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21.01.10 · 06:30 Uhr

DDR-Geschichte: Antifaschisten mit NSDAP-Vergangenheit

SED.jpgZur Karriere von Funktionsträgern in politischen Systemen wird seit Jahrzehnten geforscht. Man kennt die Befunde: in der BRD beispielsweise haben viele ehemalige Nazis sehr schnell wieder herausragende Positionen erobert. Die Kontinuität der Eliten ist häufig frappierend.

Interessant ist auch das Ergebnis einer aktuellen Studie, in der die Vergangenheit von SED-Bezirkssekretären untersucht wurde: ein nicht geringer Anteil war mit einer NSDAP-Mitgliedschaft "vorbelastet". Wie vertrug sich diese Tatsache mit dem offiziell deklarierten Antifaschismus der DDR-Elite? Die Historikerin Sandra Meenzen war an der Studie beteiligt und hat zwei Gastbeiträge für den "Zeittaucher" geschrieben:

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3 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Kommentare (3)

Kommentar-Direktlink YeRainbow· 21.01.10 · 08:26 Uhr

Ich frag mich grad so, "Dazulernen" bzw "Umlernen" ist eher kein Fakt?

Einmal Nazi, immer Nazi?

Author Profile Page Marc Scheloske· 21.01.10 · 15:56 Uhr

@YeRainbow:

Naja, man sollte das sicher nicht verallgemeinern. Die These "Einmal Nazi, immer Nazi" ist sicher verkehrt. Zumal wenn man annimmt, daß viele der oben betroffenen Personen im Jugendalter der NSDAP beigetreten sind. Dennoch ist es nicht uninterresant, daß auch SED-Karrieretypen eine NSDAP-Vergangenheit hatten. Interessant deshalb, weil es ja offiziell anders dargestellt wurde.

Kommentar-Direktlink YeRainbow· 21.01.10 · 16:14 Uhr

Wundert mich nicht.
Im Nazireich war man entweder "gleichgeschaltet" oder mundtod (oder nicht vorhanden).

Es war kaum möglich, sich eine unbefleckte Bevölkerung zu besorgen... kamen alle aus demselben Topf.

Es ist wahr, einige waren beim Widerstand (auch die hatten meist zur Tarnung irgendeine Anpassung...).

Es wundert mich auch nicht besonders, daß Karrieristen, um die Konkurrenz auszubooten, dann diese Argument benutzten.
Man benutzt genau das Argument, das man benutzen kann, und das hoffentlich die erwünschte Wirkung zeigt.

Eine andere Handlungsweise wäre schlicht doof und erfolglos.
Also, im Osten wrf man sich die Nazivergangenheit vor, im Westen warf man sich kommunistische Einflüsse vor.

Nicht: wer ohne Fehl, der werfe den ersten Stein...
Sondern: wer als erster gut geielt zuschlägt und auch noch richtig trifft, der hat gewonnen.

Instrumentelles Verhalten, ganz alte Idee...

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