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06.07.10 · 11:05 Uhr
Atombomben im Weltall: Starfish Prime und der atomare Regenbogen
Kategorie: Naturwissenschaften·Technik·Umwelt · Kommentare: 37
In den 1950er und 1960er Jahren haben die USA und die Sowjetunion einige seltsame und erschreckende Dinge mit Atombomben angestellt. Über eines dieser Projekte berichtete kürzlich das National Public Radio: Starfish Prime. Dabei wurde eine Atombombe ins All transportiert und in 400 Kilometer Höhe gezündet.
Ausgangspunkt dieses Tests war eine Entdeckung des amerikanischen Wissenschaftlers James van Allen. 1958 entdeckte er die heute nach ihm benannten Van-Allen-Gürtel. Das sind torusförmige Gürtel die die Erde umgeben. In ihnen befinden sich geladene Teilchen aus der kosmischen Strahlung die im Magnetfeld der Erde eingefangen wurden. Der innere Van-Allen-Gürtel befindet sich zwischen etwa 100 und 1000 Kilometer Entfernung von der Erde; der äußere zwischen 15000 und 25000 Kilometer Entfernung.
Das war eine faszinierende Entdeckung - und ebenso fasziniert an diesen Strahlungsgürteln war das amerikanische Militär. Der Wissenschaftshistoriker James Fleming hat herausgefunden, dass Van Allen noch am selben Tag an dem er die Entdeckung bekanntgab, zugestimmt hatte, an einem militärischen Projekt teilzunehmen, bei dem der Gürtel mit Atombomben beschossen werden soll um zu sehen, ob man ihn so aufbrechen bzw. beeinflussenn konnte.
Man wollte u.a. wissen, ob so eine Explosion die Detektion von Nuklearraketen erschweren würde, ob man die Wucht der Explosion über die Van-Allen-Gürtel auf bestimmte Ziele auf der Erde lenken konnte oder ob sich die Form der Gürtel durch so eine Explosion verändern lässt. Auch wenn die wissenschaftliche Basis für die Nutzung der Gürtel als Waffe ziemlich dünn war - dem Argument "Wenn wir es nicht machen, machen es die Russen" war wenig entgegenzusetzen und so flog am 9. Juli 1962 eine Rakete mit einer Atombombe an Bord Richtung Van-Allen-Gürtel.
Was dann kam, war - glücklicherweise - hauptsächlich eine fantastische Lichtshow. Durch den elektromagnetischen Impuls kam es zwar auch zu Ausfällen von Satelliten und elektrischen Geräten - aber der beeindruckenste Effekt waren die bunten Lichter am Himmel. Denn die Explosion im All erzeugte jede Menge geladene Teilchen die dann mit dem Stickstoff und dem Sauerstoff in der Erdatmosphäre reagierten und - so wie bei den Polarlichtern - den Himmel bunt färbten. Das sah dann z.B. so aus:
Auf der NPR-Seite gibt es auch noch ein sehr schönes Video. Aber wenn man das einbetten will, dann bekommt man nur den Ton der Radiosendung...
Autor: Florian Freistetter· 37 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (37)
Was ist denn außer der Lightshow noch bei dem Experiment herausgekommen?
Guten Tag!
Schon Captain Kirk wusste ja, dass man Probleme am einfachsten löst, indem man darauf schießt.
Dass aber das US-Militär auch mal auf was schießt, wenn es - noch? - gar kein Problem gibt - das würde Spock wahrscheinlich faszinierend finden, vielleicht aber auch highly illogical.
Aber was ich am unglaublichsten finde: Die hatten offenbar kein Problem damit, nicht bloß nukleares Material, sondern gleich eine A-Bombe ihrer höchst unsicheren Rakete anzuvertrauen.
Wenn man sich so betrachtet, wie oft wir an Katastrophen der schlimmsten Sorte vorbeigeschliddert sind - it's a wonderful world!
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Harald Leinweber
Was da noch herauskommt? Haufenweise Verschwörungstheorien. Wenn du nämlich den HAARP-Schwaflern eine Weile zuhörst, kommen die garantiert auf genau das hier. Hab ich schon irgendwo hierin irgendeiner Komentarabteilung gelesen, deshalb hab ich da vor einiger Zeit mal - Entschuldige, Dieter - die Wikipedia bemüht, um mich da etwas schlauzumachen.
Wie FF schon schreibt: eigentlich war außer Disco Lights nix dolles. Aber die HAARPianer wollen damit belegen, daß man mit der Anlage in Alaska alles mögliche kann. Beispielsweise Kaffeekochen in Timbuktu oder das Wahlkreuzchen in der richtigen Zeile in Indonesien. *gähn*
Hm, Wikipedia hat da was: http://de.wikipedia.org/wiki/Starfish_Prime
Was ist mit Radioaktivität? Warum sagst du dazu nichts?
Irgendwie gibts in dem Video nur das Titelblatt zu sehen :/
Ach Mist, hab irgendwie ne halbfertige Artikelversion gesehen. Kannst beide Kommentare löschen, wenn du magst.
Das paßt ja wie Arsch auf Eimer.
Ich war gerade noch mal drüben bei Herrn Berger und las einige Kommentare, als mir wieder einmal Frau v. Werlhof begegnete.
*Tusch*
http://fipaz.at/PBME4.pdf
Ab Seite Drei gibts dann auch Starfish Prime und HAARP. (Plus natürlich haufenweise anderen völlig idiotischen Dreck, der sich bei Broers und Bremer ordentlich wohlfühlen würde,)
q.e.d.
Das paßt ja wie Arsch auf Eimer.
Ich war gerade noch mal drüben bei Herrn Berger und las einige Kommentare, als mir wieder einmal Frau v. Werlhof begegnete.
*Tusch*
http://fipaz.at/PBME4.pdf
Ab Seite Drei gibts dann auch Starfish Prime und HAARP. (Plus natürlich haufenweise anderen völlig idiotischen Dreck, der sich bei Broers und B.remer ordentlich wohlfühlen würde,)
q.e.d.
Ich wäre dafür, das ganze viel öfters zu machen... wunderschön & abrüsteffekt!
Mit welchen Risiken war das Projekt verbunden?
Dzt würden wohl mehr als nur "paar Satelliten" ausfallen.
Ich glaube, ein Satellitenausfall anno 1958 führte nur zu verringertem Piepen aus dem All. Heutzutage würde u.U. auch mal der Fernseher schwarz werden - Aufruhr und Revolution wäre die Folge
Nebenbei: JAMES FLEMING? Das hat doch was zu bedeuten ...
@Ulrich: "Was ist mit Radioaktivität? Warum sagst du dazu nichts?"
Jawohl! Sofort! Besonders dann, wenn man mich so nett auffordert...
Oder vielleicht gibts dazu auch nicht viel zu sagen, weil eine Atombombenexplosion 400 km hoch im All auf der Erde nicht wirklich Radioaktivität erzeugt...
Vemutlich ist da gar nicht viel zu sagen. Also:
Dem Wikipedia-Link nach zu urteilen war das ein W-49-Sprengkopf mit 1,450 MT - also eine Wasserstoffbombe. Primäre Spaltprodukte schauen da nicht viele raus, allenfalls für die Trigger-Zündung. Das ist nicht viel, und in 400 km Höhe reichlich weit ab vom Schuss. Radioaktiven Fall-Out konnte es nicht geben, weil außerhalb der Atmosphäre nichts da war, was hätte kontaminiert werden können. Harte elektromagnetische Strahlung (Gammastrahlung, Röntgenstrahlung) gab es zwar jede Menge, aber die durchdringt selbst nicht die Atmosphäre; die sekundären Impulse bringen zwar Elektrogeräte durcheinander, sind aber an sich nicht gefährlich.
Die größte Gefahr, das hat Harald Leinweber ganz richtig gesehen, war der Launch einer Rakete mit einer echten sehr großen Bombe - wobei mir aber nicht geläufig ist, wann die unterwegs "scharf" wird.
"Ich wäre dafür, das ganze viel öfters zu machen... wunderschön & abrüsteffekt!"
Wäre ich auch für und dass man einige mit draufschnallt für einen Freiflug ins All.
Also das ist ja mal ein Quark! Bei manchen finde ich ihr Wissen für recht gefährlich!
@ klauszwingenberger
Tatsächlich ging dieser Test im ersten Anlauf schief. Der Motor der Thor-Rakete fiel nach etwa 1 Minute Flugzeit aus und der gesamte Appart wurde in 10 Kilometern Höhe gesprengt. Die 1-Punkt Sicherung (bei Gun-Designs zum Beispiel ein Tungstenstab im "Lauf", der vor der Zündung entfernt werden muß) funktionierte und es gab keine atomaren Kettenreaktionen. Trümmer der Rakete fielen auf Johnston Island, Teile des Gefechtskopfes auf Sand Island.
Die 1-Punkt-Sicherung wurde bei dem dann schließlich erfolgreichen 2. Versuch nach der Trennung des Gefechtskopfes von der Rakete entfernt, die elektrischen Verbindungen (redundante, getrennte Kabel zur Auslösung der Initialladungen) werden erst kurz vor Zündung vollständig hergestellt.
Meines Wissens erzeugte der Test vorübergehend einen zweiten, künstlichen, "Van Allen Gürtel". Aus wissenschaftsethischer Sicht war das Vorgehen der Wissenschaftler und Militärs damals höchst unvorteilhaft und wenig verantwortungsbewußt. Anlaß zur Begeisterung gab diese Vorgehensweise m.E. nicht....
Starfish Prime war ein Versuch in der insgesamt 36 Tests umfassenden "Dominik" Testreihe und seine besonderen Unwägbarkeiten gingen wahrscheinlich einfach im Betrieb unter.
Bullet·
06.07.10 · 14:28 Uhr
Gibt es dazu Seriöses zu lesen? Ich seh nur die Spinner davon faseln, und dann bin ich erstmal vorsichtig ...Starfish
The second planned test of Operation Fishbowl was on 19 June 1962. The launch of a Thor missile with a nuclear warhead occurred just before midnight from Johnston Island. The Thor missile flew a normal trajectory for 59 seconds; then the rocket engine suddenly stopped, and the missile began to break apart. The range safety officer ordered the destruction of the missile and the warhead. The missile was between 30,000 and 35,000 feet (between 9.1 and 10.7 km) in altitude when it was destroyed.
Some of the missile parts fell on Johnston Island, and a large amount of missile debris fell into the ocean in the vicinity of the island. Navy Explosive Ordinance Disposal and Underwater Demolition Team swimmers recovered approximately 250 pieces of the missile assembly during the next two weeks. Some of the debris was contaminated with plutonium. Nonessential personnel had been evacuated from Johnston Island during the test.
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/02/Rad-cleanup.jpg
Wo ist das Problem? Das kam erst als der Test tatsächlich funktionierte:
Starfish Prime
caused an electromagnetic pulse (EMP) which was far larger than expected, so much larger that it drove much of the instrumentation off scale, causing great difficulty in getting accurate measurements. The Starfish Prime electromagnetic pulse also made those effects known to the public by causing electrical damage in Hawaii, about 1,445 kilometres (898 mi) away from the detonation point, knocking out about 300 streetlights, setting off numerous burglar alarms and damaging a telephone company microwave link.
@ Bullet
Hab ich aus "informierten Kreisen" gehört. Ob die Geschichte es in die Literatur geschaft hat oder wahr ist weiß ich nicht. Aber das affine Regionen Quanten der abgestrahlten Energie kurzfirstig hätten halten können, erscheint mir durchaus möglich.
@Ockham
Gun-Design...Tungstenstab...
Geht's noch a bisserl schwurbeliger?
Folgt man dem Wiki-Link auf die englische Seite, kommen noch ein paar andere Dinge ans Licht: Starfish Prime war wohl der stärkste, aber längst nicht der einzige derartige Versuch. Rund um 1960 gab es da mehrere Testreihen im kT-Bereich.
Ein EMP-Effekt war übrigens auch, dass man auf einen Streich sieben der damals noch raren Telekommunikationssatelliten, darunter Telstar 1, die Lebenslichter ausblies. Dem Vernehmen nach war man über solche Folgen "irritiert". Haha.
@ Basilius
Wie wärs wenn Sie sich erstmal informieren, bevor sie derartige Kommentare verfassen?
Ockham 1)
Nun ja ... auf Deutsch wird sowas "Wolfram" genannt. Und da muß ich Basilius zustimmen: solche Fehlpässe deuten daraufhin, daß der Autor des deutschen Textes nicht weiß, was er übersetzt.
Ockham 2)
"Aber das affine Regionen Quanten der abgestrahlten Energie kurzfirstig hätten halten können, erscheint mir durchaus möglich."
"Für möglich halten" ungleich "möglich sein".
Ich halte fest: keine seriöse Quelle.
@ Bullet
Ich spreche seit 10 Jahren kaum noch Deutsch im Alltag und beruflich schon viel länger nicht mehr.
Wie gesagt, ich habe die Informationen zum zweiten Van-Allen-"Gürtel" (Region wäre wohl der bessere Begriff) von Leuten die es wissen könnten. Obs stimmt weiß ich nicht, also behaupte ich es auch nicht.
Also da jagten ein Haufen (zugegebenen aüßerst kluge) Wissenschaftler im Zusammenschluss mit einem Haufen paranoider (und vieleicht auch grössenwahnsinnge) Militärs eine Atomrakete ins All ohne wirklich genau zu Wissen, was letztlich passieren wird und hier unten wundert man sich warum der gemeine Otto Normalverbraucher glaubt das Wissenschaftler vieleicht ein bisschen gefährlich sein könnten...
Bullet·
06.07.10 · 15:52 Uhr
Das wär toll. Jedoch: Warum schriebst du dann oben Nicht "unbestätigten Gerüchten zufolge" oder "einige Quellen behaupten", sondern "Meines Wissens. Doch, das ist eine Behauptung.Hier über eine Stunde Filmmaterial zu Fishball:
http://www.youtube.com/watch?v=KZoic9vg1fw
Da aschau einer an, da interesiert man sich seit vielen Jahren für den Kalten Krieg und dann findet man durch zufall dieses Projekt. Damals haben wohl beide Seiten einen haufen Mist gemacht nur um zu sehen ob man die andere Seite damit angreifen kann.
"TUNGSTEN CARBIDE RODS!?!
What the bloody heck are TUNGSTEN CARBIDE RODS?"
Ockham: "It's something they use in gun-design father."
@Basilius Gun-Design - aber bitte, bitte nicht nachbauen!
The Formation of Artificial Radiation Belts. Effects On Satellites.
Before the discovery of the natural Van Allen belts in 1958, N. C. Christofilos had suggested in October 1957 that” many observable geophysical effects could be produced by a nuclear explosion at high altitude in the upper atmosphere. This suggestion was reduced to practice with the sponsorship of the Advanced Research Project Agency (ARPA) of the Department of Defense and under the overall direction of Herbert York, who was then Chief Scientist of ARPA. “It required only four months from the time it was decided to proceed with the tests until the first bomb was exploded. ” The code name of the project was “Argus.” Three events took place in the South Atlantic. Data, yields, and locations are shown in Table I. Following these events, artificial belts of trapped radiation were observed.
http://www.fas.org/sgp/othergov/doe/lanl/docs1/00322994.pdf
Weder erschreckend noch seltsam, sondern solide Physik möglich gemacht durch die äußerst praktische Atombombe.
da gab es 2004 mal einen Artikel in der Telepolis über "Atombomben im Weltall"
@Anhaltiner
Here are my gun-design specifications based on YOUR suggestions: Diagram of a gun-type fission weapon
@Ockham
Ich glaube, da bleibe ich bei meinem vorherigen Kommentar, auch wenn er ihnen zu derartig? war: Geht's noch a bisserl schwurbeliger?
Falls ich mich selber zu ungenau ausgedrückt habe: Bullet hat das hier schon so erkannt, wie ich es gemeint habe.
@Basilius
Oh unser Gedächtnis! Das korrekte Zitat wäre so gegangen: "What the bloody hell's tungsten carbide..."
Das Jahr 1962 kommt mir bekannt vor - richtig, es war das Jahr der Kubakrise. Rückblickend ist es kaum zu glauben, dass auf dem Höhepunkt des kalten Krieges niemand Skrupel hatte, mit derartigen Versuchen womöglich einen fatalen Alarm auf der anderen Seite auszulösen. Dem Abgrund waren wir damals offenbar noch viel näher, als wir uns das vorstellen.
K.H. Scheer - üblicherweise nicht gerade zimperlich im Umgang mit außerirdischen Invasoren - schrieb den Roman "Die Großen in der Tiefe". In jenem war die Vernichtung eines großen Teils der Menschheit durch einen Atomkrieg zwischen der UdSSR und den USA Schuld einer Bananenschale bzw. eines Kindes, das jene Schale achtlos weggeworfen hatte. Ich finde es bemerkenswert, daß solche für mich als Kind grotesk erscheinenden Situationen in Rückschau betrachtet immer realistischer werden bzw. ich gut daran getan hätte, diese "Spinnereien" als greifbarer einzuschätzen als ich es tat. Mir wird immer noch ganz anders, wenn ich an gerade diese Kuba-Krise denke, die ich ja schon nur als Rückschau erlebte. Die Schlagzeile im B.Z.-Jahrbuch auf der Seite von 1962 "Kuba-Krise bringt die Welt an den Rand des Atomkrieges" fand ich damals etwa zu aufgeregt.
Heute? Gänsehaut.
@advocatus diaboli: Also, weil die Kombi paranoide Militärs + Wissenschaftler vielleicht nicht so gut ist, unterstellt man allen Wissenschaftlern, die in der Regel einen paranoiden Militär nicht mal aus der Ferne kennenlernen können, dass Sie potentiell böse sein könnten? Kollektivschuld und Vorverurteilung. Klasse. Wirft irgendwie kein gutes Licht auf Deinen "Otto Normalverbraucher".
Ach und wenn Du Deinen Gedanken wirklich zu Ende denkt, dann würde ich vorschlagen, dass Dein "Otto Normalverbraucher" vielleicht mal Hämmer in den Waffenschrank stellen und nur unter strengen Auflagen verkaufen darf. Denn in der Kombination mit einem Psychopathen sind die auch Mordwaffen.
Ich hoffe sehr, dass die Menschen da draußen klüger und gerechter sind, als Du es hier unterstellst. Denn ganz ehrlich. Mit so arroganten Vollidioten will ich eher nichts zu tun haben.
@ Bullet: damals gab's mich schon, ich war 5. Eine ganz merkwürdige Stimmung damals, meine Eltern kannten Krieg noch aus eigener Anschauung. Ich entsinne mich noch ganz gut daran, wie am Kaffeetisch mit großem Ernst diskutiert wurde, ob wir wohl wieder einen Krieg bekommen würden. Rückblickend: gruselig. Und wie nah wir dran waren, lerne ich heute scheibchenweise.
Da fällt mir doch gleich der gute alte Philip K. Dick und sein 1963 erschinener Roman Roman "Dr. Bloodmoney or how we got along after the bomb" ein, auf deutsch zuletzt als "Nach der Bombe" erschienen. Wenn ich mich recht erinnere, waren da auch Atomversuche in höheren Athmosphärenschichten Auslöser von Katastrophen. Besonders nett: Der bösartige Phokkomelus Hoppy Harrington. Nach der en.Wikipedia wurde der Roman sogar für den Nebula Award nominiert.