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Florian Freistetter promovierte am Institut für Astronomie der Universität Wien und hat danach an der Sternwarte der Universität Jena und dem Astronomischen Rechen-Institut in Heidelberg als Astronom gearbeitet. Zur Zeit lebt er in Jena, bloggt über Wissenschaft und schreibt manchmal Bücher:

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21.04.10 · 19:05 Uhr

Die Geheimnisse der himmlischen Katze wurden gelüftet

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 12

Ok - ich entschuldige mich gleich mal für die Überschrift ;-) Aber sie ist wirklich so verlockend. Auch die europäische Südsternwarte (um deren Forschung es hier gleich geht) titelte VISTA Captures Celestial Cat's Hidden Secrets. Ob die wohl dabei auch an das gleiche gedacht haben wie ich?

basement-vs-ceiling.jpg

Keine Angst - ich lass den Katzencontent ja schon wieder bleiben. Ein bisschen Katze muss aber sein, denn es geht um NGC 6334 - den "Katzenpfotennebel".

Warum der so heisst ist leicht zu sehen. Hier ist eine Aufnahme von NGC 6334 aus dem Jahr 2008:

catspaw_noao_big.jpg

Bild: T. A. Rector (U. Alaska), T. Abbott, NOAO, AURA, NSF


Ja - schaut tatsächlich so aus, als wäre da eine Katze über den Himmel getapst ;) Und diesen Katzenpfotennebel hat sich nun das VISTA-Teleskop europäischen Südsternwarte ESO vorgenommen. So hat VISTA den Nebel gesehen:

eso1017a.jpg

BILD: ESO/J. Emerson/VISTA

Klickt das Bild an, wenn ihr eine größere Version sehen wollt - und wenn ihr euch traut, gibt es hier die 350 MB große Originalversion des Bildes ;)

Cooles Bild! Das Problem mit solchen Nebeln ist ja, dass sie "neblig" sind ;) Dort gibt es jede Menge Gas und Staub und durch den können wir von der Erde aus nicht so einfach durchschauen. Zumindest nicht, wenn wir nur das "normale" sichtbare Licht benutzen. VISTA kann aber nicht nur im optischen Bereich beobachten sondern auch im infraroten Teil des Spektrums. Und damit kann man quasi durch die Staub- und Gaswolken durchschauen.

Das ist beim Katzenpfotennebel besonders interessant den dort gibt es jede Menge junge Sterne (die sorgen mit ihrem rötlichen Licht, dass das Gas und den Staub zum leuchten bringt auch für die pfotenartige Struktur des Nebels). Aus diesem Staub und den Gaswolken entstehen auch neue Sterne und diese Vorgänge kann man nun dank VISTA besser untersuchen. Im neuen Bild oben erkennt man gut die sich rankenden Strukturen aus dunklen Staub. Was man auch gut erkennt, ist die Farbänderung dieser Staubwolken im Zentrum des Bildes wo sie eher orange als schwarz erscheinen - das ist ein Hinweis darauf, dass sich genau dort junge aktive junge Sterne befinden.

Tolle Aufnahmen - und ich bin immer wieder begeistert davon, dass Astronomie nicht nur eine wahnsinnig interessante sondern auch enorme schöne Wissenschaft ist!

 

Autor: Florian Freistetter· 12 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Kommentare (12)

Kommentar-Direktlink schlappohr· 21.04.10 · 19:24 Uhr

Downloadzeit für die 350MB: ca. 20 Minuten mit DSL1000. Kennt jemand eine Firma, die Fototapeten herstellt? :-)

Offtopic: In der Kommentarvorschau wird bei mir neben der korrekten Uhrzeit immer noch "00:25 Uhr" angezeigt. Was bedeutet das?

Kommentar-Direktlink Aileen· 21.04.10 · 19:51 Uhr

Heißt das denn auch, dass die ganzen tollen bunten Bilder von Nebeln und anderem Zeug im Universum nur so toll bunt sind, weil dort (ggf. u.a.?) auf für das menschliche Auge nicht-sichtbares Licht zurückgegriffen wird, um die Strukturen sichtbar zu machen? Wären diese Nebel vielleicht total langweilig, wenn man sie mit eigenen Augen sehen würde?

Author Profile Page Florian Freistetter· 21.04.10 · 19:59 Uhr

@Aileen: Naja - mit "eigenen Augen" wäre der Nebel wohl tatsächlich ziemlich langweilig - weil man ihn gar nicht sehen kann. Darum haben wir ja Teleskope die so groß sind und mühsam Photon um Photon sammeln und oft stundenlang (oder tagelang) auf die selbe Stelle am Himmel gerichtet sind bis sie genügend Licht gesammmelt haben um etwas abbilden zu können. Und die moderne Astronomie beobachtet natürlich im kompletten elektromagnetischen Spektrum nicht nur in dem kleinen Bereich den unsere Augen wahrnehmen können. Viele der Bilder die man so sieht sind tatsächlich auch in anderen Bereichen aufgenommen worden.
Wenn du allerdings irgendwie nah genug an den Nebel rankommen könntest damit er hell genug zum sehen ist, dann würde er wohl sicher nicht langweilig aussehen ;)

Kommentar-Direktlink Psyk· 21.04.10 · 20:55 Uhr

Versteh ich das richtig? Sind nun fast alle Aufnahmen aus dem Weltall die so schön bunt aussehen "ausgemalt"? Und wenn ja, hat man sich denn irgendwie geeining welche Wellenlänge welche Farbe bekommt (quasi Malen nach Zahlen ;) ) ? Oder gibt es tatsächlich Objekte die (für das menschliche Auge) in solchen Farben zu sehen wären?

Author Profile Page Florian Freistetter· 21.04.10 · 21:17 Uhr

@Psyk: Also so generell kann man das nicht sagen. Man muss halt immer die Bildunterschriften lesen - da steht dann i.A. in welchen Wellenlängen das Bild aufgenommen worden ist. Und "fast alle" würde ich nicht sagen...

Es ist aber generell so, dass Teleskope i.A. mit einem bestimmten Filter arbeiten - also nur in einem engen Wellenlängenbereich arbeiten. Will man ein "echtes" Bild haben, muss man dann z.B. Bilder die mit rot, grün und blau-Filter gemacht worden sind rechnerisch kombinieren... Wer wissen will wies fürs menschliche Auge aussieht, muss wohl weiterhin direkt durchs Teleskop schauen...

Kommentar-Direktlink Redfox· 21.04.10 · 21:51 Uhr

Das Problem mit solchen Nebeln ist ja, dass sie "neblig" sind ;)
Im 'Tautology Club' ist immer ein Platz für dich frei. ;-)

Kommentar-Direktlink Julia Morgenroth· 21.04.10 · 23:12 Uhr

Ich habe mir echt Mühe gegeben, auch noch mal bei google geschaut - ich sehe die Katze nicht. Kann mir mal jemand auf die Sprünge helfen? Sieht man sie von vorn, von der Seite? Laufend, springend? Und wo ist die Pfote? Oben links? Unten rechts? Ich habe wohl Tomaten auf den Augen... Vielen Dank

Kommentar-Direktlink Julia Morgenroth· 21.04.10 · 23:13 Uhr

Ich habe mir echt Mühe gegeben, auch noch mal bei google geschaut - ich sehe die Katze nicht. Kann mir mal jemand auf die Sprünge helfen? Sieht man sie von vorn, von der Seite? Laufend, springend? Und wo ist die Pfote? Oben links? Unten rechts? Ich habe wohl Tomaten auf den Augen... Vielen Dank

Kommentar-Direktlink Redfox· 22.04.10 · 00:18 Uhr

@Julia Morgenroth:
Ich glaube das ist so gemeint.

Kommentar-Direktlink Julia Morgenroth· 22.04.10 · 00:27 Uhr

:-) Ach so! Danke. Wenn ich noch eine Weile auf das Bild geschaut hätte, hätte ich vielleicht noch eine Katze entdeckt.

Kommentar-Direktlink Florian Mayer· 22.04.10 · 11:55 Uhr

@Schlappohr:
4c Farbdruck auf Citylightpaper (opakes, hinterleuchtbares Papier) 175×118,5cm
sichtbar: 171×115cm
1 Stk. € 45,00
http://www.jamnik.at/doc/jamnik_citylight.pdf
Ich hab mir das schon öfter überlegt mit den Fotos von hier:
http://hubblesource.stsci.edu/sources/illustrations/

Kommentar-Direktlink buchstaeblich· 22.04.10 · 12:47 Uhr

"@Schlappohr:
4c Farbdruck auf Citylightpaper (opakes, hinterleuchtbares Papier) 175×118,5cm"

Herr Freistetter,
dass ich ausgerechnet bei Ihnen Hausfrauen-Content finden würde ...!

(flitzt gibbelnd mit eingezogenem Kopf von dannen)

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