Blog durchsuchen
Profil
Ernst Peter Fischer studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte 1977 am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Im Jahr 1987 habilitierte er in Wissenschaftsgeschichte. Heute ist er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Konstanz. Als Autor zahlreicher Bücher wie Einstein für die Westentasche (2005) oder Die Andere Bildung (2003) will er Wissenschaft spannend für jederman präsentieren. Als Wissenschaftsautor schreibt er für die Zeitschriften GEO, Bild der Wissenschaft und die Frankfurter Allgemeine Zeitung. epfischer.com
Letzte Einträge
- 100 - und kein bischen gebildet12 Kommentare· 21.12.08
- Keine Bildung, nirgends3 Kommentare· 16.12.08
- Gene und Verlierer4 Kommentare· 16.12.08
- Geschichte ohne Zukunft1 Kommentar· 11.12.08
- Akademie, aufgestellt0 Kommentare· 10.12.08
Kommentare
- Lothar · 01.01.12 · 15:51 Uhr 100 - und kein bischen gebildet
- David Putnam · 12.07.11 · 13:11 Uhr Kosmische DNA am komischen CERN
- Schmidts Katze · 12.11.10 · 01:08 Uhr Der Katz und die Katze
- Dr. Ing. Loettel,Pfarrer em. · 29.05.10 · 20:48 Uhr Intelligenz und Komplexität
- Ingo Bad-ing · 12.06.09 · 06:58 Uhr Gene und Verlierer
Kategorien
Archiv Oktober 2008
21. Oktober 2008
Fast alles
· Kommentare: 1
Die Welt bleibt offen, solange wir sie erkunden. Wissenschaft ist das, was man nie zu Ende bringen kann - so dachten nicht die gelobten Aufklärer (um Kant), sondern die beargwöhnten Romantiker, zum Beispiel Wilhelm von Humboldt. Und dieser romantische Zug der scheinbar nüchternen Wissenschaft trat im 20. Jahrhundert immer deutlicher hervor. Erst zeigte Gödel, daß sich in endlichen Systemen Sätze formulieren lassen, die unbeweisbar bleiben (und dabei wahr sein können). Dann zeigte Turing, daß eine Rechenmaschine nie wissen kann, ob sie mit ihrer Aufgabe in endlich vielen Schritten zurande kommt. Und in diesen Tagen konnte David Wolpert zeigen, daß wir niemals eine "Theory of Everything" haben können, sondern bestenfalls auf eine Theorie hoffen können, die fast alles erfasst. Wolpert zeigte, daß das physikalische Universum nicht vollständig durch ein mit Schlußfolgerungen operierendes System verstanden werden kann, das sich in ihm befindet. Mit anderen Worten - so groß die Maschine am CERN auch ist, selbst wenn sie perfekt funktioniert, werden wir mit ihrer Hilfe nicht alles erfahren - und eine noch größere haben wollen.
Autor: Ernst Peter Fischer· 21.10.08 · 08:52 Uhr· 1 Kommentar
Kein Recht auf Bildung
Kategorie: Kultur · Kommentare: 4
Der Bildungsgipfel steht vor der Tür, und nun überschlagen sich die Kommentare, die auf die Bedeutung von Bildung hinweisen. Dabei geht es darum gar nicht. Es geht um das, was Schulen treiben, und das ist keine Bildung, sondern einfach Unterricht. Und wenn die Gewerkschaften nun Plakate anbringen, auf denen ein Recht auf Bildung konstatiert wird, dann zeigen sie nur, dass sie seit dem 18. Jahrhundert geschlafen haben. Der preussische Staat hat damals kein Schulrecht, sondern eine Schulpflicht eingeführt, und zwar aus gutem Grund. Diejenigen, die heute ihr Recht auf Bildung einklagen, würden nämlich nicht zur Schule gehen, wenn sie nur das Recht dazu hätten. Man muss die Leute zu ihrem Glück zwingen, also zum Unterricht. Und wenn dabei jemand eine Ahnung von dem bekommt, was wir als Bildungsgut kennen, wird er sich - von ganz alleine - verpflichtet fühlen, mehr davon zu ergattern. Bildung wird ihm oder ihr zur innerer Pflicht, weil sie Lust bereiten kann.
Autor: Ernst Peter Fischer· 21.10.08 · 08:43 Uhr· 4 Kommentare
20. Oktober 2008
Nobelpreise der besonderen Art
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 1
Anfang Oktober wird verkündigt, wer die Nobelpreise bekommt, und Ende Oktober haben wir schon vergessen, wer im Dezember nach Stockholm darf. Wir behalten als Deutsche natürlich den Deutschen, und wir erinnern uns vielleicht an den Amerikaner, der zu Hause bleiben muss. Gemeint ist Robert Gallo, der einstmals sicher war, über das HI-Virus zum Nobelpreis zu kommen, dem dafür jedes Mittel recht war und den man jetzt bedauert. Ist das wirklich a) nötig und b) in der Öffentlichkeit ausreichend erörtert? Hier verschenken die Medien ebenso spannenden Stoff wie den, den es am 2. Oktober an der Harvard Unversität zu besichtigen gab, als die Ig-Nobel-Preise verliehen wurden - für die Untersuchungen von Cola-Spülungen als Mittel der Geburtenkontrolle, von Placebo-Effekten durch Preisschwindel, durch den Nachweis, daß Männer doch wissen, ob Frauen ihre fruchtbaren Tage haben (gemessen durch das Trinkgeld, das Stripperinnen bekamen), und noch einiges mehr. Alles wunderbar zu erzählen, alles Wissenschaft zur Unterhaltung - aber wenn wir in die Röhre schauen, sehen wir nur Gottschalks Bemühungen, sein Grinsen so auszudehnen, daß er ein Brot quer essen kann. Alles vertane Zeit.
Autor: Ernst Peter Fischer· 20.10.08 · 11:21 Uhr· 1 Kommentar
14. Oktober 2008
Sprachspiele
· Kommentare: 1
"Achtung!", so stand auf einem Schild zu lesen: "Wer sich auf meinem Grundstück ungeschützt bewegt, muss mit Strahlenschäden rechnen." Was beim ersten Hören oder Lesen gefährlich klingt und eigentlich nach einem Strahlenschutzbeauftragten verlangt, drückt anders formuliert etwas Harmloses aus. Der Satz besagt nämlich nur, daß Menschen, die nackend auf dem Rasen in der Sonne spielen, einen Sonnenbrand bekommen können.
Der australische Journalist Karl Krusnelnicki hat 2005 eine "Mysteriöse Killerchemikalie" ausfindig gemacht. Es handelt sich um Dihydrogenmonooxid, abgekürzt DHMO. Sie findet sich in allen Krebsgeweben und Atomkraftwerken, sie kann in fester Form Gewebe verletzen und als Gas tödlich wirken, und so kann man immer weiter die Gefahren darstellen, die mit DHMO verbunden sind, das wir gewöhnlich Wasser nennen - zwei H und ein O.
Autor: Ernst Peter Fischer· 14.10.08 · 11:06 Uhr· 1 Kommentar
13. Oktober 2008
Vom Überleben
Kategorie: Politik · Kommentare: 5
Der Politiker Jörg Haider hat sich selbst in den Tod gefahren. Sein Unfall macht vielleicht deshalb wenig Schlagzeilen außerhalb von Österreich, weil man durch die Finanzkrise abgelenkt ist und Wichtigeres zu tun hat. So kommentiert niemand den Hinweis der Polizei, daß Haider mit 142 km/h gefahren ist (und das noch mitten in der Nacht), wo nicht einmal die Hälfte (70 km/h) erlaubt war und bald auf 50 km/h reduziert werden musste. In England gab es einmal für Wahsinnsverhalten dieser Art - also für Menschen, die sich selbst aus dem evolutionären Prozess entfernt haben, indem sie nicht überlebten, was sie machten -, einen Darwin Award. Er wurde erstmals vergeben für einen Autofahrer, der mit einem Surfbrett auf dem Dach unbedingt 180 km/h fahren wollte und dabei abgehoben hat. Vielleicht sollte man den Darwin Award besser bekannt machen. Er erinnert daran, um was es eigentlich geht - um das Überleben. Haider muss das vergessen haben.
Autor: Ernst Peter Fischer· 13.10.08 · 17:54 Uhr· 5 Kommentare
Bildung im Fernsehen
Kategorie: Kultur · Kommentare: 7
Herrlich. Marcel Reich-Ranicki hat ausgesprochen, was offenkundig ist, daß nämlich das Fernsehen verdummt und vor allem das ZDF mit Thomas Gottschalk nur der Verblödung dient. Dazu möchte ich einen alten Witz abwandeln. Er stammt aus der späten Phase der rot-grünen Bundesregierung (und kann zum Beispiel in dem Buch "Lassen Sie es mich so sagen" von Georg Schramm nachgelesen werden, S. 87):
"Wann wird es mit Deutschland wieder aufwärts gehen? Wenn Bundeskanzler Stoiber bei Schröders Beerdigung Fischers Witwe fragt, wer den Trittin erschossen hat".
Wann wird es mit dem deutschen Fernsehen besser gehen? Wenn die Chefintendantin Elke Heidenreich bei der Beerdigung des ARD-Vorsitzenden die Witwe des ZDF-Intendanten fragt, wer eigentlich den Bus mit den Moderatoten und Talk-Showmastern in die Luft gesprengt hat.
Autor: Ernst Peter Fischer· 13.10.08 · 08:54 Uhr· 7 Kommentare
11. Oktober 2008
Die Kinder an der Börse
Kategorie: Kultur · Kommentare: 4
Die amerikanische Lehmann Bank ist pleite, wie man gelesen hat, und wir wissen inzwischen auch, wie die Manager das geschafft haben. Sie wussten nach eigenen Angaben längst, daß sie auf Pleitekurs waren, rechneten aber damit, daß dies anderen auch so gehe, was den Staat zur Rettung zwingen würde. Mit anderen Worten - die Börsenspekulanten benehmen sich wie Kinder, die die Regeln von Spielen kennen (und wissen, was sie nicht dürfen), die zugleich aber auch wissen, dass ihnen nichts passieren kann. Wenn es schief geht, greifen die Eltern ein, und das ist bei den Kindern in den Banken der Staat. Es ist nicht unbedingt die vielfach zitierte Gier - inzwischen auch die Gier der kleinen Leute -, die Spekulanten agieren läßt. Es ist auch die Sicherheit von Väterchen Staat, der seine Kinder zuletzt aus der Scheiße hebt. Man braucht sich nur im Bekanntenkreis umzusehen. Von ihren Börsengeschäften reden vor allem die Kindsköpfe. Eigentlich sollte man sie schmoren lassen oder in die Ecke stellen. Dann kehrt Ruhe ein.
Autor: Ernst Peter Fischer· 11.10.08 · 15:53 Uhr· 4 Kommentare
Nobelpreise - Langeweile in der Wissenschaft
Natürlich verdeckt der derzeitige Börsenschwachsinn vieles, aber eigentlich sollte es trotzdem spannend sein, wenn die Nobelpreisträger bekannt gegeben werden. Warum verwandelt die Presse das Ereignis nur in ein langweiliges Abschreiben der selbst schon langweiligen Zusammenfassungen, mit denen die Schwedischen Akademien vorstellen, wen sie nach Stockholm einladen? Bei der Literatur ist das anders. Da wagen es einige (mutige) Leute, geeignete Namen ins Spiel zu bringen, um sich anschließend zu beklagen, daß man nicht auf sie gehört hat. Das Kritisieren der schwedischen Entscheidungen mag zwar nicht die feine Art sein, sie ist aber auf jeden Fall unterhaltsamer als das tiefe Verneigen der Wissenschaftsjournalisten vor Leistungen, die sie nicht verstehen und deren Beschreibung sie nur kopieren. Der Nobelpreis zeigt, was uns fehlt - eine Streitkultur in der Wissenschaft, die das Publikum aufmerksam macht. Wie jedes Jahr werden wir vergessen, wer den Nobelpreis bekommt, bevor er (oder sie) ihn tatsächlich bekommt.
Autor: Ernst Peter Fischer· 11.10.08 · 15:42 Uhr· 0 Kommentare
02. Oktober 2008
Fehler über Fehler
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 3
Die Reihe der Bücher über Albert Einstein bricht nicht ab - immer wieder neue Darstellungen seiner Wissenshaft, vor allem in den USA. Jetzt hat Hans Ohanian einen besonderen Twist hinzugefügt, nämlich ein Buch über Einsteins Fehler ("Einstein´s Mistakes", New York 2008). Die Rezensenten können dabei zuächst herzlich über zahlreiche Fehler des Autors lachen - er schlägt zum Beispiel drei Jahre vor, in denen Einstein der Nobelpreis verliehen worden ist, und wirft auch bei Newton einiges durcheinander -, sie bemerken aber, daß in dem Ansatz mehr als nur Gag steckt. Aus Fehlern (Schaden) wird man klug, lautet eine alte Volksweisheit, und warum nicht von den Fehlern Einsteins lernen, die zum Teil in der Mathematik liegen und auch das Physikalische betreffen (wenn Einstein etwa auf einen statischen Kosmos beharrt). Was man mit den Fehlern machen kann, erläutert der erweiterte Text.
Autor: Ernst Peter Fischer· 02.10.08 · 10:42 Uhr· 3 Kommentare
01. Oktober 2008
100 Wörter
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 8
In Venedig sind 100 Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren gebeten worden, 100 Wörter auszuwählen, die unberingt zur Wissenschaft gehören. Wissenschaft in 100 Wörtern also - die Auswahl findet man unter www.100parole.it. Zu den ausgewählten Wörtern gehören natürlich Atom und Gen, aber auch Aggregatszustand und Temperatur. Was merkwürdigerweise fehlt: Zufall und Zahl zum Beispiel. Dafür gibt es Chaos und Wahrscheinlichkleit. Wie wäre es, wenn die Blogger auch ihre Topliste erstellen und jeder seine TopTen anbietet? Meine lauten (alphabetisch): Atom, Energie, Entropie, Evolution, Experiment, Gen, Molekül, Naturgesetz, Naturkonstante, Protein, Quantum der Wirkung, Raumzeit, Zelle - mein Gott, das sind ja schon mehr als ein Dutzend.
Autor: Ernst Peter Fischer· 01.10.08 · 14:53 Uhr· 8 Kommentare
Top5
- "2012 - Keine Panik" - Das Buch zum WeltuntergangAstrodicticum Simplex· 30.01.2012
- Vahrenholts kalte Sonne, Svensmarks kosmische Strahlen und der KlimawandelAstrodicticum Simplex· 10.02.2012
- Die Praxis der "Alternativmedizin": Ein Insider berichtetKritisch gedacht· 08.02.2012
- Kein Platz für junge Wissenschaftler - Das Problem der fehlenden JuniorpositionenAstrodicticum Simplex· 31.01.2012
- Wie ich Wissenschaftler wurde und warum ich heute keiner mehr binAstrodicticum Simplex· 01.02.2012
Top5
- Vahrenholts kalte Sonne, Svensmarks kosmische Strahlen und der KlimawandelAstrodicticum Simplex· 10.02.2012
- "2012 - Keine Panik" - Das Buch zum WeltuntergangAstrodicticum Simplex· 30.01.2012
- Sonderrechte für Religiöse?blooDNAcid· 01.02.2012
- World Skeptics Congress 2012 in BerlinKritisch gedacht· 06.02.2012
- Die dunkle Materie ist keine ErfindungAstrodicticum Simplex· 07.02.2012
ScienceBlogs.com
- The Festival Recognizes Our First "Featured Fan"!The Festival will be here in April and we thought ...USA Science and Engineering Festival: The Blog· 11.02.2012 · 14:22 Uhr
- Great Plains Emerging Diseases ConferenceI ...Aetiology· 10.02.2012 · 14:25 Uhr
- Awful House transportation bill forgets that transit benefits drivers, tooThe House of Representatives Natural Resources Committee has approved what ...The Pump Handle· 10.02.2012 · 11:16 Uhr
- Independence Days Challenge Update #1I won't usually publish ID updates here but I did ...Casaubon's Book· 10.02.2012 · 11:02 Uhr
- Just in Time for Valentine's Day: The Science Behind the KissBy Larry Bock Founder and organizer USA Science Engineering Festival ...USA Science and Engineering Festival: The Blog· 10.02.2012 · 10:00 Uhr
