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Reden Sie mit!

05.02.08 · 13:17 Uhr

Brauchen wir Atomkraft für den Klimaschutz?

Welche Gefahr stufen wir als höher ein - den Klimawandel oder potenzielle Störfälle bei Kernkraftwerken?

Archiv "Reden Sie mit!"

 

9 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

Kommentare (9)

Kommentar-Direktlink Klein S.· 05.02.08 · 13:31 Uhr

Einerseits mag ich es nicht, wenn Politik immer wieder zurückrudert. Andererseits ist es doch wichtig, den Atomausstieg neu zu überdenken und ein Problem (Klimawandel) nach dem anderen (Atomkraft) zu lösen. So lange wir nur kohle, öl und biodiesel dagegenhalten können samt ein paar windigen Windrädern und glitzernden Solardächern... also ich denke schon drüber nach.

Kommentar-Direktlink urs marian· 05.02.08 · 14:26 Uhr

Hi, hier hat dohc christians frischer wind schon aufgeräumt: "Die Vorstellung, dass Atomkraftwerke besonders klimafreundlichen Strom herstellen, geht auf eine zu beengte Betrachtungsweise zurück." in seinem Blog vom 25.januar.

Kommentar-Direktlink Thomas Dolby· 05.02.08 · 21:39 Uhr

Wie soll das funktionieren? Uran ist endlich und der Abbau von U238 wird immer aufwendiger - energieaufwenidger. Die Kampagne der Atomlobby "0% Co2" ist ein Hohn und Volksverdummung. Der Co2-Ausstoß bei der "Produktion" liegt mittlerweile deutlich über dem von Solarenergie und wir bald den von Kohleerreichen, wie soll eine solche Technologie das Klima "retten"?
Die Gefahr (oder Risiken?) die von Atomkraft ausgehen sind der zweite Faktor, die Atomenergie als Zukunfts(-sichernde)technologie inakzeptabel machen. Nicht zuletzt der Umgang der Energieerzeuger (allen voran Vattenfall) sogen dafür, dass wir ihnen voll vertrauen können und zeigt uns, wie sicher diese Energie ist! Siehe auch hierzu: Frontal 21 (05.02.08) in der ZDF Mediathek (http://www.zdf.de/)

Kommentar-Direktlink Christian· 06.02.08 · 15:18 Uhr

Zur Thematik "Atomkraft für den Klimaschutz" bzw. "Atomkraft" allgemein hatte ich ja bei ScienceBlogs schon zweimal gebloggt:

http://www.scienceblogs.de/frischer-wind/2008/02/willkommen-in-der-todeszone.php
http://www.scienceblogs.de/frischer-wind/2008/01/atomkraftwerke-als-klimaretter.php

Sowohl die mit der Atomkraft verbundenen Risiken als auch das immer knapper werdende Uran als sowie der hohe Energieaufwand, der mit der Förderung von Uran sowie dem Betrieb der KKW und deren Absicherung verbunden ist, zeigen deutlich, dass es keine "Öko-Kernkraft" geben kann. Gerade die Gefahren der KKW sind unter Berücksichtigung der IPPNW-Recherchen meines Erachtens nach völlig neu zu bewerten, siehe auch:

http://www.ippnw.de/biblis/

Es wäre wirklich schön, wenn man mit der Atomkraft auf sichere und saubere Weise etwas für den Klimaschutz bewegen könnte. Leider ist dies nicht möglich - denn weder bewegen die KKW etwas in Sachen Umweltschutz noch ist deren Betrieb sicher und sauber.

Ich kann mich daher Urs Marian und Thomas Dolby nur anschließen und hoffe, dass die Lobbykampagne "CO2-freier Atomstrom" nicht zu vielen Menschen den Kopf verdreht...

Kommentar-Direktlink Klein S.· 06.02.08 · 22:08 Uhr

was heisst hier: Kopf verdrehen? Es geht doch um meine sicht der dinge. Bestimmt stimmt es, dass in den letzten, sagen wir 40 Jahren, so genau kenne ich mich da nicht aus, der Kernenergienutzung noch keine Lösung für endlager und co gefunden wurden. aber das sind 40 jAHRE UND da kann doch noch was passieren? Oder nicht?
umgekehrt sind die klimagefahren jetzt für die nächsten jahrzehnte sehr konkret. also warum nicht das konkrete vorübergehend noch mit ein paar weiterne jahrzehnten überbrücken und versuche katastrophe 1 wenigstens zu verhindern?
bin nicht vom fach, aber so überlege ich nunmal

Kommentar-Direktlink L. Carone· 07.02.08 · 11:39 Uhr

@Klein S.: Also es scheint doch inzwischen klar zu sein, dass Kernkraftwerke, wenn überhaupt höchstens eine Übergangslösung sein können. Jetzt stelle ich mal ganz grundsätzlich die Frage, ob das überhaupt erstrebenswert ist.

Sollten wir uns stattdessen nicht ein für allemal hier und heute der Tatsache zu stellen, dass es mit unserem Energieverbrauch so nicht weitergeht, anstatt das Problem zu vertagen und den nachfolgenden Generationen aufzubürden? Je weiter wir diese Einsicht hinauszögern, umso schwieriger wird es, sich dementsprechend in Energiesparmaßnahmen zu üben.

Und mit den Endlagern wird es keine großartige Lösung geben und ist auch nicht ansatzweise in Sicht.

Wie soll die denn aussehen? Das Zeug strahlt nun mal mindestens zig hundert Jahre vor sich hin und wie sollen wir sicherstellen, dass das Endlager mindestens diese Zeit auch sicher bleibt? Wir kriegen doch schon kurzfristigere Probleme nicht in den Griff. Z.B. Verringerung des CO2-Ausstoßes in den nächsten Jahrzehnten. Zu glauben, dass da schon eine Lösung in den nächsten Jahrzehnten vom Himmel fallen wird, ist ein bisschen blauäugig und auch unverantwortlich. Was wenn genau das nicht passiert? Zucken wir mit den Schultern und sagen unseren Enkeln: Pech gehabt! Seht zu, wie Ihr jetzt unseren Dreck wieder ausbadet!

Diese Weltsicht hat uns doch erst überhaupt in diese Bredouille gebracht. Es wird langsam Zeit, dass wir uns davon verabschieden.

Kommentar-Direktlink Christian· 07.02.08 · 12:47 Uhr

@KleinS: Das "Kopf verdrehen" war natürlich nicht persönlich gemeint - es ging mir nur darum zu verdeutlichen, dass bestimmte Lobbygruppen existieren, die gerne den Eindruck erwecken, als sei Atomstrom klimafreundlich, da bei der Produktion kein CO2 erzeugt wird. Dies ist aber objektiv gesehen nicht richtig, da zur Stomproduktion im KKW mehr gehört als bloss die Spaltprozesse, nämlich die Förderung von Uran, die Sicherung der Transporte, die Sicherung der Kraftwerke etc. pp. Insgesamt wird für eine Kilowattstunde Atomstrom dann mehr CO2 in die Luft geblasen, als für eine Kilowattstunde aus manch anderen Kraftwerken.

Atomstrom ist daher keineswegs klimaneutral - daher kann uns die Atomkraft auch nicht vor dem Klimawandel retten. Da von den KKW zudem noch erhebliche Gefährdungen ausgehen, ist eine weitere Förderung der Atomkraft meines Erachtens nach keine sinnvoller Lösungsansatz. Die Uranvorräte neigen sich übrigens nach neusten Erkenntnissen schneller dem Ende zu als die Ölvorräte, so dass die Lösung schon aus rein pragmatischen Überlegungen heraus nicht umsetzbar wäre.

Kommentar-Direktlink Thomas Dolby· 07.02.08 · 14:29 Uhr

-> Klein S.
Weil die Kernenergie eben keine Technologie ist, die 0 Co2 Emmisionen für sich verbuchen kann und sie mit zunehmender Nutzung immer mehr Co2 erzeugt. Wie schon Christian sagte, es kann keine Öko-Kernkraft geben.
Die Kampagne der Atom-Lobby ist vielleicht sachlich nicht ganz falsch. Ein einzelnes Atomkraft erzeugt vielleicht keine Co2-Emissionen, aber beim Abbau des Uran aus dem es die Energie erzeugt, werden stetig wachsende Mengen Co2 produziert (aktuell liegen sie zwischen 32 g/kWh und 126 g/kWh, je nachdem welche Quellen man befragt.)

Kommentar-Direktlink Klein S.· 07.02.08 · 14:40 Uhr

->Christian, ->Thomas wieviel verbraten denn kohlekraftwerke? und muss die kohle nicht auch aus dem boden gefördert und transportiert werden? also danke für eure hinweise. habt ihr einen direkten vergleich

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