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Jörg Friedrich wurde 1965 geboren. Er studierte Meteorologie und Physik an
der Humboldt-Universität Berlin und ist Diplom-Meteorologe. In seiner Diplomarbeit beschäftigte er sich mit der Simulation von Konvektionsstrukturen mit Zellulären Automaten.
Seit 1994 ist er Software-Unternehmer und berät Großunternehmen bei Sourcing-Projekten.
Seit dem Frühsommer 2009 ist er nach einem Philosophie-Studium an der FernUni Hagen Master of Arts in Philosophie. Er schrieb seine Masterarbeit über die Existenz theoretischer Entitäten in den Wissenschaften.
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14.05.10 · 14:47 Uhr
Silly: Alles Rot
Kategorie: Kultur · Kommentare: 5
Wenn man zu Madonna ins Konzert will, will muss man nicht anstehen, auch nicht bei Phil Collins oder Herbert Grönemeyer, aber wer am Dienstag in Köln zum Alles-Rot-Konzert von Silly wollte, fand sich eine Stunde vor Beginn am Ende einer Schlange wieder, die ein paar hundert Meter lang war - und alle, die da standen, hatten bereits eine Eintrittskarte.
Silly ist das erste Mal seit dem Tod der Frontfrau Tamara Danz vor 14 Jahren wieder auf Tour, und das erste Mal seit 14 Jahren gibt es ein Album mit neuen Liedern: Alles Rot. Das ist - zum Glück - kein politisches Statement sondern Lebensmotto:
In mir drin ist alles rot,
Das Gegenteil von tot
Mein Herz - schlägt sich noch ganz gut
Keine Sentimentalität oder Nostalgie war während des Konzerts zu spüren, auch nicht, als ein paar der guten alten Lieder gespielt wurden (natürlich "So'ne kleine Frau", natürlich "Bataillon d'amour"). 14 Lieder sind auf dem Album, unverkennbare Silly-Musik: Uwe Hassbeckers Gitarre, und Jäcki Rezniceks Bass. Hassbecker und Barton komponieren wie vor 20 Jahren einen Rock, der gefühlvoll und kräftig zugleich ist.
Die letzten Texte Anfang der 1990er hatte Tamara selbst geschrieben, und deshalb war die Spannung, was die neuen Texte bieten würden, besonders groß. Silly ist zu ihrem alten Texter Werner Karma zurückgekehrt. Die Authentizität und Eindringlichkeit der letzten Texte Tamara Danz' erreicht Karma nicht, aber was er liefert ist natürlich tausendmal besser als das durchschnittliche Eiapopeia der deutschen Popszene im Jahr 2010.
Wissenschaft, so sagt man, sucht die Erkenntnis des Allgemeinen und Objektiven, Kunst sucht die Erkenntnis des Einzelnen und Subjektiven. Dass sich jeder Einzelne in diesem Subjektiven wieder erkennen kann, das eben ist die Kunst, die Silly gelingt.
Wenn es gerecht zugeht im Popgeschäft, dann hat diese Band noch eine große Zukunft. Leider mussten die weiteren Konzerte wegen einer Erkrankung von Anna Loos erstmal abgesagt werden - aber im November sind weitere Auftritte geplant. Und das Album "Alles Rot" gibt's natürlich zu kaufen!
Autor: Jörg Friedrich· 5 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (5)
Kein einziger Kommentar hier? Das sagt vielleicht eine Menge über das Publikum aus.
Lieber rot als tot.
@Sven Türpe: Vielleicht. Aber Ruhe ist auch mal schön. Es hätte mich aber in der Tat überrascht, wenn es unter ScienceBlogsKommentatoren viele Silly-Fans gäbe. Die "aktuelle Single" hat den Titel "Ich sag nicht JA"
@Wb: Da allerdings wäre - im Gegensatz zum Silly-Text, ein politisches Statement.
War nur eine Anspielung darauf, dass die Kommentierung "zum Glück - kein politisches Statement" die vglw. Kommentararmut hier erklären könnte. :)
@Wb: Ah, das könnte sein. Vielleicht sollte ich dann mal konkretisieren: Ich habe grundsätzlich nichts gegen linke politische Statements in Lied-Texten. Aber wenn eine Band, die in der ehemaligen DDR entstanden ist (und die sich kurz nach der "Wende" ja recht Vereinigungs-Skeptisch geäußert hatte) ein Album mit dem Titel "Alles Rot" macht dann bin ich doch froh, dass das kein politisches Statement (Stichwort Ostalgie) ist. Insgesamt (das merkt man weniger in den Texten der Lieder als in den Kommentaren zwischen den Liedern und den eingespielten Video-Clips) steht Silly aber immer noch eher links. Ich glaube, Künstler stehen statistisch gesehen weiter links als Software-Unternehmer, das ist ok ;-)