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Profil

Ernst Peter Fischer studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte 1977 am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Im Jahr 1987 habilitierte er in Wissenschaftsgeschichte. Heute ist er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Konstanz. Als Autor zahlreicher Bücher wie Einstein für die Westentasche (2005) oder Die Andere Bildung (2003) will er Wissenschaft spannend für jederman präsentieren. Als Wissenschaftsautor schreibt er für die Zeitschriften GEO, Bild der Wissenschaft und die Frankfurter Allgemeine Zeitung. epfischer.com

Kommentare

Archiv April 2008

27. April 2008

Murks - nicht Marx

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 1

Wunderbar - jetzt soll Max Planck Marx heißen. Das ist Murks. Planck hat sich immer nur Max genannt. Es ist erstaunlich, um wie viel Unsinn wir uns bemühen, nur um den Pflichten auszuweichen, die Planck so betont hat. Eine Nation, die sich als Wissensgesellschaft versteht, sollte weniger Murks um Marx und mehr Gedöns um den Quantensprung machen. Wetten, daß immer noch niemand in der Politik bzw. Wirtschaft weiß, daß es kleiner nicht geht? Und was die Pflichten angeht - zum Beispiel die der Max-Planck-Gesellschaft -, die wir vernachlässigen. Planck Grab vergammelt; sein Name ist von Moos überwachsen. An seinem Geburtstag waren die Herren der MPG anders beschäftigt. Jetzt soll ein Gärtner kommen. Mehr blamieren kann man sich nicht. Wir wollen ein Land der Gebildeten sein, und lassen unsere wirklich Gebildeten unbeachtet. Wir lesen Planck nicht und kümmern uns nicht um sein Grab. Das ist germanische Bildungspolitik in diesen Tagen.


Autor: Ernst Peter Fischer· 27.04.08 · 21:26 Uhr· 1 Kommentar

23. April 2008

Die Sehnsucht der Atome

Kategorie: Kultur

Heute hat Max Planck Geburtstag, der im Jahre 1900 bemerkt hat, daß die Atome in der Lage sein müssen, Sprünge zu machen, um stabil bleiben zu können - so paradox das auch klingen mag. Die Folgen des Quantums spürt die ganze Welt - und jetzt auch die Literatur. Linus Reichlin hat einen Roman über "Die Sehnsucht der Atome" geschrieben, wobei es vor allem um die Sehnsucht eines Inspektors geht, die Zeit seines bevorstehenden Ruhestandes zu nutzen, um das Doppelspaltexperiment zu verstehen, in dem das Geiheimnis des Realen steckt. Wer den Roman liest, wird anschließend die Physik verstehen wollen, die es dem Autor angetan hat. Und warum das so ist, drückt er in einem wunderbaren Satz auf Seite 269 aus, der im erweiterten Text ohne Kommentar und nur mit Entzücken zitiert wird.

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Autor: Ernst Peter Fischer· 23.04.08 · 10:30 Uhr· 0 Kommentare

18. April 2008

Die Kinder der Kirche

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 1

Papst Benedikt XVI. besucht zurzeit die USA und zeigt dabei in aller Öffentlichkeit Scham über den sexuellen Missbrauch von Kindern durch Priester zahlreicher amerikanischer Diözesen. Es gebe keine Worte, um seinen Schmerz über das Leiden der missbrauchten Kinder auszurücken, hat der Papst gesagt, um anschließend zur Versöhnung aufzurufen. Wir haben da einen Vorschlag, sich nämlich mit der Biologie des Menschen bzw. der Menschen zu versöhnen, die ein Priesteramt bekleiden. Bekanntlich unterliegen sie dem Zölibat, was vermutlich dazu führt, daß homosexuelle Männer sich um diesen Job bewerben. Das ergibt Sinn im evolutionbiologischen Rahmen, der Homosexualität erstens verständlich macht und zweitens erläutern kann, warum diese Menschen besondere Fähigkeit in der Erziehung haben. Der altruistischen Chance steht als Risiko die gleichgeschlechtliche Orientierung gegenüber. Nur wenn die Kirche sie als humane Qualität anerkennt, werden die Gebete des Papstes ihre Füchte tragen.

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Autor: Ernst Peter Fischer· 18.04.08 · 15:14 Uhr· 1 Kommentar

Gene zählen, Gene zahlen

Kategorie: Naturwissenschaften·Politik

Früher war alles besser. So galt zum Beispiel, Pater semper incertus est, was die Frauen so manchen Spaß haben ließ. Heute ist es bekanntlich vorbei mit lustig, und die Gentests können genau ermitteln, wer der (biologische) Vater eines Kindes ist, wer also seine Gene bzw. Chromosomen zum Crossing-Over (nach dem Beinkreuzen) ein- und abgeführt hat. Jetzt können auch Männer, die viele Jahre für ein Kind gezahlt haben, feststellen, ob sie überhaupt etwas mit ihm zu tun haben, und in diesen Tagen hat der Bundesgerichtshof entschieden, daß sie dann ihr Geld zurück verlangen können. Nur die Gene zählen, wie es in einer Zeitung dazu hieß, was man auch ohne Umlaut schreiben kann: Nur die Gene zahlen.

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Autor: Ernst Peter Fischer· 18.04.08 · 14:43 Uhr· 0 Kommentare

Bildungslücken

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 2

Ich habe heute mit der Post die Aufforderung bekommen, mich einer Initiative anzuschließen, die sich BILDUNGSLÜCKENGEGNER nennt und zu der - was auch sonst - ein paar Prominente gehören - eine Schaupielerin namens Furtwängler, ein Professor namens Nida-Rümelin, ein Manager namens Kluge, ein Multitalent namens Henkel und so weiter. Sie sind sicher für Bildung und wahrscheinlich auch gebildet. Aber dann müsste Ihnen eingefallen sein, daß Bildung als offener und dialogischer Vorgang von Lücken lebt. Wie können sich zwei Menschen ohne Bildungslücken unterhalten. Wir sind alle voller Bildungslücken, und warum soll ich mein eigener Gegner sein?

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Autor: Ernst Peter Fischer· 18.04.08 · 14:25 Uhr· 2 Kommentare

16. April 2008

Eine Blamage für Stockholm

Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 1

John Archibald Wheeler ist gestorben, ohne den Nobelpreis bekommen zu haben. Eine größere Blamage haben sich die Herren der Stockholmer Preise bisher nicht geleistet (wenn man davon absieht, daß sie es in all ihren viele Spesen verschlingenden Sitzungen ebenfalls nicht geschafft habe, den Biologen Seymor Benzer zu ehren, der im letzten Jahr gestorben ist).

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Autor: Ernst Peter Fischer· 16.04.08 · 09:19 Uhr· 1 Kommentar

10. April 2008

Das Atomium wird Fünfzig

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 1

Während sich das intellektuelle Volk daran macht, die Revolution der 68er zu feiern - wobei diese Bewegung in meinen Augen die Bezeichnung "Revoluton" nur durch ihr Marketing verdient hat, das bis heute funktioniert -, übersieht man erneut, was wirklich wichtig ist, nämlich unsere Einstellung zum Atom. Vor fünfzig Jahren wurde in Brüssel ein Eisenkristall in 160milliardenfacher Vergrößerung aufgestellt und als "Atomium" bekannt. Damals dachte man noch schön fortschrittlich, und auch wenn wir gerne die 1950er Jahre als miefig deuten, so haben sie doch mehr Einfluss auf unsere Gegenwart, als wir uns klarmachen. Damals wurde dem technischen Fortschritt die Rolle bei der Aufrechterhaltung des Wirtschaftswachstums zugewiesen, die er bis heute hat. Damals begannen Bayern und Bden-Württemberg sich als Hochburgen der neuen Technologien zu profilieren, und das hat Folgen bis heute, wie die Verteilung der Elitehochschulen zeigt. Sie sind da, wo die 1950er Jahre sie haben wollten. Und wir sind auch da. Allerdings ...

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Autor: Ernst Peter Fischer· 10.04.08 · 13:02 Uhr· 1 Kommentar

09. April 2008

Weniger Wasser

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 3

Irgendwann gehörte es zum Standardbild eines Hörsaals, daß in ihm strickende, häckelnde oder sonstwie alternativ beschäftigte Personen saßen, die offenbar keine Zeit für den Fall verschwenden wollten, daß das Gehörte - die Vorlesung - über ihre Köpfe hinweg ging. Als das Strickzeug aufgebraucht war, kam die Wasserflasche. Heutzutage gluckst es dauernd, wenn in der Universität gelehrt wird, wobei das Herumschleppen von Wasserflaschen auch zum Standard von Rucksackreisenden gehört, die sich dadurch noch breiter machen. Sie können auch aus dem Stegreif erläutern, weshalb man nie ohne Wasserflasche sein und helle Nass literweise zu sich nehmen soll. Ich selbst hatte immer ein schlechtes Gewissen. Ich trinke Wasser nicht gerne, weil es zum einen doch schon in meinem Mund ist und also nicht schmeckt, und weil ich zum zweiten dann dauernd austreten - Wasser abschlagen - muss. Ich habe nie solche Flaschen mit mir rumgeschleppt, und jetzt bekomme ich Zustimmung dafür von Wissenschaft. Weg mit den Wasserflaschen!

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Autor: Ernst Peter Fischer· 09.04.08 · 15:37 Uhr· 3 Kommentare

08. April 2008

Hipposandalen

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 1

In seinem Buch "Das Leben im Mittelalter", das gerade bei Piper erschienen ist, stellt der französische Historiker Robert Fossier seine zu bejubelnde Ansicht vor, daß die Erfindung des Hufeisens für den Fortschritt der Menschheit wichtiger gewesen sei als die theologische "Summa" des Thomas von Aquin. Der offiziellen Geschichtsschreibung zufolge sind Hufeisen im Mittelalter erfunden worden. Vermutlich sind sie damals in großem Umfang eingesetzt worden, nachdem die Römer bereits Hipposandalen konstruiert hatten, um mehr Militärisches mit den Pferden unternehmen zu können.
Wie sehr das Hufeisen nicht nur zur Landwirtschaft - und damit zum Wohlergehen der Menschen -, sondern zum Denken beigetragen hat, zeigt sich daran, daß Hufeisen zum Glückssymbol aufgestiegen sind - dann hängt man sie mit der Öffnung nach oben auf - oder als Schutzmacht funktionieren - mit der Öffnung nach unten.

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Autor: Ernst Peter Fischer· 08.04.08 · 09:45 Uhr· 1 Kommentar

Die angekündigte Revolution

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 1

In der Ausgabe der Zeitschrift NATURE vom 3.4.08 erfahren wir etwas von der Möglichkeit, mit Hilfe von verbesserten Instrumenten (so genannte Laserkämme) Planeten von der Größe der Erde aufzuspüren, und zwar außerhalb unseres Sonnensystems. Man verfügt bislang nur über Apparate, die extrasolare Planeten von der fünffachen Größe der Erde erfassen können.

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Autor: Ernst Peter Fischer· 08.04.08 · 09:22 Uhr· 1 Kommentar

07. April 2008

Die Nüchternheit der Forscher

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 2

In Olomour, das in Tschechien liegt, gibt es eine Palacky Universität, wenn die Nachricht im britischen Magazin New Scientist kein Aprilscherz ist (vom Datum des 29.3. her eigentlich augeschlossen). Hier gibt es einen Forscher namens Tomas Grim, der durch - sicher sehr sorgfältige - Untersuchungen herausgefunden hat, daß Wissenschaftler, die mehr Bier trinken, weniger publizieren, und diese Arbeiten werden auch noch weniger zitiert. Jetzt kann man entweder fragen, wie viel Bier man trinken muss, um nichts mehr zu publizieren, oder was man sonst aus diesen Ergebnis einer wissenschaftlichen Arbeit lernen kann.
(Übrigens - die Ergebnisse lassen nicht erkennen, ob die Forscher erst trinken und dann weniger publizieren, oder ob sie weniger publizieren und dann mehr trinken. Nehmen wir an, daß sich niemand betäuben will uns es nur um Stimulanz geht.)

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Autor: Ernst Peter Fischer· 07.04.08 · 08:16 Uhr· 2 Kommentare

04. April 2008

Nichts im Fernsehen

Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften

Neulich war wieder Wissenschaft im Fernsehen - in den Hauptnachrichten -, und wieder ging es um Dinge, bei denen sich leicht die Stirn runzeln ließ. Irgendwelche Briten haben menschliche und viehische Embryonen kombiniert, zum Glück ohne uns vorzuführen, wie das Kuhmenschlein oder die Menschenkuh umherläuft.

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Autor: Ernst Peter Fischer· 04.04.08 · 11:04 Uhr· 0 Kommentare

Das Hirn der FAZ

Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 2

Seit einigen Wochen erläutert uns das Blatt, hinter dem sich immer ein kluger Kopf vesteckt, wie man diesen benutzt, wenn man die FAZ gerade nicht liest. (Ich warte noch auf den Beitrag, der mir sagt, wie man trainieren kann, einen Beitrag zu lesen). Am 3. April 2008 hat uns jemand erläutert, wie man Hirnareale auf Trab bringt, wenn man vor sich hin döst.

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Autor: Ernst Peter Fischer· 04.04.08 · 10:39 Uhr· 2 Kommentare

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