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Florian Freistetter promovierte am Institut für Astronomie der Universität Wien und hat danach an der Sternwarte der Universität Jena und dem Astronomischen Rechen-Institut in Heidelberg als Astronom gearbeitet. Zur Zeit lebt er in Jena, bloggt über Wissenschaft und schreibt manchmal Bücher:

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14.12.11 · 15:20 Uhr

Demnächst am Himmel: Jede Menge Sternschnuppen!

Kategorie: Naturwissenschaften·Umwelt  ·  Kommentare: 17

Wenn es euch so ergangen ist wie mir, dann habt ihr die Mondfinsternis am Samstag verpasst. Die Wolkendecke in Jena hat sich zwar pünktlich verzogen - leider aber erst pünktlich zum Ende der Finsternis. Ich hab zwar einen schönen Vollmond gesehen, aber keinen Erdschatten mehr. Aber vielleicht habt ihr heute Nacht mehr Glück. Mondfinsternis gibt es zwar keine mehr, aber vielleicht ein paar schöne Sternschnuppen!

Über diese mit der Erde kollidierenden winzigen Meteoroiden habe ich ja schon öfter geschrieben. Sternschnuppen kann man theoretisch jede Nacht sehen. Manchmal aber kreuzt die Erde die interplanetare Staubspur eines sich auflösenden Kometen und dann kann es zu richtigen Sternschnuppenschauern kommen. Am bekanntesten sind sicher die Perseiden die man in den warmen Sommernächten beobachten kann. Im Oktober hatten die Draconiden ihren Auftritt und manchmal entdeckt man sogar völlig neue Meteorströme.

Die Sternschnuppen, die nun verstärkt auftreten, nennt man Geminiden und sie haben ein besonders interessante Ursprungskörper: den Asteroiden Phaeton. Normalerweise sind ja Kometen die Quellen der Sternschnuppen. Wenn sie sich der Sonne nähern, dann sublimiert das in ihnen enthalten Eis, entweicht ins All und reißt Staub mit sich den der Komet entlang seiner Bahn verteilt. Asteroiden enthalten im Gegensatz zu Kometen kaum Eis und erzeugen daher keine Staubspur. Bei Phaeton vermutet man aber, dass es sich um einen ehemaligen Kometen handelt. Er hat schon all sein Eis verloren und produziert deshalb keinen charakteristischen Kometenschweif mehr. Er hat sich vom Kometen zum Asteroiden gewandelt. Seine Staubspur aber existiert immer noch und jedes Jahr im Dezember wird sie von der Erde durchkreuzt. Nutzt also die nächsten klaren Nächte und schaut zum Himmel! Mit etwas Glück könnt ihr ein paar schöne Sternschnuppen sehen.

Jeffrey Sullivan hat letztes Jahr ein schönes Video der Geminiden aufgenommen. Am Anfang überstrahlt der helle Mond noch viele Sternschnuppen, später sieht man aber jede Menge:


Und als Trost für alle, die die Mondfinsternis verpasst haben, hat Jeffrey auch davon ein Video gemacht. Er hat den teilweise verfinsterten Mond aufgenommen, wie er gerade an der Transamerica Pyramid, mit 260 Metern Höhe das höchste Gebäude in San Francisco, vorüber gezogen ist:


 

Autor: Florian Freistetter· 17 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Kommentare (17)

Kommentar-Direktlink nihil jie· 14.12.11 · 16:00 Uhr

mit dem Glück ist das so eine Sache :) im Moment türmen sich eine Menge graue Wolken over Berlin... und das ist schade... :(

Kommentar-Direktlink Theres· 14.12.11 · 16:29 Uhr

Es schüttet gerade in Berlin ... Wetterbericht macht keine Hoffnung. Wird hier wohl nichts mit dem Geminiden, fürchte ich, wie mit den Perseiden nicht ... Schade, aber die zwei Videos versöhnen mich glatt.

Kommentar-Direktlink Bullet· 14.12.11 · 16:34 Uhr

Ach, Theres auch in Berlin? Ich hab gerade den schönsten Anruf ever bekommen:
"sach ma, bist du heut mitm Rad zur Arbeit? Dann weiß ich schon, daß du mit der U-Bahn nach hause kommst. Höhö."*klick*

*grr*

Kommentar-Direktlink Theres· 14.12.11 · 18:08 Uhr

Schadenfreude ist die schönste, ja, ja. Mitte. Zum Sternegucken fahre ich meist raus, heute aber nicht.

Kommentar-Direktlink Unwissend· 14.12.11 · 20:16 Uhr

Hmh bei mir siehts jut aus......

Kommentar-Direktlink Marcus· 14.12.11 · 21:14 Uhr

Hier bei Dresden gibt es leider nur vereinzelte Wolkenlücken und immer wieder Regen. Heute Morgen konnte meine Meteorkamera aber eine nette Feuerkugel aufzeichnen. Müsste eine Geminide gewesen sein... http://youtu.be/bfcfQb3vEGY

Kommentar-Direktlink Nedo· 14.12.11 · 21:57 Uhr

Grad die erste gesehen! lange glühend und verdammt schnell, dachte erst sei ein schneller Flieger ;D

Kommentar-Direktlink Luka· 15.12.11 · 08:23 Uhr

Sternenklarer Himmel in Baden-Württemberg zwischen Stuttgart und Bodensee.

Gegen 23:30 - 24:00 war ich im freien unterwegs und dachte erst ich sei wieder unterzuckert :-)
Ich konnte pro Minute 1-2 Sternschnuppen sehen, allerdings denke ich, das es nur noch der Rest war.

Kommentar-Direktlink Christina· 15.12.11 · 14:04 Uhr

Hier in Granada wars eher untypisch nieselig, also nix mit Sternschnuppen. Gibts halt weniger Weihnachtsgeschenke...

Wobei, damit hab ich mir 200€ gespart, gestern wurde nämlich der endgültige empirische Beweis erbracht, daß nicht meine Winterreifen schlecht sind (das Profil sieht ja noch recht tief aus, aber wer weiß, vielleicht ist ja der Gummi nicht der tollste, ich bin kein Materialwissenschaftler), sondern die Straßen hier so schlecht sind, da braucht man gar kein Eis zum Rutschen, nur ein bißchen Regen. Wie die das hinbekommen ist mir rätselhaft, aber der Seat meines Freundes ist gestern gerutscht als hätten wir Blitzeis... Aber egal, jetzt muß ich nur die Winterreifen montieren lassen und dann kanns ab nach Hause gehen! :)
(bestellt viel Schnee in Bayern ab 20. Dezember...! bitte nicht vorher, ich muß ja fahren)

Kommentar-Direktlink Marcus· 15.12.11 · 17:19 Uhr

Schade, dass Wetter und Mond nicht mitgespielt haben. Es scheint ja doch einiges herunter gekommen zu sein. Ich habe die Aufnahmen meiner Meteorkamera der letzten 2 Nächte zusammen gestellt. So viele Meteore hatte ich noch nie innerhalb so kurzer Zeit: http://youtu.be/UQX2ej80gWk

Kommentar-Direktlink georg· 23.04.12 · 17:49 Uhr

Hallo, ich hätte da mal eine Frage: ich habe heute gelesen, das in Amerika ein Feuerball am Himmel war und es knallte so laut, das Häuser schwankten. War das ein Meteroid der explodierte?

Author Profile Page Florian Freistetter· 23.04.12 · 18:20 Uhr

@georg: Ja, sowas nennt sich "Airburst". Ist nicht außergewöhnlich - nur meistens kommt es weiter oben in der Atmosphäre vor, wo wir nichts davon merken.

Kommentar-Direktlink jojo· 23.04.12 · 18:30 Uhr

Hallo zusammen!
das hab ich gerade gefunden http://www.augsburger-allgemeine.de/wissenschaft/Asteroid-DA14-kommt-der-Erde-nahe-id19084956.html
44m groß,hört sich erst mal nicht so tragisch an,wann weiß man denn ob er gefährlich werden könnte?
danke schon mal!
jojo

Author Profile Page Florian Freistetter· 23.04.12 · 18:52 Uhr

@jojo: Siehe hier: http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/03/der-asteroid-2012-da14-in-bild-und-ton.php Erstmal fliegt das Ding weit genug an der Erde vorbei. Und selbst wenn, dann kommt das Teil mit 44 Meter nicht mal bis zum Erdboden...

Kommentar-Direktlink jojo· 23.04.12 · 20:08 Uhr

Danke Florian!
also wird man ihn auch nicht sehen können?
mal was für die sicherheit,wenn man diesen schon so lange vorher kennt und die flugrichtung berechnen kann,könnte man dann nicht hingehen und versuchen so ein teil abzuschießen oder generell zu treffen,als übungszweck z.b!?

Author Profile Page Florian Freistetter· 23.04.12 · 20:10 Uhr

@jojo: Ne, ohne Teleskop sieht man da nichts. Und "üben" sollte man mit Asteroiden möglichst weit weg von der Erde...

Kommentar-Direktlink jojo· 23.04.12 · 20:22 Uhr

hatte gedacht bei einer größe von ca.40metern wird nichts passieren wenn man ihn dann trifft,schon klar das man eventuell die flugbahn ändert und/oder kleinere teile erzeugt.
naja,vielleicht baut man in ferner zukunft sogar ein abschußmodul an der iss?
danke nochmals!

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