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Profil

Ernst Peter Fischer studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte 1977 am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Im Jahr 1987 habilitierte er in Wissenschaftsgeschichte. Heute ist er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Konstanz. Als Autor zahlreicher Bücher wie Einstein für die Westentasche (2005) oder Die Andere Bildung (2003) will er Wissenschaft spannend für jederman präsentieren. Als Wissenschaftsautor schreibt er für die Zeitschriften GEO, Bild der Wissenschaft und die Frankfurter Allgemeine Zeitung. epfischer.com

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30.01.08 · 19:07 Uhr

Eine Klage

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 2

Dieser Blog hat nichts mit Wissenschaft zu tun. Er soll nur einen Ort sein, wo ich meinen Frust loswerde. Ich bin ein alter Mann (gerade 61 geworden) und hatte eine Lieblingssendung im Fernsehen und einen Lieblingssender im Radio. Beide gibt es noch, aber völlig verwandelt, und zwar bis zum Blödsinn. Ich halte beide nicht mehr aus und will einmal fragen, ob es anderen ähnlich geht. 

Die Lieblingssendung war die Sportschau, die früher klar strukturiert war: Keine Werbung und das wichtigste Spiel zuerst. Jetzt kommen Werbung, Gewinnspiel, Gequatsche, Vorschau und irgendwann, wenn man schon eingeschlafen ist, das Spiel zweier Mannschaften im Niemandland der Tabelle, und wenn man ins Theater will, kommt das, was man sehen wollte. Also - weg mit der Sportschau.

Der Lieblingsender hieß SWR3, und er versprach gute Musik und punktgenaue Information. Jetzt vergeht die meiste Zeit damit, daß der Sender drönend sagt - daß eine Stimme im Sender brüllt -, man solle ihn einschalten. Das habe ich doch schon. Außerdem sollen dauernd Leute anrufen, die nichts zu sagen haben außer "Dufte, echt geil, Superstimmung" usw. und die sagen, wie toll es ist, daß sie das bei SWR3 sagen dürfen. Echt Scheiße, denke ich da. Das Ganze macht mich rasend. Der Wetterbericht kommt von einem Wetterman ("Wettermän"), die Börsennachrichten von einem Börsenman ("Börsenmän"), und dauernd muss irgendwo eine Party sein und ein Elch grunzen. Radiokultur - die gibt es, aber nicht mehr bei SWR3, das ist vorbei. Ich schalte nicht ab, sondern nicht mehr ein.

 

Autor: Ernst Peter Fischer· 2 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

Kommentare (2)

Kommentar-Direktlink Radioliebhaber· 17.03.08 · 17:22 Uhr

Lieber EP Fischer,
als mittelalter Mann (40 J.) stimme ich Ihnen unumschränkt zu. Dudelsender allenorten, zum Grausen. Blöde geht die Welt zugrunde. Tröstlich ist nur, dass selbst die Jungen (U20) sich solchem Mist zunehmend verweigern.
Als persönliche Konsequenz habe ich den Fernseher vor vielen Jahren abgeschafft (da war ich selbst noch U30) und stattdessen im Laufe der Jahre eine stattliche Sammlung von DVDs (Spielfilme, Dokumentationen, etc) angehäuft. Völlig werbefrei!
Die Sportinfos (Olympia, TdF, Bundesliga etc.) hole ich mir aus dem www, auch wenn der Verzicht auf bewegte Bilder oftmals schmerzt, sowie, zweimal im Jahr (Ostern & Weihnachten) auf Großelterns Flimmerkiste.
An guten Radiosendern verbleibt mir als in Bayern lebender immerhin BR 2 (inkl. des Zündfunks) und die beiden Deutschlandfunks (Köln, Berlin).
Mir tun nur meine Kinder leid. Die werden mir nie glauben, dass es einst auch gutes Rundfunkprogramm gab.
Ein Sympatisant

Kommentar-Direktlink Andy· 04.08.08 · 16:41 Uhr

Ich hatte vor ein paar Jahren eine Lieblingssendung auf Bayern2 Radio: die Welt am Abend: 30 Minuten lang Informationen pur. Heute heißt die Sendung Radio Welt, dauert eine Stunde und wird ständig von Musik unterbrochen - ich kann es nicht mehr anhören!

Viele Grüße
Andy

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