Blog durchsuchen
Profil

Florian Freistetter promovierte am Institut für Astronomie der Universität Wien und hat danach an der Sternwarte der Universität Jena und dem Astronomischen Rechen-Institut in Heidelberg als Astronom gearbeitet. Zur Zeit lebt er in Jena, bloggt über Wissenschaft und schreibt manchmal Bücher:

krawummklein.PNG

2012klein.jpg


« vorheriger Beitrag  · nächster Beitrag »

03.01.11 · 06:27 Uhr

Wissenschaft vs. Kreationismus am Beispiel einer Facebook-Diskussion

Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 24

Bei Pharyngula wurde gerade diese nette Facebook-Diskussion gepostet:

facebookgenius.jpeg

Diese "Diskussion" ist ja schon so klischeehaft das man sich fragt, ob sie ernst gemeint war... Da versteht ein Kreationist (oder eine Kreationistin?) das "Goldilocks"-Argument; also die Tatsache das sich ein Planet im richtigen Abstand vom Stern befinden muss um Leben zu ermöglichen, völlig falsch. Und als man ihn darauf hinweist, dass das was er sagt so nicht ganz richtig ist und das der Spielraum schon ein wenig mehr als 3 Meter (10 ft) beträgt und die habitable Zone um die hundert Millionen Kilometer umfasst wird er pampig und verbittet sich jede Korrektur.

lalalala_beavercanthearyou.jpg


Flattr this

 

Autor: Florian Freistetter· 24 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

Tags: · · · · · ·

Kommentare (24)

Kommentar-Direktlink Christian· 03.01.11 · 07:54 Uhr

So läuft die Kommunikation bei vorpubertären Teenagern nunmal.

Kommentar-Direktlink Albert· 03.01.11 · 08:16 Uhr

Ein paar hundert Millionen Kilometer scheint mir als habitable Zone etwas viel. Ich denke hier kam wider Willen eine weitere 0 hinzu. Nahezu alle Modelle die ich kenne liefern eine habitable Zone von unter 100 Millionen Kilometer. Auch der Facebook User weißt auf eine habitable Zone von 38,5 Millionen Meilen (etwa 62 Millionen Kilometer) hin.

Author Profile Page Florian Freistetter· 03.01.11 · 08:31 Uhr

@Albert: Naja - 60 Millionen km ist einer der üblichen Werte - aber man kann die HZ im Sonnensystem auch z.B. durchaus von Erd- bis Marsbahn definieren; dann wären es ~200 Millionen km. Wie gesagt; das ist stark modellabhängig. Vielleicht schreibe ich lieber "etwa 100 Millionen km" - das kommt dann so oder so hin.

Kommentar-Direktlink Lars Fischer· 03.01.11 · 08:35 Uhr

Es gibt auch ein schönes Beispiel für Kreationisten vs. Mathe, das wie üblich mit technischem K.O. endet...

Kommentar-Direktlink Tomalak· 03.01.11 · 09:10 Uhr

Wenn es denn wenigstens "lalala I can't hear you" wäre... Meistens ist es eher so: http://youtu.be/n16PpvdpMXo

Kommentar-Direktlink Tom· 03.01.11 · 09:43 Uhr

Hehe, nette Diskussion. Aber Florian, ich denke diesmal liegst du ziemlich daneben. Selbstverständlich ist diese Antwort nicht so gemeint. Das ist Humor und nicht unüblich. Siehe Stephen Colbert.

Die Antwort ist viel zu dumm um ernsthaft so gemeint zu sein. Er stellt ja seine Ignoranz und Unwissenheit bewusst zur Schau.

Du hast hier wohl in diesem Blog so viel Unwissenheit und Borniertheit gesehen, dass du gar nicht mehr weisst, was man von solchen Sprüchen halten soll.

Kommentar-Direktlink S.S.T.· 03.01.11 · 09:44 Uhr

@Lars Fischer

Exponentialfunktionen sind für Viele halt nicht verständlich bzw. fassbar/vorstellbar.

Wie war das nochmal mit dem Bakterium, das sich alle 20 Minuten teilt (und sich damit in der Länge verdoppelt), wann hat es einen Lichtstrahl eingeholt, der zu Beginn gleichzeitig abgeschickt wurde?

Author Profile Page Florian Freistetter· 03.01.11 · 09:47 Uhr

@Tom: "Du hast hier wohl in diesem Blog so viel Unwissenheit und Borniertheit gesehen, dass du gar nicht mehr weisst, was man von solchen Sprüchen halten soll. "

Gerade WEIL ich so viel Unsinn gesehen habe weiß ich, dass eigentlich nichts zu dumm ist, um von Menschen geglaubt und im Brustton der Überzeugung vertreten zu werden. Hier läuft zum Beispiel immer wieder ein Astrologe rum, der steif und fest behauptet, die Sonne wäre lebendig. Oder Leute, die in telepathischen Kontakt mit Außerirdischen stehen. Einfache Faktenleugnerei ist da absolut nichts außergewöhnliches - und gehört in unterschiedlich starker Ausprägung zum Standardrepertoire der Religiösen. Immerhin widerspricht Religion in den meisten Formen der Realität massiv...

Kommentar-Direktlink Stefan· 03.01.11 · 10:00 Uhr

@ Florian Freistetter
"Oder Leute, die in telepathischen Kontakt mit Außerirdischen stehen"

da fällt mir die lustige Anektode aus dem Buch "Eine Geschichte von fast allem ein", wo ein Wissenschaftler erzaehlte, wenn er Leute begegnet die davon berichten das sie im Kontakt mit Ausserirdischen sind und so Zugriff auf ihr Wissen haben, er sie immer nach dem Beweis für "Fermats letztes Theorem" fragt.
(natuerlich nie ohne Antwort :) )

Kommentar-Direktlink cimddwc· 03.01.11 · 10:38 Uhr

Tja, wie ernst das gemeint war, ist schwer zu sagen, aber das "everrrr" spricht m.E. eher für "nicht wirklich ernst". Trotzdem – Leute, die wirklich so reagieren, gibt's durchaus.

Ach ja, wo wir schon bei Korrekturen sind: entweder er verbittet sich Korrekturen, oder er verbietet Korrekturen. Aber er verbietet sie sich nicht selbst. </grammarkorinthennazimodus> :)

Kommentar-Direktlink MartinB · 03.01.11 · 10:44 Uhr

@Stefan
Da empfehle ich Robert Forwards "Flug der Libelle". Die dort auftauchenden Aliens sind Mathe-genies und haben zum fermat-Problem ganz trocken gesagt: "Ein blödes Problem", weil die Lösung uninteressant sei. Fand ich nen ziemlich cleveren Schachzug...

Kommentar-Direktlink Niels· 03.01.11 · 10:55 Uhr

Es ist schon bekannt, dass der Große fermatsche Satz seit 1995 bewiesen ist, oder?

Author Profile Page Florian Freistetter· 03.01.11 · 11:01 Uhr

@Niels: "Es ist schon bekannt, dass der Große fermatsche Satz seit 1995 bewiesen ist, oder? "

Ja, aber wissen das auch die Aliens? ;)

Carl Sagan fragte übrigens immer auch nach der Goldbach-Vermutung: http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2009/08/10-fragen-die-man-einem-alien-stellen-konnte.php

Kommentar-Direktlink Christian Berger· 03.01.11 · 11:26 Uhr

Solch schlechte Diskussionskultur ist aber nicht nur da üblich. Ein typisches Beispiel sind auch Windows-Fanboys. Die nehmen als Argument, dass ihr System besser sei, dass sie sich mit Linux nicht auskennen. Fragt man sie dann aber über wichtige Dinge in Windows sieht man dass sie sich auch unter Windows nicht auskennen.

Unter solchen Leuten gibts dann übrigens auch richtigen Aberglauben und so was. Das ist wirklich faszinierend zu beobachten. Wenn bei denen mal zufällig was ging und die am vorher ein Lamm gegessen haben, so schlachten die beim nächsten Problem auch wieder eines.

Kommentar-Direktlink Tom· 03.01.11 · 12:04 Uhr

Christian Berger: Für eine Diskussionskultur ist es aber auch nicht gut, immer neue Themen reinzuwerfen. Zum Beispiel Kreationismus mit der Windows-Linux-Mac Diskussion zu vermischen. Das gibt nur böses Blut. Besonders wenn man dabei nur eine Seite beleuchtet. Fanboys gibt es im Linux, Mac und Windows Lager. Die nehmen sich doch alle nichts. Fanboys sind echt nervig. Und egal für welches System man sich entscheidet, man wird immer dumm angemacht und muss sich vor irgendwelchen Skript Kiddies erstmal rechtfertigen wieso man sich jetzt doch für Windows/Linux/Mac entschieden hat.

Kommentar-Direktlink Christian Berger· 03.01.11 · 13:26 Uhr

@Tom: Stimmt

Kommentar-Direktlink peter· 03.01.11 · 13:45 Uhr

Eine schöne illustration dazu: http://gerdistan.soup.io/post/98158932/Bild

Kommentar-Direktlink Nele· 03.01.11 · 14:21 Uhr

@tom
Bei den Kommentatoren dieses Pharyngula-Eintrags taucht die Möglichkeit überhaupt nicht auf, dass der Facebook-Eintrag und die Antwort auf die scientific facts ironisch gemeint sein könnten. Und bei dem, was ich bei amerikanischen Fundamentalchristen schon an völlig ernst gemeinten stupendösen Hirnaussetzern im Internet gelesen habe, kommt mir dieser Austausch auch überhaupt nicht bemerkenswert vor. Wir sind hier im säkularen, prinzipiell wissenschaftsaffinen Europa dergleichen einfach nicht gewöhnt.

Kommentar-Direktlink Tobias· 03.01.11 · 15:24 Uhr

@Stefan ganz einfach: y^2=x*(x-a^n)*(x+b^n) ist eine nicht modulare Kurve, darum kann a^n+b^n=c^n nur in spezialfällen aufgehen
Das ER mir das sagen kann heißt nich das ich das auch verstehe!

Kommentar-Direktlink mat· 03.01.11 · 15:26 Uhr

Glaube und Wissenschaft sollten einfach niemals vermischt werden. Ich habe nicht das geringste Problem, das Bedürfnis eines Menschen zu respektieren, der einen Glauben für sich aufrechterhalten möchte bloß: er/sie soll mir bloß nicht kommen und das zu einer Wissenschaft deklarieren. Wieso in aller Welt kann sich die Rechtfertigung von Glaube nicht darauf beschränken zu sagen was Sache ist, nämlich "weil es mir gut tut" oder "weil es eine Stütze für mich ist". Glücklicherweise kenne ich einige Gläubige die so sind und gleichzeitig bereit sind, zuzugeben dass es kein wissenschaftliches Fundament gibt. Das wäre, um Orwell zu zitieren, für mich so eine Art "Zwiedenken", das ich aber jederzeit akzeptieren kann. Warum, wieso, weshalb bloß immer die Quadratur des Kreises versuchen?

Kommentar-Direktlink Cursa· 03.01.11 · 16:10 Uhr

Ich denke, sie (oder er) will vielleicht auf der eigenen Facebook Seite keine Kritik.
Und auch wenn der vergleich jetzt hinkt - zu Zeiten des BP Oil Spill hat BP es ja auch mit greenwashing versucht. Und ich selbst kenne das von anderen sozialen Netzwerken oder Blogs. Da werden kritische Kommentare halt gelöscht.
Oder es wird so gegen Kritik vorgegangen. Die Generation doof, zu denen alle zählen, die nach 1970 geboren sind, macht das nun mal so. Ich kenn auch RL jemanden, wenn der sagt grün ist blau, dann duldet er keine widerrede. Das kratzt an seiner Autorität.

Kommentar-Direktlink Thomas J· 03.01.11 · 17:22 Uhr

Generation doof? Wasn das fürn Quatsch?

Kommentar-Direktlink Cursa· 03.01.11 · 18:17 Uhr

"generation doof" ist der Titel eines Buches, welches ich mal vor ca. zwei Jahren gelesen habe. Und es deckt sich mit dem, was da in dem Facebook - Posting passiert sowie mit meinen eigenen Beobachtungen, auch an mir selbst und an anderen. Es ist also direkt verifizierbar. :-)
Solch ein Sozialverhalten entsteht zum grossen Teil durch die Medien, und durch die Einstellung des Umfeldes. Man kommt von der Arbeit, und schaltet die Glotze ein. Von da an lebt man in einer Welt,die vor Perfektion strotzt. Man wird verblendet, selbst wenn man heute "seriöse" Nachrichten guckt. Es geht immer nur nach vorn. Es gibt keine Niederlagen. Und wenn man selbst, wie eben in dem Facebook - Posting erwischt wird, dann wird versucht selbst diese Niederlage noch irgendwie in einen Sieg umzuwandeln.
Image ist eben alles. Doof sein ist ok. Man muss es nur verstecken können.

Kommentar-Direktlink H.M.Voynich· 03.01.11 · 21:06 Uhr

@cursa:
"Generation Doof" ist ein extrem schlampig recherchiertes Buch, welches lediglich Klischees im Internet zusammengeklaut hat bzw. auf sie hereinfiel. Bitte wirf es weg, oder betrachte es als reine Unterhaltung.

Kommentar schreiben

Netiquette·AGB

 

ScienceBlogs.com

mehr auf www.scienceblogs.com »