Blog durchsuchen
Profil
Jörg Friedrich wurde 1965 geboren. Er studierte Meteorologie und Physik an
der Humboldt-Universität Berlin und ist Diplom-Meteorologe. In seiner Diplomarbeit beschäftigte er sich mit der Simulation von Konvektionsstrukturen mit Zellulären Automaten.
Seit 1994 ist er Software-Unternehmer und berät Großunternehmen bei Sourcing-Projekten.
Seit dem Frühsommer 2009 ist er nach einem Philosophie-Studium an der FernUni Hagen Master of Arts in Philosophie. Er schrieb seine Masterarbeit über die Existenz theoretischer Entitäten in den Wissenschaften.
Hinweise für Kommentatoren
FAQ's
EPR-Geschichte
Letzte Einträge
- Letzte Meldung: Arte-Fakten ist umgezogen0 Kommentare· 29.09.10
- Geschichte eines Scheiterns73 Kommentare· 09.09.10
- In eigener Sache44 Kommentare· 07.09.10
- Wer ist hier eigentlich paranoid?0 Kommentare· 06.09.10
- Die blaue Linie6 Kommentare· 03.09.10
Kommentare
- brautkleid günstig · 09.07.11 · 10:22 Uhr Karl Popper und das Problem der Falsifikation
- Boc · 10.02.11 · 22:57 Uhr Warum ist Philosophie keine Wissenschaft?
- Frank83 · 08.11.10 · 19:26 Uhr Mit dem Drachen Strom machen
- Jens · 31.10.10 · 22:55 Uhr Ausflugstipp: Das Heinz-Nixdorf-Museumsforum in Paderborn
- Dr. Webbaer · 01.10.10 · 17:07 Uhr Wie erklären Computer-Modelle die reale Welt?
Blogroll
Kategorien
Archiv Juni 2009
29. Juni 2009
Eine Rettung des Realismus
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 1
Weder das Elektron in einer physikalischen Theorie noch der „homo oeconomicus" in der Wirtschaftswissenschaft muss unbedingt als Ding angesehen werden, das so, wie es die Theorie beschreibt, in der Wirklichkeit auch vorhanden ist. Beim Elektron sind es die Vielzahl der Modelle, die sich gegenseitig zum Teil sogar ausschließen, die eine allzu realistische Interpretation der Theorie erschweren. Beim homo oeconomicus sind es die praktischen Erfahrungen mit anderen Menschen, die Tag für Tag beweisen, dass es den rein nutzens-kalkulierenden Akteur in Wirklichkeit gar nicht gibt.
Autor: Jörg Friedrich· 29.06.09 · 09:37 Uhr· 1 Kommentar
27. Juni 2009
Theorien-Darwinismus
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 8
Wie ist der Erfolg der Wissenschaft eigentlich erklärbar? Muss man nicht, um zu erklären, warum die Wissenschaften so erfolgreich sind, annehmen, dass die wissenschaftlichen Theorien die Realität eben zutreffend darstellen und dass die Wissenschaft eine Methode hat, um zu immer besseren, immer genaueren Abbildern der Wirklichkeit zu kommen?
Baas van Fraassen hat in seinem Buch „The Scientific Image" eine ganz andere Idee, die gut ins Darwin-Jahr passt.
Autor: Jörg Friedrich· 27.06.09 · 19:17 Uhr· 8 Kommentare
25. Juni 2009
Die Schwierigkeit, zu wissen
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 76
Wissenschaft hat zum Ziel, Wissen hervorzubringen. Aber wann hat sie dieses Ziel erreicht? Ist es überhaupt erreichbar und wenn ja, woran würde man erkennen, dass ein wissenschaftliches System von Aussagen nun endlich wirklich sicheres Wissen über die Welt enthält?
In der täglichen Arbeit hat man als Wissenschaftler ein ziemlich gutes Gefühl dafür, ob eine Tatsachenbehauptung nur eine vage Vermutung, schon ein gute Hypothese oder gar ein sicherer Bestandteil einer erfolgreichen Theorie ist. Aber wenn man versucht, genauer zu formulieren, wie sicher eine Aussage ist, ob sie als bewiesen gelten kann, ob man sicher sein kann, dass sie wahr ist, dann gerät man in Schwierigkeiten.
Autor: Jörg Friedrich· 25.06.09 · 11:07 Uhr· 76 Kommentare
18. Juni 2009
Gefangen in selbsterzeugten Welten
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 21
Armin Nassehi, Soziologe an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, hat einen naiven Vorschlag zur Rettung der Welt gemacht (FAZ vom 17.06.2009, Seite N3, auch online): "eine ästhetische Schulung des Blicks" soll uns dabei helfen, z.B. die Probleme der Finanzwelt zu lösen. Es geht aber nicht nur um die Wirtschaft, es geht auch um Politik, um Wissenschaft, und um Kunst.
Nassehi geht davon aus, dass überall eine "Verdopplung der Welten" stattfindet. Nicht nur in der Kunst, auch in der Politik, der Ökonomie und der Wissenschaft. "Die Verdoppelung der Welt in der Kunst spielt mit der Unvermeidlichkeit der Verdoppelung, die man dann für Welt halten könnte ... Doch ist das Verdoppeln kein alleiniges Merkmal der Kunst; an ihr lässt sich das Verdoppeln nur deutlicher beobachten. Verdoppelt nicht auch die Politik die Welt oder die Wissenschaft und die Ökonomie?"
Autor: Jörg Friedrich· 18.06.09 · 11:04 Uhr· 21 Kommentare
Was weiß man schon?
Kategorie: Kultur · Kommentare: 1
"Was weiß man schon?" lässt Yasmina Reza den Mann am Ende ihres Stücks "Der Gott des Gemetzels" fragen. Es geht nicht um Wissenschaft, es geht um den Hamster der Tochter, den der Mann am Vorabend auf der Straße ausgesetzt hatte und der am Morgen nicht mehr wiedergefunden werden konnte. Die Frau hatte der Tochter gerade am Telefon erzählt, dass das Tier ja vielleicht hinüber gelaufen sei in den nahen Park, dass es ihm dort sicher gut ging. In die Stille nach diesem Telefonat hinein äußert der Mann die Vermutung, dass es doch vielleicht wirklich so sei, dass der Hamster möglicher weise noch lebe.
"Nein." sagt die Frau nur tonlos. Dieses "Nein" heißt: "Ich weiß, dass er tot ist. Überfahren, erfroren oder vom Hund gefressen - jedenfalls tot".
Autor: Jörg Friedrich· 18.06.09 · 10:59 Uhr· 1 Kommentar
16. Juni 2009
Ökonomische Medizinmänner
Kategorie: Politik · Kommentare: 38
Wie lange dauert diese Krise noch? Was muss getan werden, damit die Wirtschaft schnell gesundet? Und was kann man tun, damit die Folgen der Krise möglichst gering sind? Bange Fragen richten viele heute an die ökonomische Wissenschaft, Fragen, die diese aber nicht beantworten kann. Jeder Wissenschaftler, der sich heute in den Medien oder in der Politik-Beratung als Prophet betätigt, der für die nächsten Monate in knappen Sätzen Schrumpfungs- oder Wachstumsraten vorhersagt, der behauptet, im zweiten Halbjahr dieses Jahres werde es wieder aufwärts gehen, ist ein Scharlatan.
Sie wissen nichts über die Zukunft, sie können es nicht wissen. Im Besten Falle wissen sie (wie jeder andere) dass es vom Handeln der Menschen abhängt, wie es mit der Wirtschaft weitergeht, und sie beschwören deshalb die Menschen, den Optimismus nicht zu verlieren, sie beschwören die Unternehmer, weiterzumachen und ihre Firmen irgendwie am Leben zu erhalten, sie beschwören die Politiker, etwas zu tun, sie beschwören auch die Angestellten und Arbeiter, fleißig zu sein und schließlich beschwören sie uns als Konsumenten, auf keinen Fall nun zu sparen, sondern Autos und Kuchen und Strumpfhosen zu kaufen, bis unsere Konten leergefegt sind.
Autor: Jörg Friedrich· 16.06.09 · 17:23 Uhr· 38 Kommentare
15. Juni 2009
James R. Flynn: What is Intelligence?
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 1
Etwa Mitte des 20. Jahrhunderts begannen Psychologen, systematisch die kognitiven Fähigkeiten von Menschengruppen und die Variabilität dieser Fähigkeiten über soziale, räumliche und zeitliche Spektren zu untersuchen. James R. Flynn hat in seinem Buch "What is Intelligence?" (Cambridge University Press, Cambridge 2007) diese Untersuchungen systematisch dargestellt und daraus eine Theorie der Intelligenz abgeleitet.
Flynn beginnt mit einem Vergleich: "My fundamental line of argument will be that understanding intelligence is like understanding the atom: we have to know not only what holds its components together but also what split them apart. What binds the components of intelligence together is the general intelligence factor g; what acts as the atom smasher is the Flynn effect or massive IQ gains over time."
Autor: Jörg Friedrich· 15.06.09 · 11:44 Uhr· 1 Kommentar
12. Juni 2009
Darf man alles erforschen?
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 59
Gegenwärtig zeigt sich wohl in kaum einer anderen wissenschaftlichen Forschungsdisziplin so deutlich wie in der Erforschung der Intelligenz, wie wesentlich Aussagen zum Status der theoretischen Entitäten für ethische und gesellschaftsphilosophische Fragestellungen sind. Davon zeugen u.a. zwei Aufsätze, die unter der gemeinsamen Überschrift „Should sientists study race and IQ?" erst kürzlich veröffentlicht worden sind.[1]
Aus wissenschaftlicher Sicht ist es natürlich nahe liegend, nicht nur Unterschiede in der Intelligenz (bzw. genau gesagt, im Intelligenzquotienten) zwischen verschiedenen Generationen zu bestimmen sondern auch zu prüfen, ob es solche Unterschiede zwischen sozialen Gruppen, Nationen, Rassen oder Geschlechtern gibt. Die Standpunkte von Steven Rose auf der einen und Stephen Ceci und Wendy M. Williams auf der anderen Seite können dabei nicht weiter auseinander liegen. Während Rose jede Forschung über Zusammenhänge von Rasse und Intelligenz klar ablehnt, sind die beiden amerikanischen Wissenschaftler Ceci und Williams der Meinung, dass jede Einschränkung in dieser Frage eine Art Stalinismus in den Wissenschaften ist.
Autor: Jörg Friedrich· 12.06.09 · 14:21 Uhr· 59 Kommentare
09. Juni 2009
Grundlagenforschung und Gesellschaft
Kategorie: Politik · Kommentare: 317
Soll die Wissenschaft sich für ihr Tun und ihre Ziele gegenüber der übrigen Gesellschaft rechtfertigen, muss sie den Nutzen, den sie erbringt, nicht nur allgemein und mit Verweis auf vergangene Beispiele, sondern konkret und für jedes ihrer Vorhaben nachweisen? Und umgekehrt: muss die Gesellschaft sich Wissenschaft leisten, muss sie die Forscher weitgehend ungefragt und unkontrolliert mit den Mitteln ausstatten, die diese erwarten - in der Hoffnung oder dem Vertrauen, dass Wissenschftler selbst ja auch vernünftige Bürger sind und also verantwortungsbewusst und bescheiden mit den überlassenen Mitteln umgehen werden?
Die Situation der Wissenschaft innerhalb der Gesellschaft ist von einigen klaren und eindeutigen Abhängigkeiten und einigen weniger klaren und verworrenen Interessen geprägt. Man kann diese Situation ganz ökonomisch betrachten, auf Kosten und Nutzen hin analysieren, man kann aber auch den kulturellen Aspekt untersuchen. Wie auch immer man sich dem Thema nähert, man wird schnell merken, dass man kein klares Bild bekommt, wenn man Wissenschaft als homogenen Block betrachtet, in dem es keine weitere Differenzierung gibt.
Autor: Jörg Friedrich· 09.06.09 · 21:17 Uhr· 317 Kommentare
08. Juni 2009
Wissenschaft als Großbaustelle
Kategorie: Kultur · Kommentare: 25
Es gibt eine Metapher zur Beschreibung der Wissenschaft, in der man sich den wissenschaftlichen Prozess als Zusammentragen und Anhäufen von immer mehr Wissen vorstellt. Das ist ein schönes Bild: Fleißige Experimentatoren und Feldforscher bringen von überall her in Eimern und Schubkarren verschiedenste Baustoffe, Grobes und Feines, das die Theoretiker dann zu handlichen Stücken formen und aufschichten, oder mit großen Schaufeln den wachsenden Hügel hinaufschaufeln, auf dem sie stehen.
Mancher, der da werkelt, bringt mit seiner Konstruktion gerade die wunderschöne Sandburg des Nachbarn zum Einsturz, während ein anderer, der das Werk eines Vorgängers für das seine zum Fundament macht, dabei die Zinnen und Türmchen abträgt, die dem Vorfahr so lieb waren, und die Fenster des alten Gebäudes vermauert, damit das eigene einen sichereren Stand gewinnt.
Autor: Jörg Friedrich· 08.06.09 · 09:41 Uhr· 25 Kommentare
05. Juni 2009
Keine Logik der Forschung
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 92
Kein wissenschaftsphilosophischer Standpunkt ist in der heutigen Naturwissenschaft so beliebt wie die „Logik der Forschung" von Karl Popper - die These von der grundsätzlichen Falsifizierbarkeit wissenschaftlicher Theorien wird oft und gern als Beleg dafür gebraucht, dass Wissenschaft nach einer strengen methodischen Regel vorgeht, einer Regel, die den Erfolg und den Fortschritt der Wissenschaften sicher stell - unabhängig von den Fehlern, menschlichen Schwächen, außerwissenschaftlichen Interessen und persönlichen Eitelkeiten der Wissenschaftler.
Der Grund für die Beliebtheit des Popperschen Gedankengebäudes ist naheliegend: Nie zuvor war und nie wieder wurde Philosophie sosehr Wissenschaft wie in Karl Poppers „Logik der Forschung". Die „Logik der Forschung versucht selbst, wissenschaftlich zu sein oder wenigstens die wissenschaftliche Methode soweit wie möglich zu imitieren. Das gelingt ihr auch sehr gut - und das ist gleichzeitig ihre größte Schwäche.
Autor: Jörg Friedrich· 05.06.09 · 10:22 Uhr· 92 Kommentare
04. Juni 2009
Alltägliche Theoriebildung
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 4
Ein junger Mann sieht eine Frau erröten und zu Boden schauen, wenn er mit ihr über Alltägliches spricht. Da ihm das bei dieser Frau des Öfteren passiert, während andere Frauen auf seine Worte nicht in gleicher Weise reagieren, erzählt er einem Freund: „Ich habe die Theorie, dass sie mich liebt."
Wird der Begriff „Theorie" in dieser Alltagssituation tatsächlich so viel anders verwendet als in der Wissenschaft, so wie es auf jener anonymen Web-Seite, auf die sich bloggende Wissenschaftler gern beziehen, behauptet wird?
Autor: Jörg Friedrich· 04.06.09 · 15:15 Uhr· 4 Kommentare
02. Juni 2009
Latours Hoffnung
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 88
In seinem Buch "Die Hoffnung der Pandora" greift der Wissenschaftsforscher Bruno Latour die Legende des Göttergeschenkes auf, jener Büchse, deren Öffnung so viele "Plagen und Flüche, Sünden und Übel" über die Menschen gebracht hat. Er und die anderen Wissenschaftsforscher, das gesteht Latour, haben die Büchse geöffnet, als sie die Wissenschaft selbst zu ihrem Gegenstand gemacht haben, als sie begannen, in Feldstudien und theoretischen Überlegungen die Mechanismen der Wissenschaft zu untersuchen um zu verstehen, was Wissenschaft ist.
Autor: Jörg Friedrich· 02.06.09 · 11:20 Uhr· 88 Kommentare
Top5
- "2012 - Keine Panik" - Das Buch zum WeltuntergangAstrodicticum Simplex· 30.01.2012
- Vahrenholts kalte Sonne, Svensmarks kosmische Strahlen und der KlimawandelAstrodicticum Simplex· 10.02.2012
- Die Praxis der "Alternativmedizin": Ein Insider berichtetKritisch gedacht· 08.02.2012
- Kein Platz für junge Wissenschaftler - Das Problem der fehlenden JuniorpositionenAstrodicticum Simplex· 31.01.2012
- Wie ich Wissenschaftler wurde und warum ich heute keiner mehr binAstrodicticum Simplex· 01.02.2012
Top5
- Vahrenholts kalte Sonne, Svensmarks kosmische Strahlen und der KlimawandelAstrodicticum Simplex· 10.02.2012
- "2012 - Keine Panik" - Das Buch zum WeltuntergangAstrodicticum Simplex· 30.01.2012
- Sonderrechte für Religiöse?blooDNAcid· 01.02.2012
- World Skeptics Congress 2012 in BerlinKritisch gedacht· 06.02.2012
- Die dunkle Materie ist keine ErfindungAstrodicticum Simplex· 07.02.2012
ScienceBlogs.com
- The Festival Recognizes Our First "Featured Fan"!The Festival will be here in April and we thought ...USA Science and Engineering Festival: The Blog· 11.02.2012 · 14:22 Uhr
- Great Plains Emerging Diseases ConferenceI ...Aetiology· 10.02.2012 · 14:25 Uhr
- Awful House transportation bill forgets that transit benefits drivers, tooThe House of Representatives Natural Resources Committee has approved what ...The Pump Handle· 10.02.2012 · 11:16 Uhr
- Independence Days Challenge Update #1I won't usually publish ID updates here but I did ...Casaubon's Book· 10.02.2012 · 11:02 Uhr
- Just in Time for Valentine's Day: The Science Behind the KissBy Larry Bock Founder and organizer USA Science Engineering Festival ...USA Science and Engineering Festival: The Blog· 10.02.2012 · 10:00 Uhr

