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Florian Freistetter promovierte am Institut für Astronomie der Universität Wien und hat danach an der Sternwarte der Universität Jena und dem Astronomischen Rechen-Institut in Heidelberg als Astronom gearbeitet. Zur Zeit lebt er in Jena, bloggt über Wissenschaft und schreibt manchmal Bücher:

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10.04.10 · 18:30 Uhr

Das Hexagon am Saturn: im Labor reproduziert!

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 12

Die Nordpolregion des Saturn zeigt eines der seltsamsten Phänomen, die man bisher beim Ringplaneten entdeckt hat - ein stabiles hexagonales Wolkenmuster:

688px-Saturn_hexagonal_north_pole_feature.jpg

Bild: NASA

Wie dieses Muster genau entsteht ist noch unklar. Aber kürzlich durchgeführt Experimente im Labor könnten helfen, dieses Rätsel zu lösen!

Entdeckt wurde das Sechseck an Saturns Nordpol schon von Voyager 1. Die Raumsonde Cassini hat es dann 2006 bestätigt: dort dreht sich tatsächlich ein Hexagon mit einer Seitenlänge von 13800 Kilometern alle 10 Stunden und 40 Minuten im Kreis (

sathex.gif

Bild: NASA, JPL, Uni Arizona

Sehr cool! Aber wie entsteht sowas? Das ist noch unklar. Man vermutet dass es auf stehende Wellen in der Atmosphäre zurückzuführen ist.

Ana Claudia Barbosa Aguiar und Peter Read von der Universität Oxford haben nun probiert, so ein Hexagon im Labor nachzubauen. Sie haben ein zylindrisches Gefäß mit 30 Litern Wasser gefüllt und auf einen Tisch gestellt, der sich langsam dreht; so wie auch Saturns Atmosphäre rotiert. In diesen Tank haben sie einen schmalen Ring gelegt, der sich schneller drehte. Dieser Ring soll einen "Jetstream" erzeugen; quasi ein schneller, starker Windstrom den man auch in Saturns Atmosphäre vermutet (bzw. auch schon beobachtet hat). Dieser Jetstream wurde im Wasser eingefärbt.

Die dabei produzierten Videos sind schön - und interessant! Je schneller sich der Ring dreht, desto weniger kreisförmig wurde der Jetstream. Aguiar und Read fanden heraus, dass sie die verschiedensten Formen erzeugen konnten. Je größer der Unterschied zwischen der Rotation des "Planeten" und der des "Jetstreams" war, desto weniger Seiten hatte das Polygon, in dem sich der Jetstream bewegte. Auf diese Art lies sich auch leicht ein Hexagon wie das des Saturn erzeugen.

Es ist zwar noch nicht klar, wo genau der spezielle Jetstream herkommt, der das Saturn-Hexagon erzeugt. Aber die bisherhigen Ergebnisse sind vielversprechend! Und was auch immer bei den weiteren Experimenten herauskommt - sie sind auf jeden Fall äußerst schön anzusehen!

 

Autor: Florian Freistetter· 12 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

Tags: · · · · · · · · · · · ·

Trackbacks (1)

Astronomie ist die coolste Wissenschaft · Astrodicticum Simplex · 06.07.10 · 21:02 Uhr


Kommentare (12)

Kommentar-Direktlink Mithos· 10.04.10 · 18:37 Uhr

Im Experiment zeigen sich ja noch diese ellipsenförmigen Wirbel außen an den Seiten des Hexagons. Wenn man jetzt durch bessere Aufnahmen des Saturn diese Wirbel ebenfalls nachweisen kann, hat man gewonnen.

Aber das sieht schon sehr merkwürdig aus - hübsch, aber merkwürdig.

Kommentar-Direktlink nihil jie· 10.04.10 · 19:59 Uhr

@Mithos

ich vermute mal, dass diese wirbel deswegen entstehen weil das inneres des "ringes" schenller rotiert als die äusseren berreiche. das scheint nur ein nebeneffekt zu sein der aufgrund der grösssenskalen des versuchsaufbaus entsteht, der die knappe ausdehnungfreiheit des wirbels beschränkt. die strucktur die auf dem saturn existiert ist um vieles gösser und besitzt auch mehr raum in dem sich die struktur ausbreiten kann. es könnte sein, dass auch auf dem saturn diese wirbel existieren aber die werden viel weiter von dem zenturm zu finden sein... denke ich. dort wo schnellere sichten merklich die langsameren überholen...

Kommentar-Direktlink nihil jie· 10.04.10 · 20:03 Uhr

nachtrag:

und wenn es dort solche verwirbelungen an den rändern der rotierenden masse gibt, dann müssten es sehr viele kleine sein nicht nur ca. 6 grosse (im verhältnis zu zentraler hexagonstruktur) wie in dem versuchsaufbau...

Kommentar-Direktlink rolak· 10.04.10 · 20:03 Uhr

Saturn hin oder her - was mag das für eine merkwürdige Klangkulisse im Clip sein? Klingt ja fast wie verzerrte Spache - geheime Botschaften? ;-)

Kommentar-Direktlink Kristin· 10.04.10 · 20:15 Uhr

Wie man anhand des experimentes gut erkennen kann, kommt dieses hexagon nur durch einflußnahme eines intelligenten wesens zustanden. Die Forscher haben somit weit mehr bewiesen als nur die Möglichkeit einer exagonalen Wolkenbildung: nämlich die Existens eines intelligenten Designers. Hoch leben das Spaghettimonster.

Kommentar-Direktlink Mithos· 10.04.10 · 20:37 Uhr

Ich könnte mir aber auch gut vorstellen, dass genau diese Wirbel mit die Ursache dafür sind, dass die Wolken dort auf dieser eckigen Bahn und nicht auf einer Ringbahn sind. Die Verwirbelungen entstehen durch die unterschiedlichen Geschwindigkeiten und sorgen dann durch ihre Ausbreitung dafür, dass die Ringbahn nach innen auf die dann hexagonale Bahn gedrückt wird. Dadurch prägen sich die Ecken aus, welche wiederum die Wirbel verstärken usw...
Eventuell fallen die Wirbel auf dem Saturn nur wesentlich flacher und lang gestreckter aus als im Labor.

Kommentar-Direktlink ZielWasserVermeider· 10.04.10 · 21:08 Uhr

Wie sagt Dr. J
qoute:"Nature surprises us... beyond our wildest Imagination"

Gruß
Oli

P.S.: Ist das nicht gefährlich so etwas zu veröffentlichen?
Bestimmt kommt Bild bald mit der Schlagzeile "Kosmobienen auf dem Saturn! Honigindustrie in Gefahr!"

Kommentar-Direktlink Mithos· 10.04.10 · 22:52 Uhr

@ZielWasserVermeider:
Nene, wenn schon falsch, dann richtig. Folglich werden die noch nicht mal bis 6 zählen können und Titeln: "Geheime US-Pentagon-Einrichtung auf dem Saturn entdeckt!" :-)

Kommentar-Direktlink nihil jie· 10.04.10 · 23:49 Uhr

@Mithos

das könnte durchaus auch so sein. vielleicht gelingt in dem versuch die bildung von diesem hexagon nur wegen dieser wirbel. da hilft nix... der versuch muss im grösseren maßstab wiederholt werden ;)

Kommentar-Direktlink Moetzi· 11.04.10 · 14:03 Uhr

Was hast du vor? CERN fluten?

Kommentar-Direktlink nihil jie· 11.04.10 · 14:36 Uhr

@Moetzi

nein... natürlich nicht. aber so eine badewannen grösse wäre ok, denke ich :)
und die im CERN sollten lieber wieder mehr protonen herstellen damit sie endlich damit ihre röhren fluten können *tztz

Kommentar-Direktlink Frank Quednau· 07.07.10 · 10:09 Uhr

Strömungsmechanik wird wohl nie aufhören, mich zu überraschen

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