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Profil
Jörg Friedrich wurde 1965 geboren. Er studierte Meteorologie und Physik an
der Humboldt-Universität Berlin und ist Diplom-Meteorologe. In seiner Diplomarbeit beschäftigte er sich mit der Simulation von Konvektionsstrukturen mit Zellulären Automaten.
Seit 1994 ist er Software-Unternehmer und berät Großunternehmen bei Sourcing-Projekten.
Seit dem Frühsommer 2009 ist er nach einem Philosophie-Studium an der FernUni Hagen Master of Arts in Philosophie. Er schrieb seine Masterarbeit über die Existenz theoretischer Entitäten in den Wissenschaften.
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- Geschichte eines Scheiterns73 Kommentare· 09.09.10
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- Boc · 10.02.11 · 22:57 Uhr Warum ist Philosophie keine Wissenschaft?
- Frank83 · 08.11.10 · 19:26 Uhr Mit dem Drachen Strom machen
- Jens · 31.10.10 · 22:55 Uhr Ausflugstipp: Das Heinz-Nixdorf-Museumsforum in Paderborn
- Dr. Webbaer · 01.10.10 · 17:07 Uhr Wie erklären Computer-Modelle die reale Welt?
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Neues in der Kategorie Geistes- & Sozialwissenschaften
09. September 2010
Geschichte eines Scheiterns
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 73
Bevor ich Ende April 2009 mit den Arte-Fakten begann, hatte ich schon ein paar Kommentare bei ScienceBlogs geschrieben, und eine gewisse Ablehnung meiner Gedanken war bereits deutlich geworden. Ich hatte mich trotzdem zu diesem Projekt entschlossen, oder eigentlich - gerade deswegen. Es müsste, so dachte ich - doch möglich sein, an diesem Ort, wo so viele wissenschaftsinteressierte Schreiber und Leser zusammenkommen, doch möglich sein, eine Kommunikation über die Grundlagen, die Voraussetzungen und die Auswirkungen des wissenschaftlichen Denkens in Gang zu bringen. Eine Kommunikation, die die Zulässigkeit anderer Schlussfolgerungen als denen, die man selbst bisher für selbstverständlich hielt, anerkennt.
Autor: Jörg Friedrich· 09.09.10 · 09:20 Uhr· 73 Kommentare
26. August 2010
Die innere Struktur des Experimentalsystems
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 35
Im dritten Aufsatz des Buches "Experiment - Differenz - Schrift" geht Hans-Jörg Rheinberger den technologischen Bedingungen des epistemischen Dings nach. Einfacher gesagt: Er betrachtet die funktionale Struktur des Experimentalsystems, das er zuvor im ersten Text als "kleinste funktionelle Einheit, als die Arbeitseinheit des Wissenschaftlers" ausgemacht und dessen Rolle im Wissenschaftsprozess er im zweiten Text betrachtet hatte.
Autor: Jörg Friedrich· 26.08.10 · 11:48 Uhr· 35 Kommentare
17. August 2010
Zugvögel und Skeptiker
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 107
Dem Vortrag eines Evolutionsforschers konnte ich vor einiger Zeit entnehmen, dass es bei Vogelarten, die wir gemeinhin als Zugvögel ansehen, immer Individuen gibt, denen - im Gegensatz zur Mehrheit der Artgenossen - das Bleiben und Überwintern am Ort "in den Genen" liegt, so wie es bei anderen Arten, die wir als sesshaft ansehen, auch immer einzelne Exemplare gibt, die die Strapazen des Fortziehens in wärmere Gegenden dem Frieren vorziehen.
Das ist eine "kluge Erfindung" der Evolution, die auch bei Klimaschwankungen für das Überleben der Art sorgt. Wenn die Winter mild sind, überleben die meisten von denen, die "zu faul" zum Fortfliegen waren, sie können zeitig mit dem Nestbau und dem Brüten beginnen, ihr Anteil innerhalb der Population wächst, wenn aber kalte Winter die Zahl der Faulenzer dezimieren, kommen im Frühjahr immer noch genug Zugvögel von ihrer strapaziösen Reise zurück, um die Art zu erhalten.
Autor: Jörg Friedrich· 17.08.10 · 11:02 Uhr· 107 Kommentare
13. August 2010
Sommerloch: Karl Popper
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 1
Natürlich kann es kein Blog geben, das sich vor allem mit Wissenschaftsphilosophie beschäftigt, und in dem Karl Popper nicht vorkommt. Zwei Mal habe ich Poppers Standpunkt dargestellt - und wo Popper war, war Feyerabend nie weit.
Dabei kam es mir vor allem darauf an, zu zeigen, dass Poppers Vorstellung von Wissenschaft zwar wichtig für das Verstehen des Theoriebildungs-Prozesses ist, dass Popper aber nie Wissenschaft wirklich so beschrieben hat, wie sie wirklich funktioniert. es ist nicht nur eine Vereinfachung, sondern eher eine Idealisierung die so weit geht, dass man sie als normative Darstellung einer idealen Wissenschaft ansehen muss - ein Idealbild das, wenn es Wirklichkeit wäre, wohl kaum die Produktivität der wirklichen Wissenschaft hätte.
Autor: Jörg Friedrich· 13.08.10 · 14:43 Uhr· 1 Kommentar
12. August 2010
Sommerloch: Die Philosophie
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 76
Wo steht eigentlich die Philosophie selbst im Spektrum der Disziplinen des Denkens? Ist sie eine Wissenschaft? Diese Frage hat mich bei Arte-Fakten schon zwei Mal beschäftigt, und beide male gab es eine rege Diskussion. Was ich beim ersten Mal als selbstverständlich voraussetzte, als ich das Verhältnis von Philosophie und Wissenschaften betrachtete, war beim zweiten Mal das eigentliche Thema: Die Philosophie selbst ist keine Wissenschaft.
Autor: Jörg Friedrich· 12.08.10 · 09:38 Uhr· 76 Kommentare
10. August 2010
Sommerloch: Heidegger
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften
Auch große Philosophen werden bei Arte-Fakten immer wieder mal ins Spiel gebracht. Wenn Martin Heidegger dabei war, dann ging es erstaunlich oft um meine persönlichen Erfahrungen mit Diskussionen bei Arte-Fakten. Was Heideggers Konzept des "Man" mit Kommentarschlachten zu tun haben könnte war genau heute vor einem Jahr mein Thema. Wenig später erinnerte ich mich an einen Heidegger-Satz zur Besinnung.
Autor: Jörg Friedrich· 10.08.10 · 14:16 Uhr· 0 Kommentare
26. Juli 2010
Die Sichtbarkeit der Spur
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 21
Das Schöne beim Lesen von Vortragssammlungen ist, dass man im zweiten Text zumeist - wenigstens am Rande, das Thema des ersten noch einmal dargestellt bekommt, aus einer anderen Perspektive vielleicht und mit einer gewissen Verschiebung, die auch die Veränderung des Standpunktes des Autors oder die Vielschichtigkeit des Gegenstandes selbst sichtbar macht.
So ist es auch beim zweiten Teil des Buches "Experiment - Differenz - Schrift", dessen ersten Teil ich vor einigen Tagen vorgestellt habe. Rheinberger erläutert in "Historialität - Spur - Dekonstruktion" noch einmal sein Konzept des "Experimentalsystems" - und das gibt mir hier auch die Gelegenheit zu einigen Klärungen, die mir nach dem Lesen der Kommentare zu meinem ersten Text notwendig zu sein scheinen.
Autor: Jörg Friedrich· 26.07.10 · 14:42 Uhr· 21 Kommentare
22. Juli 2010
Experiment - Differenz - Schrift
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 22
„Experiment - Differenz - Schrift" heißt das schöne Buch von Hans-Jörg Rheinberger, dessen drei Hauptteile ich hier in den nächsten Tagen besprechen werde*. Der Titel verweist schon auf eine gewisse Nähe des Autors zu Jaques Derrida, und in der Tat ist der Biologe und heutige Direktor des Max-Planck-Institutes für Wissenschaftsgeschichte gleichzeitig der Übersetzer einiger Derrida-Werke, unter anderem der berühmten „Grammatologie".
Der schmale Band enthält drei Vorträge, die Rheinberger vor rund zwei Jahrzehnten gehalten hat und in denen es um die „Experimentalstruktur der empirischen Wissenschaften" geht, darum, das Experiment innerhalb der Wissenschaft unter einem neuen Gesichtspunkt zu betrachten, es nicht mehr nur als „Instanz der Verifikation, der Bewährung, der Verwerfung oder der Modifikation von Theorien" anzusehen sondern als „Geflecht von sich selbst instruierenden epistemischen Praktiken", mit anderen Worten als die wissenschaftliche Aktivität, die auf eigene Weise neues Wissen produziert. Rheinberger verweist an dieser Stelle auf die Arbeiten u.a. von Latour und Hacking, die in den 1980ern begonnen haben, das Experiment zum Gegenstand wissenschaftsphilosophischer Untersuchungen zu machen.
Autor: Jörg Friedrich· 22.07.10 · 16:15 Uhr· 22 Kommentare
17. Juli 2010
Was ist eigentlich Kritik?
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 11
Ich bin vor ein paar Tagen gefragt worden, wie grundsätzlich meine Wissenschaftskritik sei. Die Antwort lautet: Das kommt ganz darauf an, was unter Kritik verstanden wird. Das Wort "Kritik" ist in Verruf geraten und bevor man mal eben, die Zielrichtung der Frage wohl verstehend, betont, man sei selbstverständlich kein Feind der Wissenschaften, lohnt es sich, die Frage zum Anlass zu nehem um dem alten Wort "Kritik" wieder zu mehr Ehre zu verhelfen. Dann wird sich herausstellen, dass der Wissenschaft nichts willkommener sein kann, als permanente grundsätzliche Kritik.
Autor: Jörg Friedrich· 17.07.10 · 12:46 Uhr· 11 Kommentare
07. Juli 2010
Realismus - Eine offene Frage
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 14
Das philosophische Problem des wissenschaftlichen Realismus ist zunächst eine Variation über das Problem des erkenntnistheoretischen Realismus überhaupt. Dann ist die Frage nach dem wissenschaftlichen Realismus ganz unmittelbar eine Konkretisierung der Kant'schen Frage: „Was kann ich wissen?" Man kann, ausgehend von der Frage, ob wir überhaupt etwas Wahres über die Dinge in der Welt wissen können, darüber nachdenken, ob Wissenschaft uns vielleicht einen besonderen Weg zur wirklichen Welterkenntnis liefert.
Autor: Jörg Friedrich· 07.07.10 · 09:15 Uhr· 14 Kommentare
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