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Profil
Ernst Peter Fischer studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte 1977 am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Im Jahr 1987 habilitierte er in Wissenschaftsgeschichte. Heute ist er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Konstanz. Als Autor zahlreicher Bücher wie Einstein für die Westentasche (2005) oder Die Andere Bildung (2003) will er Wissenschaft spannend für jederman präsentieren. Als Wissenschaftsautor schreibt er für die Zeitschriften GEO, Bild der Wissenschaft und die Frankfurter Allgemeine Zeitung. epfischer.com
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11.12.08 · 08:43 Uhr
Geschichte ohne Zukunft
Kategorie: Kultur · Kommentare: 1
In Berlin gibt es ein Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, das bei seiner Gründung im letzten Jahrtausend durch die Idee auffiel, die Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft selbst nicht schreiben zu wollen. Das sollten andere Institutionen machen. Der Hinweis, daß die Deutschen auch nicht auf Engländer warteten, die ihre Geschichte schrieben, nutzte ebensowenig wie die Bemerkung, daß die Menschen nicht auf Außerirdische warten, um die Geschichte unserer Art erzählt zu bekommen.
Das Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte ist unter anderem gegründet worden, um die riesigen Lücken in unserer Geschichtsschreibung zu schließen, die durch das Fehlen von Wissenschaft dort unübersehbar sind. Doch daran scheint man in Berlin nicht interessiert zu sein. Stattdessen veranstaltet man Ausstellungen - über Ausstellungen - und prüft deren Haltbarkeit im virtuellen Raum, d.h. man fummelt am Rechner herum und nennt das Wissenschaftsgeschichte. Das ist solange Blödsinn, solange uns niemand die Wissenschaftsgeschichte erzählt. Das Max-Planck-Institut lässt uns im Stich.
Autor: Ernst Peter Fischer· 1 Kommentar· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (1)
Zugegeben, ein Projekt über Haltbarkeit von Austellungen mag nicht direkt etwas mit Wissenschaftsgeschichte zu tun haben. Mir ist nun aber nicht klar, wie sie von diesem einen Projekt auf das Institut im Allgemeinen schliessen wollen. Auf der Homepage des Instituts (http://www.mpiwg-berlin.mpg.de/de/forschung/proj.html) findet man so so verschiedene wissenschaftshistorische Projekte wie die Geschichte des Vererbungsbegriffes, Schrödingers Notizbücher oder wissenschaftliche Forschungen der Jesuiten. Da scheint das Max-Planck-Institut uns doch eine Menge an Wissenschaftsgeschichte zu erzählen, wenn man sich auch die Mühe macht, danach zu suchen.