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Ole Sumfleth, gebürtiger Hamburger, studiert Geophysik und Geologie an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. Vulkane, Erdbeben, Klimawandel, Energie und Rohstoffe, Leben auf fernen Planeten - alles Fragen unserer Zeit, für die Geowissenschaftler (neben vielen anderen) nach Antworten suchen. Hier schreibt er über all das - und noch viel mehr.
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21.06.10 · 18:39 Uhr
Passatwinde und Schwefeleruptionen in Namibia
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 4
Das NASA Earth Observatory Centerist immer eine gute Anlaufstelle für Daten und Bilder, die die NASA von ihren eigenen Satelliten zusammenstellt.
Auf folgendem Bild lassen sich gleich mehrere Phänomene bewundern:
Das Echtfarben-Satellitenfoto wurde vor wenigen Tagen vom Moderate Resolution Imaging Spectroradiometer (MODIS) an Board des Terra-Satelliten aufgenommen und zeigt in wunderschöner Gleichmäßigkeit die Passatwinde, welche den Wüstenstaub über den Atlantik tragen. Verfolgt man die Plumes bis zu ihrem Entstehungspunkt, erkennt man, dass der Staub gar nicht von den Dünen stammt, sondern aus ausgetrockneten Flusssedimenten hochgewirbelt wird (siehe auch die Farbe der Sedimente). Auch deshalb sieht man mehrere diskrete "Sandwolken" und keine homogene Staubschicht. Der Staub kann dabei bis nach Südamerika geweht werden.
Der türkise "Fleck" oben im Bild ist ein einzigartiges Phänomen, es ist in dieser Form nur von der Küste Namibias bekannt. Kalte und nährstoffreiche Strömungen sorgen für abruptes Wachstum von Phytoplankton - mehr, als in der Nahrungskette konsumiert werden kann. Das Plankton sinkt auf den Meeresgrund, wird bakteriell zersetzt und unter stark sauerstoffarmen Bedingungen entsteht Schwefelwasserstoff. An der Küste Namibias steigt dieser aufgrund auftreibender Strömungen nach oben und kommt mit sauerstoffreicherem Oberflächenwasser in Berührung - reiner Schwefel wird chemisch ausgefällt, die gelbe Farbe lässt das blaue Wasser damit grünlich erscheinen. Das Ergebnis kann äußerst gefährlich für einige Fischarten in der Region sein, zudem stinkt es gewaltig nach faulen Eiern.
via:
Olelog #1 and #2
NASA Earth Observatory
PS: Das ist mein erster SB-Eintrag seit fast einem Monat. So ganz weiß ich selber nicht, wie es dazu gekommen ist - es hatte sich die letzten Wochen einiges an Arbeit angesammelt und irgendwie fehlte mir die Lust zum Schreiben. Dazu kommt noch die WM :) Ab jetzt gibt es wieder mehr.
Autor: Ole Sumfleth· 4 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (4)
Ist es nicht auch so, dass dieser Sand der Düngung von Amazonien dient?
"PS: Das ist mein erster SB-Eintrag seit fast einem Monat. So ganz weiß ich selber nicht, wie es dazu gekommen ist - es hatte sich die letzten Wochen einiges an Arbeit angesammelt und irgendwie fehlte mir die Lust zum Schreiben. Dazu kommt noch die WM :) Ab jetzt gibt es wieder mehr."
*räusper*....
Ja, der Staub wirkt in Gebieten wie dem Amazonas wie Dünger. Die genauen Zusammenhänge und Abhängigkeiten sind teilweise unerforscht, das hier ist von der NASA:
Though wind-scoured and virtually barren, the southern Sahara Desert turns out to be a surprising sustainer of life an ocean away—in South America’s Amazon Rainforest. By studying NASA satellite data of the spread of dust across the globe, scientists discovered that more than half of the mineral dust that fertilizes the Amazon soil comes from a single spot in the southern Sahara, a large mountain-rimmed valley called the Bodele Depression.
hallo.
ich habe ein anliegen...
ich muss für meine lehrabschlussprüfung einen bericht über den passatwind schreiben und unter anderem ein interview oder einen praktischen teil dazu abgeben,...von allen wetter zentren oder ähnlichem, bekomme ich nur absagen.
ich suche überall im internet auf irgendwelche hinweise..wo was möglich wäre...
kannst du mir da weiter helfen? ich wääääre soooo dankbaar :)
liebe grüsse!