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Florian Freistetter promovierte am Institut für Astronomie der Universität Wien und hat danach an der Sternwarte der Universität Jena und dem Astronomischen Rechen-Institut in Heidelberg als Astronom gearbeitet. Zur Zeit lebt er in Jena, bloggt über Wissenschaft und schreibt manchmal Bücher:

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09.06.10 · 12:56 Uhr

Auf der Sonne gibts jede Menge zu sehen!

Kategorie: Naturwissenschaften·Umwelt

Nachdem ich gestern schon so ein schönes Bild vom Mond gezeigt habe, muss heute natürlich auch noch die Sonne an die Reihe kommen. Da trifft es sich gut, dass es heute beim Astronomy Picture of the Day ein besonders schönes Bild von unserem Stern gibt.

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Bild: Alan Friedman

Hu! Tolles Bild! Die Farben sind zwar nicht echt, aber das macht ja nichts. Aufgenommen wurde das Bild nämlich mit einem sogenannten Hα-Teleskop. Das ist ein Teleskop mit einem speziellen Filter, der nur Licht mit einer Wellenlänge von 656,28 Nanometern durchlässt. Das liegt im roten Bereich des sichtbaren Teils des elektromagentischen Spektrums und entsprecht genau der Wellenlänge, die emittiert wird, wenn ein Elektron in einem Wasserstoffatom vom dritten zum zweiten Energieniveau herabfällt (Balmer-Serie). Licht dieser Wellenlänge eignet sich hervorragend, um die oberste Schicht der Sonne zu beobachten. Und wenn man das monochromatische Bild nachher noch ein bisschen einffärbt, schaut es gleich noch viel toller aus ;)

Auf dem Bild sieht man auch die Granulation der Sonne wunderbar. So wie Waser in einem Topf beim Kochen Blasen wirft, "brodelt" auch die Sonnenoberfläche. Durch Konvektion wird ständig Material aus dem Inneren nach oben transportiert wo es dann abkühlt und wieder hinunter sinkt. Solche Granulen sind bis zu 1000 km groß und haben eine Lebenszeit von einigen Minuten.

Am Rand der Sonne kann man einige tolle Protuberanzen sehen - und man sieht das Phänomen der Randverdunkelung. In diesem Bild wurde die Helligkeitsskala allerdings invertiert; darum ist es eher eine "Randerhellung". Normalerweise sieht man aber bei der Sonne, dass ihr Rand ein wenig dunkler zu sein scheint als der Rest. Das liegt daran, dass die Sonne, wie alle anderen Stern auch, aus einem Gas besteht, das um so heißer wird, je tiefer man in den Stern eindringt. Blickt man nun in die Mitte der Scheibe, so sieht man (je nach Wellenlänge die man benutzt) bis zu einer gewissen Tiefe in den Stern hinein. Am Rand allerding blickt man nur in die allerobersten Schichten wo das Gas kühler ist - und deswegen dunkler erscheint.

Die beiden dunklen Flecken auf dem Bild sind übrigens keine Sonnenflecken (wie gesagt; die Helligkeit des Bildes wurde invertiert). Es handelt sich um besonders helle Flecken in der Chromosphäre der Sonne. Das ist die innerste Schicht der "Sonnenatmosphäre und sie reicht etwa bis in 10000 Kilometer Höhe über der Photosphäre (das ist der Bereich, den wir normalerweise als "Sonnenoberfläche" wahrnehmen). Normalerweise können wir die Chromosphäre nicht sehen bzw. nur bei einer totalen Sonnenfinsternis. Aber mit einem Hα-Teleskop kann man sie sichtbar machen. Und so wie die Sonnenflecken die aktiven Regionen der Photosphäre markieren, zeigen die hellen Flecken, wo die Chromosphäre aktiv ist (beide findet man auch immer in der Nähe von einander). Man nennt die hellen Regionen "Plage" (vom französischen Wort für "Strand") - zumindest ist das der englische Fachausdruck dafür - ein deutscher fällt mir gerade nicht wirklich ein.

Ein tolles Bild über das man jede Menge erzählen kann - die Sonne ist super!


 

Autor: Florian Freistetter· 0 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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