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12.08.11 · 10:42 Uhr
Immer das Gleiche: Studiengebühren! Zugangsbeschränkungen!
Kategorie: Politik · Kommentare: 31
Lohnt es sich noch, sich über die österreichische Bildungspolitik aufzuregen? Es ist immer das Gleiche. Über die Bildungsministerin Gehrer habe ich mich während meines Studiums selbst ausgiebig aufgeregt. Ihr Nachfolger, Johannes Hahn, war dank seiner bescheuerten Politik und Unfähigkeit Wissenschaft von Esoterik zu unterscheiden schon oft Thema in meinem Blog. Seine Nachfolgerin, Beatrix Karl, hatte nur Zeit, die eine oder andere dumme Äußerung zu machen bevor sie dann Justizministerin wurde und seit April 2011 ist Karl-Heinz Töchterle Wissenschaftsminister. Der ist ehemaliger Rektor der Uni Innsbruck und streitet gerade mit dem designierten Rektor der Uni Wien, Heinz Engl. Und wie immer, wenn es in Österreich um Uni-Politik geht, kennen alle beteiligten immer nur die gleichen Wörter: Studiengebühren! Zugangsbeschränkungen! Einsparungen! Kürzungen!
Heinz Engl beschwert sich im Standard-Interview über zu wenig Geld und kündigt an, Leute zu entlassen und ganze Studienrichtungen zu schließen, sollte die Regierung nicht mehr Geld bereit stellen. Hier gibt es eine Kurzversion des Interviews, einen "Wordrap" (ich finde sowas ja immer etwas bescheuert, keine Ahnung warum Journalisten das dauernd machen):
Die Regierung, in Form der ÖVP, reagiert wie es zu erwarten war: "Studiengebühren!!" wird dort geplärrt, genauso wie immer, wenn man gegenüber der ÖVP die Universitäten erwähnt. Elisabeth "Ich will keine Studiengebühren" Gehrer hat sie 2001 eingeführt. Gebracht haben sie nichts, die Unis hatten immer noch kein Geld und es wurde weiter überall gespart. 2008 schafften dann SPÖ und Grüne die Studiengebühren als Wahlkampf-Gag kurz vor der Wahl wieder ab. Die ÖVP tut aber trotzdem ihr Bestes, die Bildung in Österreich zu Grunde zu richten. Die Forschungsförderung wird tot gespart, Wissenschaftsminister Hahn beschwerte sich über die große Anzahl an Studenten und alle paar Monaten probiert man es wieder mit dem Ruf nach Studiengebühren und stärkeren Zugangsbeschränkungen.
Wenn denn Österreich tatsächlich ein Land wäre, in dem sich die Akademiker gegenseitig auf die Füße treten, dann wäre das ja vielleicht noch irgendwie verständlich. Aber so ist es ja nicht. Österreich hat eine der niedrigsten Akademikerquoten im OECD-Schnitt und liegt weiter unter dem Mittelwert. Würde es in diesem Land Politiker geben, die über den Wert und Bedeutung einer gebildeten und gut ausgebildeten Bevölkerung Bescheid wüssten, würde es in diesem Land Politiker geben, denen bewusst ist, dass langfristige und dauerhafte Investitionen in die Bildung die Grundlage für die Lösung jeder Menge Probleme sind, die sich anders nur schwer lösen lassen - würde es solche Politiker geben, dann würden die alles daran setzen, diese niedrige Akademikerquote zu erhöhen. Aber solche Politiker gibt es anscheinend nicht. In Österreich macht man sich hauptsächlich darüber Gedanken, wie man die Leute vom Studium abhält. Wenn an einer Uni oder in einem Studiengang zu viele Studenten sind, dann ist die erste Reaktion immer: Welche Beschränkungen können wir einführen? Welche Prüfungen, welche Gebühren, welche Gesetze können die Zahl der Studenten reduzieren? Wer in solchen Fällen einfach mehr Geld und mehr Studienplätze fordert ist entweder ein betroffener Student, naiv oder ein Oppositionspolitiker der seine meine sofort ändert, sollte er mal in die Regierung kommen.
Wie gesagt: ich könnte es verstehen das man sich über Gebühren und Beschränkungen Gedanken macht. Wenn Österreich schon voller ausgebildeter Akademiker wäre dann wären das Option, die man bei einem Studentenansturm durchaus in Betracht ziehen könnte. Aber das ist ja nicht so! Wenn die jungen Leute die Universitäten stürmen, dann sollten die Politiker sich freuen, "Juhu! Bald heben wir unsere Akademikerquote" rufen und sich darüber Gedanken machen, wie sie genug Studienplätze für die Menschen bereit stellen können.
Ich würde ja fordern: Nehmt der ÖVP endlich das Wissenschaftsministerium weg! 16 Jahren pfuscht diese Partei schon mit der österreichischen Bildungspolitik herum. Das reicht! Ich würde sogar fordern (ganz intensiv sogar): Schmeißt die ÖVP endlich aus der Regierung raus! 24 Jahre ist sie an der Macht. Das reicht! Das Problem ist nur: Mir fällt absolut niemand ein, der es besser machen würde...
Autor: Florian Freistetter· 31 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (31)
Thilo·
12.08.11 · 10:57 Uhr
Na na, Du bist hier nicht der Blockwart :-)@Thilo: Argh! Da sieht mans mal wieder: erst frühstücken, dann bloggen ;)
MartinS·
12.08.11 · 11:56 Uhr
Ich nehme an, Du wolltest "Meinung" schreiben!? Ein zweites Frühstück nötig? ;-)"Das Problem ist nur: Mir fällt absolut niemand ein, der es besser machen würde..."
Genau DAS ist auch mein Problem in Deutschland. Wählen tue ich nicht mehr die Partei die ich toll finde, sondern die, welche aus meiner Sicht am wenigsten Schade anrichtet. :/ Egal wo ich das Kreuzchen machen werde, ich werde mich sicherlich schon vorher ärgern und mit dem Kopf schütteln :P
Ich habe es längst aufgegeben, mich über die österreichische Bildungspolitik zu ärgern.
Der Tenor des Großteils der Bevölkerung ist: "za wos brauch ma de Gstudierten". Das wissen die Politiker, und wissen daher genauso, dass sie mit Förderung der Wissenschaft keine Wahlen gewinnen werden. Und nur darum geht es den meisten. Ich habe keinerlei Hoffnung, dass sich diese Kurzischtigkeit in absehbarer Zukunft ändern wird.
Und wenn dann noch jemand wie ein Heinz Engl, der eiskalt die derzeitige Generation an "Jung"wissenschaftern über die Klinge springen lässt (Video dieser Aussage vorhanden), Rektor der größten österreichischen Universität wird, und wissenschaftliche Leistung kein primärer Gradmesser ist, kommt mir sowieso das... Frühstück ;o) hoch.
Ich weine um und unsere Bildung... Ich weine... :'(
Eines der grundlegenden Probleme dürfte doch wohl darin liegen, dass sich unsere heutige Gesellschaft in einem Wandel befindet, der anscheinend immer mehr Hochschulabschlüsse bei den Arbeitnehmern erfordert. Ich schreibe bewusst "anscheinend", da ich dafür derzeit keinerlei Zahlen vorlegen kann; aber wenn man sich die technischen Studiengänge anschaut, erscheint es logisch. Vor allem die Zahl der Informatiker ist ja in den letzten 20 Jahren regelrecht explodiert - parallel zur massiven Zunahme der Verbreitung von Computern in unserem Alltag.
Ebenso müssen also immer mehr Schüler Abitur/Matura machen, ansonsten gäbe es ja nicht genügend Studenten, damit nicht genügend akademisch ausgebildete Fachleute usw. Auch hier schafft es ja die Politik bis heute nicht, sich den veränderten Gegebenheiten anzupassen (schönstes Beispiel der letzten Jahre war ja die Verkürzung der Gymnasialzeit in West-Deutschland von 9 auf 8 Jahre, bei der auf eine längst überfällige Entrümpelung des Lehrplans mal eben verzichtet wurde; dass die Menge an Wissen, das Menschen später in ihrem Alltag brauchen, eher grösser wird, hat sich wohl zu den Regierenden noch nicht herumgesprochen).
Ich hätte da allerdings eine Idee, wie man die Finanzlage der Unis nachhaltig verbessern könnte: wer brauch die ganzen gut ausgebildeten Arbeitskräfte? Die Industrie, der Handel, das Gewerbe, die Unternehmen. Warum also nicht diese eine Bildungsabgabe zahlen lassen - je mehr Akademiker ein Unternehmen beschäftigt, umso höher die Abgabe (und das ohne Schlupflöcher - auch ein Akademiker, der als Praktikant beschäftigt wird, zählt mit!). Und das gesammelte Geld wird dann an die Unis verteilt.
Normalerweise lese ich ja nur still den Blog (übrigens sehr gerne) - diesmal bin ich aber doch so weit, dass ich was dazu schreiben muss.
Das unreflektierte "Heben wir doch die Akademikerquote" greift m.E. zu kurz. In gewissen Studien gibt es bereits jetzt a) große Platzprobleme während des Studiums [wobei diese nur begrenzt mit mehr Mitteln gelöst werden kann: sowohl Personal als auch Raumkapazitäten sind begrenzt] und b) geringe Chancen auf ansatzweise adäquat bezahlte Stellen nach dem Studium. In anderen Studien werden den AbsolventInnen tolle Betreuung und gute Jobaussichten geboten - da ist die Nachfrage vorhanden und da macht evtl. auch die Ausweitung der Studienplätze Sinn, wenn die Betreuungsqualität gefährdet ist. Nur: das mit der Planbarkeit ist schwierig, da die Kristallkugeln leider ja doch noch nicht so gut funktionieren. :-)
Eine Diskussion über die Veränderung der Finanzierung der Universitäten, der Strukturen und auch des Selbstkonzepts (Humboldtsches Bildungsideal) gehört zu so einer Diskussion dazu, damit das sinnvoll wird. Leider wirds dann schnell sehr ausufernd. Nichtsdestotrotz wäre das notwendig.......
Eine Bitte: nicht immer den OECD-Vergleich bemühen - dort werden Äpfel, Birnen, Bananen und Mangos zusammen geschmissen. Und das nicht um Fruchtsalat zu machen, sondern um eine pseudo-Vergleichbarkeit herzustellen. Das ist leider ein bisschen problematisch: In Österreich (und Deutschland) sind viele Berufe, die anderswo universitär angesiedelt sind, dies eben nicht. Dann gibts noch das Problem mit der unterschiedlichen Bezeichnung: wird alles akademische genommen oder zählt nicht doch der "First Professional Degree" (der zur Berufsausübung befähigt)?
Das Fazit: es wird (wie immer) viel mit Statistik rumgetrickst.
Meine nicht ganz ernst gemeinte Lösung wegen AkademikerInnenquote wäre ja folgende: Eine einfache Erhöhung der AkademikerInnenquote bekommen wir, wenn wir bestimmte Berufe "akademisch" machen und "Schnellsieder-Studien" (d.h. berufsbegleitende Studien mit geringen/keinen Einstiegsvoraussetzungen) anbieten. Problem gelöst und wir haben auch "gute" Quoten. Wobei das alles wohl auch eine (hochschulpolitische) Kulturfrage ist.
Es gibt dazu eigentlich ganz viel Literatur - eine gut lesbare Übersicht gibt z.B.
http://www.ibw.at/ibw_mitteilungen/art/schn_284_07_wp.pdf
@TomTom: Ich diskutiere ja gerne über alle Varianten der Bildungspolitik und darüber wie man dieProbleme lösen kann. Aber in Österreich geht es ja hauptsächlich darum, wie man Studenten möglichst effektiv abschrecken kann. Und das kanns ja auch nicht sein.
Wieder einmal zeigt sich das österreich deutschland einen schritt vorraus ist. Was hierzulande die ÖVP schon längst geschafft hat ist offenbar der traum des deutschen ÖVP setzlings CDU: ihre bildungspolitik kann sich im europäischen vergleich zwar auch schon sehen lassen, aber die ÖVP hat einfach die nase vorn.
Ich sehe es überall hier in diesen land. Dinge werden gebaut. Politiker halten ihre fahne in den wind "ja, wir wutschteln ordentlich!" und 2 jahre später ist alles vergessen und das neu gebaute verfällt oder sieht zumindest extrem ungepflegt aus. Es passsiert in parks, planetenwegen, dem lhc zeugst (erst geld investieren, dann flüchten vor den ergebnissen) etc blabla.
Grüße aus NÖ.
"Aber in Österreich geht es ja hauptsächlich darum, wie man Studenten möglichst effektiv abschrecken kann. Und das kanns ja auch nicht sein. "
Hmmm.... gabs vor nicht allzu langer Zeit eine eigene "MINT-Offensive"? Vielleicht hab ich da was missverstanden und es ging nicht um die gezielte Bewerbung dieser Fächer, sondern um die Abschreckung. Das würde das teilweise dilettantische Auftreten bei dieser Kampagne erklären. ;-)
Auch die Diskussion über Studiengebühren bzw. Zugangsbeschränkung/managment ist mittlerweile ja schon über das simple "Kategorisches JA-NEIN" hinaus. Stattdessen werden eben mittlerweile von denjenigen, denen es nicht nur um Ideologie geht, in Gesprächen und Diskussionen sehr differenzierte Aussagen getätigt. Dass diese in den Medien dann oft nicht so differenziert dargestellt werden, hat auch etwas mit dem "Marketing-Wert" der Aussagen zu tun.
Ich würde stark bezweifeln, dass es *nur* um Abschreckung geht - momentan ist eine Diskussion im Gange, in dessen Verlauf auch über die Medien diverse Positionen ausgetauscht werden. Ich persönlich habe ja die Hoffnung, dass eine sinnvolle Mittelposition gefunden wird, welche den momentanen Status-Quo ersetzt. Und ich glaube das ist auch realistisch, dass eine Mischung aus zielgerichtete(re)n Mitteleinsatz und mehr Mitteln zusätzlich zu den Fragen "Studiengebühren" und "Studienbeschränkung" kommen wird. Da gehört meines Erachtens auch der Punkt bessere Beratung (in Österreich wird viel zu häufig erst im fortgeschrittenen Studium festgestellt, dass das Studium doch das "falsche" ist) und auch eine Überarbeitung des Stip-Wesens dazu.
Nur wie ich schon sagte: die obige Argumentation: "Wir sollten uns nicht über Gebühren und Zugangsbeschränkung Gedanken machen, weil Österreich ja noch nicht voller Akademiker ist" ist Blödsinn. Eine Akademikerquote an sich ist aussagelos, weil dies auch in Kontext zur Akademikerarbeitslosigkeit bzw. zur "Nachfrage" gesetzt werden muss.
Was sagt denn diese ominöse Akademikerquote schon aus? In den angelsächsischen Staaten sind Krankenschwestern Akademikerinnen, weil die Ausbildung dort an einem "nursing college" stattfindet. In Deutschland ist es eine Berufsfachschule und weil die nicht als tertiäre Ausbildung anerkannt ist, zählen Krankenschwestern (und natürlich Pfleger auch) nicht zu den Akademikern, auch wenn die Ausbildung in Deutschland sowohl nach Inhalt wie nach Umfang der in den meisten angelsächsischen Staaten deutlich überlegen ist.
Oder die Bank- und Versicherungskaufleute. In angelsächsischen Ländern gibt es dafür keine Ausbildung, deshalb stellen Banken einfach Bachelors ein, die irgendwas studiert haben, oft genug Kunstgeschichte oder englische Literatur. Alles nötige wird ihnen dann intern beigebracht. Hier sind das hochqualifizierte Fachleute mit dreijähriger Ausbildung, aber eben ab der Berufsschule.
In der angelsächsischen Welt gibt es die Einheitsschule. Alle students schließen die High School ab. Eine Differenzierung erfolgt dann erst durch den Bachelor, der völlig egal welche majors man wählt, zunächst nur die "Studierfähigkeit" nachweist. Alle professional Berufe erfordern danach das eigentliche Fachstudium (Medizin, Jura, Steuerberatung, etc).
Warum hat bei der Einführung des Bachelors eigentlich niemand gemerkt, dass die soziologische Funktion des Bachelors bei uns eben das Abitur ist?
Was solls, obwohl ich derzeit selbst Studiengebühren bezahle bin ich dafür. Alle Dinge die 'gratis' sind werden als wertlos angesehen oder als 'probier mas mal'.
Nach der Einführung der Gebühren sank die Rate der Abbrecher massiv, denn man musste sich jetzt fragen: Lohnt sich das noch ?
Soziale Härten kann man gezielt mit Stipendien abfangen und wenn der reiche Sohn 10 Jahre studiert finanziert er ärmere doppelt (über Gebühren und Steuern).
Ziel sollte IMO sein, die Anzahl der Studenten auf diejenigen zu reduzieren die klare Vorstellungen haben was sie machen wollen und die unsere Gesellschaft braucht.
Vielleicht ist das ein Milchmädchenrechnung, aber wenn man nur 100.000 willige Studenten betreuen muss anstatt 200.000 willige+unwillige dann müssten sich die Kosten doch reduzieren ?
Ich weiß ja nicht wie es in Österreich aussieht – aber zumindest hier bei den Naturwissenschaftlern in München könnte man die oft beschriehenen Platzprobleme mit denen die Zugangsbeschränkung begründet, meist einfach lösen indem man die Vorlesungen per Videokamera aufnimmt und zeitnah in's Internet stellt. Das wird aber nicht (oder zumindest in keinem Fach das ich kenne) gemacht…
Das Zeigt doch das sowohl die Politik als auch die Verantwortlichen der Universitäten überhaupt nicht an pragmatischen Lösungen interessiert sind. Das ganze ist primär ein Machtspiel zwischen die großen Parteien und den Unileitungen.
@Tomtom: Der Artikel hier war ja jetzt auch nicht wirklich als ausführliche Analyse der Lösungsmöglichkeiten für die Probleme der österreichischen Bildungspolitik gedacht. Sondern als Kritik an der allgemeinen Stimmung unter den Politikern, denen die Unis ziemlich wurscht sind und die es überhaupt nicht interessiert, ob da wer studiert oder nicht und unter welchen Bedingungen. Studenten haben in der Bvölkerung ein schlechtes Image und darum achten auch die Politiker drauf, sich da nicht allzu sehr zu engagieren. Das äußerst sich dann eben in den stereotypen Forderungen nach Studiengebühren, Einsparungen und Zugangsbeschränkungen wenn die Bildungsproblematik angesprochen wird. So als ob es keine anderen Probleme geben.
@ronny: Das Problem sind nicht die Studiengebühren an sich. Das Problem ist, dass die Unis davon nix haben (zumindest in Ö nicht). Und dass sie eine abschreckende Wirkung haben.
1.) Es gibt nur einen Weg, Erkenntnisgewinn zu erzielen: Das ist Bildung (nicht zu verwechseln mit Wissensvermittlung). Und Reisen natürlich.
2.) Es sollte die Aufgabe einer Gemeinschaft (i. e. eines Staates) sein, Bildungsmöglichkeiten für alle bereitzustellen, denn Bildung ist ein Wert an sich.
3.) Das Hochschulsystem ist reformbedürtig.
@Ronny
> Ziel sollte IMO sein, die Anzahl der Studenten auf diejenigen zu reduzieren die klare Vorstellungen haben was sie machen wollen und die unsere Gesellschaft braucht.
Und den Rest, den die Gesellschaft (Wirtschaft ?) nicht braucht, was soll damit geschehen ?
naja wenn aus deutschland die studis nicht in massen kommen würden, dort gibt es übrigens dass alles(aber das weißt du ja noch besser als ich), zugangsbeschränkung finanzieller natur (viel höhere studiengeb), bzw. andere selektionskriterien, was du jetzt so bei der österreichischen politik beklagst.
also ganz ehrlich verstehe ich nicht warum die österreichischen steuerzahler, ausländische studenten subventionieren sollten. natürlich in einem gewissen maß vertretbar, wir sind ja angeblich eine solidargemeinschaft, aber ich glaub ab einem gewissen punkt ist es problematisch.
dennoch hast du recht, dass scheinbar in ösischland, die wissenschaftlich ausbildung nicht den höchsten stand genießt.
liegt aber auch in einer jahrzehntelangen tradition, als student bis du der faule hund, für den man auch noch steuer zahlen muß, und vor dem akademiker machen dann viele den diener.
andererseits, könntest mir vielleicht noch den sinn von 1000e politologien erklären.
es gibt nun mal ein paar überlaufene studien, wo sich die jungmaturanten wenn sie nicht wissen was sie wollen, inskripieren. und die sind dann auch heillos überlaufen.
naturwissenschaftler gibts eh kaum welche, würden sicher auch locker unterkommen. liegt vielleicht auch deshalb weil diese studien anspruchsvoller sind also so wischi-waschi studien
@ Christian:
Hast Du überhaupt auch nur den Hauch einer Ahnung, wie es an den Unis in den verschiedenen Studienfächern derzeit aussieht?
@noch'n Flo
Dann brauch ich eigentlich gar nicht mehr weiter nachfragen. Gerade mal soviel Mitsprachekompetenz, wie die Fische von Verleihnix frische haben.Also wenn ich sowas lese:
@noch n'flo
denke schon. es gibt überlaufene und weniger überlaufene.
und es wird auch am markt vorbei studiert. um eine zutreffende kürzest antwort zu geben.
oder würdest sagen hausnummer technische mathematik ist überlaufen ?
würde auch nicht glauben dass du mehr als einen schimmer hast. denn wenn du nicht im studienplatzmanagement tätig bist.
ich würde mal behaupten es ist kein alltagswissen, zu wissen wie die angebots/nachfrage strukturentwicklung von ca. 150 studien für die nächsten 10 jahre ausschaut.
also ich bin so ehrlich, ich weiß das nicht.
aber ob österreich jahr für jahr 2000 rechtswissenschaftler braucht, bei einem aufnahmestopp im öffentlichen dienst ?
W.S.·
12.08.11 · 22:03 Uhr
ist weder ein Tipp-, noch ein Flüchtigkeitsfehler. Es ist ein Rechtschreibfehler. Ich bin der festen Überzeugung, humanistische Bildung (mit Latein und Griechisch) täte den jungen Leuten gut. Wäre aber schlecht für die Milionenshow *gg*@ W.S
da möchte ich doch gleich noch was deiner humanistischen bildung hinzufügen.
Dipfalscheißer !! hast du gewusst, dass man diesen begriff in südwestdeutschland statt Korinthenkacker verwendet ;-)
und was konkret bringt eine (anscheinend so erstrebenswerte) höhere akademikerquote?
Und wer hätte eine bessere bildungspolitik?
Meine meinung ist: die studiengebühren wie sie waren, waren nicht schlecht. Jede/r der/die das mindeststipendium hatte, bekam sie zurück und alle anderen waren ohnehin keine ernsthaften studenten.
@ blau:
Findest Du es nicht auffällig, dass Du hier dieselbe Rechtschreibschwäche wie "Christian" offenbarst?
*sockenpuppenriech*
@ Christian a.k.a. blau:
Ich bezweifle doch sehr, dass Du wirklich eine Ahnung hast, wie die Bedürfnisse und Mechanismen des aktuellen Arbeitsmarktes aussehen. Oder dass Du jemals eine Uni von innen gesehen hast.
@nochnflo
Welche rechtschreibschwäche? Wenn du damit meine konfuse groß/kleinschreibung meinst: die ist der tatsache geschuldet, dass ich vom handy aus schreibe und ich schlicht keine lust habe dauernd zw. groß- u. kleinschreibung zu wechseln. Sonst habe ich eig. keinen fehler gefunden.
Ad sockenpuppenvorwurf: ich bin zwar nicht christian, aber da du es mir ws. nicht glauben wirst, kannst du dir gerne von florian bestätigen lassen, dass ich es nicht bin
Morgen,
Wie lief/läuft das denn in Ösiland?
@christian
Kommt doch nach Deutschland, hier sind nur die überlaufenen Studiengänge beschränkt. ME. nach bereichert solcher Austausch nur.
Dank EU braucht ihr dazu nix. Gut Hochdeutsch könnte ein Hürde sein, aber Österreicher sind ja keine Schwaben...
@Ronny
Versteh ich nicht. Was ist daran gratis? Warum ist Ausbildung wertlos, wie kann sie das überhaupt sein?
Was ist schlimm am "probieren wirs mal"? Manchmal muss man ein Wagnis eingehen um zu wissen was man will, andere sind dann halt mit 40-45 psychisch/körperlich fertig weil sie seit Jahren etwas tun was sie nicht interessiert und oft nie interessiert hat, das ist nicht meins...
Zum Geld, ich hab vorher eine Ausbildung gemacht und gearbeitet, ich sehe das hier als Ausfall von Lohn und Lebensqualität. Ich hatte es mal ausgerechnet, es geht bei 5 Jahren (mit 1 Jahr Fachoberschule) um über 120k€ netto Lohnausfall, Grundlage meine alten Lohnzahlungen.
Weiter zahle ich natürlich im Laufe meines Lebens dann mehr Steuern als ich als Facharbeiter gezahlt hätte, mehr verdient habe ich dann erst mit 50+ Jahren.
Man sieht ich studiere nicht gratis und ich zahle später sogar mehr Steuern, man blafft mich also auf welcher Grundlage an?! Genau, auf keiner.
Warum will man mir also verwehren in mehrere Studiengänge reinzuschnuppern? (was ich nicht getan habe)
Oder sich beim Studieren mehr Zeit als die Regelstudienzeit zu nehmen? (bei weitem keine 10 Jahre insgesamt)
@nochnflo
auf welche situation beziehst du dich eigentlich, wäre ja das schon nett zu wissen (die deutsche denk ich) ?
die deutsche kenn ich nicht.
die österreichische situation kenne ich schon ein bisschen.
damit du auch mal was gehaltvolles beitragen kannst, könntest mir ja verraten was der arbeitsmarkt mit den 500 publizisten pro jahr machen soll ?
ist zB ein notorisch überlaufenes studium, das am markt "vorbei" produziert.
ich will ja nicht bestreiten, dass es in der ö. unilandschaft immer mehr probleme gibt, aber gerade deshalb sollte man vielleicht versuchen reformen anzugehen, die eben nicht ausschließlich mit mehr geld innert 2 semester zu lösen sind.
da wird es wohl einen intelligenten mix brauchen. vielleicht kannst ja deine expertise einbringen ;-), würde mich jetzt direkt interessieren.
nimm dir ein beispiel am echten florian, und kläre die ahnungslosen auf.
Das Problem beginnt spätestens hier. In Deutschland genauso wie in Österreich und anderswo.
Und es ist auch völlig wurscht, welchen Markt es betrifft. Er wird auf jeden Fall gebildete Menschen brauchen und keine Fachidioten, die den sprachlichen Unterschied zwischen inskribieren und - meinetwegen - Inskriptionsbestätigung nicht wissen, oder - noch schlimmer - negieren. Weil's eh wurscht ist.
"2 x 3 macht 4
Widdewiddewitt und Drei macht Neune.
Ich mach' mir die Welt
Widdewidde wie sie mir gefällt ..."
Zweiter Versuch *g*
Das Problem beginnt spätestens hier.
Es ist mir unbegreiflich, dass immer noch nicht verstanden wird, dass Bildung eines der höchsten Güter ist. Es muss doch möglich sein in der Bildungspolitk mal ein wenig aufzuräumen und eingestaubte Strukturen zu überarbeiten. In Hamburg/Deutschland hat die Uni 10000 Anmeldungen mehr als Plätze. Doppelter Abijahrgang und der Wegfall der Wehrpflicht sind dran schuld. Wusste man ja vorher nicht, kam so plötzlich, man hatte keine Zeit mehr zu reagieren. Und wer darfs ausbaden? Die Jugend, die irgendwann mal die Rente der Entscheider zahlen darf.