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Profil
Ernst Peter Fischer studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte 1977 am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Im Jahr 1987 habilitierte er in Wissenschaftsgeschichte. Heute ist er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Konstanz. Als Autor zahlreicher Bücher wie Einstein für die Westentasche (2005) oder Die Andere Bildung (2003) will er Wissenschaft spannend für jederman präsentieren. Als Wissenschaftsautor schreibt er für die Zeitschriften GEO, Bild der Wissenschaft und die Frankfurter Allgemeine Zeitung. epfischer.com
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16.04.08 · 09:19 Uhr
Eine Blamage für Stockholm
Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften · Kommentare: 1
John Archibald Wheeler ist gestorben, ohne den Nobelpreis bekommen zu haben. Eine größere Blamage haben sich die Herren der Stockholmer Preise bisher nicht geleistet (wenn man davon absieht, daß sie es in all ihren viele Spesen verschlingenden Sitzungen ebenfalls nicht geschafft habe, den Biologen Seymor Benzer zu ehren, der im letzten Jahr gestorben ist).
John Archibald Wheeler ist 96 Jahre alt geworden und in der Physik von seinem 21. Lebensjahr an aktiv gewesen. Wir verdanken ihm große Einsichten - unter anderem in die Natur der Raumzeit - und wunderbare Wortschöpfungen wie etwa das "schwarze Loch", das Wheeler an die Stelle des Ausdrucks "gravitationsbedingt instabile stellare Materie" setzte, für die sich nur eine Handvoll Spezialisten interessierten. Daß Wheeler ohne Nobelehren bliebt, ändert nichts an seiner Einschätzung, wohl aber an der der Schwedischen Akademie. Sie zeichnet längst nur noch Leute aus, die nichts mehr zu sagen haben. Oder kennt jemand noch die Preisträger vom vergangenen Jahr?
John Wheelers Größe kann sich jemand, der Angst vor großer Physik hat, daran klarmachen, daß er fünf Fragen formuliert hat, die es in sich haben und die Menschen noch länger beschäftigen werden. Wheeler nannte sie "really big questions", und sie lauten:
- How come existence? (Wie kommt es zu dem, was existiert?)
- Why the quantum? (Warum gibt es Quanten?)
- A participatory universe? (Haben wir teil am Universum?)
- What makes meaning? (Was führt zur Bedeutung?)
- It from Bit? (Das Seiende aus Informationen?)
Autor: Ernst Peter Fischer· 1 Kommentar· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (1)
Seltsam, irgendwie hatte ich im Gefühl, dass der Physik-Nobelpreis für wissenschaftliche Errungenschaften vergeben wird, und nicht für Leute die was zu sagen haben. Da wird wohl keiner absprechen, dass Wheeler ein genialer großen, maßlos einflussreicher Kopf war - aber vielleicht hat eben doch der einzelne Durchbruch gefehlt, der ihm einen Nobelpreis hätte bringen können.
Für philosophische Fragen wird es aber keine Nobelpreise geben, auch nicht wenn sie die Physik voranbringen. Das ist keine Blamage des Nobel-Komitee, das ist es was die Preis überhaupt bedeutend macht. Man sieht ja am Literatur-Nobelrpeis, wie es auch anders gehen kann.