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10.04.08 · 06:35 Uhr

Akademiker greifen zur Pille

Leistungssteigernde Mittel haben auch in Akademikerkreisen Hochkonjunktur. Dies offenbart eine Umfrage des Fachmagazins Nature unter Forschern für Forscher. Danach greifen Wissenschaftler zu Ritalin und mehr um ihre geistige Hochform zu sichern.

Allerdings schwanken Forscher zwischen zwei Extremen: Die jetzige Umfrage deckt das Denker-Doping mit leistungssteigernden Mitteln wie Provigil auf und eine frühere Untersuchung die Berauschung mit leistungsmindernden klassischen Drogen wie Bier. Scienceblogger schauen sich das gesamte Spektrum des Drogenmissbrauchs von Wissenschaftler an.

Gehirn-Doping für die Wissenschaft
"Jetzt ist amtlich, was die New York Times schon vor genau einem Monat kommen sah: Forscher nehmen weitaus mehr leistungssteigernde Mittel bei der Arbeit, als man so glauben mag - und scheinen Gehirn-Doping als durchaus probates Mittel anzusehen."
Neurons, 09.04.2008

Brain Enhancement is Wrong, Right?

"Unter diesem Titel erschien ein Artikel in der New York Times, in dem es darum ging, ob und wie Wissenschaftler ihre Leistungsfähigkeit durch Medikamentenmissbrauch steigern... In einem Beitrag in Nature hatte ein Dutzend Wissenschaftler über Erfahrungen mit Adderall und Provigil berichtet. Im Artikel wird gefragt, ob Medikamentenmissbrauch von Wissenschaftlern mit Doping im Sport vergleichbar ist... Andererseits werden viele Befürworter zitiert: So if you can do better because you've got some drug on board, that would on the face of things seem like a plus".
Mathlog, 12.03.08

Die Wissenschaft und das Soziale

"Wir wussten es ja schon immer: die produktivsten Wissenschaftler sind die unsozialsten...Noch nie ist das aber so simpel gezeigt worden wie gerade erst in der angesehenen ökologischen Fachzeitschrift Oikos. Dort wird in einem wunderbaren Artikel des Ökologen Tomas Grim gezeigt, dass unter den tchechischen Ornitologen die Bierkonsumption negativ mit der Publikations-output und der Zahl der Zitationen korrelliert. Und da man Bier nicht allein trinkt, so der Autor, ist Geselligkeit schlecht für den wissenschaftlichen Output..."
Tiefes Leben, 15.02.08

Die Nüchternheit der Forscher

"Mir scheint, daß man zwei Dinge unterscheiden muss: Normale Wissenschaft... funktioniert schlechter, wenn man vorher einen hebt. Aber die genialen Geistesblitze benötigen den Geist aus der Flasche. Vielleicht erklärt sich so auch, warum die Öffentlichkeit die Kunst höher schätzt als die Wissenschaft: Die Ergebnisse der Forschung sind ihnen zu nüchtern. Man verlangt nach Rausch."
Die andere Bildung, 07.04.08

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2 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Kommentare (2)

Kommentar-Direktlink DrNI· 10.04.08 · 11:55 Uhr

Der Leistungsdruck unser "modernen" Gesellschaft macht eben auch vor den Universitäten nicht halt. Während man früher noch einen Pakt mit dem Teufel schließen mußte, reicht heute die Pille. Bald in diesem Theater: Viagra fürs Gehirn.

Kommentar-Direktlink fronten· 14.04.08 · 11:39 Uhr

Neuroenhancer für die Elite, Neurosupressoren für die 'niederen Schichten', und dazwischen eine gemischtes Mittelfeld.

Klingt doch alles ganz normal - ala FAZ für die Elite, Bild für die Arbeiterschicht. Ala Kunst und Oper für die Eliten, TV und Mainstream für die tieferen Soziallagen. Ala Hochsschul- und Realschulabschluss, ala.. la lalaa laaaa. ^^

mal im Ernst - nichts Neues!

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“Insgesamt bleibt also der etwas ueberraschende Fund, dass die Industrie noch besser abschneidet als der Gesetzgeber. Aber wie gesagt, das ist vermutlich nur so viel wie zur Imagepflege benoetigt wird, und nicht so viel wie im Interesse der Bevoelkerung stehen sollte, da es nicht in Gesetze gegossen wird.”

Jörg Rings·4.5.2012
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“Wer soll über Wissenschaft reden? Mir wäre es am liebsten, wenn es speziell ausgebildete Wissenschaftler/innen wären. Diese müsste es an jeder Universität geben.”

Nichtakademiker&middt;22.2.2012
22.03.12 · 00:25 Uhr Wer soll über Wissenschaft reden?

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