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Ernst Peter Fischer studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte 1977 am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Im Jahr 1987 habilitierte er in Wissenschaftsgeschichte. Heute ist er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Konstanz. Als Autor zahlreicher Bücher wie Einstein für die Westentasche (2005) oder Die Andere Bildung (2003) will er Wissenschaft spannend für jederman präsentieren. Als Wissenschaftsautor schreibt er für die Zeitschriften GEO, Bild der Wissenschaft und die Frankfurter Allgemeine Zeitung. epfischer.com
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24.03.08 · 20:45 Uhr
Friedenspfuscher
Kategorie: Kultur · Kommentare: 2
Ostern ist nicht nur die Zeit der Eiersuche - Frage: Woher kommt der Osterhase unter historischen Aspekten? -, sondern auch die Zeit der Verkünder von Frieden. Der Papst redet davon, die Gläubigen beten dafür, die Marschierer marschieren zu diesem Zweck, und die Olympische Flamme wird als Friedenbotschaft um die Welt geschickt. In diesem Jahr ausgerechnet in die Stadt mit den kriegslüsternen Politikern, die sich am liebsten die ganze Welt als Provinz einverleiben würden und zurzeit Tibet brutal unterdrücken und Taiwan drangsalieren. Was die Frage aufwirft, warum all die vielen Gebete und andere Bemühungen um den Frieden offensichtlich nichts fruchten, und zwar nicht nur heute, sondern seit es Menschen gibt? Auf mich wirkt es bestenfals lächerlich und eher heuchlerisch, wenn der Papst nach dem Frieden in der Welt ruft, den er selbst nicht einmal unter den Glaubensbrüdern arrangieren kann? Oder herrscht etwa Frieden zwischen Katholiken und Prostestanten?
Nach Frieden schreien alle, am Frieden scheitern alle. Selbst der große Denker Carl Friedrich von Weizsäcker hat zu dem Thema Frieden auf vlel mehr als tausend Seiten nur Hifloses zu sagen. Wer den Frieden will, so liest man es über einen Zeitraum von 50 Jahren bei dem großen Mann, muss die Institution des Krieges abschaffen. Als ob man den Krieg wie ein Arbeitsamt abschaffen könnte?!
Ich hasse Leute, die Krieg führen, und ich habe mit Mühen den Wehrdienst verweigert. Aber ich weiß, daß es eine menschliche Natur gibt, die kämpfen will und die ihren Platz dafür braucht. Was der Papst, der Professor und die Protestler nicht merken, daß sie eine Kultur fordern, die der menschlichen Natur widerspricht. Den Frieden, zu dem sie aufrufen, wird es nie geben. Wenn sie damit weitermachen, lösen sie bei mir nur Aggressionen aus. Gegen diesen unentwegt wiederholten Blödsinn bin sogar ich kampfbereit.
Autor: Ernst Peter Fischer· 2 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (2)
Nun bin ich in keinster Weise Historikerin, aber wenn mich mein Gelerntes und Gelebtes nicht komplett verwirrt, so war die Atombombe jenseits aller Demonstrationen und Gebete das bisher erfolgreichste Friedensmodell - zumindest im großen Maßstab. Durch die offenbar begründete Angst vor einem kollektiven Niedergang der Menschheit, wurden seit Hiroshima wenigstens die großen Kriege nicht mehr angezettelt. Zugleich dient natürlich jeder Verdacht, ein kleiner Staat könne derartige (atomare oder biologische) Waffen bald besitzen, als Freischein zum sofortigen Einschreiten, mit allen Waffen, außer eben denselben. Streubomben zählen zum kriegerischen Alltag ebenso wie in nicht-kriegerischen Gebieten Amokläufe. Die Menschheit ist nun mal nicht gut. Die einen beten, die anderen schießen.
@blugger
Ob die Atombombe wirklich der Grund für den kalten Frieden war, darüber streiten man sich. Das schwierig ist, dass man ein nicht-Ereignis zu erklären versucht. Es gibt einige andere Ansätze, die dieses Non-Event erklären könnten (nur zwei Supermächte ohne gemeinsame Grenze, beide im Besitz von Rohstoffen, etc...). Es gibt sogar Theorien die besagen, dass erst durch den Terror der Atombombe Konflikte niedriger Intensität möglich wurden, da ein Einsatz undenkbar wurde.