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23.12.11 · 20:15 Uhr
Der Weihnachtsmann im Transit
Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften · Kommentare: 17
Morgen ist Weihnachten! Ok, ich glaube nicht mehr an den Weihnachtsmann - aber das ist kein Grund, warum nicht darüber nachdenken sollte, welche Lichtkurve ein Teleskop messen würden, sollte zufällig der Weihnachtsmann vorüber fliegen ;)
Transits werden ja vor allem dafür verwendet, um extrasolare Planeten zu entdecken. Wenn die von uns aus gesehen vor ihrem Stern vorüber ziehen, wird der Stern ein klein wenig dunkler. Mit dieser Methode arbeitet zum Beispiel das Weltraumteleskop Kepler, dass in den letzten Wochen ein paar spannende Entdeckungen gemacht hat.
Aber auch der Weihnachtsmann mit seinen Rentieren blockiert das Sternenlicht, falls er wider Erwarten doch über den Himmel fliegen sollte. Joe Llama von der University of St Andrews hat sich angesehen, wie die entsprechende Lichtkurve aussehen würde:
Also, liebe Kollegen: Schaut euch eure Daten morgen Nacht ganz genau an ;) Frohe Weihnachten!
Autor: Florian Freistetter· 17 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (17)
He! He! Hatte eine ähnliche Idee heute Nachmittag für mein Kunden Mailing ;-)
Wünsche euch und vor allem Florian der uns alle diese interessanten Beiträge schreibt frohe Weihnachten und einen Guten Rutsch ins neue Jahr...
@Richelieu
Aha, deshalb kennst Du Dich so gut mit Einsteiger-Teleskopen aus... Dann wünsch' ich mal ein frohes Weihnachtsgeschäft ;-)
Wie niedlich!
Sind aber zu wenige Rentiere, oder?
Richelieu, das ist eine wahrhaft gelungene Weihnachtskarte, doch ... super :)))
Frohes Fest @all!
Ist es wirklich so, dass Kepler die Planeten entdeckt, weil sie ihren Stern abschatten? Das ist doch sehr sehr unwahrscheinlich, oder? Nicht einmal unsere Venus würden wir auf diese Weise entdecken können.
Ist es nicht vielmehr so, dass die Sterne ein wenig heller erscheinen, wenn der Planet von hier aus gesehen dahinter steht (aber nicht direkt) und deswegen etwas mehr Sternenlicht reflektiert wird als wenn er davor steht und von uns aus gesehen also 'Neu-Planet' ist?
Oder können wir echt nur die Planeten entdecken, die von hier aus genau vor dem Stern vorbeiziehen und das funktioniert dann nur, weil es so viele Systeme gibt?
Unabhängig davon: Frohe Weihnachten und danke für die vielen interessanten Beiträge und die Hinweise auf die tollen Stenenhimmel-Videos usw...
V`ker schau mal hier:
http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/12/venus-der-erdahnliche-exoplanet.php
http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/02/kepler-findet-haufenweise-potentielle-exoplaneten-wir-sind-nicht-allein.php
Das mit dem Weihnachtsmann ist ja auch albern. Es weiß doch jeder, dass die Geschenke vom Christkind kommen. :)
@V'ker: "Ist es wirklich so, dass Kepler die Planeten entdeckt, weil sie ihren Stern abschatten?"
Ja, ist es.
"Das ist doch sehr sehr unwahrscheinlich, oder?"
Deswegen beobachtet man auch sehr VIELE Sterne.
"Nicht einmal unsere Venus würden wir auf diese Weise entdecken können."
Doch, würden wir. Gerade erst hat Kepler einen Planet, so groß wie die Venus entdeckt, in fast 1000 Lichtjahren Entfernung.
Gab es da nicht auch mal eine Seite, wo man am 24.12. dem Weihnachtsmann bei seinem Flug um die Erde zusehen konnte? Finde sie gerade nicht...
Ach ja, und für alle, die den Text noch nicht kennen - gibt es den Weihnachtsmann wirklich? (Unbedingt mal reinschauen - ist irre komisch!)
Doch, würden wir. Die Venus schattet (aus großer Entfernung) etwa 1/10000 der Sonnenfläche ab, das macht 1/100% oder 100 ppm. Kepler hat eine Empfindlichkeit von (im Mittel) 29 ppm.
Du meinst Voll-Planet (Neu-Planet wäre, die unbeleuchtete Rückseite des Planeten zu sehen; bzw. nicht zu sehen). Das geht zwar in einigen wenigen Fällen, ist aber schwieriger. Der Planet ist ja viel dunkler pro Flächeneinheit als der Stern. Wenn er im Transit ist, nimmt er seinen Flächenanteil vom hellen Sternenlicht weg. Wenn er hingegen schräg hinter dem Stern steht, fügt er seinen Flächenanteil an wesentlich geringerer Planetenhelligkeit pro Fläche hinzu. Die Helligkeitsänderung ist also stärker, wenn der Planet im Transit ist.
Genau so ist es. Für einen erdgroßen Planeten, der einen sonnengroßen Stern im Erdabstand umkreist, ist die Chance nur 1/338, dass die Planetenbahn zufällig so orientiert ist, dass der Planet vor seiner Sonne vorbeizieht. Wenn man aber wie Kepler 100 000 Sterne beobachtet, die solche Planeten haben, dann erwartet man etwa 300 mit der richtigen Orientierung zu finden. Tatsächlich sind viele Planeten enger bei ihren Sternen als der Erdabstand zur Sonne, und so hat Kepler schon über 2000 potenzielle Planeten gefunden. Manche sogar kleiner als die Erde. Bestätigt sind davon noch die wenigsten, dazu braucht es längerwährende Analysen. Manche Sterne schwanken in ihrer Helligkeit oder haben "Sternflecken" wie die Sonne. Das muss man alles ausfiltern.
Nö, Christian, da gibt es Zustellbereiche wie bei der Post auch. Der jeweilige Postbote wechselt mit der Glaubensposition, Seelenadresse. Bei meinen nordwestlichen Nachbarn ist schon wieder ein anderer beschäftigt. Sinterklaas oder so heißt der.
@V'Ker: Man kann die Phasen der Exoplaneten sogar schon messen: http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/08/der-dunkelste-planet-und-seine-phasen.php
@ noch'n Flo
Du meinst wahrscheinlich diese Seite:
http://www.noradsanta.org/de/
@ Trillian:
Ja danke, genau diese Seite meinte ich.
Im Übrigen: Frohe Festtage (auch von "Muddi")!
Danke für die Aufklärung (und den Link zum Artikel mit den Phasen - da lag ich also nicht ganz falsch).
Meine Bemerkung zur Venus bezog sich auf das Problem, dass aus den seltenen Venusdurchgängen (..., 2004, 2012, 2117, 2125, ...) wohl eine Umlaufdauer von 224 Tagen eher schwierig zu folgern ist. Aber diese langen Perioden kommen wohl nur von den unterschiedlichen Bahnneigungen von Erde und Venus und der Effekt relativiert sich auf größere Entfernungen.
Auch von mir Frohe Weihnachten Euch allen! Und auf daß uns Florian noch lange erhalten bleiben möge :-)
Voll lustig ;-)
Ich wünsche euch allen frohe Weihnachten!