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Profil

Ernst Peter Fischer studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte 1977 am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Im Jahr 1987 habilitierte er in Wissenschaftsgeschichte. Heute ist er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Konstanz. Als Autor zahlreicher Bücher wie Einstein für die Westentasche (2005) oder Die Andere Bildung (2003) will er Wissenschaft spannend für jederman präsentieren. Als Wissenschaftsautor schreibt er für die Zeitschriften GEO, Bild der Wissenschaft und die Frankfurter Allgemeine Zeitung. epfischer.com

Kommentare

Archiv Dezember 2007

20. Dezember 2007

Früher war mehr Durchbruch

Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 3

"Früher war mehr Lametta!" So klagt Loriot über Weihnachten. "Früher war mehr Durchbruch!" So nutze ich den Satz, um den Durchbruch des Jahres 2007 zu kommentieren, den "Science" in diesen Tagen ankündigt. Was ist der Durchbruch? Die Variation des menschlichen Genoms! Die Variation des menschlichen Genoms? Was soll denn zu durchbrechen sein, außer dem eigenen Vorurteil, daß es da mehr Invarianz als Varianz gibt. Was ist überhaupt "das" Genom? Auf keinen Fall etwas in lebenden Zellen oder gar Organismen, sondern irgendwelche Daten in irgendwelchen Computern, die irgendwelche Leute als menschliches Genom deklarieren. Wenn wir auf sie weniger hören würden - das wäre der Durchbruch des Jahres. Auf ihn warten wir.

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Autor: Ernst Peter Fischer· 20.12.07 · 19:59 Uhr· 3 Kommentare

18. Dezember 2007

Die Frauen des Lebens

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 1

Neulich habe ich mich darüber beklagt, daß die raffinierten Proteine als dumpfe Eiweisse beschrieben werden und manche Leute das für eine Erklärung halten. Ja, wie sollen wir die Proteine denn nennen? So wurde jetzt nachgefragt, und zwar von Männern. Das wundert mich nicht. Denn die Proteine sind die Frauen der Zellen, die rennen, wenn es die Männer, die Gene, befehlen, die eigentlich nur herumliegen und sich bedienen lassen. Wer Proteine besser beschreiben will, braucht eine Metapher, in der Schönheit und Qualität zugleich ausgedrückt und eingefangen werden. Eine lohnende Aufgabe! Übrigens - der im letzten Blog zitierte Aufsatz, der den Proteinen eine "personality" bescheinigt, stammt von zwei Frauen!

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Autor: Ernst Peter Fischer· 18.12.07 · 19:12 Uhr· 1 Kommentar

17. Dezember 2007

Primadonnen des Lebens

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 1

Mit den Primadonnen des Lebens sind die kleinen Wunderwerke in den Zellen gemeint, die Biochemiker als Proteine bezeichnen. Sie geben hier den Ton an, sie sind die Stars des Ensembles, aber sie sind höchst empfindlich und müssen ganz vorsichtig behandelt werden. In der jüngsten Ausgabe von "Nature" (erschienen am 13.12.07) wird den Primadonnen eine eigene Sektion gewidmet. In Dynamic personalities of proteins von Katherine Henzler-Wildman & Dorothee Kern sowie in The molecular sociology of the cell von Carol V. Robinson, Andrej Sali & Wolfgang Baumeister zeigen die Autoren gehörig Respekt vor ihren Gegenständen. Da ist davon die Rede, daß Proteine "Persönlichkeiten" haben, deren Berücksichtigung eine "Soziologie der Zelle" nach sich ziehen könnte, und mehr. Warum ich das alles aufschreibe? Das steht im erweiterten Text, der böse wird.

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Autor: Ernst Peter Fischer· 17.12.07 · 12:19 Uhr· 1 Kommentar

16. Dezember 2007

Die Bedeutung des Mannes

Kategorie: Kultur

Die Bedeutung des Mannes - ein gewichtiges Thema, das aber hier ganz locker auf eine simple Zahl zurückgeführt werden soll. Genauer: Es soll gefragt werden, ob das geht, und dieser Blogg bitte um Hilfe, um zu klären, ob die Hypothese, daß alte Männer kluge Kinder zeugen, zutrifft oder nicht. Die Hypothese stammt von einer alten Dame, die - von eigenen Beispiel ausgehend - bemerkt hat, daß Aufsteiger, die aus der Grundschicht ihrer Gesellschaft kommen, Väter haben, die mehr als - oft viel mehr als - dreißig Jahre alt sind. Stimmt das oder stimmt das nicht? Wenn es stimmt, dann könnte man leicht erklären, weshalb manche Gruppen nicht aufsteigen. Sie haben keine schlechten Gene; vermehren sie (und sich) nur zu früh.

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Autor: Ernst Peter Fischer· 16.12.07 · 14:22 Uhr· 0 Kommentare

15. Dezember 2007

Zahlen sprechen - aber richtig

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 7

Wenn mir jemand eine Telefonnummer im Zweierpack durchgibt, bekomme ich Panik. Ich kann "zweiundachtzig-vierunddreißig-siebenundfünfzig" nicht mitschreiben. Ich könne das nur, wenn jemand "achtzigzwei-dreißigvier-fünfzigsieben" sagt. Dann kann ich in derselben Reihenfolge mitschreiben: 823457, wobei man diese Nummer auch so aussprechen kann: Acht-zwei-drei-vier-fünf-sieben". Die letzten beiden Weisen des Sagens gehen, nur die erste nicht. Warum ist dann diese Art der Sprechens die, die wir lernen müssen? Warum sagen wir zweiundachtzig statt achtzigzwei oder einundzwanzig statt zwanzigeins? Kann das nicht im kommenden Jahr der Mathematik besser gemacht werden?

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Autor: Ernst Peter Fischer· 15.12.07 · 16:04 Uhr· 7 Kommentare

09. Dezember 2007

Falsch programmiert - Eine Antwort an Markus

Kategorie: Naturwissenschaften

Lieber Markus Anhäuser, ich bin technisch nicht versiert und finde das die leichteste Art, auf Deinen Blog zu antworten. Schön, daß wir uns so näherkommen. Ich gehe auf Details unten (erweiterter Eintrag) ein, will hier nur Deinen Wunsch erfüllen, Dir ein neues Wort an die Hand zu geben. Grundsätzlich bin ich der Meining, daß man bescheiden bleiben soll, wenn man keine Ahnung hat. Es ist zum Beispiel einfach Unsinn zu sagen, das menschliche Genom sei entschlüsselt. Es ist offengelegt worden. Das ist doch gut und schön und reicht mir. Und wenn wir etwas von Programmen des Lebens murmeln (um so die Schlauen zu spielen), dann wollen wir doch nur sagen, daß wir Prozesse anschauen, die vom Genom geleitet sind. Genomisch geleitet - nicht einmal genetisch. Wir müssen uns vor den großen Worten schützen. Sie behindern das Denken und machen dumm.

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Autor: Ernst Peter Fischer· 09.12.07 · 15:11 Uhr· 0 Kommentare

Genetisch kommt von Goethe

Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 1

Die hohe Qualität der Dichtung besteht darin, ihre Gegenstände gut zu beschreiben. Die hohe Qualität der Naturwissenschaft besteht darin, ihre Gegenstände genau zu benennen. Wer sich über oder zur Wissenschaft äußert, sollte also wissen, was seine Worte bedeuten. Leider trifft diese an sich banale Forderung nicht immer zu. Was soll zum Beispiel "genetisch" bedeuten? Heißt es "angeboren"? "Vererbbar"? "Von Genen bedingt?" Wer den genannten Wörtern nachlauscht, wird merken, daß sich da große Unterschiede auftun. Mir scheint daher, daß "genetisch" keinen Sinn mehr macht - außer in seiner Urform, und da kommt es von Goethe, nicht von den Genen.

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Autor: Ernst Peter Fischer· 09.12.07 · 14:43 Uhr· 1 Kommentar

04. Dezember 2007

Der schiefe Turm von PISA

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 1

Nun messen wir erneut, was nicht zu messen ist, nämlich die Bildung. Ausgerechnet Geisteswissenschaftler, die sonst gar nicht laut genug erklären können, daß Galilei unrecht hatte, als er die Welt in Dinge einteilte, die schon vermessen waren und die noch vermessen werden, ausgerechnet die werden plötzlich ganz genau und zahlengläubig, wenn es um Bildung geht.

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Autor: Ernst Peter Fischer· 04.12.07 · 18:27 Uhr· 1 Kommentar

03. Dezember 2007

Das Ende der Programme

Kategorie: Medizin

In diesen Tagen ist erneut eine Menge von Stammzellen die Rede. Das ist schön, aber nicht ohne begriffliche Probleme. Denn wer das Gedröne der Ethiker und anderer Bedenkenträger überstanden hat und sich der Wissenschaft zuwenden kann, wird eher unbemerkt von den Fachleuten und den Medien mit einem Wort bedient, das plötzlich so einfach da steht und wichtig wirkt. Dabei bleibt es unbegründet, und es ist nachweislich unsinnig. Gemeint ist Wort von der "Reprogrammierung", das etwa eine Hautzelle über sich ergehen lassen muß, um Stammzelle zu werden. Um es deutlich zu sagen - im Leben laufen keine Programme ab, also auch keine genetischen. Wer mehr wissen will, wird auf den erweiterten Beitrag verwiesen.

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Autor: Ernst Peter Fischer· 03.12.07 · 20:20 Uhr· 0 Kommentare

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