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Ernst Peter Fischer studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte 1977 am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Im Jahr 1987 habilitierte er in Wissenschaftsgeschichte. Heute ist er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Konstanz. Als Autor zahlreicher Bücher wie Einstein für die Westentasche (2005) oder Die Andere Bildung (2003) will er Wissenschaft spannend für jederman präsentieren. Als Wissenschaftsautor schreibt er für die Zeitschriften GEO, Bild der Wissenschaft und die Frankfurter Allgemeine Zeitung. epfischer.com
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21.07.08 · 14:51 Uhr
Lechts und rinks
Kategorie: Technik · Kommentare: 5
Am Wochenende mal wieder ein längeres Stück - statt mit der Eisenbahn - mit dem Auto auf der Autobahn unterwegs. Dabei habe ich die Klagen der Leute verstanden, daß alle auf der linken Spur - der Überholspur - unterwegs sind. Das heißt, es sind fast alle dort unterwegs, und wenn sich nur irgendwo ein Bus oder ein Wohnwagen blicken lassen, dann fährt alles links. Darüber wird geschimpft oder gerätselt - je nach Temperament -, was mir aber unfair oder unnötig zu sein scheint. Der Grund für dieses Verhalten hat nicht mit einer Rennfahrermentalität oder so zu tun, sondern mit der schlichten Einsicht, daß die linke Seite der Straße die von Natur aus bevorzugte ist. Wenn die rechte Spur die Überholspur wäre, würde die nicht so schnell voll. Da muss es doch Erfahrungen aus England oder Japan geben. Kennt die jemand?
Wir fahren tatsächlich auf der falschen Seite, wie man leicht erkennen kann. Wir sind nämlich vorwiegend Rechtshänder; und wer früher - vor den Autos und den Verkehrsregeln - auf einer Strasse unterwegs war, hat sich deshalb links entlang bewegt. So konnte er entweder mit der rechten Hand grüßen oder kämpfen. Auf der rechten Seite zu gehen, setzt die starke Seite außer Kraft. Deshalb drängt uns nichts auf die rechte Spur.
Wenn wir jemals auf der richtigen - der linken - Seite fahren dürfen, dann sollte auch das Steuerrad dort bleiben. Wer als Fahrer bei den derzeitigen Regeln sein Auto verlassen muss, kann das nur zum gefährlichen Verkehr hin tun. Warum kann der Fahrer nicht dort aussteigen, wo er Gehen kann?
Autofahrer sollen ein Herz für Kinder haben - unser Herz sitzt bekanntlich links. Da müssen wir fahren, und da sollten wir sitzen, wenn wir es tun.
Autor: Ernst Peter Fischer· 5 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (5)
Ich bin mir nicht sicher, ob einem das mit den vielen Linksfahrern nicht nur subjektiv so vorkommt. Jedenfalls ist es in den Ländern mit schlechter Infrastruktur (in Osteuropa) nicht zu übersehen, daß auf den Autobahnen die rechten Spuren in viel schlechterem Zustand sind als die linken (was einerseits natürlich ein Grund mehr ist, links zu fahren, andererseits aber doch darauf hindeutet, daß die Mehrheit der Leute eben doch rechts fährt.)
Wir sitzen links (und die Briten rechts), um in Kurven besser einsehen zu können und einen besseren Blick im Rückspiegel für den nachfolgenden Verkehr zu haben.
Am eigenen Leib schon erfahren: Mit meinem (deutschen) Auto in UK von einer Raststätte auf die befahrene Autobahn aufgefahren, und fast einen Unfall gebaut, da 16 Tonner übersehen.
liegt das mit der linken verstopften Seite nicht vielleicht auch daran, dass inzwischen selbst der kleinste wagen so leistungsstark ist, dass es selbst für einen Fiat 500 (neu) keinen sinn mehr macht, sich hinter einen lkw zu klemmen ...
(verstärkt das alles natürlich durch die enorme verkehrsdichte.
Ich dachte immer wir gehen links, damit uns die kommenden Autos "besser sehen" und weil es vor allem unangenehm und mitunter gefährlich ist, wenn von hinten Fahhräder, Autos oder LKWs auf uns zu rollen. Wenn wir aber gemäß unserer inneren Stimme gerne links gehen und dann auch noch links fahren, dann kommt der Verkehr von hinten und überrollt uns ;-) Deshalb lassen wir die Regeln doch so, wie sie sind. Der Stau auf der linken Spur ist auch nur ein gefühlter und ich rate zur Entspannung: Langsamer fahren und so viel wie möglich auf der rechten Spur bleiben, dann hat man den Linksfahrerstreß nicht und kommt deutlich erholter und zumeist kaum später an.
So konnte er entweder mit der rechten Hand grüßen oder kämpfen. Auf der rechten Seite zu gehen, setzt die starke Seite außer Kraft.
Ja, aber war das nicht ursprünglich sogar Sinn der Geschichte? Damit sich die Leute eben nicht gegenseitig runterhauen, wenn sich zwei Kutschen begegnen? Ich meine, da mal was gelesen zu haben.
Warum die Briten da gerade ausscheren, könnte zwei unterschiedliche Ursachen: Entweder sind die Briten besonders rauflustig oder aber besonders friedfertig. Angesichts des Verlaufs der Geschichte Großbritanniens würde ich ja eher zur ersten Option tendieren ;-)
Aber ich weiß es nicht genau, ich meine es halt nur irgendwo gelesen zu haben und weiß noch nicht mal wo.