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30. Juli 2008
Ein Traktorstrahl zur Asteroidenabwehr
Kategorie: Naturwissenschaften·Technik · Kommentare: 10
Die Fans des Raumschiff Enterprise wissen was ein Traktorstrahl ist: im Prinzip so etwas wie das Abschleppseil der Zukunft mit dem sich ganz einfach Raumschiffe oder andere Objekte im Weltall einfangen, ziehen oder schieben lassen. Meine Lexikon der Enterprise-Technik (ja, als Teenager hab ich mir mal sowas gekauft ;) ) liegt irgendwo auf einem österreichischen Dachboden, darum kann ich nicht sagen wie genau so ein Ding funktioniert - aber in der englischen Wikipedia habe ich folgende schöne Beschreibung gefunden:Eine aktuelle wissenschaftliche Arbeit beschäftigt sich aber auch mit diesem Thema. In dem Artikel "Using a Gravity Tractor to Help Mitigate Asteroid Collisions with Earth" beschäftigen sich Don Yeomans und seine Kollegen mit der Frage, wie sich kleinere Asteroiden am besten abwehren lassen.
Wenn man lange genug vorher Bescheid weiß, dass ein Asteroid mit der Erde kollidieren wird, dann muss man seine Bahn nur minimal ändern um eine Kollision zu vermeiden. Um das zu erreichen kann man verschiedene Methoden anwenden. Man könnte knapp über seine Oberfläche ein paar Bomben explodieren lassen und ihn so auf eine andere Bahn schieben. Oder ein Sonnensegel an seiner Oberfläche befestigen und den Strahlungsdruck der Sonne dazu nutzen, um den Asteroid zu bewegen. Yeomans und seine Kollegen haben sich mit einer weiteren Möglichkeit beschäftigt: sie wollen die Gravitation nutzen.
Jedes massive Objekt zieht ja bekanntlich jedes andere massive Objekt an. Wenn man nun ein schweres Raumschiff nahe an einen Asteroiden heranfliegt, dann wirkt dieses Raumschiff auch gravitativ auf den Asteroiden. Diese Kraft ist zwar sehr gering - aber wenn alles gut geplant ist und man noch genug Zeit übrig hat reicht diese kleine Kraft möglicherweise aus um den Asteroiden auf eine ungefährliche Bahn zu ziehen. Yeomans und seine Kollegen haben diesen Vorschlag nun das erste Mal konkret durchgerechnet und sind zu dem Schluß gekommen, dass es tatsächlich machbar ist!
In ihren Simulationen untersuchten sie einen Asteroiden der einen Durchmesser von 140 Metern und eine unregelmäßige Form hatte. Das Raumschiff selbst war eine Tonne schwer und näherte sich dem Asteroiden auf 150 Meter:

Durch die dabei entstehenden Anziehungskräfte änderte sich die Geschwindigkeit des Asteroiden um 0.22 Mikrometer/Sekunde pro Tag. Das ist nicht viel - aber es kann reichen! Und vor allem lässt sich die Bahnänderung mit so einem "Gravity Tractor" sehr genau durchführen. Bei einer Explosion wäre das beispielsweise nicht der Fall - hier könnte man die Situation vielleicht sogar noch verschlimmern und den Asteroid erst recht auf einen Kollisionskurs mit der Erde bringen.
"Der Gravity-Tractor ist ein Schwächling. Aber ein sehr präziser Schwächling!"meinte Rusty Schweickhardt, Mitautor des Artikels und Vorsitzender der B612 Foundation.
Im Moment besteht noch keine Gefahr für die Erde durch einen Asteroiden auf Kollisionskurs. Aber astronomisch gesehen ist es nur eine Frage der Zeit, bis wieder ein größeres Objekt auf der Erde einschlägt (die Bahn des Asteroiden Apophis könnte sich z.B. bei seiner Erdannäherung 2029 so ändern das er 7 Jahre später mit der Erde kollidiert). Da ist es gut zu wissen, dass sich die Wissenschaftler mit dieser Problematik beschäftigen!
P.S. Passend zum Thema hab ich noch einen Fernsehtipp: Heute abend um 20:15 läuft auf ARTE eine Dokumention zum Thema: Asteroiden - Die Gefahr aus dem Weltall
Ähnliche Artikel: (Kein) Weltuntergang in 28 Jahren, Zuständigkeiten: Wer rettet die Welt?, Tunguska, Riesenkrater und die Asteroidenabwehr
Autor: Florian Freistetter· 30.07.08 · 13:55 Uhr· 10 Kommentare
27. Juli 2008
Alltag eines arbeitslosen Astronomen
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 10
In letzter Zeit gab es hier bei Astrodicticum Simplex nicht ganz so viele Posts wie früher. Das hat verschiedene Gründe.
Erstmal hab ich in naher Zukunft zwei Deadlines für zwei Artikel. Bei einem geht es um die Dynamik eines extrasolaren Planetensystems und die Wahrscheinlichkeit dort vielleicht noch weitere Planeten entdecken zu können. Der zweite Artikel beschäftigt sich mit erdnahen Asteroiden und einer neuen Methode, ihre Bewegung zu charaktersieren.
Und wie das so mit wissenschaftlichen Artikel ist, brauchen die viel Zeit und Zuwendung ;)
Der zweite große Zeitfresser sind die Projektanträge. Ich bin ja leider im Moment ohne Anstellung an einer Universität. Um wieder an eine solche zu kommen gibt es normalerweise zwei Möglichkeiten. Entweder eine Forschungseinrichtung schreibt eine Stelle aus. Das kommt allerdings ziemlich selten vor (Universitätseigene Stellen sind - mangels ausreichendem Budget - ziemlich begrenzt); und vor allem muß die Stelle auch noch zum eigenen Fachgebiet passen.
Der andere Weg besteht in der Einwerbung sogenannter "Drittmittel". Das bedeutet, dass man mit einem konkreten wissenschaftlichen Vorhaben einen Projektantrag verfasst und damit probiert verschiedene Fördereinrichtungen (wie z.B. die Deutsche Forschungsgesellschaft (DFG)) zu überzeugen, dieses Projekt zu finanzieren. Und das ist leider meistens ein sehr langwieriger Prozeß. Einen vernünftigen Projektantrag zu verfassen dauert schonmal ein bis zwei Monate - und dann muß er erst begutachtet werden. Meistens dauert es weitere 6 bis 8 Monate bis man ein Ergebnis bekommt - und das ist (rein statistisch gesehen) in knapp 60% der Fälle negativ. Und selbst wenn man erfolgreich war, ist damit die wissenschaftliche Arbeit meistens nur für die nächsten 2-3 Jahre gesichert. Angesichts der langen Bearbeitungszeiten kann man eigentlich fast schon gleich nach der Bewilligung des Projekts damit beginnen, den nächsten Antrag zu schreiben. Ich sehe zwar absolut ein das eine gewissen Mobilität als Wissenschaftler und damit auch eine Befristung der wissenschaftlichen Stellen nötig ist. Aber das aktuelle System geht meiner Meinung nach weit an der Realität vorbei. Diese kurzen Beschäftigungsverhältnisse verunmöglichen kontinuierliches wissenschaftliches Arbeiten und zwingen die Leute quasi dazu sich ständig mit der Suche nach Finanzierungen zu beschäftigen anstatt Wissenschaft zu betreiben!
Eines meiner Projekte liegt schon seit März bei der DFG und ich hoffe auf ein baldiges (und positives!) Ergebnis. Aber da es angesichts der Bewilligungsquoten angebracht ist sich mehrer Möglichkeiten offenzuhalten bin ich gerade dabei einen zweiten Projektantrag zu verfassen. Und das nimmt ziemlich viel meiner Zeit in Anspruch - die mir dann natürlich beim Bloggen fehlt. Genaugenommen ist es eigentlich schon mein dritter Projektantrag in diesem Jahr - einer wurde leider letzte Woche aus "formalen Gründen" abgelehnt. Ich will jetzt nicht ins Detail gehen - aber die Richtlinien dieser Gesellschaft (nicht die DFG) waren etwas unklar formuliert und ich wußte nicht ob ich antragsberechtigt bin oder nicht. Auf meine Nachfrage bei der Gesellschaft wurde mir bestätigt, dass ich einen Antrag einreichen kann. Später hat man sich dann wohl wieder anders entschieden und meinen Antrag doch wieder zurückgewiesen. Das motiviert natürlich ungemein - vor allem weil mich der Projektantrag ja wieder einige Wochen an Arbeit gekostet hat...
Naja, ich bin jedenfalls immer noch optimistisch bald endlich eines meiner Projekte finanziert zu bekommen. Ansonsten muss ich dann wohl doch professionieller Scienceblogger werden ;) Oder die Wissenschaft verlassen... aber das möchte ich nach Möglichkeit vermeiden.
Also nicht wundern wenn meine Postingfrequenz in nächster Zeit etwas geringer ausfällt als gewohnt ;)
Übrigens: Sollte jemand die PhD-Comics noch nicht kennen dann kann ich die nur absolut empfehlen! Nirgendwo wird das Leben und die Probleme in der wissenschaftlichen Welt besser (und lustiger!) dargestellt:
Autor: Florian Freistetter· 27.07.08 · 19:30 Uhr· 10 Kommentare
Das Blog-Teleskop #5
Kategorie: Blog-Teleskop·Naturwissenschaften
Die fünfte Ausgabe des Blogteleskops ist online! Das Teleskop parkt immer noch bei den Kosmologs: diesmal ist Andreas Müller von Einsteins Kosmos dran, sich mit den Astroblogs der vergangenen 2 Wochen zu beschäftigen.

Und wer auch mal eine Ausgabe des Teleskops beherbergen möchte, der soll mir Bescheid sagen.
Autor: Florian Freistetter· 27.07.08 · 14:17 Uhr· 0 Kommentare
26. Juli 2008
Der Stern zum Wochenende: Heute nicht!
Kategorie: Der Stern zum Wochenende·Naturwissenschaften · Kommentare: 18
Diesen Samstag gibt es keinen Stern zum Wochenende. Letzte Woche hatte ich ja festgestellt, dass diese Beiträge zu den am wenigsten gelesenen gehören und hatte meine Leserinnen und Leser gefragt, ob ich stattdessen lieber etwas anderes bringen soll. Denn eine wöchentlich Serie, die sich explizit mit Astronomie beschäftigt hätte ich schon weiterhin gerne in meinem Blog (auch, weil ich das Gefühl habe, in letzter Zeit zu wenig über Astronomie geschrieben zu haben).
Wie wäre es vielleicht mit einer Serie "Neues aus der Forschung" (oder "Wochenendforschung"?) in der ich jeden Samstag einen interessanten aktuellen Beitrag aus der astronomischen Forschung kurz vorstelle? Natürlich bin ich auch offen für alle anderen realisierbaren Vorschläge! Wer Anregungen hat, kann die gerne in den Kommentaren kundtun!
Autor: Florian Freistetter· 26.07.08 · 10:19 Uhr· 18 Kommentare
25. Juli 2008
Homöopathie am LKH Klagenfurt
Kategorie: Medizin·Naturwissenschaften · Kommentare: 16
Vor kurzem gab es bei Scienceblogs schon eine heiße Diskussion um die kürzlich geschaffene "Homöopathie-Professur" an der Charité Berlin. Claudia Witt wird dort nun - bezahlt von der Carstens-Stiftung (deren Ziel u.a. die Förderung der Homöopathie ist) - über Homöopathie und andere alternative Heilmethoden forschen; mit dem Ziel diese Lehren in den normalen medizinischen Betrieb einzubauen.
Österreich ist Deutschland da allerdings schon einen Schritt voraus! Im Landeskrankenhaus Klagenfurt befindet sich ein "Komplementär Medizinisches Zentrum (KMZ)".
"Das Komplementär-Medizinische Zentrum ist im Chirurgie-Gebäude des LKH Klagenfurt untergebracht. Das Angebot umfasst derzeit 23 renommierte und durch ein Gremium geprüfte Experten"
berichtete die Kleine Zeitung am Mittwoch.
Auf der Homepage des KMZ kann man sich die "geprüften Experten" auch ansehen. Die Leute dort können wirklich viel: Homöopathie, Reiki, Qi Gong, Klangschalenmassage, Nambudripad`s Allergie Eliminations Technik, EFT-Emotional Freedom Techniques, Neuraltherapie, Physioenergetik und vieles mehr...
All das soll am LKH Klagenfurt zum Einsatz kommen:
"Uns geht es um eine sinnvolle Ergänzung zur Schulmedizin"
sagt Dr. Erfried Pichler, der Koordinator des KMZ.
Dr. Pichler schreckt auch nicht davor zurück, krebskranke Kinder mit Homöopathie zu behandeln:
"Die Homöopathie ist in meinem medizinischen Wirken der wichtigste Therapiebestandteil neben Chirotherapie und konventioneller Medizin.
Seit 1997 zusätzlich zur konventionellen Therapie Behandlung von an Krebs erkrankten Kindern am LKH Klagenfurt"
Immerhin bekommen die Kinder noch eine normale Behandlung - da kann die Homöopathie nicht allzuviel Schaden anrichten.
Ich finde es aber schon einigermassen erschreckend dass so eine geballte Ladung an Pseudomedizin in einem immerhin staatlich geführten Landeskrankenhaus stattfinden kann! Auch wenn die Patienten diese "Therapien" selbst bezahlen müssen - dem kritischen Denken ist diese Situation nicht wirklich zuträglich. Wenn es in einem Krankenhaus angeboten wird, dann muss es doch funktionieren, oder? So werden zumindest viele Patienten denken.
Es bleibt zu hoffen, dass diese Kombination aus Medizin und Pseudomedizin in Klagenfurt nicht allzuviel Schaden bei den Patienten anrichtet.
Etwas Gutes hat die Integration der alternativen Medizin in das Landeskrankenhaus jedenfalls: es sollten immer genügend vernünftige Mediziner anwesend sein, die ein Auge auf die Homöpathen, Klangschalenmasseure, Reik-Meisterinnen und ihre Kollegen haben können...
Autor: Florian Freistetter· 25.07.08 · 14:20 Uhr· 16 Kommentare
22. Juli 2008
Die Mondlandungslüge stirbt nicht
Kategorie: Naturwissenschaften·Technik · Kommentare: 64
Vergangenen Sonntag hat sich die erste bemannte Landung auf dem Mond zum 3929ten Mal gejährt. Die ersten Schritte die Neil Armstrong auf der Mondoberfläche machte sind einer der größten Triumphe der Wissenschaft und der Raumfahrt. Dennoch gibt es genügend Leute, die das alles nur für eine Inszenierung der NASA halten; die hinter der Apollo 11 Mission (und allen weiteren bemannten Missionen zum Mond) eine großangelegte Verschwörung vermuten.
Bisher bin ich in meiner europäischen Überheblichkeit ;) davon ausgegangen, dass die "Mondlandungslüge" vorrangig ein US-amerikanisches Phänomen ist und in Europa/Deutschland eine absolute Minderheitenmeinung einiger einsamer Spinner darstellt.
Ein Besuch im Bücherladen hat mich heute allerdings etwas stutzig gemacht:
"Zufall ausgeschlossen. Dahinter verbirgt sich ein großangelegtes Täuschungsmanöver. Unter dem Deckmantel der zivilen Raumfahrt werden Militärapparate gemästet und heimlich Waffen im Weltraum stationiert. Ziel der Mobilmachung im All: die Weltherrschaft. Im Fadenkreuz: die Erde und jeder einzelne von uns."
Natürlich hab ich schön des öfteren mit den Mondlandungsleugnern zu tun gehabt. Wenn man sich als Astronom im Internet bewegt, ist das fast unvermeidlich. Aber das damit in Deutschland immer noch so viel Publikum erreicht werden kann um die Veröffentlichung so eines Buches (mit mehreren Auflagen) zu rechtfertigen, hat mich dann doch ein wenig schockiert (Immerhin kommt ja sogar Galileo Mystery in seiner Sendung zur Mondlandungslüge zu dem eindeutigen Ergebnis, dass die Mondlandung stattgefunden hat).
Aber anscheinend kann man mit Verschwörungstheorien immer noch genug Geld machen.
Über den Inhalt des Buches werde ich mich nicht auslassen (ich habe es auch nicht gekauft). Ein kurzes Durchblättern hat gezeigt, dass sich dort auch nur die üblichen absurden "Beweise" (falsche Schatten, Fadenkreuze in den Fotos, etc) für eine gefälschte Mondlandung finden - und die sind alle schon ausführlich widerlegt. Hier z.B. findet man alle gängigen Argumente mitsamt deren Widerlegung; hier hab ich auch noch einen ausführlichen Bericht über den Autor, Gerhard Wisnewski, gefunden. Auch Wikipedia hat einen Artikel über Wisnewski (der Mann hat sogar mal für das P.M. Magazin geschrieben...).
Eine kurze weitere Recherche im Internet hat noch eine Unmenge weitere Ergebnisse aus dem deutschen Sprachraum geliefert die zeigen, dass der Glaube an eine gefälschte Mondlandung hierzulande offensichtlich doch weiter verbreitet ist als ich dachte. Interessant (und mühsam!) ist z.B. diese aktuelle Diskussion in einem Online-Forum in der "bewiesen" wird, dass die Mondlandung nicht stattfand und das auf der Mondoberfläche auch unmöglich Laserreflektoren stationiert sein können (und die Wissenschaftler die Laserabstandsmessungen des Mondes durchführen sind auch alle Teil der Verschwörung). Bei "Einsteins Kosmos" von Andreas Müller wurde übrigens kürzlich über den Zusammenhang zwischen den Laserreflektoren am Mond und dem LHC des CERN (das ja auch im Zentrum vieler Verschwörungstheorien steht) berichtet - eine interessante Verkettung von Verschwörungstheorien ;)
Naja - ich werd mal schauen, ob ich irgendwo noch weitere Informationen dazu finde, wie weit verbreitet diese Verschwörungstheorie in Deutschland wirklich ist (wer was weiß, bitte melden!). Vielleicht sollte ich mir das Buch doch kaufen und noch einen detaillierten Beitrag dazu schreiben?
Spätestens nächstes Jahr, zum vierzigjährigen Jubiläum der Mondlandung, wird das Thema sicher wieder verstärkt in den Medien auftauchen - und damit wohl auch die Mondlandungsleugner...
Ähnliche Beiträge: Vom richtigen Zeitpunkt: Esoterischer Unsinn über den Mond, Landung auf dem Titan: Alles nur ein Betrug der NASA?, Schon da: die Phoenix-Verschwörung
Autor: Florian Freistetter· 22.07.08 · 21:23 Uhr· 64 Kommentare
Glückliche, tanzende Menschen
Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften·Politik · Kommentare: 2
Gerade beim Astronomy Picture of the Day gefunden: Matt Harding ist um die Welt gereist und hat getanzt. Dabei hat er sich und die Einheimischen gefilmt. Das entstandene Video ist sehr schön - und macht irgendwie glücklich ;)
Where the Hell is Matt? (2008) from Matthew Harding on Vimeo.
The video is perhaps a dramatic example that humans from all over planet Earth feel a common bond as part of a single species
(Beschreibung bei Astronomy Picture of the Day)
Autor: Florian Freistetter· 22.07.08 · 10:45 Uhr· 2 Kommentare
19. Juli 2008
Der Stern zum Wochenende: Nunki
Kategorie: Der Stern zum Wochenende·Naturwissenschaften · Kommentare: 1

Ich möchte diesmal den Stern mit dem hübschen Namen Nunki vorstellen. Nunki (oder auch Sigma Sagitarii) ist ein recht heller Stern zweiter Größe (seine Magnitude beträgt 2,01 mag). Sein Spektraltyp ist B3 - und damit ist er auch deutlich größer und heißer als die Sonne: er ist fünfmal größer und siebenmal schwerer als die Sonne. Seine Oberflächentemperatur beträgt über 20000 Kelvin (etwa viermal heißer als die Sonne). Wie viele andere ähnliche Sterne rotiert auch Nunki ziemlich schnell: er dreht sich mit einer Geschwindigkeit von 200 Kilometern pro Sekunde (720000 kmh) um seine Achse - die Sonne ist mit einer Rotationsgeschwindigkeit von 20 km/s rund hundertmal langsamer!
So große und massive Sterne wie Nunki verbrennen ihr Gas sehr viel schneller als sonnenähnliche Sterne. Deswegen ist ihre Lebensdauer auch viel kürzer: Nunki wird nur etwa 50 Millionen Jahre alt werden - die Sonne dagegen ist schon mehr als 5 Milliarden Jahre alt.
Der schöne und außergewöhnliche Name - Nunki - ist übrigens sumerischen Ursprungs und bedeutet "Herrin der Erde/Wasser der Erde".
Nunki ist der zweithellste Stern im Sternbild des Schützen und befindet sich sehr nahe an der Ekliptik. Das ist die scheinbare Bahn der Sonne am Himmel und auch die Ebene, in oder nahe der sich die meisten Planeten (und der Mond) bewegen. Es kann also vorkommen, das Nunki vom Mond oder einem Planeten bedeckt wird. Wegen der speziellen Konfiguration der Planetenbahen in unserem Sonnensystem ist Nunki im Moment1 sogar der hellste Stern am Himmel, der von den äußeren Planeten bedeckt werden kann. Allerdings treten solche Ereignisse sehr selten auf. Nunki wurde das letzte Mal im Jahr 423 (am 3. September) durch einen äußeren Planeten - Mars - bedeckt. Bedeckungen durch den Mond oder innere Planeten kommen häufiger vor. Am 17. November 1981 wurde Nunki z.B. von der Venus bedeckt. Bedeckungen durch den Mond kommen noch häufiger vor. Solche Sternbedeckungen sind oft nicht leicht zu beobachten - aber für die Astronomie nicht unwichtig.
Wenn ein Stern z.B. von einem Asteroid bedeckt wird, kann man aus der Dauer der Bedeckung Rückschlüsse auf die Form des Himmelskörpers ziehen. Wenn ein Stern von einem Planeten bedeckt wird, kann man kurz vor der Bedeckung das Licht des Sterns beobachten, wie es durch die Atmosphäre des Planeten scheint. Dieses Licht kann man dann analysieren und untersuchen, welche Wellenlängenbereiche durch die Atmosphäre absorbiert worden sind. Daraus kann man feststellen, aus welchen Elementen die Atmosphäre zusammengesetzt ist. Durch Bedeckungen lassen sich die Bahnen von Himmelskörpern genauer bestimmen. Auch die Ringe von Uranus hat man entdeckt, als er 1977 einen Stern bedeckte und das Licht des Sterns kurz vor der eigentlichen Bedeckung nochmal kurz von den bis dahin unbekannten Ringen verdunkelt wurde.
Ich habe auch noch ein nettes, kurzes Video gefunden. Dort sieht man, wie Nunki am 3. März 2008 vom Mond bedeckt wurde:
Besonders für Amateurastronomen sind Sternbedeckungen immer ein lohnendes Beobachtungsprojekt - vielleicht liest hier ja jemand mit der oder die selbst ein paar schöne solche Bilder oder Videos gemacht hat?
Fußnoten: 1: "im Moment" bedeutet hier von etwa 5000 v. Chr. bis 5000 n. Chr. ;)
Dieser Beitrag ist eine Neueinstellung eines alten Beitrags aus meinem alten Blog
Autor: Florian Freistetter· 19.07.08 · 10:04 Uhr· 1 Kommentar
18. Juli 2008
Aus den astronomischen Archiven: Die Marskanäle
Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften · Kommentare: 4
Ich stöbere ja sehr gerne in den alten astronomischen Zeitschriften. Das man dabei oft auf sehr interessante Sachen stößt, habe ich ja letztens schon gezeigt. Gerade die alten Ausgaben der astronomischen Fachzeitschriften haben den Vorteil, das ihre Inhalte oft vollständig digitalisiert und vor allem frei im Internet erhältlich sind. Die Datenbank ADS (Astrophysics Data System) erlaubt ein einfaches Stöbern und man kann sich die Artikel dort auch gleich ansehen.

Beim Durchsehen einiger alter Ausgaben der Astronomischen Nachrichten (1821 gegründet und damit die älteste noch existierende astronomische Fachzeitschrift) bin ich heute auf einen Artikel von Percival Lowell gestoßen. Lowell, ein reicher Hobbyastronom, der unter anderen das Lowell-Observatory gründetet (das auch heute noch hervorragende astronomische Forschung durchführt), veröffentlichte 1905 in der Ausgabe 169 der Astronomischen Nachrichten eine kurze Notiz mit dem Titel "The Canals of Mars - Photographed". Darin teilt er mit, das es Carl Otto Lampland, ein am Lowell-Observatory arbeitender Astronom, gelungen war, die Marskanäle zu fotografieren, die bisher nur anhand Beobachtungen mit dem Teleskop nachgezeichnet werden konnten. Dieses Foto konnte ich bis jetzt noch nicht finden; ich habe aber eine Aufnahme von E.C. Slipher von 1907 gefunden, der ebenfalls am Lowell-Observatory arbeitete. Auch dieses Foto sah Lowell als Beleg für die Existenz von Kanälen auf dem Mars an; auch, da es seinen Zeichungen (unteres Bild) der Kanäle sehr ähnlich sah.
Was hat es aber nun mit diesen Marskanälen auf sich? Heute wissen wir ja, das es auf dem Mars keine Kanäle oder sonstige künstliche Strukturen gibt.

Die Geschichte beginnt 1877, als der italienische Astronom Giovannni Schiaparelli den Mars beobachtete. Er meinte, Kanäle auf der Oberfläche zu sehen. Besser gesagt, er sah Strukturen, die ihn an Flussbetten oder andere natürlich Rillen erinnerten. Er hielt sie also für natürliche Strukturen. Er selbst nannte diese Strukturen Canali, auf englisch wurde daraus Canals - und es entstand der missverständliche Eindruck, das es sich dabei um künstliche Bauten handeln würde. Aus heutiger Sicht mag das lächerlich klingen - aber damals wusste man praktisch nichts über die genau Beschaffenheit der anderen Planeten. Der einzige Planet, über den man genau Bescheid wusste, war die Erde. Und auf der war Leben absolut nichts außergewöhnliches. Die Annahme, das auf dem Mars (oder auch der Venus) Leben existiert, widersprach daher nicht dem damaligen Stand der Wissenschaft. Percival Lowell war von dieser Vorstellung jedenfalls sehr fasziniert - und begann selbst den Mars zu beobachten. Er fertigte viele Zeichnungen an und vermaß die Position der Kanäle und Seen, die er zu erkennen meinte. Hier findet man eine sehr ausführliche Arbeit von Lowell zu diesem Thema (Annals of the Lowell Observatory, Vol. 1, p. 253-292). Die Existenz einiger dieser Strukturen wurde auch von anderen Astronomen bestätigt. Man beobachtete auch, das sich die Strukturen im Laufe des Jahres verfärbten. Die großen, sehr breiten Kanäle wurden deshalb für breite Vegetationsgürtel gehalten; Lowell selbst hielt die schmaleren Kanäle für ein Bewässerungsprojekt, um Wasser aus den Polregionen des Mars umzuleiten. Bessere Beobachtungen im Laufe der Zeit zeigten allerdings, das sich die Form der kleineren Kanäle änderte; man begann zu glauben, das es sich eventuell um optische Täuschungen handeln könnte (Linienverstärkung bei besonderen Kontrastverhältnissen).

Die größeren "Kanäle" können heute als große Canyons (wie z.B. die Valles Marineris auf dem Bild oben). Trotzdem waren die Astronomen eigentlich bis in die Mitte der sechziger Jahre davon überzeugt, das es auf dem Mars zumindest simples, pflanzliches Leben geben könnte. Dann allerdings besuchte Mariner 4, eine Raumsonde der NASA, den Mars und machte die ersten detaillierten Aufnahmen. Die Existenz von Marskanälen und höherem Leben konnte dadurch definitiv ausgeschlossen werden. Die heutige Bilder der Marsmissionen zeigen uns eine rote Steinwüste und die Chance, dort Leben zu finden, sind sehr gering. Komplett ausgeschlossen ist es allerdings auch heute noch nicht, das sich auf dem Mars in bestimmten Regionen z.B. flüssiges Wasser und damit eventuell auch sehr einfaches Leben finden lässt (gefrorenes Wasser wurde schon 2004 in den polaren Regionen am Mars entdeckt).
Die "Entdeckung" der Marskanäle durch Schiaparelli kann man eigentlich aus heutiger Sicht größtenteils positiv einschätzen. Auch wenn sie sich als nicht existent herausgestellt haben: sie haben nicht nur die Phantasie und den Forscherdrang der Astronomen beflügelt sondern auch zahlreiche Science-Fiction Romane inspiriert. Dazu gehört auch H.G. Wells berühmtes Werk "Krieg der Welten" das in der Hörspiel Adaption von Orson Wells tausende Amerikaner davon überzeugte, das tatsächlich Außerirdische vom Mars die Erde angreifen. Die "Marsmännchen" sind eine direkte Folge von Schiaparellis und Lowells Beobachtungen.
Und auch in Zukunft sind weitere Missionen zum Mars geplant, die dort nach Leben suchen. Eine Mission, die derzeit gerade läuft ist Phoenix - darüber wurde in diesem Blog ja schon ausführlich berichtet.
Auch wenn sich Lowells Kanäle als optische Täuschung herausgestellt haben: der Mars kann immer noch einige große Überraschungen für uns bereit halten...
Dieser Artikel ist eine Neueinstellung eines alten Beitrags aus meinem alten Blog.
Autor: Florian Freistetter· 18.07.08 · 10:08 Uhr· 4 Kommentare
16. Juli 2008
Reise- und Lesetipps
Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften · Kommentare: 8
Am Wochenende fahre ich nach Österreich. Und in den nächsten Tagen muss ich einiges vorbereiten und komme wahrscheinlich auch nur selten vor den Computer. Also nicht wundern, wenn es hier bis nächste Woche ein wenig ruhiger zugeht.
Reisetipps
Dieses Wochenende mache ich endlich wieder mal einen kurzen Abstecher in meine Heimatstadt: Krems an der Donau. Wer noch nie dort war, dem kann ich nur empfehlen, da mal vorbeizuschauen. Krems ist wirklich eine sehr schöne Stadt. Gemeinsam mit der Wachau (dem Donautal zwischen Krems und Melk) gehört es sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe. Krems hat eine tolle Altstadt aus dem Mittelalter; jede Menge hübsche Gäßchen und Treppchen; ein großes kulturelles Angebot und auch sonst noch jede Menge das einen Aufenthalt lohnt.

Bild: Wikimedia Commons (GFDL Lizenz)
Und vor allem gibt es jede Menge Wein - in und um Krems wird auf fast jeder freien Fläche Wein angebaut. Ein Besuch bei einem der vielen Heurigen, wo dieser Wein ausgeschenkt wird, ist auf jeden Fall empfehlenswert! (vor allem, wenn man noch nie bei einem Heurigen war oder nur die Wiener Version kennt).
Hier gibts noch mehr Infos über Krems: Wikipedia, offizielle Homepage von Krems
Lesetipps
Meine Abwesenheit möchte ich auch dazu nutzen, auf diverse meiner früheren Artikel hinzuweisen. Ich habe mal nachgesehen, welche meiner Beiträge bisher am meisten gelesen wurden. Das waren folgende:
- EM 2008 und Astrologie
- Medikamente aus Hundekot
- Vom richtigen Zeitpunkt: Esoterischer Unsinn über den Mond
- MeinProf.de - Verstoß gegen den Datenschutz?
- Neue Bilder von Phoenix
Aber da diese Artikel ja sowieso schon die meiste Aufmerksamkeit bekommen haben, möchte ich auch noch die 5 Beiträge verlinken, die am wenigsten gelesen wurden:
- Der Stern zum Wochenende: HE 1327-2326
- Der Stern zum Wochenende: Iota Horologii
- Der Stern zum Wochenende: Castor
- Der Stern zum Wochenende: S2
- Der Marsboden könnte Leben enthalten
Hmm - sieht so aus, als sei der Stern zum Wochenende nicht so sonderlich populär - soll ich vielleicht ne neue Serie zu nem anderen Thema starten? Über Kommentare und Vorschläge dazu würde ich mich freuen!
Ausblick
Damit es hier bis nächste Woche nicht ganz leer bleibt, werde ich wahrscheinlich noch den einen oder anderen Artikel aus meinem alten Blog hier neueinstellen.
Und dann hab ich noch ein Foto von diesen drei Herren:

Wer das ist und was sie machen - darüber werde nächste (oder übernächste) Woche noch sehr viel schreiben.
Also bis dann!
Autor: Florian Freistetter· 16.07.08 · 17:07 Uhr· 8 Kommentare
15. Juli 2008
Sind Klimakonferenzen schlecht fürs Klima?
Kategorie: Naturwissenschaften·Umwelt · Kommentare: 10
Über den Klimawandel, darüber wer daran schuld ist und darüber was man dagegen tun kann oder soll wird hier bei ScienceBlogs ja schon heftig diskutiert. Da ich als Himmelsmechaniker auch nicht wirklich qualifiziert bin, Klimaforschung zu betreiben möchte ich mich hier auch gar nicht weiter einmischen. Ich bin heute allerdings zufällig über eine Meldung gestolpert die ich - auch wenn sie schon 5 Jahre alt ist - doch sehr interessant gefunden habe und die ich deswegen hier auch gerne präsentieren möchte.
Es geht dabei um eine Arbeit von Lawrence Plug von der Dalhousie Universität. Er hat 2003 (gemeinsam mit Borden Scott, einem Studenten) eine Arbeit zum Thema "CO2 emissions from air travel by AGU and ESA conference attendees" veröffentlicht (dabei handelt es sich nur um Präsentation bei einer Konferenz, keinen referierten Artikel).

Die beiden haben darin untersucht, wieviel Treibhausgase von Wissenschaftlern erzeugt werden, die zu Konferenzen reisen. Ausgehend von der Tatsache, dass der Flugverkehr einen relevanten Beitrag zum weltweiten CO2-Ausstoß leistet und dem Gedanken, dass gerade Wissenschaftler sehr viel reisen um an diversen Konferenzen teilzunehmen, fragten sich Scott und Plug wie denn nun die CO2-Bilanz von Wissenschaftlern tatsächlich aussieht.
Dazu untersuchten sie zwei große Konferenzen aus dem Jahr 2002: das Treffen der American Geophysical Union (AGU) in San Francisco und ein Meeting der Ecological Society of America (ESA) in Tucson. Anhand der Daten der Konferenzteilnehmer errechneten sie, dass ein Teilnehmer der AGU-Konferenz im Schnitt 1.3 Tonnen CO2 erzeugt; ein Teilnehmer bei der ESA 0.9 Tonnen. Insgesamt waren es 10942 Tonnen beim AGU-Treffen und 3140 Tonnen für das ESA Meeting. Das ist zwar wenig im Vergleich zum weltweiten CO2-Ausstoß. Vergleicht man allerdings den pro-Kopf-Ausstoß der Wissenschaftler mit den Durchschnittswerten anderer Menschen, dann sind die Zahlen gar nicht mehr so klein: ein Konferenzbesucher verbraucht immerhin ein ganzes Siebtel des Jahresausstoß an CO2 eines Briten (oder ein Sechszehntel eines U.S. Amerikaners).
Scott und Plug haben sich auch überlegt, wie man diesen Ausstoß reduzieren könnte. Eine Möglichkeit wäre, die Konferenzen so zu verlegen, dass die Reisewege optimal verkürzt werden. Hätte die AGU-Konferenz beispielsweise nicht in San Francisco stattgefunden sondern in Denver hätte man die Emissionen um 7.7% reduzieren können. Eine Verlegung des ESA-Treffens von Tucson nach Omaha hätte sogar eine Reduzierung von 13.7% bewirkt!
Es wurde ausserdem vorgeschlagen, dass die Organisatoren solch großer Konferenzen (bzw. die Institute der anreisenden Wissenschaftler) zusätzlich für einen entsprechenden Ausgleich sorgen - und z.B. Geld für den Erhalt des Regenwaldes spenden.
Man kann natürlich über den wissenschaftlichen Wert solcher Arbeiten geteilter Meinung sein. Ich fand es jedenfalls sehr interessant. Ich persönlich hab bis jetzt nur europäische Konferenzen besucht und bin mit dem Zug angereist (ich bin "dienstlich" überhaupt erst zweimal mit dem Flugzeug unterwegs gewesen - und einmal privat) - aber das Wissenschaftler zu den Leuten gehören, die überdurchschnittlich viel reisen müssen lässt sich nicht bestreiten.
Soll man sich hier Gedanken über den CO2-Ausstoß machen? Oder ist das vernachlässigbar? Sind Umweltsünden im Dienst der Wissenschaft und des Umwelt- und Klimaschutzes tolerierbar? Hier lesen sicher auch viele Wissenschaftler mit - wie haltet ihr das? Macht ihr euch über solche Themen Gedanken?
Autor: Florian Freistetter· 15.07.08 · 15:17 Uhr· 10 Kommentare
Global Scaling: eine neue Universaltheorie?
Kategorie: Naturwissenschaften·Technik·Umwelt · Kommentare: 315
Immer wenn man denkt, man hat mittlerweile schon alles gesehen, was die Welt an Blödsinn bereit hält, entdeckt man etwas neues. Beim Einkaufen bin ich heute an einer Auslage vorbeigekommen, in der für diverse "gesundheitsfördernde Produkte" geworben wurde (unter anderem für eine "Quantron-Resonanz-Therapie". Das klingt fast so, als sollte Ulrich da mal einen Beitrag darüber schreiben). Der Verantwortliche für den ganzen Kram hat sich auf einem Plakat als "Geopathologe und Global Scaling Berater" bezeichnet. Geopathologie kannte ich schon - das ist nichts anderes als mit Wünschelruten durch die Gegend zu gehen. Aber was bitte ist "Global Scaling" und warum sollte ich mich darüber beraten lassen?
Was ist Global Scaling?
Eine kurze Internet-Recherche liefert erste Informationen: "Global Scaling" ist offenbar etwas das vom "Institut für Raum-Energie-Forschung in memoriam Leonard Euler" (IREF) betrieben wird. Das klingt ja schon vielversprechend... Ein paar weitere Klicks auf dieser Seite führen zu folgender schönen Beschreibung:
"Global Scaling gehört zu den gesichertesten Erkenntnissen der modernen Naturwissenschaft und wurde bislang nur an elitären Forschungseinrichtungen der Russischen Föderation gelehrt."
Hmm - "den gesichertesten Erkenntnissen"? Eine kurze Suche bei ScienceDirect liefert nur zwei Artikel die "global scaling" im Titel haben (einer davon wurde sogar tatsächlich von russischen Forschern verfasst!). Auch wenn es sich in diesen beiden Arbeiten tatsächlich um das gleiche Phänomen handeln sollte wie jenes, das vom IREF erforscht wird, würde ich das nicht unbedingt zu den "gesichertesten Erkenntnissen" zählen. Gesicherte Erkentnisse findet man normalerweise in mehr Artikeln - und vor allem in Lehrbüchern (und dort ist zu diesem Thema auch nichts zu finden).
Was immer es auch ist, erfunden hat es ein gewisser Dr. Hartmut Müller:
"Der Physiker und Mathematiker Dr. Hartmut Müller, heute Leiter des IREF, entwickelte Global Scaling an der Russischen Akademie der Wissenschaften. Für seine wissenschaftliche Leistung verlieh ihm die Internationale Interakademische Vereinigung in Moskau 2004 ihre höchste Auszeichnung, den Vernadski-Stern Ersten Grades."
Das klingt ebenfalls beeindruckend. Ich hab zwar keine Ahnung, ob die "Internationale Interakademische Vereinigung" (International Interacademic Union) eine relevante bzw. glaubwürdige Organisation ist (sie scheint zumindestens keine Homepage zu haben und auch sonst relativ wenig Spuren im Internet hinterlassen zu haben) - aber das ist ja auch vorerst egal. Die Glaubwürdigkeit einer naturwissenschaftlichen Theorie mißt man nicht an irgendwelchen Auszeichnungen sondern daran, ob sie die Natur richtig beschreibt oder nicht.
Ich habe mir daher mal das "Global Scaling Theorie Kompendium" (pdf) angesehen - in der Hoffnung, endlich mal ein paar konkrete Informationen zu finden.
Logarithmen und Fundamental-Fraktale
In diesem Kompendium wird zuerst mal ein historischer Überblick über Skaleninvarianz und logarithmische Wahrnehmung gegeben. Ein Beispiel dafür ist das Weber-Fechnersche Grundgesetz. Laut diesem Gesetz ändert sich die subjektive Stärke eines Sinneseindrucks logarithmisch mit der objektiven Intensität des Reizes. Deswegen gibt es in der Astronomie übrigens auch so eine "unpraktische" Einheit für die Helligkeit der Himmelskörper: die Magnitude ist proportional zum Logarithmus des Strahlungsstroms, der uns von einem Himmelskörper erreicht.
Dann gehts weiter mit Schwingungen - immer ein kritisches Wort, wenn es um Esoterik und Pseudowissenschaften geht. Die Theorie des Global Scaling stellt sich selbst in die Tradition von Johannes Keplers Harmonices Mundi, der "Weltharmonik", in der Kepler eine musikalische Harmonie verkündete, die der "Schöpfer" in unser Sonnensystem eingebaut haben soll. Über Schwingungen wird nun auch endlich erklärt, was Scaling eigentlich ist (Seite 4):
"Scaling entsteht sehr einfach - infolge von Eigenschwingungsprozessen. Eigenschwingungen sind Schwingungen der Materie, die bereits bei sehr geringer Energiezufuhr entstehen."

Naja - das erklärt eigentlich auch nicht wirklich was... Aber auf der nächsten Seite wird es konkreter. Ausgehend von der simplen Tatsache, das ein Grundton verschiedene Obertöne hat bzw. eine Grundschwingung verschiedene Unterschwingungen (siehe Bild rechts), wird eine "logarithmische, fraktale" Schwingung postuliert:
"Daraus folgt der logarithmisch fraktale (sich in allen Skalen wiederholende) Aufbau des Schwingungsbildes. In diesem Zusammenhang spricht man von Skaleninvarianz (engl. Scaling). Scaling ist in der Natur weit verbreitet - von den Elementarteilchen bis zu den Galaxien. In diesem Zusammenhang spricht man von Global Scaling."
Ok, Global Scaling heisst also, dass alles im Universum irgendwie schwingt. Im Kompendium gehts dann weiter mit Fraktalen (also selbstähnlichen Gebilden) und Kettenbrüchen. Ein Kettenbruch ist etwas, das so aussieht:

Jede Zahl kann in dieser Form dargestellt werden - die Wurzel aus 2 würde als Kettenbruch z.B. so aussehen:

"Atome enthalten stets gleichviel Protonen und Elektronen."Vielleicht sollte jemand den Autoren dieses Kompendiums mal erklären, wie Ionisation (ein physikalischer Prozess, bei dem Elektronen aus einem Atom entfernt werden) oder Rekombination (der umgekehrte Prozess) funktionieren...
Aber egal - die Protonen sind wichtig und
"Aus diesem Grund bestimmen Protonenresonanzen den Verlauf aller Prozesse und denund
Aufbau aller Strukturen im Universum."
"Gegenstand der Global Scaling Theorie ist das Spektrum der Eigenschwingungen von
Kettensystemen, die aus Protonen bestehen. Als Spektrum von Eigenschwingungsprozessen ist es fraktal, das bedeutet lückenhaft, sich selbst ähnlich und logarithmisch skaleninvariant."
Klingt ja wirklich beeindruckend - aber wie "funktioniert" das nun in der Praxis? Ganz einfach, eigentlich. Man nimmt sich irgendeine Zahl die das beschreibt was man untersuchen möchte (den "Messwert") und dividiert sie durch ein passendes "Protonen-Eichmaß" (eine andere Zahl, die eine der physikalischen Eigenschaften des Protons beschreibt). Vom Ergebnis bildet man den natürlichen Logarithmus und wandelt diese Zahl in einen Kettenbruch um. Die Faktoren dieses Kettenbruchs werden nun dazu benutzt um den Messwert im "Fundamentalen Fraktal" zu platzieren. Hmm - was genau ein Fundamentales Fraktal ist, wurde im Kompendium noch gar nicht definiert... - aber so wie es aussieht ist es eine bestimmte grafische Darstellung eines Kettenbruchs. Jetzt hat man ein schönes buntes Bild, mit vielen Strichen, Farben und Lücken und irgendwo da drin liegt der Messwert (aus Copyrightgründen kopier ich mal lieber kein Bild so eines Fundamentalen Fraktals hier in meinen Beitrag - eine Vorstellung davon, wie sowas aussieht gibt das Bild eines "Global Scaling Massbandes dass ich im Esowatch-Wiki gefunden habe). Und je nachdem wo der Messwert nun im Fraktal liegt, lassen sich angeblich verschiedeneste Aussagen machen und vorhersahen, wie sich ein bestimmter Prozess oder Vorgang in Zukunft verhalten wird.
Ein kompliziertes Orakel
Die ganze Geschichte mit Fraktalen, Kettenbrüchen, Protonen, etc. hat also mit der eigentlichen Geschichte absolut nichts zu tun. Das ist nur ein weiterer, neuer Weg um eine Grundlage zum Interpretieren und Assozieren zu erhalten. Früher hat man dazu die Eingeweide von Tieren benutzt, im Kaffeesatz gelesen, Karten gelegt, in der Hand gelesen oder Horoskope aufgemalt. Heute gibt man dem ganzen eben einen wissenschaftlichen Anstrich und erzählt von Kettenbrüchen und Protonenresonanzen... Im Endeffekt läuft es aber auf simples Orakeln hinaus.
Das zeigen auch die Analyse-Beispiele, die noch im Kompendium zu finden sind. Da werden zum Beispiel die Eigenschaften der Planeten im Sonnensystem untersucht (Seite 18). Grundlage sind die Entfernungen der Planeten von der Sonne. In der zur Analyse gehörenden Grafik wird die grundlegende Entfernungseinheit im Sonnensystem, die Astronomische Einheit, übrigens fälschlicherweise mit 149597870660 Kilometer angegeben. Dieser Wert liegt um das tausendfache daneben: die korrekte Zahl lautet 149597870,691 Kilometer. (Update - in der aktuellen Version des Kompendiums wurde dieser Fehler korrigiert. Der Rest des astronomischen Unsinns, z.B. über die wachsenden Planeten - siehe unten - steht aber weiterhin drin).
Aber egal - die Entfernungen der Planeten werden nun global-scaling-mäßig verwurstet und in das fundamentale Fraktal eingetragen. Daraus lassen sich dann überraschende "Erkenntnisse" ableiten wie z.B. diese:
"Venus ist der einzige Planet im Sonnensystem, dessen mittlere Entfernung vom
Sonnenzentrum in unmittelbarer Nähe eines Knotens im Spektrum der Protonenresonanz-Wellenlängen liegt. Deshalb ist mit einer hohen Fluktuationswahrscheinlichkeit der Orbitalbewegung der Venus zu rechnen, was den extrem ausgeprägten Vulkanismus (über 1600 Vulkane) auf Venus erklären könnte."
Nun, abgesehen davon, dass ein "Knoten im Spektrum der Protonenresonanz" nicht wirklich irgendetwas erklärt ist auf der Venus auch kein Vulkanismus zu beobachten. In der Vergangenheit gabs dort jede Menge - heute aber nicht mehr.
Auch die Größe der Himmelskörper wurde zur "Analyse" benutzt. Auch hier kommt man zu überraschenden Ergebnissen:
"Saturn befindet sich knapp rechts neben dem Knoten 54, Jupiter etwas weiter rechts. Daher werden Saturn und Jupiter mit hoher Wahrscheinlichkeit noch wesentlich größer werden."Wow! Die Planeten werden wachsen! Das wird die Astrophysiker allerdings überraschen - vor allem, weil es den gängigen Theorien der Planetenentwicklung ein wenig widerspricht...
Neben astrophysikalischen Beispiele gibt es noch jede Menge andere Anwendungsbeispiele. Man kann Global Scaling benutzen um Gebäude optimal zu planen; man kann es medizinisch ausnutzen (auch die Stimmungen eines Menschen lassen sich anscheinend aus dem Fundamentalfraktal vorhersagen) und es soll nicht nur diagnostisch sondern sogar therapeutisch anwendbar sein! Es gibt scheinbar nichts, was sich mit Global Scaling nicht analysieren und prognostizieren lassen würde. Sogar die Lotto-Zahlen kann man sich vorhersagen lassen!
Und jetzt weiß ich endlich auch, was ein "Global Scaling Berater" ist. Nichts anderes als ein Astrologe, Kartenleger, Handleser... nur wird eben zur Vorhersage ein obskures pseudowissenschaftliches Modell verwendet das mit modernen wissenschaftlichen Fachbegriffen um sich wirft und kein obskures pseudowissenschaftliches Modell, das auf absolut veralteten Vorstellungen basiert. Aber man muss trotzdem keine Quantentheorie oder fraktale Geometrie studiert haben, um mit Global Scaling beraten zu können - dafür gibts Computerprogramme! Das kann man sich beim IREF um 340,- kaufen (plus 125,- pro Jahr an Lizenzgebühren). In ebenfalls kostenpflichtigen Seminaren kann man sich die Theorie erklären lassen und an einer eigenen "Global Scaling Universität" in Falkensee kann man sogar "studieren" (falls man 499,- pro Kurs übrig hat). Sogar die ersten technischen Anwendungen gibts schon: für gerade mal 7900,- kann man sich ein Gerät zur "Global Scaling Lichttherapie" zulegen.
Global Scaling an der Universität
Wenn Global Scaling nur ein weiteres Angebot in der pseudowissenschaftlichen Szene wäre, wäre die Sache nicht ganz so schlimm. Aber nach ein bisschen Rechechere finden sich da leider ein paar Zusammenhänge, die die Sache in einem ganz anderem Licht erscheinen lassen.
Denn mit Global Scaling beschäftigen sich anscheinend nicht nur die üblichen Mitglieder der Esoterik-Szene. Diese Meldung der Donau-Universität in Krems (Österreich) hat mich nicht wenig schockiert:
"Im Rahmen der internationalen Wissenschaftskonferenz IPSI-2005 am 18. Februar in Amalfi/Italien hielt Dr. Erwin Bratengeyer, Leiter des Forschungszentrums TIM-Lab an der Donau-Universität Krems, einen Vortrag zum Thema "Synchronicity in Random Signals", in dem er aktuelle Ergebnisse des "Global Scaling" präsentierte."Nun ist ein Konferenzbeitrag nicht unbedingt die Königsklasse der wissenschaftlichen Publikation - vor allem nicht bei einer IPSI-Konferenz. Dort wurde nämlich unter anderem auch schon mal ein Beitrag zur Präsentation akzeptiert, der automatisch mit einem Computerprogram generiert wurde und im Prinzip nur aus sinnlosen Text ohne wissenschaftlichen Wert bestand.
Trotzdem ist es erschreckend, dass sich die Meldung nach 3 Jahren immer noch auf der Homepage der Donau-Universität befindet und so beschrieben wird:
"Bei „Global Scaling" handelt es sich um eine revolutionäres Verfahren zur Datenübertragung, das von Dr. Hartmut Müller in zwanzigjähriger Forschung entwickelt wurde. Die Forschungsabeiten am TIM-Lab werden von der Global Scaling Technologies AG, Schweiz, finanziert."Von einer Universität sollte man schon erwarten können, dass sie sich etwas genauer mit der Wissenschaftlichkeit der Arbeitsfelder ihrer Mitarbeiter beschäftigt. Immerhin sind einige andere Seiten schon aus dem Webangebot der Donau-Uni gelöscht worden. Über Web-Archive sind sie aber noch aufrufbar; wie z.B. ein Bericht über eine "Global Scaling Quantum Teleportation":
"Das von Dr. Müller in zwanzigjähriger Forschung entwickelte Verfahren "Global-Scaling Quantum Teleportation" (GSQT) ermöglicht diese Datenübertragung über das überall nachweisbare kosmische Hintergrundrauschen."Datenübertragung "ohne Verwendung zusätzlicher Geräte rein softwarebasierend" über das "kosmische Hintergrundrauschen"?? Und da wird niemand skeptisch? Oder recherchiert vielleicht ein bisschen und wird stutzig, wenn man auf ein "Institut" trifft, das Lottozahlen vorhersagt? Als gebürtiger Kremser schäme ich mich fast ein bisschen für die Donau-Universität! So etwas sollte an keiner Uni passieren!
Aber auch an der Universität Köln gab es im März diesen Jahres offensichtlich einen Vortrag zu Global Scaling (natürlich mit einem Eintrittspreis von 12 Euro).
Es bleibt zu hoffen, dass sich Global Scaling nicht weiter in den Universitäten breit macht. Denn zumindest hier sollten die Leute und vor allem die Studenten davon ausgehen können, keine Pseudowissenschaft vorgesetzt zu bekommen!

Ähnliche Artikel: Homöopathie auf dem Prüfstand, Medikamente aus Hundekot, Homöopathie-Propaganda in der Qualitätszeitung, Kollidierende Planeten: Velikovskys seltsame "Theorie"
Autor: Florian Freistetter· 15.07.08 · 09:51 Uhr· 315 Kommentare
13. Juli 2008
Das Blog-Teleskop #4
Kategorie: Blog-Teleskop·Naturwissenschaften
Die vierte Ausgabe des Blogteleskops ist online! Diesmal hat sich Jan Hattenbach von den Himmelslichtern umgesehen, was sich in den vergangenen 2 Wochen so alles in den Astroblogs und Astroforen getan hat.

Und wer die fünfte Ausgabe des Teleskops beherbergen möchte, der soll mir Bescheid sagen.
Autor: Florian Freistetter· 13.07.08 · 16:45 Uhr· 0 Kommentare
12. Juli 2008
Der Stern zum Wochenende: HE1327-2326
Kategorie: Der Stern zum Wochenende·Naturwissenschaften · Kommentare: 3
Der Stern HE 1327-2326 ist der älteste Stern der bisher entdeckt wurde. Mit einem Alter von etwa 13 Milliarden Jahren ist er fast so alt wie das Universum selbst!
Bild: Subaru Teleskop
HE 1327-2326 wurde 2005 unter der Leitung der Hamburger Astronomen Norbert Christlieb und Cora Fechner entdeckt im Rahmen der Hamburg/ESO-Himmelsdurchmusterung entdeckt. Aufgefallen ist der den Forschern wegen seiner extrem geringen Metallizität. Die Metallizität wird in der Astronomie verwendet um anzugeben, wie groß der Anteil an schweren Elementen in einem Stern ist. Astronomen haben hier eine etwas andere Definition von "Metall" als normalerweise üblich: Alles außer Wasserstoff und Helium wird pauschal als "Metall" bezeichnet. Vergleicht man nun die Metallizität von HE 1327-2326 mit der der Sonne, dann zeigt sich, dass sie etwa dreihundertausendmal geringer ist! Was lässt sich daraus folgern?
Dazu muss man erst einmal verstehen, wo die schweren Elemente überhaupt herkommen. Nach dem Urknall waren im Universum nur die beiden leichtesten Elemente vorhanden: Wasserstoff und Helium. Daraus formten sich dann die allerersten Sterne (die sg. Population III). Im Inneren dieser Sterne wurden nur durch Kernfusion aus Wasserstoff und Helium schwerere Elemente erzeugt. Wenn die Sterne der Population III dann ihr Leben z.B. in einer Supernova beenden, werden diese schwereren Elemente wieder ins All geschleuderte und standen dort wieder als "Baumaterial" für neue Sterne zu Verfügung. Die nächste Population der Sterne (Population II) bestanden also nicht mehr nur aus Wasserstoff und Helium sondern auch aus einer kleinen Mengen an schwereren Elementen. Auch bei diesen Sternen werden durch die Kernfusion schwerere Elemente erzeugt - diesmal noch schwerere als zuvor. Daraus haben sich dann die Sterne der Population I gebildet - wie z.B. unsere Sonne! (Daraus folgt übrigens auch, dass (fast) die komplette Materie, aus der unsere Erde und alles darauf - uns Menschen eingeschlossen - im Inneren eines Sterns entstanden ist; bei einer Supernova ins All geschleudert wurde und sich schließlich irgendwann zu einem Planeten geformt hat!).
Je weniger schwere Elemente ein Stern hat, desto älter muss er also sein. HE 1327-2326 ist bisher der Stern mit der geringsten Metallizität. Er ist kein Stern der Population III (von denen wurde bisher noch keiner entdeckt) da er ja zumindest ein paar Metalle hat - ist aber trotzdem der "Methusalem" in unserer Galaxie.
Zumindest vorerst - es warten sicherlich einige noch ältere Sterne auf ihre Entdeckung!
Ähnliche Artikel: Alle bisherigen Artikel in der Serie "Der Stern zum Wochenende"
Autor: Florian Freistetter· 12.07.08 · 10:05 Uhr· 3 Kommentare
10. Juli 2008
Teilchenphysik zum Kuscheln
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 5
Wer könnte da schon widerstehen: Elementarteilchen zum Kuscheln! Bei Particle Zoo gibts alle Teilchen des Standardmodells (und ein paar der hypothetischen Partikel) in Plüsch zu kaufen!

Auf sowas hat die Welt gewartet - also ich zumindestens. Aber wer hätte nicht gerne ein kleines W-Boson (rechts) zum kuscheln fürs Bett? Oder ein Elektron-Neutrino (rechts unten) ? Sogar das Higgs-Boson, nach dem die Teilchenphysiker verzweifelt suchen (und das am LHC in CERN nun hoffentlich bald gefunden wird) gibt es schon in der Plüsch-Variante (natürlich auch die dunkle Materie). Und auch ein bisschen echte Physik spielt bei der Produktion der knuddligen Teilchen eine Rolle: die Füllung
und damit das Gewicht der Plüschpartikel variiert je nachdem, wie schwer
die echten Teilchen sind - das schwere Higgs Boson ist z.B. mit Kieselsteinen gefüllt (ok, das erschwert dann das kuscheln wahrscheinlich doch ein wenig). Ich find die Dinger jedenfalls wahnsinnig toll! Abgesehen davon, dass ich gerne ein paar für mich selbst hätte (Ich hab übrigens bald Geburtstag, nur so als Hinweis ;) ) lässt sich damit sicher die Teilchenphysik schön kindgerecht erklären. Die Kuschelteilchen würden auf jeden Fall gut zu dem Plüsch-Space-Shuttle passen, dass schon bei uns zuhause rumfliegt:

Die Astronomie ist kuscheltiermäßig allerdings noch recht schlecht repräsentiert. Wie wärs mit den Galaxietypen der Hubble-Sequenz zum Kuscheln? Oder den verschiedenen Sterntypen aus dem Hertzsprung-Russel-Diagramm? Kuschelplaneten? Da wartet ein großer Markt darauf, erschlossen zu werden! ;)
Danke an das Physik-Blog für den Hinweis!
Autor: Florian Freistetter· 10.07.08 · 22:35 Uhr· 5 Kommentare
09. Juli 2008
Wird die Wikipedia seriös?
Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften · Kommentare: 24
Wikipedia ist erfolgreich. Die freie Internet-Enzyklopädie ist Anlaufstelle Nummer 1, wenn man irgendwelche Fragen ab. In meinen Vorlesungen an der Universität lies sich das wunderbar beobachten: Erste (und leider oft einzige) Ressource bei einer Recherche ist Wikipedia. Sogar Marc berichtete in der Wissenswerkstatt kürzlich darüber, dass langsam auch die Wissenschaftler beginnen, aus Wikiepedia zu zitieren. Und in der Wikipedia selbst läuft seit einiger Zeit ein Projekt, dass die dort enthaltenen Informationen verläßlicher und letztendlich auch zitierfähig machen soll. Peer-Review in der Wikpedia? Leider nicht ganz...
Freiheit und Verläßlichkeit
Der größte Vorteil der Wikipedia ist ihre Freiheit: jeder kann jeden Artikel bearbeiten (mit kleinen, temporären Aussnahmen) und im Laufe der Zeit werden so Unmengen an relevanten Informationen gesammelt und vernünftig aufbereitet. Diese Freiheit ist aber auch gleichzeitig der größte Nachteil der Wikipedia: wenn jeder alles ändern kann, wie kann ich mich dann darauf verlassen, dass das was ich lese, auch richtig ist? Hier vertraut die Wikipedia darauf, dass sich das System selbst kontrolliert: da jeder ändern kann, können Fehler auch auch schnell korrigiert werden. Bei simplen Vandalismus funktioniert das wunderbar. Wer z.B. den Artikel über den Planeten Venus löscht und durch den Text "Susi ist blöd!" ersetzt, wird damit wenig Erfolg haben. Änderungen dieser Art werden im Allgemeinen spätestens nach ein paar Minuten revertiert. Schwieriger wird es bei nicht so offensichtlichen Störungen. Was passiert, wenn jemand den im Artikel angegeben Wert für die geometrische Albedo von 0.65 auf 0.64 ändert? Nun, wenn ich diese Änderung anonym und ohne Quellenangabe mache, dann wird das vermutlich genauso schnell revertiert werden wie der offensichtliche Vandalismus. Wenn ich allerdings eine Quelle angebe, dann stehen die Chancen gut, dass diese Änderung bleibt - und zwar ohne dass jemand diese Quelle auch überprüft! (Natürlich gibts Ausnahmen). Hier wird dann meist einfach vertraut, dass man konstruktiv arbeitet und nicht destruktiv. Und auch das ist eine sinnvolle Annahme - denn Menschen die extra die Mühe machen, solche versteckten Änderungen durchzuführen wird es wohl nicht so zahlreich geben.
Trotzdem sehe ich ein Problem bei der Wikipedia - nicht unbedingt durch Vandalismus. Sondern durch die Struktur und das Prinzip der Wikipedia an sich. Ich habe selbst jahrelang dort als Autor mitgearbeitet - mich dann aber zurückgezogen. Das, was mich dort am meisten gestört hat, war nicht der Vandalismus durch anonyme Benutzer sondern die Differenzen unter den registrierten und "anerkannten" Autoren selbst. Grund dafür ist ein Mangel an "Fachleuten". Wenn jeder alles editieren kann, dann heisst das eben auch, dass ein Chemiker über französische Literatur schreiben kann; eine Biologin über Ägyptologie und ein Schüler über Teilchenphysik. Klar, dass es da zu Konflikten kommt. Wenn ich, als Astronom, einen astronomischen Artikel bearbeite, nur um dann von einem (astronomischen) Laien mit "Galileo-Bildung" erklärt zu bekommen, dass ich keine Ahnung habe, dann ist das sehr ärgerlich! (Mir persönlich ist das zwar konkret so noch nicht passiert - aber sowas lässt sich bei Wikipedia immer wieder beobachten). Im schlimmsten Fall resultiert aus diesem Konflikt ein "Edit-War" (ein ständiges Editieren und Revertieren von Änderungen). Man muss sich auf den Diskussionsseiten der Artikel "verteidigen"; viel Zeit und Energie in die Diskussion investieren um dem "Gegner" klarzumachen, worum es eigentlich geht, usw. Oft "gewinnt" nicht derjenige, der faktisch Recht hat - sonder der, der den längsten Atem beim Diskutieren hat. Insbesondere trifft das auf Themen zu, die in den Bereich "Pseudowissenschaft" fallen (dieses Wort ist übrigens bei Wikipedia gar nicht gern gesehen - die zugehörige Kategorie wurde vor einiger Zeit abgeschafft und pseudowissenschaftliche Dinge "pseudowissenschaftlich" zu nennen kommt meistens gar nicht gut an...). Wer schon mal mit UFO-Gläubigen, Astrologen, Homöopathen, Einstein-Leugner, Kreationisten, etc diskutiert hat, der weis, was ich meine... Viele Fachleute (die dann meistens Wissenschaftler sind) werden von diesen Diskussion abgeschreckt - was dann dazu führt, dass viele Artikel eben von interessierten Laien geschrieben werden. Auch das ist nicht zwingendermassen ein Problem! Eine Enzyklopädie ist keine wissenschaftliche Publikation und man muss nicht unbedingt ein ausgebildeter Fachmensch sein, um vernünftig und korrekt über ein bestimmtes Thema schreiben zu können. Das Problem ist, das man sich eben nicht sicher sein kann, wer nun gerade was geschrieben hat. Wurde z.B. der Artikel über wechselwirkende Galaxien von einem Astronom geschrieben? Oder einer Hobby-Astronomin? Oder von jemand ganz anderem? (Natürlich ist so gut wie jeder Wikipedia-Artikel ein Gemeinschaftswerk; trotzdem gibt es fast immer ein oder zwei Personen, die besonders intensiv mitgearbeitet haben). Wenn es ein Astronom war, dann kann ich vermutlich davon ausgehen, das er sich auf dem Gebiet auskennt und alle für einen Enzyklopädie relevanten Themen angesprochen hat. Gleiches kann natürlich auch für die Hobby-Astronomin oder jeden anderen gelten. Aber die Chance, etwas zu übersehen bzw. (unabsichtlich) eine verzerrte Version der Wirklichkeit darzustellen ist bei fachfremden Leuten sicher größer1. Ohne umfassende zusätzliche Recherche hat man also keine wirkliche Sicherheit, dass die im Artikel dargestellten Informationen wirklich korrekt, relevant und ausreichend sind, um das Thema komplett darzustellen.
Um das zu ändern, wurde bei der Wikipedia nun ein neues Werkzeug eingerichtet: gesichtete und geprüfte Versionen.
Gesichtete und geprüfte Versionen
Seit 6. Mai läuft - exklusiv in der deutschen Wikipedia - ein Test, um herauszufinden, wie man die Qualität der Artikel und die Verläßlichkeit der Wikipedia steigern kann. Dabei geht es um die "gesichteten und geprüften Versionen".
Eine gesichtete Version wird folgendermaßen beschrieben:
"Eine gesichtete Version ist eine mittels der MediaWiki-Extension Flagged Revisions speziell gekennzeichnete Version eines Artikels, die aussagen soll, dass diese Version frei von offensichtlichem Vandalismus ist. Sie sagt nicht aus, dass der Artikel fachlich geprüft wurde. Ziel ist es, die Verlässlichkeit der Wikipedia auf einfache Weise zu erhöhen und den Lesern ungesichtete Versionen nicht mehr anzuzeigen. Dies wird zum Einen dadurch erreicht, dass über jede Änderung an gesichteten Versionen durch neue oder unangemeldete Benutzer einmal kurz rübergeschaut wird, und zum anderen dadurch, dass gesichtete Versionen dem Leser bevorzugt angezeigt werden."
Ein "normaler" Wikipedia Leser, der keinen Benutzeraccount hat, sieht also zur Zeit nur die Version eines Artikels, bei der festgestellt wurde, dass sich dort kein offensichtlicher Vandalismus befindet. Das ist prinzipiell eine gute Sache - auch wenn es meiner Meinung nach ein wenig viel Aufwand für wenig Effekt ist. Offensichtlicher Vandalismus ist ja sowieso "offensichtlich". Um beim Beispiel von oben zu bleiben: niemand wird glauben das "Susi ist blöd!" ernsthaft eine relevante Information über die Venus darstellt. Früher reichte ausserdem auch ein Klick um solch einen Vandalismus rückgängig zu machen - nun braucht es eben einen Klick, um eine Version zu "sichten". Natürlich ist für die öffentliche Wirkung der Wikipedia positiv, wenn dieser Vandalismus für die normalen Benutzer gar nicht erst sichtbar ist - insofern machen die gesichteten Version durchaus Sinn (auch wenn es immer noch ein großer Aufwand ist, fast 800000 Artikel zu sichten).
Etwas anderes sind allerdings die geprüften Versionen:
"Eine geprüfte Version ist eine mittels der MediaWiki-Extension Flagged Revisions speziell gekennzeichnete Version eines Artikels, die aussagen soll, dass ein Artikel nach Meinung des Prüfers keine falschen Aussagen und keine verfälschenden Lücken enthält. Damit wird ein Werkzeug eingeführt, welches erlaubt, den Artikelbestand systematisch auf Fehler zu überprüfen und dies auch festzuhalten, wobei das Ergebnis dieser Prüfung dem Leser kommuniziert wird, so dass die Verlässlichkeit von Wikipediaartikeln erhöht wird."
Diese geprüften Versionen sind allerdings noch in Planung und noch nicht implementiert. Hier soll dann aber genau das Problem behoben werden, dass ich weiter oben angesprochen habe: durch die Prüfung soll sichergestellt werden, dass die Artikel korrekt und vollständig sind. Der Knackpunkt ist hier allerdings die Aussage "nach Meinung des Prüfers". Wer sollen die Prüfer sein? Mit dieser Entscheidung steht und fällt der Sinn der geprüften Versionen. Darüber wird natürlich auch bei der Wikipedia selbst heftig diskutiert. Von "(fast) jeder soll prüfen können" bis "nur Leute mit Doktortitel sollen in ihrem Fach prüfen dürfen" ist bei den Vorschlägen fast alles dabei (sogar der absolut unsinnige Vorschlag Nr. 9, die Prüfung mittels einer Wahl durchzuführen).
Analog dazu kann man den wissenschaftlichen peer-review Prozess betrachten. Wenn ich einen Artikel bei einer Fachzeitschrift einreiche, dann bekommt den dort ein Editor, der, wenn er auch kein Fachmann für mein Themengebiet sein muss, zumindest eine gute allgemeine Vorstellung vom Fachbereich haben sollte. Dieser Editor wählt dann einen oder mehrer Gutachter aus, also Wissenschaftler, die er für kompetent genug hält, die Qualität meiner Arbeit zu beurteilen. Diese Gutachter lesen und bewerten meinen Artikel und anhand deren Urteil entscheidet der Editor über die Veröffentlichung. Dieses System ist zwar nicht fehlerfrei - aber doch besser als alle anderen Möglichkeiten.
Peer-review bei Wikipedia?
Läßt sich das auch auf die Wikipedia umlegen? Schwer... Wikipedia ist nun mal eine Gemeinschaft für alle und nicht nur für Fachleute! Man könnte natürlich für jeden Artikel externe Fachleute für die Prüfung anwerben - aber das ist kaum realistisch. Eine vernünftige Prüfung ist immer aufwendig und es ist zweifelhaft, ob viele Experten so viel Zeit für die Wikipedia aufwenden wollen.
Was es bei der Wikipedia gibt, sind Portale, bzw. Redaktionen - also Zusammenschlüße von Wikipediaautoren, die tatsächlich Fachleute auf einem bestimmten Gebiet sind bzw. allen, die sich für ein bestimmtes Gebiet interessieren. Also wieder die gleiche Mischung aus Fachleuten, interessierten Laien und anderen. Diese Redaktionen könnten nun die jeweiligen Prüfer für bestimmte Artikel/Themenbereiche bestimmen.
Oder man bestimmt die Prüfer durch gemeinschaftliche Wahlen (so wie bisher beispielsweise die Administratoren der Wikipedia bestimmt wurden).
Schließlich könnte man die Rechte zur Prüfung auf (nachgewiesene, nicht-anonyme) Experten, die gleichzeitig Wikipediaautoren sind beschränken.
(Oder man bastelt eine Kombination der drei Vorschläge von oben. Die bisher bei der Wikipedia genannten Vorschlägen ergeben sich alle aus diesen 3 Möglichkeiten).
Meiner Meinung nach kann keiner dieser Vorschläge das grundlegende Problem der Verläßlichkeit lösen! Wenn die Prüfer auf die eine oder andere Art Wikipedia-intern bestimmt werden, dann bleibt alles so wie es ist. Wikipediaautoren sind im allgemeinen anonym - und es lässt sich nie mit einigermassen vernünftiger Sicherheit feststellen, dass ein Autor bzw. ein von den Autoren gewählter Prüfer ausreichend Kenntnisse vom Thema hat, um eine verläßliche Prüfung zu machen.
Auch der Nachweis von entsprechenden Kenntnissen birgt die gleichen Gefahren. Wer beurteilt, welche Kenntnisse man haben muss und wer ein Experte ist und wer nicht? Das kann auch nur wieder die Wikipedia selbst machen - und ich sehe da wieder große Diskussionen! Wer wäre z.B. ein Experte für wechselwirkende Galaxien? Ein Astronom? Das ist möglich - bei der Wahl zwischen einem Astronom und z.B. einem Politikwissenschaftler hätte der Astronom hier sicher die Nase vorn. Ich bin Astronom - aber ich würde mich trotzdem nicht zwingendermassen als Experten für wechselwirkende Galaxien bezeichnen. Was ist mit einem Amateurastronomen, der viel zum Thema gelesen hat und gerne diesen Artikel prüfen will? Hat er die entsprechenden Kenntnisse oder nicht? Wer beurteilt das...? Uswusf. Noch schlimmer wirds bei kritischen Themen, wie z.B. Politik. Wer ist kompetent genug, den Artikel zur SPD zu prüfen? Ein Politikwissenschaftler? Oder vielleicht ein SPD-Mitglied? Oder vielleicht wer von der CDU? Und nicht zu jedem Thema werden sich Experten finden....
Kein Ausweg
Solang man nicht wirklich externe Experten heranzieht (was praktisch undurchführbar ist), wird sich das Grundproblem der Wikipedia nicht lösen lassen. Die gesichteten Versionen mögen eine gute Idee sein - aber für die geprüften Versionen sehe ich keine Möglichkeit zur Umsetzung die tatsächlich auch das Versprochene einhält. Um das Problem der Verläßlichkeit lösen zu können, müsste die Wikipedia ihr Grundprinzip - die absolut freie Mitarbeit durch jeden - aufgeben. Dann würde aber auch die Wikipedia nicht mehr funktionieren.
Eine schwierige Situation. Ich werde jedenfalls beobachten, wie das mit den geprüften Versionen weitergeht. Vielleicht fällt den Leuten ja noch etwas ein - ich würde mich drüber freuen!
1: Ich habe übrigens mal eine Kollegin (Expertin für wechselwirkende Galaxien) nach ihrer Meinung über den Artikel gefragt. Die Kurzversion des Urteils lautete "Naja, da fehlt schon noch einiges. So richtig toll ist der Artikel nicht"
Autor: Florian Freistetter· 09.07.08 · 21:16 Uhr· 24 Kommentare
06. Juli 2008
Wissenschaftsrat fordert bessere Lehre an den Universitäten
Kategorie: Politik · Kommentare: 9
Der Wissenschaftsrat rügt die deutschen Professoren weil sie die Lehre an den Universitäten vernachlässigen (das meldet heute die Online-Ausgabe des Spiegel; der offizielle Bericht wird am Montag veröffentlicht).
"Weitgehend Autodidakten" seien die Hochschullehrer; sie benötigen eine "professionell durchgeführten Aus- und Weiterbildung".
Absolut! Es ist eigentlich völlig unverständlich, dass Lehrer an einer Universität keine entsprechende pädagogische didaktische Ausbildung haben/bekommen.
Auch die Tatsache, dass bei der Beurteilung einer wissenschaftlichen Karriere fast nur Augenmerk auf die Forschung gelegt wird, wurde kritisiert:
"Selbst eine offensichtliche Vernachlässigung der Lehre und der Studentenbetreuung wird allenfalls in Ausnahmefällen sanktioniert
Erfolgreiche Forschung verhilft zu neuen Geldern, Mitarbeitern und besserer Ausstattung, größeres Engagement in der Lehre hingegen führt häufig zu höherer Arbeitslast durch mehr Studierende und mehr Prüfungen."
Da stimme ich absolut zu - und ich habe diese Einstellung ja auch schon in früheren Artikeln stark kritisiert (aber ich denke mal nicht, dass der Wissenschaftsrat mein Blog liest ;) ).
Der Wissenschaftsrat will nun das über eine Milliarde Euro für mehr und bessere Lehre eingesetzt werden. Ausserdem sollen mehr Professorenstellen geschaffen werden.
Was sich aber auf jeden Fall ändern muss, ist die Einstellung zur Lehre. Die wird ja von vielen leider oft nur als störende Tätigkeit angesehen, die einem die Zeit für die Forschung nimmt. Und diese Sicht der Dinge kann man den Leuten nicht einmal übel nehmen - denn wer sich viel Zeit für die Lehre nimmt, wird im heutigen Wissenschaftsbetrieb ja wirklich bestraft. Bei Bewerbungen, Projektanträgen etc. wird fast ausschließlich anhand der Forschung und der Publikationen bewertet. Ob jemand gute oder schlechte Lehre macht, hat keinerlei Einfluss.
Und solange die Hochschullehrer keine Konsequenzen befürchten müssen wenn sie die Lehre vernachlässigen wird sich auch nichts ändern! Wenn man die Situation wirklich verbessern will, dann müssten wohl auch Organisationen wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ihre Richtlinien ändern und mehr Wert (bzw. überhaupt Wert) auf gute Lehre legen!
Denn meiner Meinung nach ist (gute) Lehre und Öffentlichkeitsarbeit um nichts weniger wichtig als gute Forschung! Ein Wissenschaftler der eine dieser drei Komponenten vernachlässigt macht meiner Meinung nach etwas falsch!
Autor: Florian Freistetter· 06.07.08 · 23:10 Uhr· 9 Kommentare
Homöopathie auf dem Prüfstand
Kategorie: Medizin·Naturwissenschaften · Kommentare: 28
Der bekannte Wissenschaftsautor Simon Singh hat gemeinsam mit dem Mediziner Edzard Ernst ein Buch veröffentlicht: "Trick or Treatment. Alternative Medicine on Trial". Darin beschäftigen sie sich mit der Wirksamkeit der verschiedenen alternativmedizinischen Methoden - unter andererm der Homöopathie. Das besondere daran: Edzard Ernst war früher selbst Homöopath.
Simon Singh ist bekannt durch seine hervorragenden populärwissenschaftlichen Bücher wie "Fermats letzter Satz", "Geheime Botschaften" oder "Big Bang". Wenn er sich nun zusammen mit einem Professor für Alternativmedizin (an der Peninsula Medical School, Plymouth, UK) daran macht, ein Buch über alternative Heilmethoden zu schreiben, dann verspricht das, interessant zu werden!
Edzard Ernst war ja früher selbst Anhänger der Homöopathie - mittlerweile hat sich seine Meinung darüber aber drastisch geändert:
"Ich bin selber Homöopath gewesen, habe im Münchener Krankenhaus für Naturheilweisen gelernt und habe Homöopathie dann als Arzt auch gelegentlich eingesetzt. Als Wissenschaftler beleuchte ich sie nun seit ein paar Jahren kritisch, und die Evidenzlage ist über die Jahre hinweg immer eindeutiger gegen die Homöopathie ausgefallen."
sagt er in einem Interview mit der Netzzeitung. Nach seiner Meinung über die anhaltende Beliebtheit der Homöopathie gefragt, antwortete er dort:
"Von Seiten derjenigen, die diese Sachen verkaufen, wird mit einer bewundernswerten Dreistigkeit behauptet, dass da Wirkungen sind, und dass biologische Plausiblität so unwahrscheinlich nicht sei. Das ist eine systematische Missinformation der Bevölkerung und der Patienten."
In diesem lesenswerten Interview spricht Edzard auch über den kürzlich eingerichteten Lehrstuhl für Alternativmedizin an der Charité in Berlin und kritisiert dessen Inhaberin, Prof. Claudia Witt.
Außerdem haben Ernst und Singh auch noch eine "Herausforderung" an alle Homöopathen ausgesprochen. Angeregt durch die große Kritik und die vielen Anschuldigungen seitens der Homöopathen, riefen sie einen Wettbewerb aus:
"Das heißt, wenn jemand belegen kann, dass die Homöopathie tatsächlich wirkt, und dass unser Buch die Daten zur Homöopathie falsch darstellt, sind wir bereit, aus unserem privaten Vermögen diese 10.000 Pfund zu zahlen. Wir wollen die Publikation eines so genannten Cochrane Reviews, der deutlich oder eindeutig positiv für ein homöopathisches Mittel ausfällt. Dabei ist es egal, um welche Krankheit es geht"
Sollte jemand diesen Wettbewerb tatsächlich gewinnen, kann sich der oder die glückliche übrigens wohl auch gleich noch eine zusätzliche Million Dollar von der James Randi Educational Foundation abholen.
Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt auf das Buch (erscheint auf englisch im August) und habe es gleich mal vorbestellt. Sobald ich es dann gelesen habe, werde ich natürlich einen ausführlicheren Beitrag darüber schreiben.
Zum Schluß noch ein schönes Zitat von Ernst aus dem Interview:
"Aber irgendwann muss man sich einfach die Daten rational anschauen. Wenn man dann dennoch emotional überzeugt ist, sollte man die vereinigte Kirche des Samuel Hahnemann gründen. Dann hat das mit Wissenschaft nichts mehr zu tun."
Mit Dank an das EsoBlog für die Information!
Ähnliche Artikel: EM 2008 und Homöopathie, Medikamente aus Hundekot, Homöopathie-Propaganda in der Qualitätszeitung
Autor: Florian Freistetter· 06.07.08 · 18:07 Uhr· 28 Kommentare
Kann man Sterne kaufen? Alles über Sternnamen!
Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften · Kommentare: 4
Wie kommen eigentlich die Sterne zu ihren Namen? Immerhin gibt es ja jede Menge davon - wer denkt sich die ganzen Namen dazu aus? Und kann man die Sterne und ihre Namen auch kaufen und nach sich selbst, seiner Freundin, seinem Freund oder anderen benennen?
Zur Benennung der Sterne gibt es verschiedene Konventionen. Da wären zuerst einmal die Sterne, die "richtige" Namen tragen.
Eigennamen
Sterne mit Eigennamen sind hauptsächlich die, die am hellsten sind. Diese Sterne, die man auch mit freiem Auge sehen kann, wurden schon von den alten Zivilisationen benannt und tragen daher meist mythologische Namen aus dem griechischen oder arabischen Raum. Beispiele dafür sind Sirius (aus dem griechischen stammend) und Castor (aus der Argonautensage) oder Nunki (sumerisch für "Herrin der Erde"). Ein Überblick über alle Sterne mit Eigennamen findet sich zum Beispiel hier.
Manche Sterne haben aber auch Eigennamen die neueren Ursprungs sind.
Das sind meistens Sterne, die irgendeine besondere Eigenschaft haben
und deswegen "berühmt" geworden sind. Ein Beispiel dafür ist Barnards
Stern (benannt nach dem Astronomen Edward Barnard). Und dann gibt es noch Sterne mit "inoffiziellen" Namen wie z.B. "The Outcast".
Alle Sterne mit Eigennamen zu versehen wäre aber viel zu aufwendig. Es gibt davon einfach viel zu viele - und für die wissenschaftliche Arbeit ist es eigentlich egal, welche Bezeichnung ein Stern trägt - man muss sie nur voneinander entscheiden könne. Deswegen tragen die meisten Sterne auch keine "richtigen" Namen sondern systematische Bezeichnungen oder Katalognummern.
Zur systematischen Benennung der Sterne gibt es zwei verschiedene (aber ähnliche) Methoden. Die ältere und gebräuchlichere ist die Bayer-Bezeichnung.
Bayer-Bezeichnung
Die Bayer-Bezeichung wird für helle/hellere Sterne angewandt und wurde im 16. Jahrhundert von Johann Bayer eingeführt. Er versuchte, ein wenig Ordnung in das existierende Durcheinander aus griechischen, lateinischen und arabischen Namen zu bringen, die in den vorherrschenden Sternkatalogen verwendet wurden. Sein Hauptwerk, due Uranometria (hier digitalisiert abrufbar) von 1603 enthält die ersten genauen Sternkarten für Sterne beider Hemisphären. Und in diesem Buch führt Bayer auch eine systematische Bezeichnung für die Benennung der Sterne ein.

Titelseite der Uranometria (U.S. Naval Observatory Library)
Der Name eines Sterns setzt sich laut diesem Schema aus einem griechischen Buchstaben und dem Genitiv des lateinischen Namens des Sternbilds, in dem der Stern liegt zusammen. So heißt z.B. der hellste Stern im Sternbild Zentaur Alpha Centauri (oder α Cen); der zweithellste Stern im Sternbild Maler (Pictor) heisst Beta Pictoris (oder β Pic). Im Allgemeinen folgen die griechischen Buchstaben mit dem Alphabet der Helligkeit (also α für den hellsten Stern im Sternbild, β für den zweithellsten, usw) - allerdings wurde dieses Schema nicht konsequent eingehalten, es gibt einige Ausnahmen.
Im Laufe der Zeit wurde das Schema auch noch um lateinische Buchstaben (zuerst Kleinbuchstaben; dann große) erweitert (z.B. beim Stern P Cygni im Sternbild Schwan/Cygnus). Diese Bezeichnungen wurden aber nicht sehr häufig verwendet.
Außerdem kann der Buchstabe noch mit einer hochgestellten Zahl kombiniert werden wenn es sich um Doppelsterne bzw. benachbarte gleichhelle Sterne handelt (z.B. χ1 Orionis und χ2 Orionis). Oft stellt sich auch heraus, dass es sich bei einem Stern der mit freiem Auge nur als ein Objekt sichtbar ist, in Wirklichkeit um einen Doppelstern handelt. Das ist zum Beispiel bei Castor der Fall der die Bayer-Bezeichnung α Geminorum trägt. Um hier die einzelnen Komponenten zu unterscheiden, wird dem Namen noch ein "A" und "B" (bzw. mehr Buchstaben bei Mehrfachsystemen) nachgestellt (bei Castor lauten die Namen dann α Gem A und α Gem B)
Bayer hat aber längst nicht alle Sterne benannt. Für Sterne die nicht mit einer Bayer-Bezeichnung versehen wurde wird meist die später entwickelte Flamsteed-Bezeichnung benutzt.
Flamsteed-Bezeichnung
Ein besonderer "Stern" in Flamsteeds Katalog ist übrigens 34 Tauri. Der hat sich nämlich später nicht als Stern sondern als der Planet Uranus herausgestellt! Flamsteed hatte Uranus also schon 1690 "entdeckt" - es aber leider nicht bemerkt. Darum gilt weiterhin 1781 als das Jahr der Entdeckung von Uranus durch William Herschel.
Seite aus Flamsteeds Histori coelestis Britannica mit dem "Stern" 34 Tauri (anklicken für eine große Version)
Kataloge
Mit den Bayer- und Flamsteed-Bezeichnungen sind aber bei weitem noch nicht alle Sterne benannt. In der jüngeren Vergangenheit hat man sich nicht mehr die Mühe gemacht, systematische Bezeichnungen für alle Sterne zu finden sondern hat einfach die verschiedenen Katalogbezeichnungen übernommen. Und Sternkataloge gibt es mittlerweile sehr viele - deswegen haben auch sehr viele Sterne mehrer Bezeichnungen.Ein immer noch sehr verbreiteter Katalog ist der Henry-Draper-Katalog der zwischen 1918 und 1924 entstand. Er enthält in seiner letzten Version 359.083 Sterne und wurde übrigens nicht von Henry Draper selbst erstellt sondern von Annie Jump Cannon - eine der ersten Frauen in der modernen Astronomie! Die Sterne in diesem Katalog tragen alle eine fortlaufende Nummer der das Kürzel "HD" vorangestellt ist (wie z.B. bei HD 124448).
Andere wichtige Kataloge sind z.B. die Bonner Durchmusterung (BD), der Katalog des Smithsonian Astronomical Observatory (SAO). Daneben gibt es noch viele Spezialkataloge für spezielle Sterne. Dazu gehört der weitverbreitete Gliese- (GI) und der Gliese-Jahreiß (GJ) Katalog die alle Sterne innerhalb von 25 Parsec enthalten.
Dann gibt es noch Kataloge mit etwas komplizierten Bezeichnungen die z.B. die Koordinaten des Sterns beinhalten. Ein Beispiel dafür ist SDSS J090744.99+024506.8: SDSS steht hier für den Sloan Digital Sky Survey; die Zahlen für die Position des Sterns am Himmel.
Eine neuere Himmelsdurchmusterung enthält zum Beispiel der Katalog des Two Micron All-Sky Survey (2MASS) der über 300 Millionen Himmelskörper beinhaltet.
Aber selbst alle Sternkataloge (und ich habe hier wirklich nur einen Bruchteil aufgezählt) enthalten bei weitem nicht alle Sterne. Es gibt also noch genügend, die keinen Namen oder eine Bezeichnung haben. Kann man sich da nicht vielleicht einen aussuchen und ihn selbst benennen?
Sterne taufen
Im Internet findet man viele Firmen, die einem Sternnamen oder Sterntaufen verkaufen wollen. Dabei beschränkt man sich nicht auf die bisher namenlosen Sterne (die sowieso alle viel zu schwach wären um mit freiem Auge oder kleinen Teleskopen sichtbar zu sein). Man "verkauft"
auch die hellen Sterne die eigentlich schon seit der Antike Namen haben.
Was ist davon zu halten bzw. was wird einem da eigentlich verkauft? Die einzige Organisation, die das Recht hat, offiziell astronomische Objekte (Planeten, Asteroiden, Monde, etc) zu benennen ist die Internationale Astronomische Union (IAU). Aber wie ich oben schon geschrieben habe macht es kaum Sinn, allen Sternen Eigennamen zu geben und deshalb benennt auch die IAU keine Sterne. Aber das bedeutet auch nicht, dass deswegen irgendjemand anderes dieses Recht zur offiziellen Benennung hat. In einer Stellungnahme hat die IAU die Situation klar dargelegt (hier ist eine deutsche Version):
"Die IAU (International Astronomical Union) erhält häufig Anfragen von Einzelpersonen, die Sternnamen kaufen oder Sterne nach anderen Personen benennen möchten. Einige kommerzielle Unternehmen behaupten, solche Dienste gegen eine Gebühr anzubieten. Solche ''Namen'' besitzen jedoch keinerlei formale oder offizielle Gültigkeit: Einige helle Sterne haben traditionell überlieferte arabische Namen, doch davon abgesehen haben Sterne nur Katalognummern und Positionen am Himmel."
und weiter
"Als internationale wissenschaftliche Organisation distanziert sich die IAU entschieden von der kommerziellen Praxis, fiktive Sternnamen oder Grundstücke auf anderen Planeten oder Monden in unserem Sonnensystem zu verkaufen."
Die Erklärung endet mit folgenden schönen Worten:
"Somit ist die Schönheit des Nachthimmels - ebenso wie wahre Liebe und viele der besten Dinge im Leben - nicht verkäuflich, sondern zur Erbauung aller da. Ein ``geschenkter'' Stern mag zwar jemandes Augen für die Schönheit des Nachthimmels öffnen. Doch während dies ein ehrenwertes Ziel ist, rechtfertigt es nicht Leute zu der Annahme zu verleiten, dass echte Sternnamen wie irgendeine beliebige Ware gekauft werden könnten. Entgegen irreführender Behauptungen konkurrieren mehrere Firmen - national und international - in diesem Bereich miteinander. Und alleine in unserer Milchstrasse mag es Millionen von Sternen mit Planeten geben, deren Bewohner mindestens das gleiche Recht wie wir haben, "ihren'' Stern zu benennen, so wie es die Menschen bei der Sonne tun (die natürlich in verschiedenen Sprachen verschiedene Namen hat)."
Keine Person und keine Firma hat also irgendein Recht, offizielle Sternnamen zu verkaufen. Das hindert viele allerdings nicht, "inoffizelle" Taufen anzubieten. Natürlich steht es jedem Menschen frei, den Sternen die Namen zu geben, die ihm gefallen - auch wenn sie die übrigen Menschen wahrscheinlich nicht daran halten werden. Was man bei diesen Firmen also erhält ist eine teure Urkunde mit dem Wunschnamen und meistens noch ein bisschen Beiwerk (Sternkarten, Fotos, etc). Der Name wird dann auch hochoffiziell in eine Datenbank eingetragen - aber eben nur in eine interne Datenbank der jeweiligen Firma an die sich niemand halten muss und die Wissenschaftler ganz gewiss nicht halten werden. Hinzu kommt, dass auf dem Markt der Sterntaufen mehrere Firmen konkurieren - es ist also durchaus wahrscheinlich, dass der eigene Wunschstern schon von vielen anderen Leuten einen Namen bekommen hat.
Es gibt mittlerweile auch viele astronomische Vereine, Volkssternwarten u.ä. die ebenfalls den Kauf von Sternnamen oder "Sternpatenschaften" anbieten. Im Prinzip gilt hier das gleiche wie oben: auch diese Gruppen können keine offiziellen Benennungen durchführen. Im Unterschied zu den kommerziellen Firmen kommt hier das Geld allerdings dem Verein und der Vereinsarbeit zu Gute. Wenn man die Amateurastronomie und die Volksbildung sponsorn will ist das also vielleicht keine schlechte Idee - besser auf jeden Fall, als das Geld den verschiedenen Firmen in den Rachen zu werfen, die nur am Profit interessiert sind.
Aber natürlich steht es auch jedem frei, einfach selbst eine Urkunde aufzusetzen und zu verschenken. Das kommt auf jeden Fall billiger.
Es gibt allerdings eine Möglichkeit, wie man vielleicht doch an einen "fast" offiziellen Sternnamen kommt. Dieser Weg ist allerdings ein bisschen aufwendig. Zuerst muss man mal ein Astronomie-Studium absolvieren; am besten auch gleich ein Doktorat machen. Dabei sollte man sich auf die beobachtenden Stellarastronomie spezialisieren. Hat man dann endlich die Möglichkeit, auf seinem Gebiet zu forschen, kann es immer passieren, dass man im Zuge seiner Arbeit auf unbenannte Sterne trifft. Denen kann man dann eine Bezeichnung geben - und wenn man Glück hat, setzt sie sich innerhalb der wissenschaftlichen Community durch (Ein Beispiel dafür ist der Stern S2 im Zentrum unserer Milchstrasse). Man sollte hier allerdings nicht allzu kreativ werden. Wenn ich meine neu entdeckten Sterne "Schatzi" und "Schnucki" nennen, könnte das vielleicht bei der Veröffentlichung Probleme mit den Gutachtern geben (obwohl... viele fänden das wahrscheinlich recht lustig.). Wenn man ganz viel Glück hat, dann wird ein Objekt auch einfach nach einem selbst benannt. Ein Beispiel dafür wäre der 2003 entdeckte Stern SO025300.5+165258, der nach seinem Entdecker Bonnard Teegarden nun als Teegardens Stern bekannt ist.
Allerdings ist es wohl doch ein bisschen viel Aufwand, für ein Geburtstagsgeschenk extra eben Mal Astronom zu werden. Wenn man jemanden allerdings wirklich gerne hat, sollte das aber auch kein Problem sein ;)
Autor: Florian Freistetter· 06.07.08 · 00:12 Uhr· 4 Kommentare
05. Juli 2008
Der Stern zum Wochenende: Iota Horologii
Kategorie: Der Stern zum Wochenende·Naturwissenschaften
Iota Horologii ist ein sonnenähnlicher Stern am Südhimmel. Er ist Teil des Sternbildes Pendeluhr (auf der Südhalbkugel sind die Sternbilder oft nach technischen Geräten benannt) und etwa 51 Lichtjahre von der Erde entfernt. Dieser Stern hat einige Besonderheiten zu bieten - unter anderem einen Planeten um den vielleicht ein erdähnlicher Mond kreist.
Als Stern ist Iota Horologii der Sonne sehr ähnlich: der Spektraltyp ist der gleiche und Masse und Radius sind nur ein wenig größer als bei unsere Sonne. Und noch ein weiteres Merkmal teilen sich Iota Horologii und Sonne: Um beide Sterne kreisen Planeten!

1998 (nur 3 Jahre nachdem der erste Exoplanet entdeckt wurde) konnte auch bei Iota Horologii ein Planet gefunden werden (an der Entdeckung war übrigens auch ein Freund von mir beteiligt, der damals seine Doktorarbeit an der Universität Wien geschrieben hat). Dieser Planet (Iota Hor b) hat etwa die doppelte Masse von Jupiter und befindet sich fast genau so weit von Iota Horologii entfernt wie die Erde von unserer Sonne. Und da Iota Horologii ja der Sonne sehr ähnlich ist, befindet sich der Planet - genauso wie unsere Erde - in der sg. habitablen Zone - also der Bereich um einen Stern, in dem theoretisch Leben auf einem Planeten existieren könnte! Iota Hor b ist allerdings ein Gasriese - er hat keine feste Oberfläche und Leben kann dort nicht existieren. Wenn Iota Hor b aber, so wie Jupiter oder Saturn, einen oder mehr größere Monde hat, dann könnten dort unter Umständen erdähnliche Bedingungen herrschen.
Im Jahr 2000 wurde eine weitere Ähnlichkeit mit unserem Sonnensystem festgestellt: etwa 65 Astronomische Einheiten von Iota Horologii entfernt hatte man eine Staubscheibe entdeckt (siehe dazu auch meinen Beitrag über Beta Pictoris) - ein deutlicher Hinweis auf einen Asteroidengürtel. Und auch in unserem Sonnensystem befindet sich ja bei etwa 50 Astronomischen Einheiten ein Asteroidengürtel (Kuipergürtel). Leider hat sich ein Jahr später herausgestellt, dass es sich bei der "Entdeckung" um einen Instrumentenfehler handelte...
Iota Horologii bleibt aber weiter ein interessanter Stern. Mitte April gab es eine neue Pressemeldung der ESO (Europäische Südsternwarte): diesmal ging es um die Herkunft von Iota Horologii. Ein Stern steht ja nicht still am Himmel (das - veraltete - Wort "Fixstern" ist hier ein bisschen irreführend) sondern bewegt sich durch unsere Milchstrasse. Iota Horologii ist Teil eines sg. Bewegungssternhaufen. Das ist eine Gruppe von Sternen, die sich alle in die gleiche Richtung am Himmel bewegen. Iota Horologii bewegt sich zwar auf die gleiche Art und Weise wie die Sterne der Hyaden - ist aber sehr weit von ihnen entfernt.
Aktuelle asteroseismologische Untersuchungen konnten nun neue Hinweise auf die Entstehung von Iota Horologii bringen. Asteroseismologie funktioniert im Prinzip so wie die Seismologie auf der Erde: hier probiert man ja aus den Schwingungen (die z.B. bei Erdbeben entstehen) Informationen über das unbeobachtbare Innere der Erde abzuleiten. Genau das selbe kann man auch bei Sternen machen. Hier ist es natürlich schwieriger, die Schwingungen zu messen - aber mit ein bisschen Mühe klappt es doch.
Wenn ein Stern schwingt, dann gibt es von der Erde aus gesehen Bereiche an der Sternoberfläche, die sich auf uns zubewegen und Bereiche, die sich von uns wegbewegen. Dadurch verschiebt sich auch die Frequenz des empfangenen Lichts ein klein wenig - und diese Verschiebung kann man messen. Sylvie Vauclair von der Universität Toulouse und ihre Mitarbeiter haben genau das gemacht und bis zu 25 verschiedene Schwingungen bei Iota Horologii identifiziert.
"Diese Ergebnisse zeigen wie gut die Asteroseismologie funktioniert. Sie zeigen auch, das Iota Horologii die selbe Häufigkeit an Metallen und das selbe Alter wie die anderen Sterne im Hyaden-Haufen hat. Das kann kein Zufall sein."
sagt Vauclair.
Durch die Messungen konnte nicht nur die Metallhäufigkeit sondern auch die Temperatur (6150 K) und das Alter (625 Millionen Jahre) von Iota Horologii besser bestimmt werden. Diese Werte stimmen alle mit denen der Hyaden überein - der Stern muss also gemeinsam mit ihnen entstanden sein. Im Laufe der Zeit hat er sich aber von seinen "Geschwistern" entfernt und befindet sich heute etwa 130 Lichtjahre von seinem Geburtsort entfernt!
Ähnliche Artikel: Alle bisherigen Artikel in der Reihe "Der Stern zum Wochenende"
Autor: Florian Freistetter· 05.07.08 · 16:57 Uhr· 0 Kommentare
Twitter Astronomie
Kategorie: Naturwissenschaften·Technik · Kommentare: 2
So - nun ist es soweit. Ich habe seit heute einen Account bei Twitter (ohne das gehts ja mittlerweile anscheinend nicht mehr ;) ). Mir ist zwar noch nicht vollkommen klar, was ich damit anstellen soll (über Hinweise und Anregungen würde ich mich freuen!) - aber ich tue mein Bestes!
Aber ich hab zumindest mal gesucht welche Tweets (die heissen doch so, oder?) sich mit Astronomie beschäftigen. Folgendes habe ich gefunden:
- astronomy2009, telescopes: Das internationale Jahr der Astronomie 2009
- nissyen: Christopher De Vries, Astronomie-Professor
- jodrellbank: eines der größten Radioteleskope der Welt berichtet von seinen Entdeckungen
- apod: das "Astronomy Picture of the Day" gibts auch bei Twitter
- unawe: "Universe Awareness for Young Children" - eine schöne Idee!
- MarsPhoenix: die Phoenixsonde twittert auch!
- proinsias: Francis T. O'Donovan, Astronom mit speziellem Interesse an Exoplaneten
- LPI_Library: Bibliothek des Lunar and Planetary Institute
- NoisyAstronomer: eine Astronomiestudentin
- BadAstronomer: Phil Plait von Bad Astronomy
- HubbleNewsFeed, HubbleTelescope: schaut noch ein bisschen leer aus
- spacetelescope: Space Telescope Science Institute (scheint noch neu zu sein)
- Paranal: Live-Statusbericht vom VLT der ESO (etwas technisch, aber irgendwie interessant)
- Planck: die neue Raumsonde der ESA
- NASAGLAST: GLAST-Mission der NASA
- jetlab: Jet Propulsion Laboratory
So - das wars mal für den Anfang. Ich vermute ja stark, dass es noch Unmengen weitere Tweets mit Astronomie-Bezug gibt. Und wenn ich sie finde, sag ich auch gleich Bescheid - bzw. vielleicht kennt ja jemand was und sagt mir Bescheid...
Autor: Florian Freistetter· 05.07.08 · 00:17 Uhr· 2 Kommentare
01. Juli 2008
Wissenschaftsbloggen im 17. Jahrhundert?
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Kultur·Naturwissenschaften · Kommentare: 2
Bloggende Wissenschaftler sind wohl ein relativ neues Phänomen. Und meistens sind es die "jungen", die die Blogs betreiben. Aber ist diese Art, über Wissen und wissenschaftliche Entdeckungen zu schreiben wirklich so neu? Sind wir, wie Monika es mal geschrieben hat, wirklich "alle Pioniere, wenn es um das Wissenschaftsblogging geht"?

Dass ich gerne in alten astronomischen Zeitschriften stöbere ist ja zumindest den Leserinnen und Lesern meines alten Blogs bekannt (Ich muss hier auch mal wieder mehr über die Geschichte der Astronomie schreiben...) bekannt. Letzens habe ich wieder ein bisschen in den "Philosophical Transactions of the Royal Society" (das Bild rechts zeigt das Titelblatt der ersten Ausgabe) geblättert. Diese wissenschaftliche Zeitschrift wurde 1665 von der Royal Society in London gegründet. Die Royal Society und ihre "naturphilosophischen" Forschungen stehen eigentlich ganz am Beginn dessen, was wir heute als moderen Naturwissenschaft kennen. Große Physiker wie Newton, Hooke, Boyle, Wren, Huygens, Leibniz und viele mehr gehörten zu ihren frühen Mitgliedern. Sie alle haben ihre Erkenntnisse und Forschungen in den Philosophical Transactions veröffentlicht.
Ich hab mir nun einige Artikel dort angesehen - und das ganze hat mich nicht so sehr an eine wissenschaftliche Zeitschrift, wie wir sie heute kennen erinnert sondern viel mehr an das, was die modernen Wissenschaftsblogger tun. Damals lief die Veröffentlichung von wissenschaftlichen Ergebnisse ganz anders ab als heute. Peer-Review - also die unabhängige Überprüfung der Ergebnisse von Fachleuten vor der Veröffentlichung - fand in dieser Form nicht wirklich statt. Die "Artikel" von damals sind auch im Allgemeinen längst nicht so detailliert ausgearbeitet wie heute. Es waren meistens nur kurze Mitteilungen; nicht zu vergleichen mit den langen Papers von heute, die mit einer Einführung zum Thema beginnen, die verwendeten Methoden genau vorstellen, die eigene Arbeit detailliert erklären und analysieren und dann vielleicht noch auf zukünftige Arbeiten zu sprechen kommen. Die alten Artikel sind oft in anekdotischer Form geschrieben und sehr viel persönlicher als die eher nüchternen modernen Papers. Viele der alten Beiträge sind Briefe, die von Wissenschaftlern im Ausland geschickt und abgedruckt wurden; viele Beiträge und Briefe werden mit Folgebeiträgen und Antwortbriefen kommentiert.
Das Ganze hat auf mich manchmal tatsächlich wie eine Papierversion eines Wissenschaftblogs gewirkt: ein Wissenschaftler hat etwas herausgefunden, einen interessanten Gedanken gehabt, eine interessante Arbeit eines anderen Wissenschaftlers gelesen und möchte das der "Community" bzw. sonstigen Interessierten mitteilen - er schreibt also einen kurzen Bericht, schickt ihn an die Royal Society bzw. eine andere Vereinigung. Die sorgt dann dafür, das der Bericht veröffentlicht und die anderen Wissenschaftler informiert werden. Die reagieren dann mit eigenen Briefen und Beiträgen darauf - eine Diskussion entwickelt sich.
Das ist doch mehr oder weniger der gleiche Mechanismus, der heute in Blogs und Internetforen stattfindet! Im Gegensatz dazu steht die "moderne" Art der Wissensveröffentlichung. Da reicht es nicht, einfach nur einen interessanten Gedanken zu haben oder eine interessante Beobachtung zu machen. Die sind nur der Ausgangspunkt für ausführliche Forschungsarbeiten. In einem durchschnittlichen (astronomischen) Fachartikel stecken meist mehrere Monate Arbeit und Ergebnisse werden meist nur veröffentlicht, wenn man sich ziemlich sicher ist, das sie korrekt und vor allem auch relevant sind. Früher war man bei der Veröffentlichung ein bisschen "lockerer": man sah oder erfuhr etwas Außergewöhnliches (ein seltener Stein, ein zweiköpfiges Kalb, ein neues Buch, eine unbekannte Pflanze, ein neues chemisches Experiment, eine astronomische Beobachtung, ein Fischregen, eine Autopsie eines Gehängten, ...) und verfasste einfach einen kurzen Brief (einen Blogeintrag ;) ) an die Royal Society.
Ein alter Artikel von Edmond Halley aus dem Jahr 1698 illustriert das sehr schön. In Band 20 der Philosophical Transactions (Seite 193-196) findet man folgenden Artikel: "An Account of the Appearance of an Extraordinary Iris Seen at Chester, in August Last, by E. Halley". Er beginnt folgendermaßen:
"On the Sixth Day of August last, in the Evening, between Six and Seven of the Clock, I went to take the Air upon the Walls of Chester, when I was surprized by a sudden Shower, which forced me to take Shelter in a Nich that afforded me a Seat in the Wall, near the North East Corner thereof. As I sat there, I observed an Iris, exceedingly vivid, as to its Colours , at first on the South Side only, but in a little Time with an entire Arch; and soon after, the Beams of the Sun being very strong, there appeared a secondary Iris, whole Colours were more than ordinary Bright; but inverted, as usually: that is, the Red outward, an è contra for the Blues."
Dieser anekdotische, persönliche Stil zieht sich durch den ganzen Artikel. Halley beschreibt weiter, wie er noch ein dritten Regenbogen (Iris) beobachtet und leitet dann über zu einer anderen Beobachtung eines Regenbogens1. Auf Seite 195 schreibt Halley:
"On this Occasion, I can't forebear relating another Appearance I saw in London streets on the 11th of March, in the Year 1696. It rained pretty thick a small rain, and the Sun, about Two of the Clock, shone directly down Abchurch-Lane, as I was passing along it with my Back to him, when I perceived the Arch of the primary Rain-Bow in the Drops of Rain spanning the Street like an Arch of a Building, under which I was to pass; (...)"
Und Halley beendet den Artikel mit:
"This, tho very uncommon, will not appear strange to those that have well considered the Nature of the Iris; but the Ancients who believed Iris the Messenger of the Gods, would have been apt to have thought she had some peculiar Message, when she placed her self so near me, as to be almost within reach: I understood her to invite me to inquire further into the Nature of her Production and accordingly, taking her under my Consideration, I had all the Success I could wish for, which perhaps may not be unacceptable to the Curious, if I publish one of the next Transactions."
Man stelle sich so einen blumigen Text als "Conclusions" eines heutigen Papers vor ;) !
Im Inhaltsverzeichnis von Band 20 der Philosophical Transactions findet man noch jede Menge weitere "interessante" Titel:
- "A Letter Wherein is Given an Account of the Catalogues of Manuscripts Lately Printed at Oxford" [link]
- "Part of a Letter from Dr. Musgrave, Fellow of the College of Physicians and R. S. to Dr. Sloane; Concerning a Piece of Antiquity Lately Found in Somersetshire" [link]
- "Captain Langford's Observations of His Own Experience upon Huricanes, and Their Prognosticks. Communicated by Mr. Bonavert" [link]
- "Relation of the Symptoms That Attended the Death of Mr. Robert Burdett, an English Merchant of Aleppo, Who Was Kill'd by the Bite of a Serpent. Communicated by Mr. Aaron Goodyear, Who Was Then Present" [link]
- "An Objection to the New Hypothesis of the Generation of Animals from Animalcula in Semine Masculino. By Dr. Martin Lister, Fellow of the Colledge of Physicians and Royal Society" [link]
- "A Letter from Dr. Rob. Conny, to the Late Dr. Rob. Plot, F. R. S. Concerning a Shower of Fishes" [link]
- "Some Observations Sent from the East-Indies; Being in Answer to Some Queries Sent Thither by Richard Waller, Esq; F. R. S." [link]
- "An Account of One Edmund Melloon, Born at Port Leicester, in Ireland, Who Was of an Extraordinary Size. Communicated by Dr. William Musgrave, Fellow of the College of Physicians, and R. S." [link]
- "Account of a Monstrous Calf with Two Heads. Communicated by the Right Honourable, Sir Robert Southwell, V. P. R. S." [link]
Ich bin leider kein Wissenschaftshistoriker - aber die Entwicklung von diesen frühen wissenschaftlichen Veröffentlichung hin zu dem modernen System mit peer-review und impact factor würde mich sehr interessieren. Ich kann mir gut vorstellen, dass das schon jemand untersucht hat... habe aber leider noch nichts konkretes dazu gefunden
Die Parallelen zwischen der Publikationskultur zu Beginn der wissenschaftlichen Ära und den Wissenschaftsblogs des Web 2.0 finde ich aber auf jeden Fall sehr interessant. Was genau sich da alles hinein interpretieren lässt, muss ich mir erst noch überlegen ;) Aber es hat auf jeden Fall viel Spaß gemacht, in den alten "Blogeinträgen" zu stöbern...
Fußnoten:1: Doppelte Regenbogen, wie im Zitat beschrieben, kann man recht häufig sehen. Halley hat allerdings einen dreifachen Regenbogen beobachtet - so etwas kommt sehr selten vor.
Dieser Artikel wurde das erste Mal in meinem alten Blog veröffentlicht.
Autor: Florian Freistetter· 01.07.08 · 14:00 Uhr· 2 Kommentare
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