uruguay entworfen. Beim DFB heißt es dazu:
Der Pokal war eine etwa 40 Zentimeter große Trophäe aus vergoldetem Sterlingsilber, von knapp vier Kilogramm Gewicht. Auf einem blauen Sockel aus Lapislazuli stand eine Statue, die an die griechische Siegesgöttin Nike erinnern sollte. Der Sockel war verziert mit den Plaketten der Weltmeister. Entworfen wurde der Pokal von Abel Lafleur.
Autor: Marcus Anhäuser· 13.06.10 · 18:09 Uhr· 6 Kommentare
10. Juni 2010
Rot wie Blut
Kategorie: Kultur · Kommentare: 1
Warum Rot? Warum wohl war Rot die Farbe, mit der alles begann. Einige Anthropologen vertreten eine These, die ein wenig unappetitlich ist. Aber wer kann darauf schon Rücksicht nehmen. Es geht um Blut und das M-Wort.
Autor: Marcus Anhäuser· 10.06.10 · 15:10 Uhr· 1 Kommentar
07. Juni 2010
Als die Farbe ins Spiel kam
Kategorie: Kultur · Kommentare: 4
Wann entstand beim Menschen ein Sinn für Schönes? Farbpigmente an archäologischen Fundstellen weisen darauf hin, dass der Homo sapiens schon sehr früh begann, Schönheit zu erzeugen. Die Erdfarben sind so alt wie unsere Art.
Am Anfang stehen immer viele Fragen: Wie begann das alles mit der Schönheit? Wann begannen Menschen in Kategorien von ‚Schönheit' zu denken? Und warum? Wer fing an ‚sich schön machen', das in der Regel wohl immer auch ein ‚sich schöner machen als' war, schöner als man von Natur aus war, aber auch schöner als der/die andere(n).
Autor: Marcus Anhäuser· 07.06.10 · 08:05 Uhr· 4 Kommentare
04. Juni 2010
Die Venus von Willendorf und ihre Schwestern: Pin-Up-Girls der Vorgeschichte?
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 12
Riesige Brüste, breite Hüften, üppige, weibliche Rundungen. Das sind die Merkmale, die jedem Betrachter sofort auffallen. Dabei handelt es sich um die ältesten Zeugnisse für figürliche Kunst und sie dokumentieren, wie veränderlich Schönheitsideale sind. Die Rede ist von den Venus-Figuren des (Jung-)Paläolithikums. Allen voran die weltberühmte Venus von Willendorf, die heute im Naturhistorischen Museum in Wien zu sehen ist.
Es war übrigens ein österreichischer Eisenbahnbauarbeiter, der im August 1908 diese elf Zentimeter große Figur aus Kalkstein als erster moderner Mensch in Händen hielt. Der Fund war natürlich eine archäologische Sensation, denn mit ihrem Alter von etwa 27.000 Jahren gehört die Venus von Willendorf zu den ältesten menschlichen Figuren der Welt.
Aber die kleine Figur, die lange Zeit ausschließlich als religiöses Kultobjekt interpretiert wurde (man ging davon aus, dass die Venus eine Darstellung einer Art „Muttergöttin" ist), ist bei weitem nicht die einzige steinzeitliche Statue, die eine nackte Frau zeigt. Erst vor zwei Jahren wurde auf der Schwäbischen Alb eine Frauenstatuette aus Mammutelfenbein entdeckt, die einfach phantastisch ist. Und die „Venus vom Hohle Fels" (wie sie nach ihrem Fundort benannt ist) ist sogar noch einiges älter, als die Willendorfer Figur. Vor mindestens 35.000 Jahren - so sagen die Experten - wurde sie hergestellt. (Die Ausgrabungen wurden vom Tübinger Urgeschichtler Prof. Nicholas Conard durchgeführt.)
Autor: Marc Scheloske· 04.06.10 · 08:55 Uhr· 12 Kommentare
02. Juni 2010
Schönheit ist ...
Kategorie: Kultur
Wir nähern uns dem Thema mal ganz langsam an, wir haben ja ein bisschen Zeit die 'Schönheit' zu umgarnen. Bevor ich das hoffnungslose Unterfangen starte, das Thema mit eigenen Worten zu erfassen, lasse ich lieber andere was dazu sagen. Wir beginnen also ganz klassisch mit einer Zitatesammlung.
Autor: Marcus Anhäuser· 02.06.10 · 10:05 Uhr· 0 Kommentare
01. Juni 2010
Tausend Perspektiven der Schönheit
Kategorie: Kultur · Kommentare: 4
Für Christian Morgenstern war die Sache ganz einfach: "Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet." Damit ist im Grunde fast alles gesagt. Und doch wäre es schade, wenn man sich mit dieser einen Antwort zufrieden geben würde.
Denn die Frage "Was ist Schönheit?" ist heute so aktuell wie in früheren Zeiten. Jede Generation, jede Kultur gibt immer wieder neue Antworten darauf, was denn nun "schön" ist. Schließlich ist Schönheit seit den ersten Anfängen der Menschheit ein bedeutender Faktor, der sich früh in Ritualen, Kunst und anderen sozialen Praktiken niederschlug.
Im alten Ägypten pflegten die Frauen einen fast schon exzessiven Kult der Körperbemalung und liefern damit nur eines von unendlich vielen Beispielen dafür, wie der Körper geschmückt und die Haut verziert wird, um den Schönheitsidealen der jeweiligen Zeit zu entsprechen. Im Mittelalter ließen sich die Herrscher in Porträts schöner und strahlender darstellen, als sie es tatsächlich waren - und sicherten dadurch ihre Macht. Einige hundert Jahre später wirkt diese politische Macht auf König Edward VIII. weit weniger verlockend. Er verzichtet sogar auf den englischen Thron, weil er der Macht der Schönheit erliegt und eine bürgerliche Frau heiratet.
Autor: Marc Scheloske· 01.06.10 · 10:00 Uhr· 4 Kommentare
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