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Ernst Peter Fischer studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte 1977 am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Im Jahr 1987 habilitierte er in Wissenschaftsgeschichte. Heute ist er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Konstanz. Als Autor zahlreicher Bücher wie Einstein für die Westentasche (2005) oder Die Andere Bildung (2003) will er Wissenschaft spannend für jederman präsentieren. Als Wissenschaftsautor schreibt er für die Zeitschriften GEO, Bild der Wissenschaft und die Frankfurter Allgemeine Zeitung. epfischer.com

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07.02.08 · 15:08 Uhr

Mann und Frau - Barack und Hillary

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 1

Es ist nicht nur eine politisch neue Situation, die sich in der demokratischen Partei der USA anbahnt, indem nicht zwei Männer, sondern eine Frau und ein Mann gegeneinander antreten. Es ist auch eine neue Situation in Hinblick auf die Evolutionsbiologie, die die beiden Geschlechter nicht selektioniert hat, um gegeneinder, sondern um miteinander zu kämpfen.

Damit sie ihre ursprünglich unterschiedlichen Aufgaben gut ausführen könne, hat die Evolution zum Beispiel den Männern sowohl eine hohe Mißerfolgstolerenz als auch eine hohe Selbsteinschätzung mit auf den Weg gegeben. Sonst wären sie bei den wählerischen Weibchen nicht zum Zug gekommen und also heute nicht mehr (oderur selten) im Genpool vertreten. Es waren damit - so die Ansicht der Evolutionsbiologie - ausgerechnet die Frauen, die den Männer früher die Eigenschaften abgefordert (antrainiert) haben, die ihnen heute zum Sieg verhelfen, wenn beide Geschlechter um dieselbe Stellung ringen dürfen. Gewinnt also unvermeidlich Barack?

Wie sagte Jack Nicholson, der häßlichste Held Hollywoods? Hillary ist "the best man for the job", und er könnte recht haben. Wenn eben von Männern und Frauen die Rede war, so hätte dort besser "das Männliche" und "das Weibliche" gestanden. Frauen können sehr männlich und Männer ziemlich weiblich sein. Was die Gesellschaft besonders reizt, sind männliche Eigenschaften - Abenteuerlust, Risikobereitschaft, Angeberei, Draufgängertum, Siegeswille und mehr -, und die Frage ist, ob eine Frau so männlich werden kann, daß die gewählt wird. Wenn Hillary gewinnt - und sie hat meine Sympathien -, dann zeigen wir noch lange nicht, daß die Zeit der Frauen gekommen ist. Dann hat sie nur bewiesen, was Jack gesagt hat, daß sie der bessere Mann ist. Immerhin.

 

Autor: Ernst Peter Fischer· 1 Kommentar· Permalink· Trackback-URL

Kommentare (1)

Kommentar-Direktlink Peter Artmann· 07.02.08 · 22:28 Uhr

Wenn man sich die beiden so anguckt, denkt man die sollten doch zusammen Kinder zeugen, vielleicht würde dann ja eins von denen für das Amt taugen.
Aber alterstechnisch dürfte das bei Hillary knapp werden (zumindest mit eigener Eizelle - aber die Frau von Welt hat doch sicher tiefgefroren?).
Jedenfalls kann ich die deutsche Begeisterung für mögliche Kandidaten in den Staaten nicht nachvollziehen. Vielleicht ist mein Gemüt dafür zu bescheiden.
Endlich ist auch mal in Deutschland was los: Wir haben die PDS in westdeutschen Parlamenten (gibt es demnächst eine Antifa gegen Kommunisten? Ich meine die Gulags waren doch real!)
In Hessen gibt es keine Mehrheit. Und die Zeitungen titeln mit Barrack und Hilary. Also wenn ich drüben wählen dürfte, würde ich mich für Britney entscheiden.

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