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Profil

Ernst Peter Fischer studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte 1977 am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Im Jahr 1987 habilitierte er in Wissenschaftsgeschichte. Heute ist er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Konstanz. Als Autor zahlreicher Bücher wie Einstein für die Westentasche (2005) oder Die Andere Bildung (2003) will er Wissenschaft spannend für jederman präsentieren. Als Wissenschaftsautor schreibt er für die Zeitschriften GEO, Bild der Wissenschaft und die Frankfurter Allgemeine Zeitung. epfischer.com

Kommentare

Archiv August 2008

14. August 2008

Die Falle der Rationalität

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 6

Vorweg - ich gehe in die Ferien, das heißt, ich besuche Los Angeles und die UCLA und kehre Mitte September zurück. Dies ist der letzte Blog bis dahin. Er betrifft ein Dilemma, das seit Jahrhunderten bekannt ist, aber nicht ernst genommen wird. Es geht um das, was wir Rationalität nennen und im Westen als Lösung aller Probleme verstehen. Natürlich kann man vernünftige (sinnvolle) Fragen über die Welt stellen, und man kann sie sogar ebenso vernünftig (sinnvoll) beantworten - am besten mit Hilfe der Naturwissenschaft, wenn es um Tatsachenfragen geht (Wie schlägt ein Herz?). Doch nun kommt der entscheidende Punkt. Anhänger der Rationalität (Rationalisten) meinen, daß alle diese Antworten miteinander vereinbar sind. Genau das sind sie aber nicht. Die Antworten allein auf die Frage "Was ist Licht?" widersprechen sich. Und wenn die für die Physik gilt, dann erst recht im Bereich der Moral und der Politik. Die Falle der Rationalität schnappt zu, wenn wir uns völlig auf sie verlassen. Sie schnappt ebenso zu, wenn wir unseren Verstand völlig außen vorlassen. Wir müssen unsere Vernunft vernünftig gebrauchen und somit zulassen, daß es andere Wege gibt, Zugang zur Welt - Mit- und Umwelt - zu finden.


Autor: Ernst Peter Fischer· 14.08.08 · 10:10 Uhr· 6 Kommentare

13. August 2008

Nichts da und alle jubeln.

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Kultur

Die Idee des Unbewussten ist nicht von Freud. Von ihm stammt nur die Idee, daß emotionale Probleme der Menschen auf die Verdrängung unangenehmer Erinnerungen zurückzuführen sind. Das kann man zwar nicht nachweisen, dafür kann man umso besser darüber parlieren und damit Geld verdienen.
Die Idee der Kommunikation stammt nicht von Habermas. Von ihm stammt die Idee, daß durch Kommunikation eine demokratische Willenbildung möglich wird, wobei der große Theoretiker sorgfältig darauf achtet, daß die wissenschaftlich erforschte Natur nicht dazu gehört. Das könnte ja seine These stören, daß der Bürger der Gewalt der Technik ausgeliefert sei. So gibt sich Habermas zwar demokratisch, aber das, worüber man debattieren soll, existiert bei ihm ebensowenig wie die Verdrängung, mit der Freud und bedrängt.
So toben wir uns - wörtlich - ohne jeden Grund sinnlos aus. Warum machen wir soviel Lärm um nichts?


Autor: Ernst Peter Fischer· 13.08.08 · 13:47 Uhr· 0 Kommentare

Intelligenz und Komplexität

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 13

Die menschliche Intelligenz hat zuerst herausgefunden, daß die Welt komplex ist ("Ach", hätte Loriat gesagt,) Dann hat sie versucht, die Komplexität zu kontrollieren. Und jetzt merkt sie, daß die Welt - in ihrer Komplexität - besser dran ist, wenn man sie alleine lässt. Wir können nur entwerfen, was nicht komplex - also einfach - ist. Damit wird ein Gedanke besonders einfach, nämlich der, daß ein intelligenter Designer darauf verzichten würde, die Welt im Ganzen an der Leine zu halten. Er gibt ihr vielmehr die Chance zu der freien Entwicklung, die wir als Evolution kennen - wenn er intelligent ist. Mit anderen Worten, ein intelligenter Designer würde die Evolution erfinden. Und das hat er doch tatsächlich, wie die Wissenschaft zeigt. Wie immer die Welt entstanden ist, wenn sie da ist, bleibt nur die Evolution, um ihre Komplexität zu garantieren. Alles andere ist viel zu einfach und somit nur langweilig.


Autor: Ernst Peter Fischer· 13.08.08 · 11:31 Uhr· 13 Kommentare

08. August 2008

Pekinger Mystik

Kategorie: Kultur·Themenwoche

Die Olympischen Spiele sind in Peking eröffnet worden - am 08.08.08 um acht nach acht. Die chinesischen Kommunisten glauben fest an die Mystik der Zahlen. Wir können aufatmen. Nach dieser Konzession an das Humane im Menschen werden weitere folgen.


Autor: Ernst Peter Fischer· 08.08.08 · 18:57 Uhr· 0 Kommentare

05. August 2008

Magnetismus

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 2

Ich liebte es, als Kind mit Magneten zu spielen. Ich benutze heute noch gerne Magneten, um sie mit Nachrichten anzupinnen, und ich hantiere auch stets gerne mit einem Kompaß. Magnetismus kennt jeder, und manch einer wird magnetisch von ihm angezogen. Aber wie kommt dieses Phänomen zustande? Wie gelingt es der Materie, in einigen Elementen und Verbindungen magnetisch zu werden?
Von der Mühe, die Physiker mit dem alltäglichen Phänomen haben, hört man in der Presse sehr wenig. Es gibt keine magnetischen Ladungen, so wie es elektrische Ladungen gibt. Es gibt allerdings die elektrischen LAdungen (ohne daß wir jetzt zu sagen wüssten, was sie sind), und wenn sie sich bewegen, erzeugen sie magnetische Wirkungen und entsprechende Felder. Aber wie?

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Autor: Ernst Peter Fischer· 05.08.08 · 18:07 Uhr· 2 Kommentare

Habermas am Handy

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 3

Der französische Philosoph Descartes hat als Grundprinzip seiner Philosophie den Zweifel eingeführt. Man soll bei allen Behauptungen, die jemand aufstellt, erst einmal Zweifel anmelden, um so besser zu verstehen, ob sie stimmt. An allem soll gezweifelt werden - nur am Zweifel selbst nicht. Der ist unbezweifelbar.
Die modere Philosophie hat - etwa in Form der Frankfurter Schule - als Grundprinzip der Philosophie die Kritik erhoben. Alles muss kritisiert werden - vor allem die sogenannten Verhältnisse, nur die Kritik selbst natürlich nicht.
Mir leuchet ja ein, daß man die Kritik von der Kritik ausnimmt. (Es ist auch zu komisch, wenn ein Autor seinen Rezensenten rezensiert). Aber was jetzt im Umfeld des kritischen Philosophen Jürgen Habermas passiert, ist komisch bis beschämend, wie weiter unten erläutert wird.

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Autor: Ernst Peter Fischer· 05.08.08 · 17:44 Uhr· 3 Kommentare

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