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Alexander Knoll ist Biologe. Für seine Promotion am Karlsruher Institut für Technologie versucht er, die DNA-Reparatur und -Rekombination in Pflanzen besser zu verstehen.
Emanuel Heitlinger promoviert an den Universitäten Karlsruhe und Edinburgh. Er untersucht mit Hilfe von Hochdurchsatz-DNA-Sequenzierung die Evolution eines Wirt-Parasit-Systems.
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12.10.09 · 22:52 Uhr
Was denkt ihr zum Begriff "Wissenschaft"?
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 15
Es gibt doch diese lustigen Wort-Assoziationsspiele. Ich sage einen Begriff, und ihr antwortet so schnell wie möglich mit dem Wort, das euch als erstes dazu in den Kopf kommt. Also, was kommt euch beispielsweise bei "Wissenschaft" in den Sinn? Wie gesagt, nicht das beste, sondern das erste Wort!
Glücklicherweise haben das Wissenschaftler der Uni Florida schon für uns gemacht. Die haben wohl sogar eine große Datenbank mit Wort-Assoziationen, die bis in die 1970er zurückreicht. Kiki Sanford von The Bird's Brain hat aus den 12 häufigsten Antworten zu "science" ein Wordle erstellt (die Größe des Worts steht für seine Häufigkeit):
Quelle: Wordle.net
Überrascht? Ich jedenfalls war es! Dass Biologie mit großem Abstand den ersten Platz macht hätte ich nicht erwartet. Ehrlich gesagt hätte es mich noch nicht einmal sehr überrascht, wenn die Biologie gar nicht in den Top 12 aufgetaucht wäre. Was war eure Antwort?
Autor: Alexander· 15 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (15)
>Was war eure Antwort?
natürlich:
"BIOLOGY"
Was nicht wundert, denn- egal, wie hoch ich scrolle- mein Gehirn kann dieses fette "BIOLOGY", unter Deinem Text gar nicht ausblenden. Das ist überschwellige, superliminale Beeinflussung der Kommentatoren, vielleicht solltest du die Versuchsanordnung ändern und die Begriffswolke kaschieren:-)
Ich stelle zweitens die Vermutung auf, dass es- ohne Beeinflussung- in meinem Fall "Biologie" gewesen wäre, schlicht weil das mein Studienfach war. Persönlicher pipapo, eben.
Und ich vermute drittens, dass einem Menschen zuerst Beispiele, Unterkategorien für XY einfallen. Also nicht Transferleistungen, wie "discipline", oder eine enthaltene Entität wie "discovery". Das spricht für "chemistry", "physics" "math" als Fächer, die beispielhaft/als Unterkategorie in den Köpfen stecken.
Von all diesen Fächern ist die BIOLOGY wahrscheinlich diejenige, mit der die Menschen die meisten Verknüpfungen haben. Doppelbindungen, die Viskosität von Getriebeöl, oder die p/q- Formel sind da eher mager verdrahtet.
Nein, ich kann das Ergebnis (im Nachhinein) gut nachvollziehen. Die einzig echte- und zutiefst freudig stimmende- Überraschung ist für mich "ART".
ART
ART
ART
und keine weiteren Beeinflussungen, bitte :0)
die BundesARTe
Ich denke zuerst an die Entstehung des Begriffs -schaft in "Wissenschaft", dann prasseln alle möglichen -schaften wie Gesellschaft, Knappschaft, Geschäft etc. ( Etymologie ) und gleichzeitig kommt alles, was mit "Wissen" und "Wissenschaft" zu tun hat:
1. Knappschaft ... Handwerk ... Dachdecker
2. Gesellschaft / Versicherung
3. Raumfahrt
4. Burschenschaft
5. Handwerk ... Dachdecker (abgeleitet von Knappschaft)
6. Mathematik (abgeleitet von Versicherung / Finanzmathematik)
7. ...
Die anderen 100 schenke ich mir jetzt. Ein einzelner Begriff löst bei mir eine ganze Kaskade von Wörtern aus, die inhaltlich nicht notwendigerweise etwas miteinander zu tun haben müssen. Wir schreiben und lesen im Deutschen von links nach rechts. Aber das Sprachverständnis läuft von rechts nach links: es heisst "der Körper" aber "die Körperhaltung".
Die Reihenfolge ist aber nicht reproduzierbar. Beim nächsten Mal würde mir wohl "Althochdeutsch" zuerst einfallen.
Mir war zu "Wissenschaft" zuerst Physik eingefallen, ganz nach der bereits erwähnten "persönlichen pipapo"-Theorie...
Was ich als unfair erachte, ist dass das wordle in Englisch ist, uns Lesern die Frage aber auf Deutsch gestellt wird. Ich komm natürlich nicht von "Wissenschaft" auf "Fiktion", oder zumindest nicht unter meinen ersten 25 Antworten! (Danach könnten allerdings meine "assoziativ gelockerten" Denkstrukturen anschlagen und eben diese Verknüpfung nicht nur möglich, sondern gar wahrscheinlich machen.. )
Auf der anderen Seite hätte ich glaube ich beim Begriff "science" das Wort "fiction" noch vor meiner eigenen Studienrichtung angegeben...
Bin überrascht, dass Physik nicht dabei ist. Mein Eindruck im deutschen Sprachraum ist, dass mit Wissenschaft doch sehr stark Physik assoziiert wird.
Außerdem mal etwas Kritik am Wordle als solchen: es ist ein Musterbeispiel dafür wie man statistische Visualisierungen NICHT machen sollte: Doppelte Häufigkeit bedeutet lediglich doppelte Fontgröße und die Wortlänge wird ebenfalls nicht berücksichtigt. (Siehe Wordle-FAQ). Dh. angenommen Biology wird doppelt so häufig wie Math genannt, dann ist die wahrnehmbare Fläche von Biology ungefähr 8mal so groß wie die von Math: Größenfaktor 2 des Fonts führt zu doppelter Breite multipliziert mit doppelter Länge multipliziert mit (fast) doppelter Buchstabenzahl. (für genauere Betrachtungen wäre noch das Flächenverhältnis der einzelnen Buchstaben zu betrachten).
Das Science-Wordle ist also höchst unscientific und höchstens vielleicht für Klimaforscher, Mediziner oder Soziologen geeignet ;-)
Gruß
Alexander
Physik ist die Königsdisziplin der Wissenschaften resp. was nicht Pseudowissenschaft ist. Mit Wissenschaft assoziert man auch das Sammeln von Wissen (ich tat es, bevor ich Popper gelesen hatte). Und da liegt Biologie näher, wenn man z.B. an ein zoologisches Museum denkt mit all den ausgestopften Tieren. Biologie ist alt sichtbarer als Physik. Warum Physik nicht erwähnt wird, könnte die folgende Anekdote erklären, die eine Bekannte von mir tatsächlich erlebt hat im Zugabteil.
Frau X: Und dann setzt man die Füsse in das Bad, gibt dieses Pülverchen dazu und stellt den Schalter ein. Das Bad entgiftet den Körper und das Gift sammelt sich als braune Schlacke im Bad. Frau Y: Und wie erklärt man das? Frau X: Das kann man nicht erklären, das ist Physik.
Ich glaube, dass ein Grossteil der Bevölkerung keine Ahnung hat, was Wissenschaft ist, trotz mindestens 9 Jahre Schulbildung. Und wenn man bedenkt, dass es auch Akademiker gibt, die Pseudowissenschaften wie z.B. Homöopathie vertreten, dann hat das humanistische Bildungsystem versagt. Übrigens, meine Bekannte ist Physikerin.
Witzigerweise assoziiere ich auch als erstes die Physik, dabei bin ich Biologe. :-)
Interessant. Auf die Biologie als Spitzenreiter wäre ich nicht gekommen. Aber ehrlicherweise bin ich ja schon ein Stückchen enttäuscht, denn eigentlich ist doch sonnenklar, was man ganz spontan mit dem Begriff "Science" assoziiert, oder?
Die einzig richtige Antwort lautet doch:
Science? - Blogs!!!
;-)
@Bundesratte:
Stimmt, die Abbildung hätte ich vielleicht noch verstecken sollen. Selbst als Biologe wäre das aber nicht meine erste Antwort gewesen.
@Kathy:
Klar, die Assoziationen werden zwischen science und Wissenschaft unterschiedlich ausfallen. Allerdings bin ich auch der Meinung, dass Deutschsprachler sowieso andere Assoziationen zu science hätten als Leute mit Englisch als Muttersprache. Da habe ich mich dann eben gleich für den deutschen Begriff entschieden. Und wer weiß, vielleicht kommen noch ein paar Antworten, dann könnte man ein Wissenschaft-Wordle erstellen ;-)
@Alexander:
Das mit den Wortflächen hatte ich so noch nie bedacht - Wordle ist halt doch eher ein Spielzeug ;-)
Genau den Eindruck mit den Wissenschaften hatte ich auch - Wissenschaft wird zumindest meinem Eindruck nach zuallererst mit den "harten" Wissenschaften assoziiert. Ich hätte wohl am ehesten eine Rangfolge bei den Antworten wie bei diesem xkcd Comic erwartet. Allerdings kann ich mich der Meinung von
@Fabio Valeri
nicht anschließen, so etwas wie eine Königsdisziplin gibt es meiner Meinung nach nicht. Es hängt alles voneinander ab und baut aufeinander auf. Im Gegenzug könnte ich die Physik ja auch als eine Hilfswissenschaft für die Biologie bezeichnen. Genausowenig richtig...
@Marc:
Hmm, darauf bin ich gar nicht gekommen ;-)
Tatsächlich war meine erste Assoziation (allerdings zum englischen science) etwas wie curiosity - der Drang, immer neues zu suchen, zu fragen, zu verstehen. Und sich zu wundern!
>Stimmt, die Abbildung hätte ich vielleicht noch verstecken sollen.
Im Ernst, machs doch noch!
Den Antworten nach zu urteilen, steckt in dem Thema durchaus mehr drin. Setz das Wordle einfach hinter einen Textlink, im Sinne von: " Finger weg! Erst antwortest Du mal!" und mach ein Quiz draus!
Wir Zuschauer mögen sowas :0)
Ich bin nicht extrem erstaunt: Biologie ist sicher das, was von aussen am ehesten als "Wissenschaft" wahrgenommen wird. Physik assoziieren viele Menschen zuerst mit "Technik", da viele der öffentlichwirksamen Nachrichten in der Physik entweder mit viel Technik realisiert wurden oder wegweisend für neue Technologien sind. Chemie ist zwar sicher auch eine Wissenschaft, die grundlagenwissenschaftlichen Aspekte werden jedoch nicht sehr breit wahrgenommen (oder wann sah man zuletzt auf der Wissenschaftsseite einer Zeitung einen Bericht über Rutheniumkatalysatoren?) Mathematik ist nun mal nicht wirklich eine Naturwissenschaft (und dies beschreibt der englische Begriff "science"). Puff, und schon ist alles rationalisiert :D
Ich bin nicht extrem erstaunt: Biologie ist sicher das, was von aussen am ehesten als "Wissenschaft" wahrgenommen wird. Physik assoziieren viele Menschen zuerst mit "Technik", da viele der öffentlichwirksamen Nachrichten in der Physik entweder mit viel Technik realisiert wurden oder wegweisend für neue Technologien sind. Chemie ist zwar sicher auch eine Wissenschaft, die grundlagenwissenschaftlichen Aspekte werden jedoch nicht sehr breit wahrgenommen (oder wann sah man zuletzt auf der Wissenschaftsseite einer Zeitung einen Bericht über Rutheniumkatalysatoren?) Mathematik ist nun mal nicht wirklich eine Naturwissenschaft (und dies beschreibt der englische Begriff "science"). Puff, und schon ist alles rationalisiert :D
Alexander Knoll schrieb: Das mit den Wortflächen hatte ich so noch nie bedacht - Wordle ist halt doch eher ein Spielzeug ;-
Ich empfehle dazu das Buch von Walter Krämer, So lügt man mit Statistik http://www.amazon.de/So-lügt-man-mit-Statistik/dp/3492230385 Sehr interessant und augenöffnend, vor allem die vielen Beispiele aus der täglichen Medienwelt.
Es wäre aber wahrscheinlich nicht schwer in Wordle der Häufigkeit entsprechende korrekte Größenverhältnisse zu realisieren. Man müßte halt den Code etwas korrigieren: am einfachsten einen Korrekturfaktor für die relative Buchstabenzahl einbauen und die Fontgröße nicht linear sondern mit der Wurzel berechnen.
Alexander Knoll schrieb: Das mit den Wortflächen hatte ich so noch nie bedacht - Wordle ist halt doch eher ein Spielzeug ;-
Ich empfehle dazu das Buch von Walter Krämer, So lügt man mit Statistik http://www.amazon.de/So-lügt-man-mit-Statistik/dp/3492230385 Sehr interessant und augenöffnend, vor allem die vielen Beispiele aus der täglichen Medienwelt.
Es wäre aber wahrscheinlich nicht schwer in Wordle der Häufigkeit entsprechende korrekte Größenverhältnisse zu realisieren. Man müßte halt den Code etwas korrigieren: am einfachsten einen Korrekturfaktor für die relative Buchstabenzahl einbauen und die Fontgröße nicht linear sondern mit der Wurzel berechnen.
@Bundesratte:
Gerade hab ich wieder dran erinnert, dass ich ja noch etwas in dem Post umstellen wollte ;-)
Das Biologie als erstes genannt wird verwundert eigentlich nicht, es ist die Wissenschaft zu der die meisten Menschen irgendeinen Bezug haben (Tiere, Pflanzen, Ökos, Zoos, Gärten, Umweltschutz,…). Chemie ist ebenfalls etwas bekannter, wegen Phosphaten in Waschmitteln, Färben von Stoffen oder Haaren, Reiniger, Deos und all solche Dinge, die immer mehr Menschen versuchen zu vermeiden. Da kommt im alltäglichen Gebrauch so einiges zusammen. Tja, und die Physik hat das Nachsehen. Sie wird eher mit Technik assoziiert, bzw. unbeachtet angewendet (Hebelgesetze, Reibung und Co).