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01.03.11 · 10:30 Uhr
Infografik: Die spannensten Exoplaneten
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 17
Wissenschaftliche Ergebnisse (sofern sie nicht einfach abgeschrieben sind) sind natürlich generell nützlich. Aber wenn sie dann noch vernünftig visualisiert werden, dann gewinnen sie noch einmal extra im Wert. Ich habe erst letztens ein paar coole Videos zu den Kepler-Exoplanetenkandidaten gezeigt. Nun haben sich auch die Profis von Information is Beautiful den Exoplaneten gewidmet.
In ihrer echt fantastischen Infografik haben sie sich die "Planeten mit spannenden Geschichten" herausgesucht und gemeinsam mit Informationen zur Entfernung, Temperatur, Größe, Entdeckungsmethoden und anderen nützlichen Infoschnippseln auf eine Grafik gepackt. Hier ein Ausschnitt:
Schaut euch auf jeden Fall die ganze Grafik an! Und jetzt müsste man den Text des Bildes nur noch übersetzen; alles auf ein paar tausend Poster ausdrucken und die dann überall in den Schulen aufhängen!
Autor: Florian Freistetter· 17 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (17)
Nicht ganz so schön aber dafür umfangreicher ist das hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Planetensysteme
Da sieht man auch auf einen Blick bei welchen Sternen man schon mehrere Planeten gefunden hat.
@Arnd: Sorry, aber diese Wiki-Seite ist hoffnungslos veraltet. Wir haben inzwischen über 411 Planetensysteme und über 500 Exoplaneten. In der von Dir verlinkten Wiki ist von 229 Planetensystemen die Rede. Die am besten gepflegte Liste ist und bleibt immer noch die von Jean Schneider: http://www.exoplanet.eu/catalog.php
Ich muß hier jetzt mal eine Frage loswerden, da ich leider in meinen Astrobüchern noch keine Antwort gefunden habe und ich auch in Mathe nicht so gut bin, mir eine entsprechende Gleichung herzuleiten. Wie kann man aus der Oberflächentemperatur eines Sterns den Entfernungsbereich der habitablen Zone bestimmen.
Wirklich tolle Grafik. Wenn das so weitergeht und mit viel Glück schaffen wir noch zu unseren Lebzeiten den "First Contact". Ganz nett ist auch die angedeutete NCC1701 rechts unten. Wofür wir mit heutiger Technologie 110 Millionen Jahre bräuchten, schafft Kirk locker in 12 Tagen...;)
@Oliver Debus: Über Umwege. Die effektive Temperatur verrät Dir, was für ein Typ Stern das ist und wieviel Leistung er ungefähr in welcher Wellenlänge abstrahlt (annähernd Schwarz-Körper-Strahler ). Beispiel: Heißere Sterne sind typischerweise blau-weiß, kühlere rötlich. Du berechnest dann die Bestrahlungsstärke, die mit zunehmenden Abstand vom Stern quadratisch abnimmt und kriegst dann heraus, wieviel Leistung im Abstand x vom Stern ankommt. Dann überlegst Du Dir, wieviel davon wie in Wärme umgesetzt wird und kriegst dann Abschätzungen für die habitable Zone.
Hallo,
auf der y-Achse ist doch die Oberflächentemperatur aufgetragen, oder? -400°C erscheinen mir ein wenig zu kalt
Ansonsten, echt tolle Graphik.
ja, ja, wiedermal die "spannendsten"...
Gibt's keine anderen Adjektive mehr?
@Christiab
Die Achse ist denke ich einfach in °F und das ist fälschlich mit "°C" beschriftet.
-400°F=-240°C
Was das ganze etwas verwirrend macht: Die in °C angegebenen Schmelzpunkte sind, stichprobenartig überprüft, korrekt.
In der Entwurfsversion war das Temperaturminimum noch plausibler: http://www.informationisbeautiful.net/book/process/executing-the-exos/ (ganz unten vorletztes)
Lustig ist auch "Unknown" - so als wäre unklar wie kalt es noch werden kann.. jenseits der -400°C *gg*
Hi,
wirklich qle Grafik, allerdings verwunderte mich die -400°C auch. Ausserdem ist es merkwuerdig, dass die Erde 'oberhalb' der habitable zone liegt :)
@Klaus: "ja, ja, wiedermal die "spannendsten"... Gibt's keine anderen Adjektive mehr? "
Was ist das Problem? Wann habe ich das letzte Mal "spannend" in einer Artikelüberschrift verwendet?
Hallo,
Sehr schicke Grafik, aber das hier verwundert mich ein wenig. Allerdings kenne ich mich auf dem Gebiet auch überhaupt nicht aus.
Wie lässt sich die Windgeschwindigkeit auf so einem Planet abschätzen? Ich dachte man ist schon froh das man den überhaupt sehen kann. Geht das allein über Entfernung zur Sonne und Eigenrotation (Falls man die messen kann)?
nastes
@NK @Marco
Sieht so aus, als ob sich in der Endfassung einfach eine Null zu viel (klassischer Tippfehler also) eingeschlichen hätte, denn im Entwurf steht an der gleichen Stelle "- 40" ... Und das "Unknown" bezieht sich nicht auf die "unbekannte" Untergrenze von Temperaturen, sondern auf die unbekannten Oberflächentemperaturen. Ist grafisch natürlich ein bisschen ungelenk, da es automatisch suggeriert, die "Unbekannten" müssten erheblich kälter sein als alle anderen Planeten - aber wenn man das wüsste, dann wäre die Temperatur ja nicht völlig "unbekannt".
@habitable zone:
Dunkel kann ich mich an das da erinnern:
wurzel([bolometrische leuchtkraft des stern] / [bolometrische leuchtkraft sonne])
und raus kommt die Entfernung angegeben in Astronomische Einheiten.
Bolometrisch ist denk ich der gesamte Strahlungsemssion eines Sterns (also auch UV, usw)
Oder gilt die Formel als so veraltet, dass sie eigentlich nicht mehr in Verwendung ist? (ungenau ist sie auf jeden Fall, da sie "Planetenunabhängig" rechnet, denn mögliche Atmosphärische Effekte kommen darin gar nicht vor)
---
Aber wenn ich schon AstrophysikerInnen hier habe, nütz ich das gleich für eine Frage. ;-)
Es gibt ja noch zwei folgende Sterntypen (die zweite nur hypothetisch): subdwarf B stars und blue dwarf. Soweit ich das verstanden habe:
* subdwarf B stars sind ehmalige Rote Riese, wo durch den Verlust großer Teile seiner Wasserstoffhülle, nur noch der Heliumkern übrig geblieben ist. Eine weitere interessante Überlegung ist ja, dass sie auch durch zwei verschmelzende Weiße Zwerge entstehen könnten.
* ein blue dwarf soll die hypothetische Folge eines Roten Zwerg sein, wenn der Wasserstoff aufgebraucht ist. Rote Zwerge "blasen" sich ja nicht zu Rote Riesen auf, da bei ihnen aber auch mit Zeit die Leuchtkraft zunimmt, werden sie anstatt dessen blauer.
Und beide haben die interessante Eigenschaften, dass sie massearme Sterne sind mit einer hohen Spektralklasse sind.
Wie kann der subdwarf B star das Heliumbrennen aufrecht erhalten? Dazu braucht es doch auch ein Minimum an Druck und damit zusammenhängend die richtige Temperatur beim 3α-Prozess. Oder gibt es noch andere Variationen des Heliumbrennen? Oder reicht das einmalige "Zünden" um die notwendige Temperatur für das Heliumbrennen aufrecht zu erhalten?
Zwerge zeichnen sich doch dadurch aus, dass sie vollständig konvektiv sind. Das ist ja auch einer der Gründe, warum ihre Lebensdauer so lange ist, da sie in dem Sinne keine Schichten ausbilden sondern sich "durchmischen".
Ist das im Fall der blue dwarfs, bzw subdwarf B stars (weil sie ja ihre größte Masse verloren haben) auch der Fall? Sind diese auch vollständig konvektiv? Das würde ja bedeuten, dass sie eine recht lange Lebensdauer haben. Bei größeren Sternen spricht man ja davon, dass sie 90% ihrer Zeit in der Hauptreihe verbringen und den Rest (also 10%) dann als Riese, bis zum entgültigen Ende. Wäre das hier auch zutreffend? Das würde bedeuten, dass ein blue dwarf eine Lebensdauer von (abhänging von der Masse) dutzende bis hundert Milliarden Jahre hat.
Noch eine Frage: ist es eigentlich theoretisch denkbar, dass aus einer Heliumwolke sich äquivalent zur normalen Sternentstehung, ein helimbrennender Stern entsteht - also ohne das Stadium des Wasserstoffbrennen zuvor?
Eine derartige Wolke müsste demnach riesig sein (also noch größer als die Wasserstoffnebeln aus denen normale Sterne entstehen). Ich würde ad hoc sagen, nein, da mit der Zunahme der Wärme durch Kontraktion auch die Strahlung steigt, was eine weitere Massenzunahme wohl effektiv verhindert. Das Objekt könnte als niemals groß genug sein, so dass die notwendigen Drücke und Temperaturen erreicht werden, um das Fusion aus Helimkernen zu erreichen.
Falls keine Lust hier große Antworten zu finden, würde ich mich auch über Links zu prints freuen. Danke schon mal.
Seh ich das eigentlich richtig? Die Erde ist am RAND der habitablen Zone? Oder fehlinterpretiere ich das nur?
Mich wundert die Zeit angaben etwas. Sie sagen – wenn ich mich nicht verrechnet hab – das die derzeit technisch maximal mögliche Geschwindigkeit für eine Raumsonde zu Exoplanten 45 km/s sei.
Ich hatte mir da was höheres vorgestellt, schließlich haben wir schon in den 70ern mit Helios 70 km/s geschafft.
Auch wenn wir damals nicht gegen das Gravitationspotential des Sonnensystems fliegen mussten, kommen mir im Vergleich dazu 45 km/s für ein technisches Maximum wenig vor.