Blog durchsuchen
Profil

Ernst Peter Fischer studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte 1977 am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Im Jahr 1987 habilitierte er in Wissenschaftsgeschichte. Heute ist er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Konstanz. Als Autor zahlreicher Bücher wie Einstein für die Westentasche (2005) oder Die Andere Bildung (2003) will er Wissenschaft spannend für jederman präsentieren. Als Wissenschaftsautor schreibt er für die Zeitschriften GEO, Bild der Wissenschaft und die Frankfurter Allgemeine Zeitung. epfischer.com

Kommentare

Archiv März 2008

26. März 2008

Keine Kritik an Kritikern

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 1

Ich schreibe viele Bücher, die - wie man erwartet - rezensiert werden. Wie viele Autoren freuen mich gute und wurmen mich abwertende Rezensionen. Ich habe mir aber fest vorgenommen, keine Kritik an Kritiken zu üben, und will das auch durchhalten. Dennoch will ich mich jetzt einmal zu einigen Rezensionen meines Buches über Max Planck äußern, dessen 150. Geburtstag im April zu feiern ist, und zwar solchen, die sich - nachdem sie einige zum Teil peinliche und hoffentlich bald zu korrigierende Fehlern angemerkt haben - darüber ärgern, daß ich etwas von der Nachtseite (dem Unbewussten in) der Wissenschaft erzähle, das den Rezensenten zufolge bei Planck nichts verloren hat. Ich will die Kritiker nicht kritisieren, sondern nur wissen, wer den größeren blinden Fleck hat, wobei der erweiterte Text darlegt, was damit gemeint ist.

...mehr


Autor: Ernst Peter Fischer· 26.03.08 · 18:06 Uhr· 1 Kommentar

24. März 2008

Friedenspfuscher

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 2

Ostern ist nicht nur die Zeit der Eiersuche - Frage: Woher kommt der Osterhase unter historischen Aspekten? -, sondern auch die Zeit der Verkünder von Frieden. Der Papst redet davon, die Gläubigen beten dafür, die Marschierer marschieren zu diesem Zweck, und die Olympische Flamme wird als Friedenbotschaft um die Welt geschickt. In diesem Jahr ausgerechnet in die Stadt mit den kriegslüsternen Politikern, die sich am liebsten die ganze Welt als Provinz einverleiben würden und zurzeit Tibet brutal unterdrücken und Taiwan drangsalieren. Was die Frage aufwirft, warum all die vielen Gebete und andere Bemühungen um den Frieden offensichtlich nichts fruchten, und zwar nicht nur heute, sondern seit es Menschen gibt? Auf mich wirkt es bestenfals lächerlich und eher heuchlerisch, wenn der Papst nach dem Frieden in der Welt ruft, den er selbst nicht einmal unter den Glaubensbrüdern arrangieren kann? Oder herrscht etwa Frieden zwischen Katholiken und Prostestanten?

...mehr


Autor: Ernst Peter Fischer· 24.03.08 · 20:45 Uhr· 2 Kommentare

07. März 2008

Krieg und Krebs

Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 2

In den USA ist ein Buch über THE SECRET HISTORY OF THE WAR ON CANCER erschienen, und wenn die Autorin Devra Davies, die Direktorin am Zentrum für "Environmental Oncology" in Pittsburgh ist, nicht maßlos übertreibt (was ich nicht glaube), dann sind wir in den letzten Jahrzehnten - spätestens seit Präsident Nixon 1971 den National Cancer Act unterzeichnet hat - belogen und betrogen worden, daß einem die Haare zu Berge stehen. Viele der Mediziner, die uns über Verbindungen wie Rauchen und Lungenkrebs aufgeklärt und sich als Helden gefeiert lassen haben, standen tatsächlich in Diensten von Unternehmen und Gruppen, die nur Interesse an Beschwichtigungen und Unter-dem-Telppich-Kehren hatten. Leider giibt es keinen Hinweis darauf, daß es heute anders ist. Die Krebsforschung scheint derart kommerzialisert zu sein, daß wir weiter mehr belogen als geheilt werden.

...mehr


Autor: Ernst Peter Fischer· 07.03.08 · 11:02 Uhr· 2 Kommentare

02. März 2008

Die Schöpfer - Teil 2

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 1

Zur Zeit zeigt das Zentrum Paul Klee in Bern (bis zum 27. April) eine Ausstellung unter dem Titel "Genesis - Die Kunst der Schöpfung". In ihr geht es - wie unter www.zpk.org nachzulesen ist -, um ein Thema, "das sowohl in der Kunst wie auch in der Genetik eine zentrale Rolle spielt: die Schöpfung".
So schön das Konzept klingt und so erfreut die museale Verbindung von Kunst und Wissenschaft registriert wird - die Idee der Schöpfung im Bereich der Wissenschaft auf das Hervorbringen von Chimären und anderen Eingriffen in der Erbgut zu beschränken, ist wenig kreativ und dümmlich naiv. Spannender und wichtiger wäre die Frage, wie sich die Blicke von Kunst und Wissenschaft zusammenfinden und ergänzen können, um etwas mehr von den Wundern zu verstehen, die sich vor unseren Augen abspielen.

...mehr


Autor: Ernst Peter Fischer· 02.03.08 · 09:58 Uhr· 1 Kommentar

Die Schöpfer - Teil 1

Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 1

Als ich ein kleiner Junge war, durfte ich ab und zu im Gemeindehaus das Mittagessen einnehmen. Meistens gab es Suppe. Wenn der Topf auf dem Tisch stand, nahm der Gemeindediener einen Löpfel von der Wand, um mit ihm die Portionen in unserer Teller zu füllen. Dies Tätigkeit nannte man "schöpfen", und entsprechend hieß der Suppenlöffel "der Schöpfer". So stand es auch an der Wand, und seit dieser Zeit muss ich immer lachen, wenn jemand von der Schöpfung und dem Schöpfer spricht. Ich werde erst ruhig, wenn es um die Schöpfer in der Mehrzahl geht, also um Wissenschaftler und Künstler. Das heißt, ich werde - im Gegenteil - höchst unruhig und verärgert, wenn ich immer wieder Unsinn der Art lesen muss, daß nur der Künstler kreativ ist und etwas Neues erfindet, während der Wissenschaftler doch nur auf- oder entdeckt, was schon vorher vorhanden war. Den schlimmstenStuss zu diesem Thema finden wir in Georg Steiners "Grammatik der Schöpfung", dem es tatsächlich gestattet ist, das kreative Genie eines Künstlers der anonymen Masse der Wissenschaft entgegenzustellen. Ich will mich aber nicht weitere aufregen und stattdessen im erweiterten Text ein Beispiel für Kreativität in der Wissenschaft vorführen.

...mehr


Autor: Ernst Peter Fischer· 02.03.08 · 09:24 Uhr· 1 Kommentar

ScienceBlogs.com

mehr auf www.scienceblogs.com »