Blog durchsuchen
Profil
Letzte Einträge
- Urzeitplaneten und die Entstehung des Lebens7 Kommentare· 23.05.12
- "Krawumm!"-Lesung in Wien8 Kommentare· 23.05.12
- Wie viele gefährliche Asteroiden schwirren da draußen rum?31 Kommentare· 22.05.12
- Der Schatten des Mondes und der Ring aus Feuer32 Kommentare· 22.05.12
- Der 6. World Skeptics Congress in Berlin - ein Rückblick mit Bildern13 Kommentare· 21.05.12
Kommentare
- Wolf · 23.05.12 · 20:56 Uhr Verschwörungsgeplauder VII: Die Wahrheit kommt zu Ostern ans Licht!
- DerLustigeRobot · 23.05.12 · 20:34 Uhr Ein Krawumm geht um die Welt (6): James Randi!
- derrevolutionär · 23.05.12 · 20:26 Uhr Wie eine Kartoffel den Kindern die Freude an der Wissenschaft austreibt und eine schwimmende Giraffe sie wieder zurück bringt
- Ano Nym · 23.05.12 · 20:24 Uhr Risikowahrnehmung: Wenn man vor den falschen Dingen Angst hat
- nihil jie · 23.05.12 · 20:21 Uhr Urzeitplaneten und die Entstehung des Lebens
Blogroll
Vernetzung


Astronomie
- astropixie
- Bad Astronomy
- Cosmic Diary
- Einsteins Kosmos
- Lichtecho
- Clear Sky-Blog
- Alles was fliegt
- Astronomers do it at night
- Mike Browns' Planets
- Supernova-TV
- systemic
Andere Wissenschaft
Skeptiker-Blogs
- Austroscepticus
- Esowatch-Blog
- Exposing Pseudoastronomy
- GWUP-Blog
- Rational Moms
- Science, Reason and Critical Thinking
- Skepbitch
- Skeptic as hell
- The Skeptic Dad
- Wahrsagercheck
- Die Wahrheit.at
Anderes
- cimddwc
- Na wie wars in der Schule?
- niemehrschule
- Online Leben - Offline Leben
- the urban vegan
- The Way the Future Blogs

Dieses Blog nimmt am Amazon Partnernet teil. Es werden dabei keine persönlichen Daten übermittelt.
Kategorien
- 40 Jahre Mondlandung
- Adventskalender
- Astrodicticum Simplex TV
- Astronomia Nova
- Astronomie in der Schule
- Blog-Teleskop
- Der Drache in meiner Garage
- Der große Entwurf
- Der Stern zum Wochenende
- Der Stoff aus dem der Kosmos ist
- Ein Krawumm geht um die Welt
- Geistes- & Sozialwissenschaften
- Hidden Reality
- Kultur
- Medizin
- Naturwissenschaften
- Neues aus der Forschung
- Open Science
- Politik
- Technik
- Themenwoche
- Umwelt
- Wissenschaft für Kinder
Archiv
- Mai 2012
- April 2012
- März 2012
- Februar 2012
- Januar 2012
- Dezember 2011
- November 2011
- Oktober 2011
- September 2011
- August 2011
- Juli 2011
- Juni 2011
- Mai 2011
- April 2011
- März 2011
- Februar 2011
- Januar 2011
- Dezember 2010
- November 2010
- Oktober 2010
- September 2010
- August 2010
- Juli 2010
- Juni 2010
- Mai 2010
- April 2010
- März 2010
- Februar 2010
- Januar 2010
- Dezember 2009
- November 2009
- Oktober 2009
- September 2009
- August 2009
- Juli 2009
- Juni 2009
- Mai 2009
- April 2009
- März 2009
- Februar 2009
- Januar 2009
- Dezember 2008
- November 2008
- Oktober 2008
- September 2008
- August 2008
- Juli 2008
- Juni 2008
- Mai 2008
- April 2008
Archiv Juni 2008
30. Juni 2008
Österreich ist in der ESO und ich bin in Lindau!
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 2
Endlich ist es offiziell. Heute haben Tim de Zeeuw, der Generaldirektor der Europäischen Südsternwarte (ESO) und der österreichische Wissenschaftsminister Johannes Hahn, den Beitrittsvertrag unterzeichnet. Ab morgen ist Österreich offiziell Mitglied der ESO. Dazu möchte ich nochmal auf den Artikel hinweisen, den ich im April geschrieben habe, als die Verhandlungen nach Jahrzehnten endlich zu einem guten Ende gekommen sind.
Ich habe morgen das Vergnügen, 2 Tage in Lindau verbringen und am Nobelpreisträgertreffen teilnehmen zu dürfen. Morgen und Übermorgen wird es also hier keine Beiträge von mir geben; die werden nebenan im Lindau-Blog erscheinen. Aber ich hab noch ein paar nette Artikel aus meinem alten Blog übrig; vielleicht veröffentliche ich einen davon in der Zwischenzeit hier nochmal. Ich freu mich jedenfalls schon auf den Bodensee und die spannenden Vorträge!
Autor: Florian Freistetter· 30.06.08 · 22:38 Uhr· 2 Kommentare
29. Juni 2008
Deutschland, 29. Juni 2008, 20:30
Kategorie: Kultur · Kommentare: 3
Ich hab gerade eben ein paar Fotos auf der Strasse gemacht. Wo sich wohl die ganzen Menschen rumtreiben? ;)
Autor: Florian Freistetter· 29.06.08 · 21:07 Uhr· 3 Kommentare
Das Blog-Teleskop #3
Kategorie: Blog-Teleskop·Naturwissenschaften
In Wien findet heute nicht nur das Finale der Fußball-Europameisterschaft statt, auch die dritte Ausgabe des Blog-Teleskops befindet sich dort. Maria von Meta-Physik ist diesmal an der Reihe, darüber zu berichten, was sich während der letzten 2 Wochen in den Astronomie-Blogs abgespielt hat.

Und wer die vierte Ausgabe des Teleskops beherbergen möchte, der soll mir Bescheid sagen.
Autor: Florian Freistetter· 29.06.08 · 20:47 Uhr· 0 Kommentare
28. Juni 2008
Tunguska, Riesenkrater und die Asteroidenabwehr
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 4
Dieser Tage sind Asteroiden und Kollisionen in allen Medien präsent. Übermorgen vor hundert Jahren (am 30. Juni 1908) fand im sibirschen Tunguska eine gewaltige Explosion statt die vermutlich auf einen Asteroiden zurückzuführen. Neue Modellrechnungen führen die Entstehung größten Flachebene auf dem Mars auf einen gigantischen Einschlag in der Frühzeit des Sonnensystems zurück und deutsche Forscher des DLR planen eine Satelliten ins All zu schicken, der uns vor Asteroideneinschlägen warnen soll.
Tunguska
Um das Ereignis, dass vor 100 Jahren in der sibirischen Taiga stattfand, ranken sich jede Menge Legenden. Dutzende Theorien existieren um zu erklären was damals geschah (und die meisten davon kann man nicht wirklich ernst nehmen).
Aber was genau ist denn nun damals passiert? Eine sehr detaillierte Schilderung der Ereignisse findet man schon im Blog von Michael Khan - ich werde mich daher hier eher ein bisschen kürzer fassen.
Fest steht jedenfalls das sich am Morgen des 30. Juni 1908 in der sibirischen Taiga eine gewaltige Explosion ereignte. Einwohner des Handelspostens Vanavara hörten ein lauter werdendes Donnern und sahen ein helles Objekt, dass eine Leuchtspur über den Himmel zog. Kurz darauf explodierte es noch in der Luft und eine enorme Druckwelle raste über die Taiga. Millionen Bäume wurde dadurch gefällt oder gingen durch die sich ausbreitenden Glutwolke in Flammen auf. In Vanavara selbst, dass 50 km vom Explosionsort entfernt lag, gingen Glasscheiben zu Bruch und einige Holzhäuser stürzten ein.
Ein Augenzeuge, S.B. Semenov, beschreibt das Ereignis folgendermassen:
Rentierhirten, die sich etwa 30 Kilometer vom Explosionsort entfernt befanden, beschreiben das Ereignis so:"Ich saß morgens auf der Veranda meines Hauses in der Handelsstation Vanavara als der Himmel im Norden plötzlich entzwei brach. Der ganze nördliche Himmel hoch über den Wäldern schien in Flammen zu stehen. In diesem Moment fühlte ich eine große Hitze so als ob mein Hemd zu brennen angefangen hatte. Ich wollte mein Hemd ausziehen und es von mir werfen aber in diesem Moment gab es einen großen Knall am Himmel und ein enormes Donnern war zu hören. Ich wurde etwa 7 Meter weit von meiner Veranda weg zu Boden geworfen und war für einen Moment bewußtlos. Nach dem großen Knall folgte ein Geräusch das so klang als würden Steine vom Himmel fallen oder Kanonen abgefeuert. Die Erde bebte und als ich auf dem Boden lag schütze ich meinen Kopf aus Angst das ich von Steinen getroffen werde."
"Früh am Morgen als noch alle im Zelt schliefen wurde es plötzlich mitsamt den Menschen in die Luft geblasen. Einige wurden bewußtlos. Als sie wieder zu sich kamen, hörten sie großen Lärm und sahen den Wald um sich herum zerstört und brennend. Der Boden bebte und ein enorm langes Grollen war zu hören. Die gesamte Umgebung war voller Rauch und Nebel von brennenden und fallenden Bäumen. Der Lärm hörte irgendwann auf und auch der Wind ebte ab. Viele Rentiere waren geflohen oder gestorben."
Es hat sich damals also auf jeden Fall ein gewaltiges Ereignis abgespielt. Selbst hunderte Kilometer entfernt waren Lärm und Licht noch zu sehen und sogar im fernen Jena wurde das Ereignis noch mit Seismographen registriert. Da der Explosionsort sich aber in der kaum zugänglichen sibirischen Taiga befand, dauerte es bis 1927 bevor eine Expedition das Ereignis untersuchte. Leonid Alexejewitsch Kulik, ein russischer Mineraloge kämpfte sich durch die Wälder um herauszufinden, was 19 Jahre zuvor passierte. Er vermutete, dass damals ein Asteroid oder Komet in Sibirien eingeschlagen hatte - fand aber nur unzählige umgestürzte Bäume und keinen Krater. 11 Jahre später untersuchte Kulik das Gebiet von der Luft aus um anhand der umgestürzten Bäume vielleicht herausfinden zu können, was damals passiert war. Das folgende Bild zeigt so ein Luftbild:

Die umgefallenen Bäume sind ein deutliches Zeichen für die große Explosion, die hier stattgefunden haben muss. Aber warum hat man keinen Krater und keine Überreste des Asteroiden gefunden? An Theorien, was damals passiert ist, mangelt es nicht. Die meisten davon sind allerdings - naja - seltsam... Es wurde über abgestürzte UFOs spekuliert; über freigesetzte Antimaterie; ein fehlgeschlagenes Experiment von Nikola Tesla oder (LHC-Gegner aufgepasst!) die Kollision der Erde mit einem kleinen schwarzen Loch. Die seriöseren Theorien beschäftigen sich aber fast alle mit vulkanischer Aktivität oder Asteroideneinschlägen.
Forscher aus Bologna, die seit 1991 mehrere Expeditionen in das Gebiet durchgeführt haben, haben aus der Fallrichtung der Bäume folgende Grafik erstellt:

Man erkennt hier deutlich den Einflussbereich der Explosion. Wenn es sich tatsächlich um einen Asteroiden gehandelt haben muss, dann ist dieser schon in der Luft explodiert und die dadurch entstandene Druckwelle hat die Bäume gefällt. Anhand dieser Daten schlossen die Forscher, dass es sich um mindestens 2 Körper gehandelt haben muss, von denen der größere in etwa 6 bis 8 km Höhe explodiert ist; der andere ein bisschen weiter oben.
So ein Ereignis nennt man "Airburst" und es kommt eigentlich relativ häufig vor. Nur meistens bekommen wir davon nichts mit, weil sich diese Explosionen weit oben in der Atmosphäre abspielen. Wenn ein kleinerer Himmelskörper in die Erdatmosphäre eindringt und dann auf dichtere Luftschichten trifft, wird er schlagartig abgebremst und bricht auseinander. Seine Bewegungsenergie wandelt sich in thermische Energie um: er explodiert! Man schätzt, dass ein Asteroid, der ein Ereignis wie in Tunguska auslösen kann, etwa 80 bis 100 m groß sein muss. Und da der Asteroid schon in der Luft zerstört wurde, finden sich natürlich auch keine großen Krater am Erdboben.
Die Forscher aus Bologna glauben aber, nun vielleicht doch einen Krater gefunden zu haben. Der Cheko-See hat einige seltsame Eigenschaften die sich vielleicht dadurch erklären lassen, dass er kein echter See sondern ein Einschlagskrater ist. Aus exakten Vermessungen des Sees und der Umgebung wurde ein 3D-Modell erstellt. Das sieht man auf dem nächsten Bild auf dem auch der Wasserspiegel künstlich gesenkt wurde um die Form des Sees besser sichtbar zu machen:

Auch der Untergrund des Sees und die darunterliegenden Schichten wurden untersucht. Dabei fand man direkt unter dem Zentrum des Sees eine verdichtete Schicht. Das ist ein möglicher Hinweis darauf, dass es sich tatsächlich um einen Einschlagskrater handelt - oder vielleicht auch darauf, dass ein Bruchstück des Asteroiden noch dort liegt! In zukünftigen Expeditionen ist geplant, dort Bohrungen anzustellen und so vielleicht das Rätsel um Tunguska ein für allemal zu lösen!
Katastrophe am Mars
Betrachtet man die Oberfläche des Mars, dann fällt sofort eines auf: der Mars ist deutlich zweigeteilt:

Die nördlichen Hälfte des Mars wird von einer ausgedehnten Tiefebene dominiert (auf der Karte in blau dargestellt), die südliche Hemisphere zeigt Krater und Berge (rot). Über die Entstehung dieser Zweiteilung machen sich die Wissenschaftler schon seit Jahrzehnten Gedanken. Manche vermuteten, dass es sich bei der Tiefebene (mit dem Namen Vastitas Borealis) um einen ehemaligen Ozean handelt; andere führen die Unterschiede der Hemisphären auf einen gigantischen Asteroideneinschlag zurück.
Diese zweite These scheint sich nun bestätigt zu haben. Dieser Einschlag muss allerdings schon vor sehr langer Zeit stattgefunden haben und die Oberfläche des Mars hat sich (z.B. durch Vulkanausbrüche) verändert; entsprechend schwierig ist es, heute noch Spuren davon zu finden. Mit genauen Messdaten verschiedener Marssonden ist es nun allerdings einem Team von Wissenschaftlern gelungen, in einem Modell die jüngeren Oberflächenschichten quasi "abzuschälen". Und das sah dann so aus:

Oben rechts im Bild sieht man die heutige Topografie des Mars; oben links die errechnete aus der Vergangenheit. Und da erkennt man deutlich einen riesigen Einschlagskrater. Zum Vergleich sind unten links und rechts noch zwei weitere große Krater (einer auf dem Mars und einer auf dem Mond) abgebildet. Alle drei weisen die typische elliptische Form auf, die auf einen Einschlag hindeutet. Dieser Krater auf dem Mars (das Borealis Basin) ist nun der größte bekannte Einschlagskrater im Sonnensystem und löst damit das Südpol-Aitken-Becken auf dem Mond als Nummer Eins ab.
Das Borealis Basin ist etwa 10000 km lang und 8500 km breit! Um so einen Krater zu erzeugen braucht es schon einen ordentlichen Asteroiden. Modellrechungen zeigen, dass vermutlich vor etwa 3.9 Milliarden Jahren ein knapp 2000 km großer "Asteroid" (Protoplanet wäre bei dieser Größe das bessere Wort) mit dem Mars kollidierte. Bei diesem Einschlag flogen Teile der Marskruste ins All (siehe Grafik rechts; Image Credit: J. Andrews-Hanna, MIT) ; die Schockwellen setzen sich durch das gesamte Marsinnere fort. Dieses Ereignis muss wahrscheinlich so ähnlich gewesen sein, wie die Kollision zwischen der Erde und dem Protoplaneten Theia aus dessen Folgen unser Mond entstanden ist!
Asteroidenabwehr
Ein Einschlag wie auf dem Mars würde natürlich das sofortige Ende alles Lebens auf der Erde bedeuten. Glücklicherweise gibt es keine so großen Objekte mehr im Sonnensystem die der Erde gefährlich werden können. In der Frühzeit des Sonnensystems ging es noch etwas dicht gedrängter zu aber heute besteht kein Risko mehr für eine Kollision zwischen zwei großen Himmelskörpern.
Kleinere Asteroiden können der Erde aber durchaus noch gefährlich werden. Wäre das Tunguska-Ereignis z.B. nur ein paar Stunden später passiert, dann hätte die Explosion nicht über der menschenleeren sibirschen Taiga stattgefunden sondern z.B. über den dichtbesiedelten Benelux-Staaten. Das wäre eine Katastrophe ersten Ranges gewesen, mit tausenden Toten und zerstörten Städten und Regionen! Ereignisse wie Tunguska kommen nicht allzu oft vor: aus der Größenverteilung der Asteroiden schätzt man, dass so ein Einschlag bzw. so eine Explosion etwa alle paar hundert bis tausend Jahre stattfindet. Angesichts der verheerenden Folgen ist dieser Zeitraum allerdings kurz genug, um sich Gedanken darüber zu machen. Die großen Asteroiden, die globale Vernichtung verursachen können sind mehr oder weniger bekannt und ihre Bahnen werden beobachtet. Bei kleineren Objekten bis zu etwa 100 m (so wie der Tunguska-Asteroid) ist das aber ganz anders. Erstens gibt es davon deutlich mehr als von den großen Objekten. Und zweitens sind sie viel schwerer zu entdecken: es ist durchaus möglich das uns in der Zukunft so ein Asteroid ohne Vorwarnung trifft - einfach, weil er bisher noch nicht entdeckt wurde.
Deswegen gibt es weltweit mittlerweile schon einige Beobachtungsprogramme, die systematisch den Himmel nach Asteroiden absuchen; auch viele Amateurastronomen begeben sich jede Nacht auf die Jagd nach kleinen Himmelskörpern.
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln will nun sogar einen Satelliten in die Umlaufbahn schicken um gezielt auf die Suche nach potentiell gefährlichen Asteroiden zu gehen:
"Erdnahe Asteroiden stellen ein Kollisionsrisiko für unseren Planeten dar. Somit gehört es zu den Aufgaben des DLR, eine mögliche Gefahr für das Leben auf der Erde abzuwenden. Das DLR sieht sich mit einer solchen Mission als Teil internationaler Anstrengungen zur Gefahrenabwehr. Damit sollen gleichzeitig unser Wissen über Asteroiden, über ihre Anzahl und Größenverteilung verbessert sowie die Prozesse im inneren Sonnensysteme besser verstanden werden."
sagte Prof. Johann-Dietrich Wörner, Vorsitzender des Vorstands des DLR.
Laut verschiedenen Rechnungen zur Größenverteilung der Asteroiden soll es immerhin mehr als 1000 Asteroiden mit einem Durchmesser größer als 100m geben, die sich innerhalb der Erdbahn um die Sonne bewegen. Und auf die Suche nach diesen potentiell gefährlichen Objekten soll sich nun der kleine Satellit "AsteroidFinder" machen mit dessen Entwicklung im Herbst begonnen werden soll.
Wenn so ein gefährlicher Asteroid früh genug erkannt wird, dann lässt sich eine Kollision vielleicht auch verhindern:
"Wenn man zehn Jahre vorher Bescheid weiß, kann man eine Sonde losschicken, die Material am Gesteinsbrocken wegschleudert und dadurch eine geringe Impulsänderung bewirkt. Mit jeder Erd-Umrundung wird der Asteroid dann etwas weiter von der Erde weggelenkt"
sagt Ekkehard Würth vom DLR-Institut für Planetenforschung.
Wenn wir Glück haben, dann bleibt uns also ein zweites Tunguska in der Zukunft erspart...
Ähnliche Artikel: (Kein) Weltuntergang in 28 Jahren, Zuständigkeiten: Wer rettet die Welt?, Kollidierende Planeten: Velikovskys seltsame Theorie, Der Mond: Entstehung durch Chaos
Autor: Florian Freistetter· 28.06.08 · 21:40 Uhr· 4 Kommentare
Der Stern zum Wochenende: S2
Kategorie: Der Stern zum Wochenende·Naturwissenschaften · Kommentare: 2
Der Stern mit dem Namen S2 ist eigentlich nicht außergewöhnlich. Er befindet sich allerdings fast im Zentrum unserer Milchstrasse. Und durch die Beobachtung seiner Bewegung konnte nachgewiesen werden, dass sich in diesem Zentrum ein supermassives schwarzes Loch befinden muss!
Das sich in den Zentren der Galaxien sehr große schwarze Löcher befinden haben die Astronomen schon seit einiger Zeit aus theoretischen Überlegungen abgeleitet. Direkt beobachtet werden konnte so ein schwarzes Loch aber natürlich noch nicht. Dort, wo sich das Zentrum unserer Milchstrasse befindet konnte allerdings eine starke Radioquelle ausgemacht werden. Dieses Objekt - Sagittarius A* (SgrA*) - ist vermutlich das schwarze Loch. Diese wunderbare Aufnahme zeigt das Zentrum unserer Milchstrasse und die Position von SgrA*:
Bild: European Southern Observatory/ Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik
Für einen eindeutigen Beweis dafür, dass SgrA* ein schwarzes Loch ist müssen aber erst alle anderen Möglichkeiten ausgeschlossen werden. Ein Team des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE) in München hat daher das Zentrum unserer eigenen Milchstrasse genauer unter die Lupe genommen. Mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO konnten hochauflösende Bilder der galaktischen Zentralregion gewonnen werden. Diese Aufnahmen wurden mit älteren Radiodaten kombiniert. Auf diese Weise erhielten die Forscher einen Überblick über die Bewegung der Sterne über einen Zeitraum von 10 Jahren. Dabei machten sie eine überraschende Entdeckung: der SgrA* am nächsten gelegene Stern (mit der Bezeichnung S2) bewegte sich innerhalb der 10 Jahre fast einmal um das Zentrum herum!
Eigentlich bewegen sich ja alle Sterne um das Zentrum der Milchstrasse - genauso wie sich die Planeten um die Sonne bewegen. Die meisten Sterne sind allerdings so weit vom Zentrum entfernt, dass eine Umrundung enorm lange dauert - unsere Sonne braucht dafür etwa 230 Millionen Jahre. S2 schafft das viel schneller - er braucht nur knapp 15 Jahre. Und seine Bahn um das Zentrum der Milchstrasse konnte nun durch die Forscher des MPE aufgezeichnet werden:

S2 hat eine stark elliptische Bahn und kommt sehr nahe an SgrA* heran (siehe die rechte Grafik). Anfang 2002 war S2 nur noch 17 Lichtstunden bzw. 18 Milliarden Kilometer von SgrA* entfernt! Mit den nun bekannten Bahndaten lässt sich Masse von SgrA* berechnen: das Objekt ist etwa 3 Millionen mal schwerer als unsere Sonne! Ausserdem - und das war das wichtigste Ergebnis dieser Forschungsarbeit - kann man nun eine Obergrenze für die Ausdehnung bestimmen: SgrA* kann keinen größeren Durchmesser als 18 Milliarden Kilometer haben. Diese gewaltige Masse ist also in einem relativ kleinen Volumen konzentriert - und damit kann es sich um nichts anderes als ein schwarzes Loch handeln! Bis dahin bestand zumindest noch theoretisch die Möglichkeit, dass sich im Zentrum der Milchstrasse kein schwarzes Loch sondern z.B. eine Anhäufung von Neutronensternen oder sehr viele normalen Sternen befindet. Diese alternativen Möglichkeiten lassen sich mit den neuen Beobachtungen nicht mehr vereinbaren.
Seit diesen Beobachtungen - die schon im Jahr 2002 veröffentlicht wurden - können wir also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen, dass sich im Zentrum unserer Milchstrasse (und auch den anderern Galaxien) ein supermassives schwarzes Loch befindet!
Für diese wichtige Entdeckung wurde Reinhard Genzel, der Leiter der Forschungsgruppe, daher auch vor 2 Wochen mit dem Shaw-Preis für Astronomie ausgezeichnet. Dieser Preis, der jährlich in den Fächern Astronomie, Mathematik und Lebenswissenschaften/Medizin vergeben wird, ist immerhin mit einem Preisgeld von einer Million US-Dollar dotiert - also kein schlechter Preis der zu Recht für eine hervorragende Forschungsarbeit vergeben wurde!
Ähnliche Artikel: Alle Beiträge der Serie "Der Stern zum Wochenende"
Autor: Florian Freistetter· 28.06.08 · 10:33 Uhr· 2 Kommentare
27. Juni 2008
Der Marsboden könnte Leben enthalten
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 2
Heute wurden die ersten Ergebnisse der chemischen Analsyse veröffentlicht, die die Marssonde Phoenix gestern durchgeführt hat:
"Im Prinzip sind alle Anfforderungen - die Existenz der richtigen Nährstoffe - für das Vorhandensein von Leben erfüllt."meinte Sam Kounaves von der Tufts Universität, der die chemischen Untersuchungen leitete.
Kounaves war über die Ähnlichkeit zwischen dem Marsboden und dem auf der Erde erstaunt:
"Das erstaunliche am Mars ist nicht so sehr, dass er eine fremde Welt ist sondern dass er der Erde in vielen Dingen sehr ähnlich ist."
Bei dem gestrigen Experiment konnten einige Mineralstoffe gefunden werden, unter anderem Magnesium, Natrium, Kalium und Chlorid. Auch der pH-Wert konnte bestimmt werden und zeigte mit einem Wert zwischen acht und neun eine leicht basische Erde. Die Salze sind ein weiteres Zeichen für das Vorhandensein von Wasser. William Boynton von der Universität Arizona meinte:
"Wir können klar sehen, dass die Erde in der Vergangenheit mit Wasser in Kontakt gekommen ist. Wir wissen allerdings noch nicht, ob diese Beeinflussung nur hier bei der Landestelle in der Norpolregion stattgefunden hat oder ob der Staub nachträglich von einem anderern Ort hierher geweht wurde."
Die chemischen Experimente gehen jedenfalls weiter; noch sind nicht alle Versuche abgeschlossen. Aber selbst diese vorläufigen Ergebnisse finde ich enorm faszinierend! Es gab in der Vergangenheit des Mars also tatsächlich flüssiges Wassser an der Oberfläche. Und der Boden enthält die richtigen Elemente und Nährstoffe um prinzipiell Leben beherbergen zu können. Vielleicht findet Phoenix ja wirklich noch die eine oder andere extraterrestrische Mikrobe!
Und wenn nicht, dann kann man zumindestens bald mit dem Import von Mars-Erde für die Gemüsezucht beginnen. Sam Kounaves hält den Marsboden zumindest für geeignet:
"Diesen alkalische Boden könnte jeder in seinem Hinterhof haben. Man würde darin ziemlich gut Spargel züchten können; aber wahrscheinlich keine Erdbeeren. Grüne Bohnen lieben alkalische Böden und Mikroben gedeihen überall."
Ähnliche Beiträge: Alle Beiträge über die Phoenix-Mission bei Astrodicticum Simplex
Autor: Florian Freistetter· 27.06.08 · 12:51 Uhr· 2 Kommentare
26. Juni 2008
Ich habe ein Horoskop bekommen!
Kategorie: Kultur · Kommentare: 24
Gerade eben hat man mir ein Horoskop geschenkt! Meine Artikel über die astrologischen Vorhersagen zur Fußball-Europameisterschaft haben zu einer angeregten Email-Diskussion mit einem Astrologen geführt. Sonderlich konstruktiv war sie wohl leider nicht - dafür sind unsere Ansichten zu unterschiedlich. Aber sie verlief immerhin freundlich und ohne großen Streit. Und heute hat mir der Astrologe sogar noch ein Horoskop erstellt!
So sieht es aus (anklicken für die große Version):
Ich muß erst noch meine Astrologiebücher rauskramen und schauen, was das jetzt genau zu bedeuten hat... Oder vielleicht lasse ich es auch und denk mir einfach was nettes über mich aus - am Ende kommt es ja sowieso auf das Gleiche raus ;)
Aber falls ich hier Leserinnen oder Leser mit astrologischen Kenntnissen habe, dann dürft ihr mein Horoskop gerne interpretieren - ich bin auf alles gefasst (diese Leere im rechten Bereich des Bildes macht mir irgendwie Sorgen - kein Wunder das ich mich ständig so unausgeglichen fühle ;) )
Autor: Florian Freistetter· 26.06.08 · 21:05 Uhr· 24 Kommentare
Ein seltsames grünes Ding aus dem All
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 5
Das "Astronomy Picture of the Day" ist immer einen Besuch wert. Hier findet man jeden Tag ein neues tolles Bild aus dem Bereich der Astronomie. Gestern konnte man dort diese Aufnahme sehen:
Astronomy Picture of the Day, 25. Juni 2008, Credit: Galaxy Zoo Project, ING
Das ist ein Bild aus dem Projekt Galaxy Zoo, bei dem jeder Interessierte selbst mitarbeiten und Galaxien klassifizieren kann. Eine dieser freiwilligen Mitarbeiterinnen, die niederländische Lehrerin Hanny van Arkel hat dabei dieses seltsame grüne Ding in der Bildmitte entdeckt das deswegen auch "Hannys Voorwerp" (Hannys Objekt) genannt wird.
Um was es sich dabei genau handelt, ist noch unklar. Fest steht jedenfalls, dass es kein Dreck auf der Linse oder ähnliches ist. Man konnte nachweisen, dass sich dieses Ding genauso weit von der Erde entfernt befindet wie die benachbarte Galaxie auf dem Bild.
So wie es im Moment aussieht, handelt es sich dabei auch um eine Galaxie die sich wie ein Reflexionsnebel verhält. Ein Reflexionsnebel ist - wenig überraschend ;) - eine interstellare Gaswolke die das Licht benachbarter Sterne reflektiert. Diese Dinger können wirklich sehr beeindruckend aussehen, so wieder Nebel NGC 1999 im Orion:

Oder dieses wunderbare Objekt (IC 349) in den Plejaden:

Man nimmt nun an, dass diese kleine Galaxie Licht aus der Nachbargalaxie IC 2497 (die Galaxie genau über Hannys Voorwerp) reflektiert die dort offensichtlich vor etwa 100000 Jahren abgestrahlt wurde. Verantwortlich dafür war ein Quasar: ein "quasi-stellares Objekt" (daher auch der Name). So nennt man sehr weit entfernte aktive Galaxien, die enorme Energiemengen abstrahlen.
Jedenfalls ist das wiedermal eine wunderbare Aufnahme. Und es zeigt, dass man auch als Laie in der Astronomie durchaus interessante Entdeckungen machen kann. Das seltsame grüne Ding das Hanny van Arkel gefunden hat wird die Astronomen sicher noch einige Zeit beschäftigen.
Weiterführende Informationen:
- Beim Galaxy Zoo kann jeder mitmachen - da gibts sicher noch einiges zu entdecken!
- Hier ist die Entdeckung und die wissenschaftliche Nachgeschichte noch genauer erklärt
- Forschungsseite der Universität Alabama zu Hannys Voorwerp
Autor: Florian Freistetter· 26.06.08 · 20:52 Uhr· 5 Kommentare
25. Juni 2008
Asteroid rast auf Thüringen zu
Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften · Kommentare: 4
Am Samstag soll ein Asteroid in Ilmenau einschlagen. Allerdings nur in einem Projekt der Universitäten Ilmenau und Weimar. In Wirklichkeit besteht natürlich keine Gefahr für Thüringen.
"Deep Ilmpact"
Das ist das Szenario auf dem das Projekt "Deep Ilmpact" basiert. In einer 90minütigen Internetsendung wird live über das Schicksal der Städte Ilmenau und Weimar diskutiert. Der Rektor der TU Ilmenau, Prof. Peter Scharff und der Leiter des Weimarer Goetheinstituts, Dr. Konrad Paul werden probieren, die Zerstörung "ihrer" Städte abzuwenden; dazwischen gibt es fiktive Reportagen und fingierte Expertengespräche. Die Zuschauer können über das Internet live an dieser fiktiven Dokumentation/Diskussion teilhaben und auch selbst ihre Meinung kundtun."Im Frühjahr 2008 haben Astronomen einen Asteroiden entdeckt und für den 28. Juni 2008 die Kollision des 200 m großen Himmelskörpers mit der Erde vorhergesagt. Als Einschlagsort bestimmten die Wissenschaftler die Kleinstadt Ilmenau am Rande des Thüringer Waldes.
In einer beispiellosen Aktion gelingt es den Ingenieuren der Technischen Universität gemeinsam mit den Stadtvätern, ein Raumschiff in Startbereitschaft zu versetzen, das die Flugbahn des Asteroiden verändern kann. Einen herben Rückschlag erlebte das Projekt, nachdem ein unabhängiger Gutachter offen legte, dass sich der Ort der Katastrophe nur um wenige Kilometer ändern würde und ausgerechnet die Kulturstadt Weimar in das Visier des kosmischen Geschosses geraten soll. Die Nachricht löste weltweite Proteste unter den Freunden der Klassikerstadt aus. Nun soll in einer Fernsehsendung über das Schicksal der Städte entschieden werden. Sie können dabei sein und selbst zu Wort kommen, wenn am 28. Juni um 20.30 Uhr über die Startgenehmigung des Ilmenauer Raumgleiters entschieden wird."
Der wissenschaftliche Hintergrund
Natürlich ist "Deep Ilmpact" erstmal ein künstlerisches Projekt. Hauptsächlich beteiligt sind das Institut für Medientechnik der TU Ilmenau und die Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar. Bei der Erstellung dieses "Doku-Dramas" standen daher auch die medientechnischen Aspekte im Vordergrund und nicht die Naturwissenschaft.
Ich als Astronom muss aber natürlich trotzdem mal nachsehen, ob das Ausgangsszenario einigermaßen plausibel ist ;)
Der Asteroid, der Ilmenau zerstören soll hat einen Durchmesser von 200 Metern. Das ist schonmal recht glaubwürdig. Asteroiden dieser Größe gibt es im erdnahen Raum viele - und von diesen kleinen Objekten sind längst noch nicht alle bekannt. Es wäre also durchaus möglich, dass man kurzfristig einen Asteroiden entdeckt, der sich auf Kollisionskurs mit der Erde befindet. Insofern stimmt im "Deep Ilmpact"-Szenario noch alles. Aber auch die besten Bahnbestimmungsalgorithmen sind nicht in der Lage, den Einschlagsort so exakt festzulegen. Man könnte vielleicht berechnen, dass der Asteroid über Mitteleuropa niedergehen wird - der genaue Ort des Einschlags lässt sich allerdings nicht berechnen!
Aber lassen wir das mal als notwendige künstlerische Freiheit durchgehen. Wie sieht es mit dem Ilmenauer Raumschiff aus? Also wenn tatsächlich eine Kollision bevorsteht, dann wird vermutlich alles getan werden, um sie zu verhindern. Der Einschlag eines 200 Meter durchmessenden Asteroids hat allerdings nur lokale Folgen - es bleibt die Frage offen, wer sich in diesem Fall zuständig fühlt. Ich persönlich denke aber, dass auf jeden Fall alle wichtigen Industrienationen ihre Hilfe und Mitarbeit anbieten würden. Selbst dann wäre es aber fraglich, ob man in ein paar Monaten eine startbereite Mission auf die Beine stellen könnte. Das wäre selbst für geübte Organisationen wie die NASA schwierig - und für die Ilmenauer TU wohl doch eine Nummer zu groß ;)
Die Mission selbst ist aber keine reine Science-Fiction. Über mögliche Arten, einen Asteroideneinschlag zu verhindern habe ich ja früher schon mal geschrieben. Das wichtigste bei der Bahnänderung eines Asteroiden ist die Zeit! Je weniger Zeit man zu Verfügung hat, desto kleiner wird die Bahnänderung ausfallen. Wie genau das Ilmenauer Raumschiff versuchen wird den Einschlag abzuwenden, ist nicht spezifiziert. Da Weimar aber ein Stückchen östlich von Ilmenau liegt müsste der Asteroid genaugenommen ein wenig beschleunigt werden! Die Erde dreht sich ja von Westen nach Osten - liegt der ursprüngliche Einschlagsort in Ilmenau muss der Asteroid ein bisschen früher eintreffen als geplant, wenn er Weimar noch erwischen will.
Das ist aber sowieso alles nur Spielerei. Genauso, wie man nicht vorhersagen kann, wo der Asteroid genau einschlagen wird lässt sich auch nicht vorhersagen, wie sich eine mögliche Ablenkung auswirken würde. Ausserdem ist zu erwarten dass ein Asteroid dieser Größe noch in der Atmosphäre auseinanderbrechen wird (je nach Material in einer Höhe zwischen etwa 50 und 15 km). Und dann lässt sich noch schwerer sagen, was passieren wird und wo die Bruchstücke niedergehen.
In der Wahl zwischen Ilmenau und Weimar ist das Projekt dann aber wieder einigermassen konkret. Ein Asteroid, der in Ilmenau einschlägt ist zwar von Weimar aus durchaus noch zu spüren - die Weltkulturerbestadt bleibt aber stehen und weitesgehend unversehrt. Wenn wir davon ausgehen, dass es sich um einen Asteroiden aus Gestein handelt, dann schlägt er bei seinem Einschlag in Ilmenau einen Krater der knapp einen Kilometer breit und zweihundert Meter tief ist. In Weimar spürt man dann aber keine nennenswerte Druckwelle mehr - man spürt ein leichtes Erdbeben und ein paar Fensterscheiben werden wohl zu Bruch gehen. Ein bisschen schlimmer wären die Auswirkungen wenn der unwahrscheinliche Fall eintritt und es sich um einen massiven Eisenasteroiden handelt. Dann ist der entstehende Krater etwa 3 Kilometer groß und 500 Meter tief! Der Einschlag erzeugt eine "Feuerwolke" die sich bis nach Weimar ausbreiten wird und dort für die Menschen zwar nicht mehr unbedingt tödlich ist aber immer noch schwere Verbrennungen auslösen kann. Auch der Großteil der Bäume würde diese Hitze nicht überleben und die Druckwelle würde fast alle umwerfen (so wie es z.B. vor 100 Jahren in Tunguska passiert ist - siehe Bild oben). Die in Weimar spürbaren Erdbeben wären schwer: ältere Gebäude und Holzbauten würden einstürzen. Bei einem 200 Meter durchmessenden Eisenmeteoriten wären also Ilmenau und Weimar gleichermassen betroffen.(Bei down2earth oder auch hier kann übrigens jeder selbst ausprobieren, was im Falle eines Impakts alles passieren kann).
Und was passiert sonst noch?
In der Sendung am Samstag wird aber nicht nur über die Auswirkungen des Einschlags diskutiert werden - auch die psychologischen Effekte der bevorstehenden Katastrophe werden besprochen werden:
"In den letzten Stunden vor der kosmischen Katastrophe berichten wir aus den betroffenen Städten. Wir zeigen Menschen, die das bedrohte Gebiet verlassen und andere, die trotz aller Warnungen ausharren wollen. Auf den Aussichtspunkten des Thüringer Waldes haben Schaulustige und Astronomiefreunde große Beobachtercamps eingerichtet. Einige Randgruppen wollen mit paranormalen Ritualen die Katastrophe verhindern und auf dem Immobilienmarkt brechen die Preise ein."Alles in allem klingt das nach einer recht spannenden und interessanten Sendung. Sofern ich die Zeit habe werde ich mir das am Samstag auf jeden Fall ansehen (hier ist nochmal der Link zur Live-Sendung im Internet). Und wenn sich dann am Sonntag entschieden hat, ob Ilmenau oder Weimar dem Untergang geweiht ist, werde ich vielleicht hier nochmal über die Sendung berichten (Glücklicherweise hat der Asteroid ja nur Thüringen im Visier - das EM-Finale am Sonntag in Wien und einem deutschen Sieg steht nichts im Weg ;) )
Update (28.6.2008): Happy End! Auf himmelsmechanisch zweifelhafte Weise ist der Asteroid im letzten Moment in eine Umlaufbahn um die Erde eingeschwenkt. Als neuer "Mond" (mit namen "Philia") umkreist er nun die Erde und Ilmenau und Weimar sind gerettet.
Zur Einstimmung habe ich noch einen netten Video-Trailer zu "Deep Ilmpact" gefunden:
Ähnliche Beiträge: (Kein) Weltuntergang in 28 Jahren, Zuständigkeiten: Wer rettet die Welt?, Der Stern zum Wochenende: Nemesis
Autor: Florian Freistetter· 25.06.08 · 11:43 Uhr· 4 Kommentare
24. Juni 2008
Phoenix findet Eis!
Kategorie: Naturwissenschaften·Technik · Kommentare: 5
Die Marssonde Phoenix kann ihren ersten großen Erfolg feiern: am 20. Juni wurde bestätigt das auf dem Mars gefrorenes Wasser gefunden werden konnte. Dieses Eis soll nun auch chemisch analysiert werden.
Die Entdeckung von Wasser auf dem Mars ist ein toller Erfolg für die Phoenix-Mission. Aber das war längst noch nicht alles, was Phoenix erreichen will. Richtig interessant wird es erst, wenn man die in diesem Wasser befindlichichen Bestandteile untersuchen kann. Daraus lassen sich nämlich Rückschlüsse auf die klimatische Vergangenheit des Mars ziehen.
Am 19. Juni stellte das Phoenix-Team fest, dass einige kleine Stückchen aus einem weißlichen Material aus einem der Grabungslöcher verschwunden waren. Dieses Bild zeigt das recht schön:

Es geht hier nicht um die weißen Spuren im oberen Bereich des Bildes sondern um die kleinen Brocken, die links unten (im Schatten) liegen. An Sol 20 waren sie noch da, 4 Sol später waren sie verschwunden!
"Es muss Eis sein. Die Tatsache, dass diese kleine Klumpen im Laufe einiger Tage komplett verschwunden sind, ist ein eindeutiger Beweis dafür, dass es Eis ist. Es gab einige Unklarheiten darüber, ob es sich vielleicht doch um Salze handelt. Aber Salz kann so etwas nicht machen".
meinte Peter Smith von der Universität Arizona.
Einen Tag später gab es dann eine offizielle Pressemitteilung in der Peter Smith die obige Vermutung bestätigt:
"Mit großem Stolz und großer Freude kann ich heute verkünden, dass wir Beweise dafür gefunden haben, dass es sich bei dem hellen Material tatsächlich um Wassereis handelt und nicht um irgendeine andere Substanz"
Auch Doug McCuistion von der NASA und Direktor des Mars-Programs war begeistert:
"Diese Entdeckung ist das Ergebnis von außergewöhnlicher Teamarbeit mit einer widerstandsfähigen Raumsonde die es dem Team erlaubt hatte, schneller als ursprünglich geplant zu arbeiten."
Die Entdeckung des Eises zeigt auch, dass Phoenix wirklich am richtigen Platz gelandet ist. In Reichweite des Roboterarms wurde Eis gefunden - die restlichen geplanten Untersuchungen können also wie vorgesehen durchgeführt werden!
Eine davon wird heute durchgeführt: ein kleiner Eisbrocken soll geschmolzen und analysiert werden! Wenn die ersten Ergebnisse vorliegen, dann wird man vielleicht endlich genauere Informationen über die Existenz von Wasser auf dem Mars und seine klimatische Vergangenheit erhalten.
Bis jetzt ist die Phoenix-Mission jedenfalls ein voller Erfolg - und alles deutet darauf hin, dass es auch so erfolgreich weitergeht!
Ähnliche Beiträge: Alle Beiträge über die Phoenix-Mission bei Astrodicticum Simplex
Autor: Florian Freistetter· 24.06.08 · 14:25 Uhr· 5 Kommentare
22. Juni 2008
Bilderrätsel
Kategorie: Naturwissenschaften·Technik · Kommentare: 15
Während der letzten zwei Tage war ich ja unterwegs und hatte dabei die Gelegenheit, ein paar interessante Dinge zu sehen. Unter anderem diese Baustelle (anklicken für die große Version):Autor: Florian Freistetter· 22.06.08 · 22:11 Uhr· 15 Kommentare
20. Juni 2008
Der Stern zum Wochenende: Castor
Kategorie: Der Stern zum Wochenende·Naturwissenschaften

Der Stern für dieses Wochenende ist Castor - einer der Hauptsterne im Sternbild Zwilling. Betrachtet man diesen Stern mit freiem Auge am Himmel dann erscheint er erstens sehr hell (und mit einer scheinbaren Helligkeit von 1,5 Magnituden gehört er zu den hellsten am Nordhimmel) und zweitens als Einzelstern. Das ist er aber nicht - in Wirklichkeit ist Castor ein seltenes Sechsfachsternsystem! Und man findet dort wirklich alle Arten von Doppel/Mehrfachsternen, die es so gibt.
Betrachtet man Castor mit einem Teleskop, erkennt man drei einzelne Sterne (siehe Bild rechts unten): Castor A, Castor B und YY Geminorum. Aber auch diese 3 "Sterne" sind in Wirklichkeit Doppelsterne. Bei ihnen handelt es sich um sogenannte spektroskopische Doppelsterne. Das sind Sterne, die so eng umeinanderkreisen, dass sie auch mit den besten Teleskopen nicht (kaum) aufgelöst werden können. Man kann aber aus der Untersuchung der Spektrallinien feststellen, dass es sich um Doppelsterne handeln muss.

Die beiden Sterne, aus denen sich YY Geminorum zusammensetzt sind Rote Zwerge. Das sind sehr kleine Sterne mit einer Masse die zwischen etwa 5 und 55 Prozent der Sonnenmasse liegen kann. Das besondere an diesen beiden roten Zwergen ist, dass sie sg. Bedeckungsveränderliche sind. Das bedeutet, dass von der Erde aus gesehen in regelmäßigen Abständen einer der beiden Sterne den anderen verdeckt. Betrachtet man das Licht dieses Sterns (bzw. eigentlich Sternpaars) dann erkennt man periodische Helligkeitsschwankungen. Je nachdem, welcher der beiden Sterne gerade den anderen verdeckt bzw. je nachdem ob gerade eine Bedeckung stattfindet oder nicht sehen wir von der Erde aus mehr oder weniger Licht. Aus solchen Lichtkurven lassen sich viele Informationen über die Sterne (Masse, Radius, ...) ableiten. Darum sind sie für die Stellarastronomie auch sehr wichtig. Die Leute, die den Himmel nach Exoplaneten absuchen haben für Bedeckungsveränderliche allerdings meist wenig übrig. Denn nach extrasolaren Planeten sucht man auch oft mit Hilfe von stellaren Lichtkurven - und probiert Sterne zu finden, deren Licht periodisch von einem ihn umkreisenden Planeten verdunkelt wird. Solche Lichtkurven kann man leicht mit der eines Bedeckungsveränderlichen verwechseln...
Es wäre interessant, falls man auch um einen der Sterne des Castor-Systems mal einen Planeten finden würde. Interessant vor allem mal aus dynamischer Sicht... aber wenn man sich vorstellt, wie es wäre in einem Sechsfachsternsystem zu leben, hat das auch einen gewissen Reiz ;)
Ich bin übrigens zur Zeit gerade in Hamburg - deswegen gibt es wieder nur einen Beitrag aus meinem altem Blog. Sonntag abend bin ich wieder zurück - dann kann ich auch auf eventuelle Kommentare antworten.
Autor: Florian Freistetter· 20.06.08 · 14:21 Uhr· 0 Kommentare
19. Juni 2008
Homöopathie-Propaganda in der Qualitätszeitung
Kategorie: Medizin·Naturwissenschaften · Kommentare: 61
Vor ein paar Tagen erst habe ich darüber geschrieben, dass in der Öffentlichkeit meist nur die "serlöse" Seite der Homöopathie präsentiert und die abergläubisch-rückständige Wirklichkeit gerne ausgeblendet wird. Und heute reisst mich dieser Artikel im österreichischen Standard vom Hocker: "Mit ein paar Fläschen selbst heilen". Darin wird die Homöopathin Birgit Kapfinger-Bruckner interviewt und gibt Tipps zur Zusammenstellung einer homöopathischen Reiseapotheke. Und das ohne jegliche kritische Betrachtung! (auch das EsoBlog berichtet darüber)
Der Standard war mir eigentlich aus jahrelanger Leseerfahrung immer als eine der wenigen qualitativ hochwertigen österreichischen Zeitungen bekannt. Dieser Artikel lässt mich jetzt aber an meinem Urteil zweifeln.
Alleine schon die Einleitung zeigt, wohin es gehen wird:
"Die homöopathische Reiseapotheke behandelt nicht Erkrankungen sondern heilt individuell: wie man das im Urlaub selbst angeht, erklärt Birgit Kapfinger im Interview"
Von Anfang an wird kritiklos davon ausgegangen, das Homöopathie "heilt". Der Rest des Interviews verläuft ähnlich:
"Das Gift der Biene hilft sicher gegen Bienenstiche"... Hier geht es wieder mal um das unlogische Ähnlichkeitsprinzip der Homöopathie - gleiches wird angeblich mit gleichem geheilt. Natürlich wird aber nicht das Bienengift an sich eingenommen sondern nur eine "potenzierte" - also bis zur Unkenntlichkeit verdünnte - Lösung dieses Gift das auf unerklärbare Weise die "Informationen" des Bienengifts aufgenommen haben soll.derStandard.at: Macht es bei all der Individualität überhaupt Sinn eine fertig geschnürte homöopathische Reiseapotheke in den Urlaub mitzunehmen?
Kapfinger: Ja, wenn man die beschriebenen Beschwerden hat auf jeden Fall. Es ist sinnvoll etwas in der Hand zu haben, da es auch klare Indikationen gibt. Wie zum Beispiel für Apis. Das Gift der Biene hilft sicher gegen Bienenstiche. Oder Nux vomica, die Brechnuss: Sie ist ein Muss für alle Arten von Überessen, Überfeiern und Überkonsum, aber auch bei verdorbenen Speisen.
Vermutlich hat die Interviewerin (Andrea Niemann) diese Frage für ausreichend kritisch gehalten:
Klar, dass homöopathische Mittel keine Nebenwirkungen haben - sie haben ja auch keine eigentliche Wirkung....derStandard.at: Können falsch eingenommene Globuli auch eine schädliche Wirkung haben?
Kapfinger: Grundsätzlich nein, weil es dann nur eine Leerinformation darstellt, die nichts bewirken kann. Die einzige Ausnahme ist Hartnäckigkeit: Nehme ich dreimal täglich über drei Tage Medikamente die nicht wirken, dann setzt man viele Reize und man macht ungewollt eine Arzneimittelprüfung durch.
Und schön seriös-medizinisch endet der Artikel auch:
"Die richtige DosierungWill jemand wissen, was "C30" bedeutet? Das heisst, der Ausgangsstoff wurde 30 mal auf ein hundertstel verdünnt. Das entspricht einem Teil Grundstoff und 10030 (=1060) Teilen Lösungsmittel! 1060 ist eine verdammt große Zahl! So groß, dass einem kaum ein vernünftiger Vergleich dazu einfällt. Für die Globuli-Herstellung müsste man z.B. ein Gramm Bienengift mit 1060 Gramm Milchzucker mischen. Das ist etwa das eine Billion mal einer Billion mal Zehntausend-fache des Gewichts der Erde! Man kann also absolut sicher sein, dass sich in den Globulis absolut kein Wirkstoff mehr befindet. Das, was die Homöopathen als Globulis verkaufen, sind reine Milchzuckerkügelchen ohne Wirkung (bzw. höchstens mit der Wirkung eines Placebos).Die empfohlene Stärke/ Potenz aller angeführten Arzneien ist die C30. Dies ist eine im Akutfall schnell wirkende, kräftige Potenz.
Nach der Einnahme von 5 Kügelchen (Globuli) sollte im Idealfall eine rasche Besserung eintreten.
Läßt die Wirkung nach, kann die Gabe wiederholt werden, wenn das Beschwerdebild noch immer gleich ist.
C30 kann 3mal täglich eingenommen werden. Eine zu häufige Wiederholung ist nicht sinnvoll. Es soll immer die Wirkung einer Gabe abgewartet und ausgeschöpft werden."
Im Artikel des Standards wird darüber aber kein Wort verloren. Es existiert nur ein Link mit dem Titel: Wissen - das Prinzip der Homöopathie. Dort findet man in gleicher unkritischer Weise die homöopathische Lehre präsentiert:
"Die Homöopathie ist eine ärztliche Heilkunst (...)"So geht es gleich mal los...
"Sie verwendet Arzneimittel, die aus dem Tier-, Pflanzen- und Mineralreich stammen."Über die absurden Zutaten der homöopathischen Mittelchen habe ich ja schon vor ein paar Tagen geschrieben.
"Die Arzneien werden in sogenannten Arzneimittelprüfungen an gesunden Menschen, die probeweise die Substanz eingenommen haben, getestet"Auch die Absurdität der Arzneimittelprüfungen, bei denen anhand von Träumen und anderen seltsamen Effekten die Wirksamkeit der Mittel bestimmt wird, habe ich im letzten Artikel schon dargestellt.
Und am Schluss des "Wissen"-Artikels wird nochmal schön der Mythos der "sanften, natürlichen Alternative" zementiert:
"Die Homöopathie ist ein zutiefst humaner Zugang zum menschlichen Leiden und höchst wirkungsvoll. Ganzheitlich betrachtet ist Heilung ein Entwicklungs- und Reifungsprozess. Die sanften, kleinen und passenden Reize der Homöopathie helfen dabei"Und die allerletzte Zeile des Beitrags erklärt dann auch das Fehlen jeglicher Kritik (oder Vernunft):
"Der Text wurde von Birgit Kapfinger-Bruckner zur Verfügung gestellt."Ja - wenn die Homöopathin selbst ihre Disziplin vorstellen kann, dann ist so ein einseitiges Bild nicht verwunderlich.
Ich bin wirklich enttäuscht vom Standard. An die weitesgehend unkritische Betrachtung der Homöopathie in der Öffentlichkeit habe ich mich ja leider schon gewöhnt. Aber von einer Qualitätszeitung mit einem guten Ruf hätte ich mir doch etwas anderes erwartet. Ein Minimum an Recherche hätte zumindest zu der Erkenntnis führen müssen, dass Homöopathie nicht so unumstritten ist, wie es die Homöopathen gerne darstellen.
Dieser Artikel ist einer Qualitätszeitung absolut nicht würdig! Ich werde mal probieren, ob ich vom Standard eine Reaktion zu diesem Thema bekommen kann - es würde mich wirklich interessieren, wie dieser Artikel entstanden ist
(Nachtrag vom 22. Juni: Es gibt bis jetzt keine Reaktion vom Standard.)
Autor: Florian Freistetter· 19.06.08 · 00:11 Uhr· 61 Kommentare
18. Juni 2008
Update: EM 2008 und Astrologie
Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften · Kommentare: 7
Vor knapp 2 Wochen habe ich ja mal nachgesehen, was die Astrologen und Hellseher über den Ausgang der Fußballeuropameisterschaft prophezeit haben. Heute abend geht die Vorrunde der EM zu Ende: Zeit, um mal zu schauen, wie erfolgreich die pseudowissenschaftliche Zunft mit ihren Vorhersagen bisher war.
Die meisten Astrologen haben sich auf ja auf unverbindliche Allgemeinplätze beschränkt und keine konkreten Aussagen gemacht. Eine Ausnahme war der Nürnberger Astrologe Markus Termin. In seinem Blog sah er Griechenland als zukünftigen Europameister. Der entsprechende Eintrag existiert allerdings heute nicht mehr:
"Nachdem nun das Spiel gestern Italien - Frankreich eine Wiederauflage des Finales der WM 2006 war, und dies zumindest den Merkur rückläufig im Herzen der Sonne für das Eröffnungsspiel in Basel erklärt, muss ich umdisponieren."
Das ist wohl astrologisch für "Mist, ich hab falsch geraten und muss mir nun was Neues ausdenken" ;) Nun wird dort Holland als Europameister in spe genannt. Ein kluger Schachzug: nach dem sang- und klanglosen Ausscheiden Griechenlands und der hervorragenden Leistung der Niederländer in der Vorrunde ist dieser Tipp wesentlich erfolgsversprechender.
Naja - Markus Termin kommentiert in seinem Blog weiterhin die EM aus astrologischer Sicht und gibt Vorhersagen zu allen Spielen ab. Das einzig überraschende bisher ist allerdings, wie oft er sich schon geirrt hat.
Die konkreteste Vorhersage hat sicherlich die österreichische Hellseherin Rosalinde Haller abgegeben. In ihren medialen Sitzungen sah sen den kompletten Verlauf der EM voraus und hat ihn auf ihrer Homepage veröffentlicht. Ich habe damals einen Screenshot ihrer Prophezeiung gemacht und der sah so aus:
Screenshot der Seite http://www.hellsehen.net/em.htm vom 6. Juni 2008 (anklicken zum Vergrößern)
Hier wurde noch Frankreich als EM-Sieger verkündet. Die sind aber nun gestern Abend von den Italienern aus dem Turnier gekickt worden. Und ganz überraschend sieht Hallers Homepage heute auch ganz anders aus:
Tja - unter der Überschrift "Laut meiner Wahrnehmung sieht es bezüglich
EM derzeit folgendermaßen aus:" präsentiert Haller ein Diagramm das man so heute im Sportteil jeder Zeitung finden kann. Es enthält keinerlei neue Information: sie konnte anscheinend nur die Dinge in ihren Sitzungen "wahrnehmen" die sowieso schon jeder weiß.
Sehr schön ist auch ihre abschließende Bemerkung am Ende der Seite:
"Da Frankreich kurzfristig (während des Spiels) einen wichtigen Verletzten (Ribery) zu hatte und einen Spieler durch Ausschluss verlor, drehte sich die Energie ins Minus. Die Gefahr war medial erst kurz vor dem Spiel erkennbar. Die Italiener hatten jetzt eine Woche Zeit sich von ihrem Kapitänsverlust zu erholen, umzustellen. Daher ist daher eher wieder meine 1. ursprüngliche Aussage zur Geltung gekommen. (Italien ist stärker) Sicherheitshalber werde ich wegen der häufigen Turbulenzen, Verletzungen, Spieleraustäusche die Spiele nun erst kurzfristig vorher kommentieren, da dann auch die Energie verändert wird. Klicken sie einfach kurzfristig wieder an."
Klar, wenn sich die Energie ins Minus dreht, dann kanns auch nix werden mit der Vorhersage. Blöd ist auch, dass das alles "medial" immer erst so kurz vor dem Spiel zu erkennen ist. Und besonders aufschlußreich finde ich den vorletzten Satz: "Sicherheitshalber werde ich wegen der häufigen Turbulenzen,
Verletzungen, Spieleraustäusche die Spiele nun erst kurzfristig vorher
kommentieren, da dann auch die Energie verändert wird."
Ich dachte Frau Haller wäre Hellseherin!? Wenn die Spiele vorbei sind, kann jeder so tun, als hätte man das Ergebnis schon früher gekannt...
(Nachtrag: Frau Haller ändert ihre Seite und die "Vorhersagen" zur Zeit fast täglich: "Wenn die Energien so purzeln, wird es äußerst schwierig das Richtige
noch zu erfühlen, ungewöhnliche Ergebnisse die ich kaum wiederzugeben
wage, tauchen auf". Tja...)
Wir können also festhalten, das Astrologen und Wahrsager genauso viel (oder wenig) über den zukünftigen Verlauf der Fußball-EM wissen wie der Rest der Leute. Auch wenn von verdrehten Energien und astrologisch schweren Zuordnungen geredet wird sind das doch wohl nur interessant klingende Umschreibungen für "falsch geraten".
P.S. Meine Vorhersage (Österreich wird nicht Europameister) war übrigens richtig ;)
Autor: Florian Freistetter· 18.06.08 · 18:47 Uhr· 7 Kommentare
17. Juni 2008
Weißt du wieviel Planeten stehen?
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 6
Gestern abend wurde die Entdeckung von drei neuen extrasolaren Planeten verkündet. Alle bewegen sich um den selben Stern und alle sind vermutlich sehr klein - nur ein bisschen größer als unsere Erde. Diese Entdeckung ist nicht nur für sich alleine gesehen sehr interessant. Auch die restlichen (vorläufigen) Ergebnisse der zugrundeliegenden Beobachtungskampagne sind sehr aufschlußreich: fast jeder dritte Stern könnte Planeten haben!
Drei neue Super-Erden
In Nantes in Frankreich findet zur Zeit eine Konferenz zum Thema "Extra Solar Super-Earths" statt. Und dort wurde gestern die Entdeckung von drei Planeten um den Stern HD 40307 statt. Das besondere an dieser Entdeckung ist nicht die Tatsache, dass man gleich mehrere Planeten gefunden hat (Sterne mit drei und mehr Planeten sind schon einige bekannt) sondern die geringe Masse der drei Planeten. Der kleinste dieser drei Planeten - HD 40307b mit etwa der vierfachen Masse der Erde- ist nur wenig schwerer als der bisher kleinste bekannte Exoplanet. Die anderen beiden Planeten (mit etwa der sieben- und zehnfachen Masse der Erde) belegen Platz 6 und 9 in der "Rangliste" der kleinsten Planeten (hier sind die Pulsarplaneten ausgenommen, die sich allerdings auch nicht um einen "normalen" Stern bewegen sondern um einen Neutronenstern).
Gleich drei Planeten mit so geringer Masse in einem System zu entdecken ist außergewöhnlich. Die bisher entdeckten extrasolaren Planetensysteme sind ja meistens unserem eigenen Sonnensystem sehr unähnlich. Die meisten der bekannten Exoplaneten sind sehr groß (größer als Jupiter, der größte Planet in unserem Sonnensystem) und befinden sich sehr nahe an ihrem Stern (näher als Merkur, der sonnennächste Stern in unserem Sonnensystem). Wissenschaftler sind schon lange auf der Suche nach Planeten und Systemen die unserem Planetensystem ähnlicher sind. Die Entdeckung der Planeten um HD 40307 stellt hier einen wichtigen Schritt dar: nun hat man erstmals ein System entdeckt, in dem sich viele kleine Planeten befinden: so wie in unserem Sonnensystem!
Kleine Planeten sind schwer zu finden
Warum haben wir bis jetzt hauptsächlich große Planeten entdeckt? Das liegt erstmal an den verwendeten Methoden. Die meisten Exoplaneten wurden mit der sogenannten Radialgeschwindigkeitsmethode entdeckt. Das funktioniert folgendermassen: nicht nur der Planet wird gravitativ vom Stern beeinflusst sondern auch ein klein wenig der Stern vom

Planet. Der Planet bewegt sich also um den seinen Stern - und der "wackelt" gleichzeitig ein kleines bisschen hin und her (siehe Bild rechts). Von der Erde aus gesehen bewegt sich der Stern also mal ein wenig auf uns zu, dann wieder von uns weg. Das führt dazu, dass sich auch die Frequenz des vom Stern ausgesandten Lichts in periodischen Abständen größer bzw. kleiner wird. Und das kann man messen! Und mit viel Rechnerei lässt sich aus dieser periodischen Frequenzverschiebung dann ableiten, ob und welche Planeten dort existieren. Natürlich ist das "Wackeln" umso größer, je schwerer der Planet ist und je näher er sich beim Stern befindet. Diese Planeten sind also viel leichter zu entdecken - es ist also nicht verwunderlich, wenn wir vorerst hauptsächlich solche Planeten entdecken.
Auch die zweite wichtige Methode zur Planetenentdeckung bevorzugt große Planeten. Bei der Transitmethode beobachtet man das Licht, das ein Stern ausstrahlt. Wenn von der Erde aus gesehen nun zufällig gerade ein Planet vor dem Stern vorüberzieht, dann erreicht uns kurzfristig ein klein wenig Licht als vorher - in etwa so wie bei einer Sonnenfinsternis auf der Erde: hier bedeckt der Mond unsere Sonne und wir sehen weniger Licht. Auch bei dieser Methode lassen sich größere Planeten leichter entdecken als kleinere.
Natürlich arbeiten die Astronomen ständig daran, ihre Instrumente und Methoden zu verbessern. Deswegen werden in letzter Zeit auch immer kleinere Planeten entdeckt. Eines dieser hochgenauen Instrumente ist der High Accuracy Radial velocity
Planet Searcher (HARPS). Mit diesem von der ESO (Europäische Südsternwarte) Instrument des Genfer Observatoriums das bei der ESO in Chile betriebenen wird konnten auch die Planeten um HD 40307 entdeckt werden.
Das Problem mit der Masse
Bei aller Euphorie über die wirklich hervorragende technische Leistung dieser Entdeckung sollte man trotzdem vorsichtig sein, wenn man von "erdähnlichen" Planeten spricht. HD 40307 könnte anstatt von 3 "Super-Erden" auch von 3 größeren Gasplaneten umgeben sein.
Habitable Planeten
Viele Wissenschaftler und auf jeden Fall die Medien finden die Suche nach "habitablen" Planeten besonders interessant. Hier sucht man nach Planeten, die erstens erdähnlich sind - also eine feste Oberfläche und eine Atmosphäre haben - und sich zweitens genau im Richtigen Abstand vom Stern befinden, sodass die auf der Planetenoberfläche herrschende Temperatur flüssiges Wasser zulassen würde. Dieser Abstand hängt natürlich von der Größe und der Temperatur des Sterns (bzw. des Spektraltyps) ab. Zu nahe am Stern ist es zu heiß - zu weit weg, und man bekommt Eiswelten wie z.B. Pluto oder Titan in unserem Sonnensystem. Man muss also nicht nur nach kleinen Planeten suchen, sondern auch nach solchen, die den richtigen Abstand haben. Das folgende Bild zeigt eine schematische Übersicht darüber, wie die habitable Zone von der Masse des Sterns abhängt:

Bei den sonnenähnlichen Sternen befindet sich diese bewohnbare Zone etwa 150 Millionen Kilometer (das entspricht einer Astronomischen Einheit) von der Sonnen entfernt. Das ist - zumindest aus der Sicht der Planetenentdecker - schon eine sehr große Entfernung. Um hier Planeten zu entdecken müssen sie im Allgemeinen deutlich größer sein als ein erdähnlicher Planet. Bei schwächer leuchtender Sternen ist die habitable Zone näher am Stern und die Chancen, dort kleine Planeten zu beobachten sind größer. HD 40307 ist ein Stern vom Spektraltyp K. Seine Temperatur ist also etwa um 2000 bis 3000 Grad geringer als die Sonne. Auch die habitable Zone liegt näher am Stern: etwa in einem Abstand von 75 Millionen Kilometern (0.5 Astronomischen Einheiten).
Die drei dort entdeckten Planeten befinden sich allerdings viel näher am Stern! Ihre Umlaufbahnen haben Radien von etwa 0.05, 0.08 und 0.14 Astronomischen Einheiten. Zum Vergleich: die große Halbachse der Bahn von Merkur, des sonnennächsten Planeten in unserem Sonnensystem, beträgt 0.39 Astronomische Einheiten - die drei Planeten um HD 40307 sind also ihrem Stern alle sehr viel näher als der Merkur unser Sonne. Und sie befinden sich alle weit außerhalb der habitablen Zone! Insofern ist auch das mit der Pressemeldung der Entdeckung verschickte Bild ein bisschen irreführend:

Es handelt sich zwar nur eine künstlerische Darstellung - aber mit einem Planeten voller weißer Wolken, Kontinenten und blauen Meeren wie dem im Vordergrund kann man dort wirklich nicht rechnen. Dafür wäre es dort deutlich zu heiß!
Weißt du wieviel Planeten stehen....
Abgesehen von den drei Super-Erden wurden auf der Konferenz in Nantes auch noch einige andere Entdeckungen verkündet. Eine weitere Super-Erde mit 7.5 Erdmassen (wieder: das ist nur die minimale Masse des Planeten) wurde um den Stern HD 181433 entdeckt und bei einem weiteren Stern fand man einen Neptun-ähnlicher Planet mit 22 Erdmassen.
Michel Mayor (der Entdecker des ersten extrasolaren Planeten, 51 Pegasi b und auch beteiligt an der Entdeckung der drei Super-Erden ) meinte dazu:
"Offensichtlich sind diese Planeten nur die Spitze des Eisbergs. Die Analyse all der Sterne, die mit HARPS untersucht worden sind zeigt, dass etwa ein Drittel aller sonnenähnlicher Sterne entweder Super-Erden oder Neptun-ähnliche Planeten mit Umlaufzeiten kleiner als 50 Tagen haben".
Es ist also damit zu rechnen, dass wir in naher Zukunft noch sehr viel mehr kleinere Planeten entdecken werden! Mayors Kollege, Stéphane Udry, sieht das genauso:
"Es ist sehr wahrscheinlich das noch viele weitere Planeten exisitieren: nicht nur Super-Erden und Neptun-ähnliche Planeten mit längeren Perioden sondern auch erdähnliche Planeten, die wir bis jetzt noch nicht entdecken können. Wenn man die schon entdeckten Jupiter-ähnlichen Planeten hinzuzählt, kann man zu dem Schluß gelangen das Planeten allgegenwärtig sind."
Ob sich irgendwo auf all diesen Planeten allerdings tatsächlich Leben entwickeln konnte ist wieder eine ganz andere Frage. Aber ich bin eigentlich überzeugt davon, dass wir sie in den nächsten zwanzig bis fünfzig Jahren beantworten werden können!
Weiterführende Informationen:
- Pressemeldung der ESO zur Entdeckung
- Greg Laughlin macht sich in seinem Blog Gedanken über die drei neuen Planeten und deren Entstehung
- Daten zu den drei Planeten bei der Enzyklopädie der extrasolaren Planeten
Ähnliche Artikel: Neuer kleinster Exoplanet entdeckt, Rätselhafte Ankündigung einer Entdeckung, Kein Leben ohne Mond?
Autor: Florian Freistetter· 17.06.08 · 20:20 Uhr· 6 Kommentare
16. Juni 2008
Medikamente aus Hundekot?
Kategorie: Medizin·Naturwissenschaften · Kommentare: 165

Medikamente aus Hundekot? Klingt ein bisschen eklig - aber in der Homöopathie gibt es noch viel seltsamere Grundstoffe aus denen angeblich wirksame Medizin erzeugt werden soll.
Homöopathische Grundsubstanzen
Homöopathie ist eine seltsame Sache. Man nimmt eine bestimmte Grundsubstanz und verdünnt ("potenzieren") sie bis zur Unkenntlichkeit - teilweise so stark, dass kein einzelnes Molekül der ursprünglichen Substanz mehr im fertigen Präparat vorhanden ist. Durch Schütteln oder Verreiben soll aber auf eine nicht näher spezifizierte Art und Weise (die auch keinerlei Grundlage in der Physik oder Chemie hat) die "heilende Information" des Grundstoffes auf das Lösungsmittel übergehen.
Ich möchte in diesem Artikel nicht auf die Mechanismen der Homöopathie und den Widerspruch zu den Naturgesetzen eingehen. Die der Homöopathie zugrundeliegende Unwissenschaftlichkeit und Unlogik haben außerdem andere schon ausführlich und gut beschrieben.
Aber während meiner Recherchen zum Artikel "EM 2008 und Homöopathie" und angeregt durch die Kommentare zu diesem Beitrag war ich verblüfft, was für seltsame Substanzen Homöopathen als Grundstoffe für ihre "Medikamente" verwenden. Viele Leute sehen Homöopathie ja als "sanfte, natürlich Alternative" zur "aggressiven Schulmedizin" und glauben, dass Homöopathie so etwas ähnliches ist wie Naturheilkunde, in der nur Heilpflanzen u.ä. verarbeitet werden. Viele Grundsubstanzen der Homöopathie sind tatsächlich pflanzlicher Natur. Es gibt aber auch eine große Menge anderer Stoffe. Im Endeffekt ist es natürlich egal, was als Ausgangsstoff verwendet wird: am Schluß erhält man sowieso nur ein Placebo das aus destilliertem Wasser, Alkohol oder Milchzucker besteht. Trotzdem ist es vielleicht interessant zu sehen, dass Homöopathen keine Hemmung haben, auch die seltsamsten Stoffe zu angeblichen Medikamenten zu verarbeiten.
Hundekot, Spinnen und Leopardenurin

Das Herz einer Amsel, das Gift einer Echse und das Blut einer Fledermaus: was klingt wie ein Rezept für einen Hexentrank sind in Wirklichkeit alles Grundstoffe für homöopatische Mittel. Aber auch viele andere tierische Stoffe werden verarbeitet: Steinadler, Koalabär, Giraffen, Bienen und Spinnen werden verwendet, genauso wie einzelne Teile und Körperflüssigkeiten der Tiere: Milch von Elefant und Delfin; Urin vom Leopard, Blut von Ratte oder Igel; das Fell eines Eisbären oder eben der Hundekot: kein Tier ist zu ausgefallen um nicht ein paar seiner Teile zu homöopathischen Mitteln zu verarbeiten.
Metalle, Steine, Drogen und Gifte
Aber auch die gängigen Rauschmittel sind natürlich vertreten: Zigaretten, Cannabis, Koffein, Heroin und Opium finden sich in der homöopathischen Apotheke; genauso wie z.B. das Gift Arsen.
Nosoden
Eine besondere Gruppe der homöopathischen Grundsubstanzen sind die Nosoden. Das sind Mittel die aus erkranktem und pathologischen Material (Körperflüssigkeiten, Krankheitserreger, Krebszellen, ...) hergestellt werden. So findet man in der Liste der homöopathischen Mittelchen u.a. Nosoden die auf folgenden Krankheitserregern basieren: Borreliose, Brustkrebs (bzw. jede andere Art von Krebs), Dengue Fieber, Diphterie, Windpocken, Hepatitis, Malaria, Multiple Sklerose, Pest und Tuberkolose. Nicht einmal AIDS feht in dieser Liste.
Es existieren auch die verschiedensten Präparate aus menschlichen Körperteilen, Organen und Körperflüssigkeiten. Muttermilch ist beispielsweise als Mischung der Milch von neun Frauen oder als "Milch einer Frau" Grundstoff für die Potenzierung. Auch Menstruationsblut oder die Plazenta können verwendet werden.
Natürlich sind die endgültigen Potenzen so weit verdünnt, dass es egal ist, was der Ausgangsstoff ist - bei der Arbeit mit Krankheitserregern und infektiösen Gewebe sollten aber auch die Homöopathen vorsichtig sein. Robert Münz, Gründer von Remedia, einer der größten Anbieter von homöopatischen Mittel, schreibt zur Nosodenherstellung:
"Dem Wunsch nach einer optimalen Arzneimittelsicherheit - immerhin geht es ja bei den Ausgangsstoffen von Nosoden meist um infektiöses Material - stehen Herstellungsvorschriften gegenüber, die über das erwünschte Ziel weit hinausschießen und eine für die Homöopathie suboptimale Regelung darstellen.Der letzte Satz ist zumindestens beruhigend...
Aus mangelndem Verständnis gegenüber dem Wesen der homöopathischen Potenzierung wurden vom Gesetzgeber Sicherheitsmaßnahmen in das Homöopathische Arzneibuch aufgenommen, die ausschließlich dem Standard der Schulmedizin entsprechen, das Wesen der homöopathischen Potenzierung aber nicht berücksichtigen. Man vereinfachte die Entscheidungsfindung bei der Formulierung der Herstellregeln und forderte, dass jede Form der Arzneizubereitung auch dem State of Art der Schulmedizin zu entsprechen hat."
Schießpulver, Kondensmilch und Mondstrahlen
Und dann gibt es noch eine Unmenge an nicht kategorisierbaren seltsamen Grundstoffen. Coca-Cola, Fruchtsaft und Kondensmilch haben angeblich homöopathische Wirkung - nicht ganz so appetitlich sind Potenzen auf der Basis von verdorbenem Fleisch. Auch Asbest, Benzin oder ein simpler Spiegel können verarbeitet werden. Auch mit explosivem TNT oder Schießpulver lassen sich angeblich Heilerfolge erzielen. Sand vom Strand aus Gran Canaria, Erde vom Boden des Lake Mono oder Lava aus Arizona : alles kann man benutzen.
Auch das elektromagnetische Spektrum ist mit den Grundsubstanzen Gammastrahlung, Röntgenstrahlung, Mikrowellenstrahlung und Sonnenlicht vertreten (aber auch die Mondstrahlen fehlen natürlich nicht!). Bei der Potenzierung von Elektrizität und Feuer muss man schon ein bisschen kreativ werden - aber auch das klappt. Nichtmal vor physikalischen Unmöglichkeiten macht man halt: magnetische Nordpole (und natürlich auch Südpole) werden verarbeitet. Dann gibt es noch Mittel, die gleich ganz allgemein auf der DNA basieren (welche DNA man hier verwendet wurde allerdings nicht spezifiziert). Sogar Antimaterie wird von Homöopathen zu "Medizin" verarbeitet und die "gefährliche" Handystrahlung kann angeblich zumindest in homöopathischen Dosen Gutes tun.
Auch Wasser kann anscheinend verdünnt werden und so ungeahnte Wirkungen entfalten: allerdings sollte es aus Heilquellen oder anderern mysteriösen Orten stammen. Zum Beispiel vom Jakobsweg.
Mein persönlicher Favorit ist allerdings die Grundsubstanz "TDM Mülleri". Hinter dieser medizinisch-nüchtern Bezeichnung verbirgt sich ein ganz besonderer Ausgangsstoff: Tausend Deutsche Mark! Der Homöopath Karl-Josef Müller hat doch tatsächlich herausgefunden, welche Heilkraft im schnöden Geld steckt. Natürlich frage ich mich jetzt, ob ein Mittel auf der Basis von 500 Euro genau so gut wirkt wie "TDM Mülleri"? Und was macht man in ein paar Jahrzehnten, wenn keine Markscheine mehr da sind? Muss es wirklich ein Tausender sein? Oder reichen auch 10 Hunderter? Hier tut sich ein großes Forschungsfeld auf! ;) Leider habe ich bis jetzt noch keine weiteren Informationen zur monetären Homöopathie gefunden - vielleicht frage ich mal direkt Herrn Müller!
Wie kommt man auf sowas?
Die obige Aufzählung war wirklich nur ein kurzer Einblick in die Vielzahl homöopathischer Grundsubstanzen. Auf den Websites der diversen homöopathischen Firmen (und auch in der Wikipedia) kann sich jeder selbst überzeugen, dass es anscheinend wirklich nichts gibt, dass nicht irgendwie zu einem homöopathischen "Medikament" verarbeitet werden kann.
Und das ist auch nicht verwunderlich, wenn man sich ansieht, wie die Homöopathen die "Wirksamkeit" ihrer Mittel bestimmen. Dazu werden sogenannte Arzneimittelprüfungen durchgeführt. Das klingt ja erstmal recht seriös. Es wird hier aber nicht überprüft, ob bestimmte Mittel bestimmte Krankheiten heilen können oder nicht.
Homöopathie basiert ja auf dem Ähnlichkeitsprinzip ("Simile-Prinzip"). Laut Samuel Hahnemann, dem Begründer der Homöopathie, kann gleiches durch gleiches geheilt werden: ein Mittel das Fieber auslöst, kann auch zur Heilung von Fieber verwendet werden; etwas, das bei gesunden Menschen zu Angstzuständen führt kann dazu benutzt werden, Angstzustände zu heilen.
Deswegen erfolgt eine Arzneimittelprüfung nur an gesunden Personen. Diese Testpersonen bekommen ein bestimmtes Mittel und beobachten, was passiert. Über Tage und Wochen hinweg wird Tagebuch geführt und die Leute schreiben alles auf, was in ihrem Körper und Geist vorgeht (auch Träume sind sehr wichtig!). Anhand dieser Informationen bestimmt ein Prüfer dann, was für Eigenschaften das entsprechende Mittel angeblich hat.
Es gibt auch sg. "Kontaktprüfungen", bei denen das Mittel nichtmal eingenommen werden muss sondern nur am Körper getragen oder unter das Kopfkissen gelegt wird.
Mit dieser Methode ist natürlich sichergestellt, das man immer irgendetwas findet. Es gibt ja auch kein verbindliches Protokoll oder sonstige bindende Vorschriften für die Prüfung bzw. eine spezielle Ausbildung für den Prüfer. Hier kann man sich zum Beispiel das Protokoll einer Prüfung der Mikrowellenstrahlung ansehen. Da ja von Anfang an niemand weiß, was das Mittel bewirken soll, kann jeder der acht Probanden ganz frei spekulieren. Ein typischer Eintrag sieht z.B. so aus:
Prüfer 6:Aus solchen subjektiven Äußerungen ("Das Mittel fühlt sich warm, weich und kuschelig an"), Träumen, Gefühlen, Vorstellungen und unspezifischen körperlichen Reaktionen konstruiert der Leiter der Prüfung dann das charakteristische Bild des homöopathischen Mittels. Dabei helfen natürlich auch jede Menge freie Assoziationen zum Thema:
Globuli erhalten. Ich bin gespannt, freue mich, hoffentlich klappts.Gefühl, es geht keine Gefahr aus von dem Mittel.
Visualisierung: Ich sehe alten Seeräuberkapitän, der seinen Lebensunterhalt durch Diebstahl verdient, dadurch aber früher oder später eingesperrt wird. Er baut dadurch keine sichere Zukunft für sein Kind auf. Er ist schwach, hätte er seinen Sohn mehr im Kopf, wäre er jung.
So kann natürlich alles eine Wirkung haben! Wenn ich eine Gruppe Leute bitte, mir über Tage hinweg alles aufzuschreiben, was in ihrem Kopf und Körper so vorgeht, dann bekomme ich immer mit Sicherheit genug Material um mir daraus irgendetwas zurechtzubasteln (Hier findet man noch weitere Prüfungsprotokolle, auch Google findet viele andere Beispiele). Daher verwundert es auch nicht, wenn die Liste der "wirksamen" Grundsubstanzen immer länger wird."Die Mikrowellensignatur ist in den Prüfungsthemen deutlich erkennbar:
Das Thema "unsichtbar" teilt sich die Mikrowelle mit anderen Strahlenmitteln. Zumindest für X-Ray, Luna und jetzt für Mikrowelle ist dieses Thema belegt. Es ist anzunehmen, daß auch andere Strahlen dieses Thema besetzt haben, schließlich sind sie weder sichtbar, noch kann man sie schmecken oder sonst wahrnehmen (nur manche Tiere, u. a. Haie können elektrische Felder wahrnehmen)"
Ernsthafte Medizin oder esoterischer Aberglaube?
Wenn Menschen in der Apotheke oder beim Arzt die seriös aufgemachten homöopathischen "Medikamente" kaufen, dann sieht man nichts von dieser abergläubischen, "Hokuspokus"-Seite der Homöopathie. Die Vorstellung, sie wäre nur eine andere Form von "gesunder Naturheilkunde", die mit Pflanzen und Kräutern arbeitet ist nur ein Mythos. In Wirklichkeit ist die Homöopathie durchdrungen von unlogischen und absurden Vorstellungen; anhand von Träumen und anderen unspezifischen Äußerungen wird eine nicht vorhandene Wirkung konstruiert und auf der Suche neuen "Wirkstoffen" ist nichts zu absurd, um "erforscht" zu werden.
In der Öffentlichkeit wird aber leider immer nur die "seriöse" Seite der Homöopathie gezeigt - wenn die Menschen wüssten, dass ihre "Medikamente" auf der Basis von Hundekot und Rattenblut hergestellt werden und das nur, weil ein paar Leute etwas seltsames geträumt haben, dann würden sie der Homöopathie vielleicht doch etwas kritischer gegenüber stehen.

Autor: Florian Freistetter· 16.06.08 · 08:39 Uhr· 165 Kommentare
14. Juni 2008
Der Stern zum Wochenende: Nemesis
Kategorie: Der Stern zum Wochenende·Naturwissenschaften·Umwelt · Kommentare: 19
Nemesis ist ein Stern, den es eigentlich gar nicht gibt. Besser gesagt: man weiß nicht, ob es ihn gibt oder nicht. Einige Wissenschaftler vermuten nämlich das unsere Sonne in Wirklichkeit ein Doppelstern ist.Artensterben und unbekannte Sterne
Anfang der achtziger Jahre veröffentlichten die Paläontologen David Raup und John Sepkoski eine Arbeit mit dem Titel "Mass Extinctions in the Marine Fossil Record". Darin untersuchten sie die zeitliche Verteilung prähistorischer Massensterben auf der Erde. Sie fanden, dass in der Vergangenheit der Erde schon 12 große Massensterben stattfanden. Und zwar nicht zu beliebigen Zeitpunkten sondern immer in einem zeitlichen Abstand von etwa 26 Millionen Jahren!
Zwei Jahre zuvor veröffentlichte Luis Alvarez gemeinsam mit seinem Vater Walter, Frank Asaro und Helen Michel seine berühmte Untersuchung über das Aussterben der Dinosaurier. In ihrem Artikel "Extraterrestrial Cause for the Cretaceous Tertiary Extinction" wiesen sie nach, dass das Massensterben vor etwa 65 Millionen Jahren dem die Dinosaurier zum Opfer fielen auf den Einschlag eines Asteroiden zurückzuführen ist.
Es lag also nahe, solche Ereignisse auch für die anderen Massensterben verantwortlich zu machen. Im Laufe der Zeit fand man auch passende Impaktsrukturen die zeitlich mit den Massensterben übereinstimmten. Das folgende Bild habe ich auf einer Konferenz bei einem Vortrag von Christian Köberl gemacht (einer der großen Experten auf dem Gebiet der Impaktforschung):
Man sieht deutlich, dass in periodischen Abständen eine sehr große Zahl an (marinen) Lebewesen ausgelöscht wurde. Die roten Punkten zeigen Krater an, die zeitlich mit dem Aussterben der Tiere übereinstimmen. Allerdings existieren nur beim sg. "K/T-Ereignis" (benannt nach der geologischen Übergangsschicht zwischen Kreide und Tertiär) - dem Aussterben der Dinosaurier - genügend klare Belege um einen eindeutigen Zusammenhang mit dem Einschlag des Chixulub-Asteroiden auf der Halbinsel Yucatan in Mexiko herzustellen. Raup und Sepkoski stellten die Hypothese auf, dass alle Massensterben ursächlich auf Asteroideneinschläge zurückzuführen sind. Aber was könnte der Grund dafür sein, dass Asteroiden im Abstand von 26 Millionen Jahren auf der Erde einschlagen?
Wenn unsere Sonnen einen Begleiter hätte, einen anderen Stern, der sich großer Entfernung befindet aber trotzdem noch gravitativ an unser Sonnensystem gebunden ist, könnte das eine mögliche Erklärung sein! Dieser Stern würde auf seiner Bahn regelmäßig den äußeren Bereichen unseres Planetensystems nahe kommen. Dort befindet sich die sg. Oortsche Wolke. Diese "Wolke" besteht aus Unmengen von kleinen und großen Gesteinsbrocken und umgibt unser Sonnensystem kugelförmig in einem Abstand von bis zu etwa 1,5 Lichtjahren. Wenn nun ein Stern nahe an diese Wolke kommt, können seine gravitativen Störungen dafür sorgen, dass sich einige dieser Asteroiden aus der Oortschen Wolke in die innerern Bereiche unseres Sonnensystems bewegen und dort dann auch in die Nähe der Planeten bzw. der Erde kommen und schlußendlich mit ihr kollidieren.
Wo ist Nemesis?
Diesen hypothetischen Sonnenbegleiter nannte man Nemesis. Aber ausser den periodischen Abständen zwischen den prähistorischen Massensterben gab es keine weiteren Hinweise auf seine Existenz. Und müsste man einen Stern, der sich so nahe an der Sonne befindet, eigentlich nicht längst entdeckt haben?
Nicht zwingendermaßen. Natürlich kann Nemesis kein großer bzw. heller Stern sein. Aber ein kleiner Stern oder gar ein brauner Zwerg könnte durchaus noch unentdeckt sein. Der Himmel ist ziemlich groß - und wenn man auf einer Aufnahme einen schwachen Stern sieht kann man auf den ersten Blick nicht wirklich sagen, ob es sich um einen nahen, lichtschwachen oder einen fernen, leuchtstarken Stern handelt. Es ist also durchaus im Bereich des Möglichen, dass es noch einen unentdeckten Stern in unmittelbarer Nähe der Sonne gibt.
Aus den Informationen, die man durch die Periodizität der Massensterben ableiten kann, ergibt sich, dass die Bahn von Nemesis eine sehr langgestreckte Ellipse sein muss (die Exzentrizität beträgt etwa 0,7) die eine große Halbachse von etwa 100000 Astronomischen Einheiten hat (also 100000 mal länger als der Abstand zwischen Erde und Sonne). Es existieren auch noch andere Modelle mit etwas anderen Parametern - fest steht jedenfalls, das Nemesis, wenn sie den existiert eine stark elliptische Bahn haben muss.
Die Chancen, dass Nemesis tatsächlich existiert ist gering - aber die Möglichkeit besteht! Neue Teleskop-Systeme zur Himmelsdurchmusterung wie z.B. Pan-STARRS (Panoramic Survey Telescope And Rapid Response System) oder LSST (Large Synoptic Survey Telescope) könnten Nemesis finden, wenn sie denn existiert.
Allerdings ist mittlerweile längst nicht mehr sicher, dass wirklich Asteroideneinschläge für alle Artensterben verantwortlich sind. Man konnte im Laufe der Zeit auch viele andere Mechanismen identifizieren, die Massensterben verursachen. Gewaltige Vulkanausbrüche und Schwefelwasserstoffproduzierende Bakterien können genauso gefährlich sein wie Asteroiden. Auch große stellare Explosionen ("Gamma-Ray-Bursts") weit entfernt von unserem Sonnensystem haben in der Vergangenheit vielleicht Massensterben verursacht.
Das Universum ist also auf jeden Fall ein gefährlicher Platz - auch wenn keine unentdeckte Nemesis um unsere Sonne kreist.
P.S. Nicht wundern, wenn dieser Beitrag dem entsprechenden Artikel in der Wikipedia ähnelt. Den Wikipediaartikel habe ich nämlich letztes Jahr gemeinsam mit einigen Studenten im Rahmen einer Vorlesung selbst erstellt. Hier kann man sich ausnahmsweise einmal sicher sein, das dort nicht allzuviel Blödsinn steht ;)
Autor: Florian Freistetter· 14.06.08 · 16:12 Uhr· 19 Kommentare
12. Juni 2008
Das Blog-Teleskop #2
Kategorie: Naturwissenschaften
Die zweite Ausgabe des Blog-Teleskops findet man ab sofort bei Clear Skies. Stefan Oldenburg hat einen sehr schönen Überblick über die astronomischen Aktivitäten in der Blogwelt verfasst. Ich kann jedem nur empfehlen, dort mal vorbeizuschauen!

Und wer die dritte Ausgabe des Teleskops beherbergen möchte, der soll mir Bescheid sagen.
Autor: Florian Freistetter· 12.06.08 · 14:45 Uhr· 0 Kommentare
11. Juni 2008
Probleme bei Phoenix gelöst!
Kategorie: Naturwissenschaften·Technik · Kommentare: 2

Die Probleme die die Marssonde Phoenix in den letzten Tagen hatte, sind gelöst! Es hat sich ja als ziemlich schwierig herausgestellt, den Marssand in den Anaylseofen zu bringen. Das Material war anscheinend zu grobkörnig um durch die Filter zu gelangen. In den letzten Tagen wurde daher probiert, den Sand durch Schütteln soweit zu entklumpen, dass er in die Analyseeinheit gelangen kann. Das ist nun gelungen! Heute meldete das Phoenixteam, das einer der acht kleinen Öfen (Ofen 4, siehe Diagramm rechts) mit ausreichend Material gefüllt werden konnte. Nun ist alles bereit für die erste Untersuchung des Marsbodens.
Die kurzeitigen Probleme mit dem Marssand beschäftigen die Forscher aber immer noch:
"Dieses Material - von einem Ort am Mars an dem wir noch nie vorher war - ist sehr ungewöhnlich. Wir sind sehr daran interessiert, welche chemischen oder mineralischen Prozesse die Teilchen dazu gebracht haben, sich so zu verklumpen."
meinte Peter Smith vom Phoenixteam.
Autor: Florian Freistetter· 11.06.08 · 22:02 Uhr· 2 Kommentare
Planeten, Pluto und die Plutoiden
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 10
Als die internationale astronomische Union (IAU) vor 2 Jahren eine neue wissenschaftliche Definition des Wortes "Planet" veröffentlichte gab es nicht nur unter den Fachleuten große Streitereien. Auch viele an der Astronomie interessierte Laien waren darüber verärgert das Pluto ab sofort kein Planet mehr sein sollte. Heute wurde der Ex-Planet von der IAU teilweise rehabilitiert: Pluto wurde der Namensgeber einer neuen Klasse von Zwergplaneten - den Plutoiden.
Autor: Florian Freistetter· 11.06.08 · 21:25 Uhr· 10 Kommentare
09. Juni 2008
EM 2008 und Homöopathie
Kategorie: Medizin·Naturwissenschaften · Kommentare: 20
Das viele Leute der pseudowissenschaftlichen Astrologie vertrauen um den EM-Sieger vorherzusagen habe ich schon in einem meiner letzten Artikel geschrieben. Aber auch eine andere der populären Pseudowissenschaften scheint eine wichtige Rolle im Fußballsport zu spielen. Spiegel Online berichtete letzte Woche das verblüffende 92% der Bundesligaärzte die Spieler mit homöopathischen Mitteln behandeln.
Autor: Florian Freistetter· 09.06.08 · 22:30 Uhr· 20 Kommentare
Phoenix hat Probleme: erster Versuch der Staubanalyse fehlgeschlagen
Kategorie: Naturwissenschaften·Technik
Am Wochenende sollte die Marssonde Phoenix die erste Untersuchung des Marsbodens durchführen. Dazu wurde ein bisschen der aufgeschaufelten Marserde in einen Analyseofen geschaufelt. Doch so wie es aussieht, ist es nicht gelungen, den Staub in das Gerät zu befördern.
Autor: Florian Freistetter· 09.06.08 · 14:36 Uhr· 0 Kommentare
07. Juni 2008
Der Stern zum Wochenende: Barnards Stern
Kategorie: Der Stern zum Wochenende·Naturwissenschaften
Barnards Stern hat einige Besonderheiten: er gehört nicht nur zu den sich am schnellsten am Himmel bewegenden Sternen - sondern war sogar das Ziel eine geplanten (aber nicht realisierten) bemannten interstellaren Weltraummission!
Autor: Florian Freistetter· 07.06.08 · 12:10 Uhr· 0 Kommentare
06. Juni 2008
Der Marsboden unter dem Mikroskop
Kategorie: Naturwissenschaften·Technik · Kommentare: 4
Nach kleineren Problemen läuft bei der Marssonde Phoenix nun alles wieder so, wie soll. Das Material, das vom Roborterarm ausgegraben wurde konnte nun auch mit dem Mikroskop untersucht werden, dass sich an Bord der Sonde befindet. Die so erhalten Bilder zeigen den Marsboden in der bisher höchsten erreichten Auflösung.
Autor: Florian Freistetter· 06.06.08 · 19:03 Uhr· 4 Kommentare
EM 2008 und Astrologie
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Kultur·Naturwissenschaften · Kommentare: 29
Morgen beginnt die Fußballeuropameisterschaft 2008. Natürlich wird wieder viel spekuliert: Wer gewinnt, wer scheidet früh aus? Welche Favoriten scheitern und welche Überraschungen wird es geben? Manche Leute behaupten allerdings sie wüßten besser Bescheid als andere. Ich rede nicht von (selbsternannten) Fußballexperten sondern von Astrologen, Kartenlegern und Wahrsagern. Steht der Sieger der EM wirklich schon in den Sternen?
Autor: Florian Freistetter· 06.06.08 · 11:07 Uhr· 29 Kommentare
04. Juni 2008
Schon da: die Phoenix-Verschwörung!
Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften · Kommentare: 10
Vor knapp einer Woche ist die Raumsonde Phoenix auf dem Mars gelandet. Uns schon kurz danach gab es die ersten Verschwörungstheorien. Natürlich ist die NASA wieder heftig damit beschäftigt, Bilder zu zensieren und die Öffentlichkeit zu täuschen. Das meint zumindest der amerikanische Verschwörungstheoretiker Ted Twietmeyer.
Autor: Florian Freistetter· 04.06.08 · 14:42 Uhr· 10 Kommentare
02. Juni 2008
Neuer kleinster Exoplanet entdeckt!
Kategorie: Naturwissenschaften
Heute wurde die Entdeckung eines sehr kleinen extrasolaren Planeten gemeldet. Der Planet hat nur 3.3 Erdmassen! Das ist der kleinste extrasolare Planet der bisher entdeckt wurde (mit Ausnahme der Pulsarplaneten).
Autor: Florian Freistetter· 02.06.08 · 20:36 Uhr· 0 Kommentare
Was ist ein Sol?
Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften · Kommentare: 1
In der Berichterstattung über die Marssonde Phoenix wird immer wieder der Begriff "Sol" verwendet. Was bedeutet dieser Begriff? Es hat jedenfalls nichts mit dem Antrieb des Raumschiff Enterprise zu tun...
Autor: Florian Freistetter· 02.06.08 · 20:00 Uhr· 1 Kommentar
Ein Fußabdruck am Mars: Neues von Phoenix
Kategorie: Naturwissenschaften·Technik · Kommentare: 4
Die Marssonde Phoenix ist weiter aktiv und liefert ein faszinierendes Bild nach dem anderen. Der Greifarm ist einsatzbereit und hat schon ein bisschen im Marsboden rumgebuddelt. Dabei entstand ein sehr interessantes Bild.
Autor: Florian Freistetter· 02.06.08 · 14:05 Uhr· 4 Kommentare
01. Juni 2008
Das Blog-Teleskop #1
Kategorie: Naturwissenschaften·Technik · Kommentare: 9

Das ist die erste Ausgabe des "Blog-Teleskop". Hier soll in Zusammenarbeit mit den anderen deutschsprachigen Astronomie-Blogs darüber berichtet werden, was sich in letzter Zeit in den diversen Blogs getan hat. Als Initiator dieses Projekts macht Astrodicticum Simplex den Anfang und richtet das Teleskop auf die anderen Blogs; auf der Suche nach interessanten Artikel. In 2 Wochen wird das Teleskop dann bei einem der anderen Blogs aufgestellt.
Autor: Florian Freistetter· 01.06.08 · 17:03 Uhr· 9 Kommentare
Top5
- Liebe Piraten, lasst uns endlich vernünftig miteinander reden!Astrodicticum Simplex· 14.05.2012
- Impft Eure Kinder! Die Masern sind zurück!blooDNAcid· 09.05.2012
- Dr. h.c. im Sonderangebot für 39 Euro[sic]· 14.05.2012
- Wer braucht Forschungsreaktoren - Atomforschung abschaffen? Astrodicticum Simplex· 09.05.2012
- Die Erde dreht sich nicht um die Sonne...Astrodicticum Simplex· 12.05.2012
Top5
- Impft Eure Kinder! Die Masern sind zurück!blooDNAcid· 09.05.2012
- Liebe Piraten, lasst uns endlich vernünftig miteinander reden!Astrodicticum Simplex· 14.05.2012
- Gibt es ein "generisches Maskulinum"?Hier wohnen Drachen· 11.05.2012
- Sollten wir auf Fleisch verzichten?evolvimus· 11.05.2012
- Klimaschmock des Monats Mai 2012Primaklima· 20.05.2012
ScienceBlogs.com
- Doubt and other products: The National Toxicology Program's Report on Carcinogens, bad for whose business?by Elizabeth Grossman As it pursues its anti-regulatory agenda the ...The Pump Handle· 22.05.2012 · 16:39 Uhr
- Weekend Recap: My Annular Eclipse Expedition!A little more persistence a little more effort and what ...Starts With A Bang· 22.05.2012 · 00:11 Uhr
- Water, waterThis image has been going around the intertubes recently I ...A Few Things Ill Considered· 21.05.2012 · 22:59 Uhr
- To be or not to be? The Prevention and Public Health Fundby Kim Krisberg We will pay for this by taking ...The Pump Handle· 21.05.2012 · 15:19 Uhr
- An important revelation regarding Heartland Gate (global warming denialism)Peter Gleick has been cleared of faking a key memo ...Greg Laden's Blog· 21.05.2012 · 12:52 Uhr

